Wir wollen - und das ist auch ein ausdrücklicher Wille unseres Ministerpräsidenten, mit dem ich oft über genau diesen Punkt gesprochen habe - wir wollen weg vom Diktat des nur noch Ökonomischen in der Kultur.
In der Ausprägung des »kepos« sehen wir die Möglichkeit einer Wertschöpfung, die, auch aus dem Betracht der Kunst- und Kulturförderung gesehen, tiefer angelegt, wesentlicher und wirkungsvoller ist als die Maßnahmen eine Kulturpolitik, die einem kurzfristigen Evaluierungsdenken und dem Begriff des ?weichen Standortfaktors? unterworfen sind. Denn: Sinngebung ist Ermutigung per se. Und eine wirkliche tiefgreifende Ermutigung, ein »Enthousiamos« und die Figur des »Wurzel schlagens« (im Sinne von Hannah Arendt) ist das eigentliche Salz der Wirtschaft.

Eine - zugegebenermaßen anmaßend erscheinende - Perspektive für die Gründung eines Hauses tut sich hier auf; wir würden uns allerdings verleugnen, würden wir diesen Beweggrund nicht anzeigen. Auch betreten wir hiermit eine Art Tabuzone: Idee und Sinnstiftung stehen unter Ideologieverdacht. Wir wollen daher noch einmal besonders betonen, daß es bei der
Erforschung der künstlerischen Formen in diesem Zusammenhang um die Möglichkeit der nonkanonischen, offenen - der komparativen Sinnstiftung geht.