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Kepos. Warum »kepos«?  -  Der Begriff der »Akademie« ist bekannt. Hergeleitet von der platonischen Akademie, dem athenischen Gartenhain, ist er als Gattungsbegriff für eine besondere Schulform weit verbreitet. Wenig bekannt dagegen ist der Garten des Epikur, der kepos. Im Jahr 307 v. Chr. konnte Epikur mit Unterstützung wohlhabender Freunde für einen Betrag von 80 Minen ein Gartengrundstück, den ?kepos? erwerben und in Konkurrenz zur platonischen Akademie dort eine Schule gründen. Epikur, selbst Schüler einer platonischen Akademie, widerstrebte das aristokratische Gehabe der platonischen Lehrmeister, das männerbündlerisch-Ausgrenzende und der dualistische Geschmack (die dualistische Signatur) der platonischen Lehre.
Der freie Zugang ohne Rücksicht auf Geschlecht, Rang und Herkunft, das psychagogische Moment in der Untrennbarkeit von Geistes- und Herzensbildung - (heute würden wir von emotionaler Intelligenz sprechen), die Gestalt der Schule als lernende Solidargemeinschaft und schließlich der integrative Grundcharakter sind Merkmale, die die Charakteristik und den Begriff des kepos für die Gründung der Schule interessant machen.
In dieser Stadt mit der größten Künstlerdichte des Landes wäre die Existenz einer Heterotopie, die Gründung eines zweiten zentralen Lern- und Entwicklungsortes für die Kunst als verwirklichte Utopie einer besonderen Form der Zusammenarbeit - eine wegweisende Bereicherung. Stand über dem Eingang der platonischen Akademie geschrieben, niemand könne hier eintreten, der nicht der Mathematik vollends mächtig war, und wird ein Student der Düsseldorfer Kunstakademie mit dem Diktum des fürstlichen Stolzes empfangen* - so könnte dem kepos eine Sentenz aus dem späteren Vorwort der "Geburt der Tragödie" von Friedrich Nietzsche vor(an)gestellt sein.
Es ist da die Rede von:
»... jener Aufgabe - die Wissenschaft unter der Optik des Künstlers zu sehn, die Kunst aber unter der des Lebens.«