Veranstaltungen des onomato e.V 2010

"...jedes gut geschaffene Ding hat ein ihm angemessenes Ordnungsgefüge, ..." - Das Diözesanmuseum in Köln und andere Bauten von Peter Zumthor

Donnerstag, 14.01.2010  20 Uhr

Vortrag von Thomas Brandt
Zwei viel beachtete Bauwerke hat der Schweizer Architekt Peter Zumthor (*1943) vor zwei Jahren in unserer Nähe fertiggestellt, die Bruder-Klaus-Feldkapelle in Mechernich-Wachendorf und das Diözesanmuseum in Köln. Werke eines Architekten, der jahrelang an seinen Entwürfen feilt, die für ihre außerordentliche baukünstlerische Qualität hoch gelobt werden. Der Vortrag zeigt an diesen und anderen Bauten des Architekten, z.B. der Therme im schweizerischen Vals oder dem Kunsthaus Bregenz, auf welche Weise er "angemessene Ordnungsgefüge" für die jeweiligen Bauaufgaben gefunden hat und jedes Gebäude "am Ort festzumachen" in der Lage ist.

 

Werkgespräch: "KLAUnS" - KLAUS RICHTER

Mittwoch, 20.01.2010  20 Uhr

Bei einem längeren Aufenthalt in Liepaja/Karosta Lettland produzierte ich einen Film zusammen mit dem schwedischen Dokumentarfilmer Carl Biorsmark. Der Film zeigt eine Performance, bei der ich 50 Originalzeichnungen an die Wand einer Wohnung in einer leerstehenden Plattenbausiedlung tapezierte. Der Titel des Films ist "KLAUnS", ein Wortschöpfung aus meinem Vornamen und dem lettischen Wort für Clown. Unter diesem "Label" entstanden in den vergangen Monaten Arbeiten, die die Bereiche von Zeichnung, Aktion und Objekt zusammenführen.
An dem Abend gibt es Vorführungen von Filmen, Fotos und Originalarbeiten, die seit Sommer 2008 entstanden sind.
(Klaus Richter)

 

Filmreihe FRANZ VON ASSISI

organisiert, ausgewählt und vorgestellt von Christoph Korn
Über die Jahrhunderte wurde das Leben des Hl. Franz von Assisi mannigfach nacherzählt, gedeutet und theoretisiert. im 20. Jahrhundert entstanden einige Filme über Franz. 2 davon wurden ausgewählt und werden in Form eine Filmreihe gezeigt.

In dieser Reihe: Große Vögel, kleine Vögel

Dienstag, 26.01.2010  20 Uhr

Originaltitel: Uccellacci e uccellini; I 1966; Regie u. Buch: Pier Paolo Pasolini, Darsteller: Toto, Ninetto Davoli, Femi Benussi; 88 Min. (OF 98), sw.

Einführung: Christoph Korn

Francesco, giullare di dio

Dienstag, 02.02.2010  20 Uhr

I 1950; Regie: Roberto Rossellini; Buch: Roberto Rossellini, Federico Fellini unter Mitarbeit von Felix Morlion und Pater Antonio Lisandrini, 81 Min., sw, italienisch mit engl. Untertiteln

Einführung: Christoph Korn

 

Werkgespräch: ANDREAS KÖPNICK

Montag, 22.02.2010  20 Uhr

Sind die Kunstakademien wieder akademisch?
Andreas Köpnick, Professor der Fylmklasse an der Kunstakademie Münster wird in seinem Werkgespräch Anspruch und Realität künstlerischer Hochschullehre selbstkritisch befragen und erweiterte Ansatzpunkte für die selbstreferenzielle Entfaltung ästhetischer Urheberqualitäten vorstellen.
Es wird vorraussichtlich eine Videoarbeit und eine Videoinstallation gezeigt werden.

 

Elfenbeinturm - Dichter lesen Dichter: Matthias Claudius

Montag, 01.03.2010  20 Uhr, Eintritt: 6 Euro

Unter dem Titel "Der Tod und das Mädchen" rezitieren Alexander Nitzberg und Wolfgang Reinke Gedichte und Texte von Matthias Claudius.

 

DURCH DEN SAND - Leben, Träume und Reisen in der Wüste

Mittwoch, 10.03.2010  20 Uhr

Eine literarische Collage
Florence Hervé hat Texte von rund 30 Autorinnen aus Europa, Afrika und Lateinamerika zusammengestellt, die ein besonderes Verhältnis zu der Wüste haben. Von Ingeborg Bachmann bis Tanja Dückers, von Isabelle Eberhardt und Harriet Straub bis Miral al Tahawi und Malika Mokeddem ... Die Herausgeberin, die selbst in den letzten Monaten in mehreren Wüsten unterwegs war, präsentiert ihr neues Buch.

 

Filmreihe 2010 im onomato: TRAUMZEIT

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak

"Träume sind Schäume" - so will es der Volksmund und hat damit wie so oft zugleich recht und unrecht. Unrecht hat er, wie wir nicht erst seit Freuds "Traumdeutung" wissen, mit der wegwischenden Geste der Bedeutungslosigkeit. Ein Quäntchen Wahrheit aber transportiert das Idiom in dem Unterton der Beruhigung. Denn Träume sind nach Freud allesamt Produkte eines Wünschens und Begehrens, das seine Herkunft aus dem Unbewußten hat, ein Ort der Beunruhigung und Irritation schon deshalb, weil er dem Zugang und der Kontrolle des menschlichen Bewusstseins entzogen ist.

"Träume sind Schäume" - ein zweites Quäntchen Wahrheit enthält auch die fluide und flüchtige Charakterisierung der Konsistenz des Traums. Ist doch sowohl sein Inhalt als auch der Prozess des Träumens nicht nur unserer Regie entzogen, sondern auch jenseits der bekannten Grenzen von Raum, Zeit und Materialität, die unser Tagbewußtsein bestimmen. Das macht den Traum und das Träumen zugleich zur Quelle der Bedrohung u n d zum Faszinosum: "Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer" (Francesco Goya) u n d Paradiese.

Diese proteische, Raum- und Zeitgrenzen schwerelos überschreitende Bildproduktion des Traums ebenso wie die Lichtprojektion bewegter Bilder in der dunklen "Höhle" des Kinos sind in der frühen Filmdebatte, längst vor der "Traumproduktionsmaschinerie Hollywood" - ein Attribut, das eher das ideologisch und inhaltlich gemeinte "happy ending" im Auge hat - als die übereinstimmenden Qualitäten von TRAUM und FILM erkannt worden. Besonders die Surrealisten - namentlich Luis Bunuel - haben aus dieser Nähe bekanntlich kreatives Potential geschlagen.

Sind sie die einzigen geblieben? Wie haben andere Filmemacher der Filmgeschichte diese qualitative Ähnlichkeit der 7. Kunst zum Traum genutzt und gestaltet? Haben sie den Übergang vom Tag- zum Traumbewußtsein überhaupt gekennzeichnet? Auf welche Weise haben sie Filmbilder zu Traumbildern gemacht?

Fragen dieser Art werden die Filmreihe TRAUMZEIT begleiten, in der neben Luis Bunuel, Federico Fellini, Ingmar Bergman, Jean Cocteau und David Lynch mit Sicherheit nicht fehlen dürfen.

Die Reihe beginnt am Samstag, den 10.4 mit Fellinis "8 1/2"

 

Filmreihe TRAUMZEIT: 8 1/2

Samstag, 10.4.2010  20 Uhr

I 1963, R: Federico Fellini, S: Marcello Mastroianni

Welcher Film wenn nicht Fellinis "8 1/2" könnte eine Filmreihe zum Thema TRAUMZEIT eröffnen? Sind doch in diesem Meisterwerk die Tagesereignisse um die Produktion eines neuen Films von dem Regiesseur Guido Anselmi, der in einer Krise und also in Kur ist, und seine Träume, Tagträume und Erinnerungen so übergangslos gemischt, dass der gesamte Film wie ein großer Traum erscheint. Darin sind nicht nur die Traumräume von frappierender, subtil gestalteter Eindringlichkeit, sondern auch die Sprache spielt von den Zauberworten aus der Kindheit "Asa nisi masa" bis zu den Namen - "Saraghina" - mit in diesem Spiel. Auch die katholische Kirche wird in ihrer lustfeindlichen Rigidität von "Überwachen und Strafen" mit beißend satirischen Bildern bedacht, Bilder, die vor den jüngsten Enthüllungen zum Kindesmissbrauch nur umso beißender erscheinen. Insgesamt ein vielgestaltiger Auftakt zum großen Thema TRAUMZEIT und Film.

Einführung: Frauke Tomczak

 

Maria Blondeel - A40 Ruhr

Eröffnung der Ausstellung 6. Mai 2010

Maria Blondeel: A40 Ruhr

20 Uhr Premiere der DVD A40 RUHR
21 Uhr Einführung: Michael Voets, Kurator; Künstlergespräch: Maria Blondeel im Gespräch mit Noel De Buck
22 Uhr Installation in der Fenstergalerie A40 RUHR

Ausstellung 7.05 - 15.05.2010  / Öffnungszeiten: Mi - Sa 21:30 - 23:30 Uhr

Die belgische Künstlerin Maria Blondeel ist im Rahmen des internationalen Künstleraustausches als Stipendiatin des Landes NRW zu Gast in Düsseldorf.
www.mariablondeel.org

A40 RUHR
Die Arbeit von Maria Blondeel gibt Zeugnis einer vertieften Erforschung der grundlegenden Bedingungen von Wahrnehmung in ihrer ganzen Komplexität. Diese eröffnet neue Perspektiven durch den Gebrauch von neuen Technologien. Ihr interdisziplinäres Oeuvre ist ein Beispiel für eine zeitgenössische und experimentelle Annäherung an Technologie, Bild, Licht und Klang.
(...)
In ihrer neuen Arbeit "A40 RUHR", die in Deutschland während des Sommers 2009 aufgezeichnet wurde, deutet Maria Blondeel die Flüchtigkeit heutiger Anwesenheit als utopische Markierung. Es ist eine Interpretation des Straßennetzes um die A 40 Autobahn vom Raum Duisburg mit seinen Kleeblattkreuzungen bis Dortmund. Die Route ist mit einem Aufnahmewagen aufgezeichnet, der auf der Front und an den seitlichen Fenstern mit Videolinsen ausgerüstet wurde, besonders entworfen für diesen Zweck. Klang- und Videospuren wurden mit Computerprogrammen bearbeitet und erneut aufgenomen. Danach ist die Route wieder zusammengebaut, um autonom wie eine abstrakte Gestaltung zu existieren.
(...)
Noel De Buck, 2010
zum vollständigen Text

 

Hommage an Nan Hoover

Nan HooverNan Hoover war als Nachfolgerin von Nam June Paik an der Kunstakademie Düsseldorf viele Jahre lang eine prägende Persönlichkeit. Sie starb 2008 in Berlin. In Erinnerung an Nan Hoover als Künstlerin und Professorin möchten wir Sie zu unserer zweitägigen Veranstaltung im onomato einladen.

Dienstag, 11.05.2010  18 Uhr

Begrüßung: Katharina Mayer

Die Hand des Künstlers: Hommage an Nan Hoover
Vortrag von Dr. Dawn Leach, Leiterin des Archivs der Kunstakademie Düsseldorf
Der Vortrag ist eine exemplarische Zusammenfassung des Schaffens der Künstlerin Nan Hoover im Hinblick auf das traditionelle Thema Die Hand des Künstlers. Er basiert auf der Betrachtung ihres Selbstportraits von 2004 und einem Lebenslauf aus dem Jahr 1990 aus ihrem Nachlass. Hoover formuliert in Ihrer Arbeit ab 1973 drei Themen: Licht, Bewegung und Zeit. Diese werden durch den Einsatz des Körpers, speziell der Hand, vermittelt.

Kommentierte Bilderschau von Myriam Thyes zur Serie Tragic Landscapes mit der Zeichnung Violent Nature im Original sowie digitalen Abbildungen

20 Uhr Podiumsdiskussion mit Dr. Dawn Leach, Huberus Wunschik, Oberbürgermeister und Galerist,
Dr. Doris Krystof, Kuratorin im K21/Kunstsammlung NRW, Franziska Megert, Künstlerin, Prof. Klaus Jung, Rektor der KHM Köln, Schahrzad Derakshan, ehem. Assistentin von Nan Hoover und Myriam Thyes, Künstlerin.

Mittwoch, 12.05.2010  19 Uhr

Lichtblick und Echtzeit

Vortrag von Dr. Frauke Tomczak

Die sinnliche Intensivierung des Augenblicks in den Werken von Nan Hoover und James Turell.
Die Werke von Nan Hoover und James Turell sind zugleich in ihrer Zeit, und ihr extrem gegenläufig. Mitten in ihr sind sie, weil sie die vorhandenen technischen Potenziale nutzen, ihr gegenläufig, weil sie mit ihnen nicht um ihrer selbst willen arbeiten, sondern sie als das gebrauchen, was sie sind: als Medien, als Mittel.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit der Filmwerkstatt und der Schule für künstlerische Fotografie, Düsseldorf.

 

Akzeptieren Sie doch die ruhige Attitüde dieser Architektur...: als eine einfache, dienende Komposition David Chipperfield und das neue Museum Folkwang in Essen

Donnerstag, 27.05.2010  20 Uhr

Das neue Museum Folkwang

Vortrag von Thomas Brandt

Essen hat ein neues Folkwang-Museum, das in nur zwei Jahren Bauzeit nach den Plänen des Engländers David Chipperfield entstand. Hoch gerühmt wird seine der klassischen Moderne verpflichtete Schlichtheit, die einfühlsame, respektvolle Bezugnahme auf den Altbau der fünfziger Jahre, aber auch die gelungene städtebauliche Einbindung, die einer Art Stadtreparatur gleichkommt. Der Vortrag macht mit diesem neuen Werk von Chipperfield bekannt und setzt es in Beziehung zu anderen zeitgenössischen Museumsbauten sowie zu anderen Werken des international renommierten Architekten wie die Rekonstruktion des Neuen Museums in Berlin oder das Literaturmuseum der Moderne in Marbach am Neckar.

 

WERKSTIPENDIEN DES ONOMATO

Freitag, 28.05.2010  19 Uhr

Einladung Stipendien
Das onomato ist seit Langem ein Ort für die Produktion und Vermittlung der Zeitkünste, von Video- und Akustischer Kunst.
In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat das onomato erstmals Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb von vier Monaten entstandenen Arbeiten zeigen wir am 28.05.2010 in den Räumen des onomato.

Beginn 19 Uhr
Begrüßung: Marianne Schirge, Leiterin des Kulturamtes Düsseldorf
Es sprechen: Axel Grube, onomato,
Bernd Kastner, Dozent
Präsentation: Vorstellen der Arbeiten der teilnehmenden Künstler/innen


Barnabas Huber Collagen Chor Video
Bettina Elmpt Brandung Videoinstallation
Frauke Berg Trial and Error (Versuche mit Ton) Zeichnung/Akustik/Video
Kao Ookada in soft focus Videoinstallation
Lukas Raab Überdosis Ego Video
Robert Brümmerhof/Antje Spohr Von der Kunst, nicht zu ertrinken/Annäherung eins audiovisuelle Arbeit
Swantje Lichtenstein zyklus Klangarbeit
Thomas Taxus Beck Hackordnung/überhühner Nr.9 Klangarbeit/Performance

 

Filmreihe TRAUMZEIT: Wilde Erdbeeren

Dienstag, 01.06.2010  20 Uhr

Film - Wilde Erdbeeren

S 1957, R: Ingmar Bergman, S: Victor Sjöström, Bibi Andersson, Ingrid Thulin

"Es gibt keine Kunstart (...), die die spezifische Art des Traums so vermitteln kann wie der Film." Ingmar Bergman
Ingmar Bergman begriff die Nähe von Film und Traum zeitlebens nicht nur als Quelle der Inspiration, sondern machte den Traum vielfach auch zum handlungstragenden Element.
In dem frühen Meisterwerk "Wilde Erdbeeren" reist der betagte Medizinprofessor Isaak Borg zu einer Altersehrung nach Lund u n d in seine Innenwelten: in bildstarken, atmosphärisch ganz unterschiedlich gestalteten Alpträumen, Tag- und Erinnerungsträumen begegnen ihm die zentralen Verfehlungen seines Lebens - ein Seelen-Theater im positiven Wortsinn, das Wirkung zeigt und das der große alte Meister des skandinavischen Stummfilms, Victor Sjöström als Isaak Borg, mit einer sehr eigenen, sparsamen und differenzierten Präsenz zu füllen weiß.

 

Agnes Meyer-Brandis - Werkgespräch

Mittwoch, 09.06.2010  20 Uhr

Meyer-Brandis - Impakt Krater

Die Kunst von Agnes Meyer-Brandis ist wissenschaftlich und poetisch zugleich: Die Künstlerin lässt Meteoriten in Russland abstürzen oder erforscht Wolkenkerne in Schwerelosigkeit. Agnes Meyer-Brandis (geboren 1973) studierte Mineralogie in Aachen und Bildhauerei in Düsseldorf und Köln. Ihre Arbeit, in internationalen Ausstellungen und Festivals präsentiert und ausgezeichnet, beschreibt eine Wanderung an der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft und erforscht die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion, Fantasie und Technologie. Sie beschäftigt sich mit Orten und Situationen des Öffentlichen und des Imaginären gleichermassen. Weitere Infos unter: www.ffur.de

 

Nordische Ideologie als Touristenattraktion? oder Das "Haus Atlantis" in der Bremer Böttcherstraße

Donnerstag, 10.06.2010  20 Uhr

Das Haus Atlantis

Vortrag von Thomas Brandt

Das vom Bildhauer und Architekten Bernhard Hoetger Anfang der 30er Jahren als Teil der Böttcherstraße erbaute "Haus Atlantis" wurde nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges vom Meerbuscher Bildhauer Ewald Mataré neu gestaltet. Der Vortrag zeichnet ein Bild des Lebens von Bernhard Hoetger und von dessen Mäzen und Ideengeber, dem Bremer Kaffee-HAG-Unternehmer Ludwig Roselius. Erläutert wird, warum das legendäre "Atlantis" in der Nordsee untergegangen sein soll, wie dies mit dem "nordischen" Denken in Zusammenhang stand und warum die Böttcherstraße dennoch als "entartet" galt. Dargestellt wird aber auch, mit welcher Sinngebung Ewald Mataré die ihm in den 60er Jahren gestellte Aufgabe gelöst hat und wo sich sein Werk mit dem bildnerischen Denken Hoetgers berührt.

 

Elfenbeinturm - Dichter lesen Dichter: Heinz Czechowski

Montag, 05.07.2010  20 Uhr, Eintritt: 6 €

Unter dem Titel "Von allen Wundern geheilt" rezitieren Alexander Nitzberg und Wolfgang Reinke Gedichte und Texte von Heinz Czechowski (1935-2009).

 

Filmreihe TRAUMZEIT: Orphée

Dienstag, 27.07.2010  20 Uhr

Film-Bild: Orphee

F 1950, R: Jean Cocteau, S: Jean Marais, Maria Casarès

Der Surrealist Jean Cocteau verbindet den Traum mit dem Tod. In diesem ersten Teil seiner filmischen Orpheus-Trilogie hat er die missglückte Rückkehr des mythischen Orpheus aus dem Totenreich mit einem Doublebind versehen. Die Rolle der Euridike ist doppelt besetzt: So heißt seine Ehefrau, seine wahre Liebe aber ist der Tod selbst als verführerische Prinzessin.

Der Film bestach seinerzeit nicht nur durch seine eindrucksmächtigen Bilder, sondern besonders durch die filmtechnischen Tricks, die den Übergang von der Realität zur Traumzeit des Todes gestalteten: als Schwellenschritt durch den Spiegel.

Einführung: Frauke Tomczak

 

Martin Honert - Werkgespräch

Donnerstag, 05.08.2010  20 Uhr

honert riesen

Martin Honert (* 1953 in Bottrop) studierte 1981- 88 an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, zuletzt in der Meisterklasse unter Fritz Schwegler. 1998 erhielt er eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste Dresden in der Fachklasse für Dreidimensionales Arbeiten, Schwerpunkt Plastik und Skulptur. 1995 vertrat er Deutschland bei der Biennale in Venedig. Untypisch für Künstler, deren Arbeiten in der Tradition des Readymade stehen fertigt Honert seine Werke stets eigenhändig an.

 

Elfenbeinturm - Dichter lesen Dichter: Johst und Becher

Montag, 06.09.2010  20 Uhr, Eintritt: 6 €

Unter dem Titel "Soll Politik die Dichtung bessern?" rezitieren Alexander Nitzberg und Wolfgang Reinke Gedichte und Texte von Johst (1890-1978) und Becher (1891-1958).

 

Filmreihe TRAUMZEIT: Der diskrete Charme der Bourgeoisie

Dienstag, 07.09.2010  20 Uhr

F 1972, R: Luis Bunuel, S: Fernando Rey, Delphine Seyrig
Einführung: Frauke Tomczak

Luis Bunuel, der Altmeister des surrealistischen Kinos, kehrt mit diesem Film konsequent zu seinen Anfängen zurück: die Linearität des Erzählens wird nicht zuletzt durch Träume, die sich erst beim Erwachen der Träumenden als solche zu erkennen geben, radikal gebrochen. Mit dieser filmsprachlichen Brechung zerreißt Bunuel zugleich den "diskreten Charme der Bourgeoisie" als Deckmäntelchen über dem doppelten Boden aus Drogenhandel, Alpträumen und Ängsten.

 

Reihe Tonspur: Das Blog Jahrgangsgeräusche

Donnerstag, 09.09.2010  20 Uhr

BlogJahrgangsgeräusche, das Blog für Popkultur und unbedingte Zonen, ist eine deutschsprachige Seite über Musik, Klänge und Artverwandtes im Netz, die 2009 ins Leben gerufen wurde. Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Musikblogs zeichnet sich Jahrgangsgeräusche neben typischen Rezensionen aktueller Veröffentlichungen insbesondere durch die persönlichen Sparten der drei Autoren aus. Daniel Decker schreibt über Platten, die nie erschienen sind. Zloty Vazquez findet Zitate und Kopien in Plattencovern und stellt diese gegenüber. Axel Ganz sammmelt Geräusche, Lautsphären und Tondokumente. So entwickelt sich ein musikspezifischer Gemischtwarenladen querständig zu anderen Blogs und Klangarchiven.
http://www.jahrgangsgeraeusche.de

 

Künstlerbücher: Robert Pufleb - Magic Photo Album

Freitag, 17.09.2010  20 Uhr

Buchcover

Zur ersten Veranstaltung der neuen Reihe Künstlerbücher im onomato Verlag möchten wir Sie gerne einladen. Zusammen mit dem Künstler wird jeweils ein Künstlerbuch vorgestellt und besprochen. In Anlehnung an unsere Werkgespräche soll die Buchpräsentation Anlass sein, sich genauer mit dem Medium Buch aus der Hand des Künstlers, dem ihm eigenen Konzept auseinanderzusetzen.
Robert Puflebs Künstlerbücher sind im Kontext der "street photography" zu sehen. Katharina Mayer wird dazu eine Einführung geben und auch die Artist's Books Cooperative vorstellen.

Robert Pufleb nutzt das Medium Künstlerbuch als natürliche Heimat für seine Fotografien, bei denen er sich auf urbane Straßenstillleben sowie poetische Schnappschüsse seiner unmittelbaren persönlichen Umgebung konzentriert.
Der Tradition von Ed Ruscha's selbst publizierten Fotobüchern folgend, untersucht er zum Beispiel in seiner Trilogie A Boulevard Called Sunset die Exotik des Alltags, frei nach Oscar Wilde: "Das Geheimnis der Welt liegt im Sichtbaren, nicht im Unsichtbaren."

Sein 11. Künstlerbuch Magic Photo Album ist ein Versuch, mit moderner Online-Digitalprinttechnik auf Standardpapier das klassisch analoge Fotoalbum visuell zu imitieren. Wie bei einem Trompe-l'œil wird die physische Haptik des Vorbildes durch diverse digitalisierte Materialien wie Leder, Elefantenhaut, Vorsatz- und Pergamentpapier ect. im "Print On Demand"-Buch nachgeahmt. Es geht um die Frage, in wie weit sich die Illusion von empfundener Materialität auf eine visuelle Ebene übertragen läßt, die darüber hinaus eventuell auch erinnerte Sinnesempfindungen wie Gerüche oder haptische Reize beim Betrachter hervorruft.

Der gebürtige Berliner Robert Pufleb lebt und arbeitet seit 1999 in Düsseldorf. Er studierte Kommunikationsdesign mit Schwerpunkt Fotografie in Wuppertal und Los Angeles. www.pufleb.de

onomato Edition:
"Magic Photo Album" von Robert Pufleb
Hardcover, 7 x 7 Inches, 48 Seiten, nummeriert, signiert und gestempelt mit je einem Polaroid Print eines Buch-Motives;
Auflage 20; Preis: 95,- Euro

 

Bilder vom Seelenapparat durch das magnetische Auge

Freitag, 08.10.2010  20 Uhr

magnetisches Auge

Vortrag von Prof. Dr. med. Frank Ulrich

Der menschliche Körper besteht bekanntermaßen hauptsächlich aus Wassermolekülen. Bei Wasserstoffprotonen handelt es sich um positiv geladene Elementarteilchen, die zusammen mit einem Neutron Atomkerne bilden. Jedes Proton besitzt einen Eigendrehimpuls (Kernspin), der ein magnetisches Dipolmoment induziert. Im menschlichen Organismus verweilen diese Magnetfelder ungeordnet und kompensieren sich gegenseitig. Falls ein starkes äußeres Magnetfeld auf unseren Körper einwirkt, richten sich die magnetischen Dipole entlang von Feldlinien aus. Im "Magnetic-Eye" wie dem Kernspintomographen werden die Protonen durch Hochfrequenzimpulse angeregt. Nach Abschalten der HF-Impulse wird die aufgenommene Energie von den Protonen in Form eines magnetischen Impulses wieder abgegeben, und unter Anwendung eines tomographischen Algorithmus für die dreidimensionale Bildgebung genutzt. Erstmalig wurden 1980 derartige tomographische Kernspinaufnahmen zu diagnostischen Zwecken von Hirnstrukturen publiziert. Heute ist die Kernspintomographie im klinischen Alltag zur Darstellung anatomischer Veränderungen Gang und Gebe. Darüber hinaus bietet die Kernspintomographie einen wichtigen Forschungszugang für die funktionelle Neuropsychologie und Neuroästhetik. Erstmalig konnten damit ganz spezielle kernspintomographische Aufnahmen aus dem zerbrechlichen Haus unseres Seelenapparates der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

 

Filmreihe TRAUMZEIT: The Passing

Dienstag, 26.10.2010  20 Uhr

USA 1991, R: Bill Viola

Bill Viola: The Passing

In diesem einzigen Kunstfilm der Reihe "Traumzeit" wird das Träumen selbst Gegenstand der Wahrnehmung. Wir sehen erratische menschenleere Landschaften, rätselhafte Ruinen, Unterwasserbewegungen und zwischendurch immer wieder den Schlafenden, der aufwacht, einschläft und weiter träumt. Oder erinnert er sich? Träumen wir auch so? Bill Violas Film ist ein Selbstexperiment: in einem wechselnden Bilderstrom und einem sparsam aber expressiv gestalteten Ton-Raum träumen und denken und träumen wir mit.

Einführung: Frauke Tomczak

 

Elfenbeinturm. Dichter lesen Dichter:
Auch das Schöne muß sterben! Schiller - der Unbekannte

Montag, 08.11.2010  20 Uhr, Eintritt: 6 Euro

"Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

hiermit möchten Alexander Nitzberg und ich Sie herzlich zur letzten Lesung dieses Jahres unserer Reihe "Elfenbeinturm. Dichter lesen Dichter" einladen.
In Analogie zur herbstlichen Jahreszeit werben wir daher unter dem Titel "Auch das Schöne muß sterben! Schiller – der Unbekannte" um Ihre Aufmerksamkeit für Höhepunkte seines lyrischen Werkes, die wir am Montag, dem 8. November, vorstellen möchten.
Die Veranstaltung findet statt um 20 Uhr im onomato künstlerverein, Birkenstraße 97, Düsseldorf-Flingern. Eintritt: 6 €.
Ich würde mich sehr freuen, Sie bei dieser Gelegenheit wiederzusehen.
Gleichwohl möchten Alexander Nitzberg und ich mich an dieser Stelle für das stete, ja wachsende Interesse an unserem Lesungskonzept ausdrücklich bedanken!

Beste Grüße
Ihr Wolfgang Reinke"

 

Die Veranstaltung wird gefördert vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

 

Reihe Künstlerbuch: Norbert Kraus - Echo Animation 2007 - 09

Donnerstag, 11.11.2010  20 Uhr

Norbert Kraus: EchoIm Rahmen der Künstlerbuchreihe stellt Norbert Kraus seine 2009 erstellte Edition "Echo - Animation 2007 - 09" vor. Sie besteht aus einer Buchkassette mit booklet und DVD. Sie enthält eine Sammlung von Computeranimationen. Diese bezeichnen ein neues, künstlerisches Ausdrucksfeld synthetischer Bildsequenzen.

Der Künstler Norbert Kraus lebt in Düsseldorf. Sein bildhauerisch - plastischer Ansatz entwickelte sich im Laufe der Zeit hin zu imaginären Choreographien, die mit dem neuen Medium der dreidimensionalen Visualisierung verwirklicht werden.

Somit sind diese Animationen zu lesen als eine Gedichtform mit der Abfolge von Wahrnehmen - Erinnern - Vergessen - Wiedersehen. In ihnen wird das Absterben überwunden wie fixiert. - Norbert Kraus

 

Reihe Künstlerbuch: Was sind Künstlerbücher?

Freitag, 03.12.2011  20 Uhr

Renate Mergemeier

Vortrag von Renate Mergemeier und Anna Grassel

Renate Mergemeier und Anna Grassel gehen anhand von Beispielen im Gespräch auf den Zusammenhang zwischen Buchbinderei und Künstlerbuch ein.

Die Buchbinderei Mergemeier gibt es in Düsseldorf seit 60 Jahren.
Das Angebot der klassischen Buchbindereiarbeiten wurde in den 80er Jahren durch den Bereich Buch- und Grafikrestaurierung erweitert. Mit der Gründung der Buchgalerie 1991 hat die Buchbinderei Mergemeier einen besonderen Ort geschaffen, an dem regelmäßig Ausstellungen von internationalen Buchkünstlern stattfinden.

 

Filmreihe TRAUMZEIT: Solaris

Dienstag, 14.12.2010  20 Uhr

SU 1972, Regie: Andreij Tarkowskij, S: Donatas Banionis
Die beunruhigendste Variante der Traumzeit spielt sich gerade nicht im Traum ab. Sie wird unheimlich, bedrängend, ja tödlich in eben dem Moment, in dem "Traumzeit" Wirklichkeitsstatus beansprucht. Von diesem – wohlweislich als Sciencefiction gestalteten - Menetekel erzählt Tarkowskijs Film "Solaris". Dass er Stanislaw Lem, dem Autor der Romanvorlage gleichen Titels, nicht gefiel, steht auf einem anderen Blatt.

Einführung: Frauke Tomczak

 

JENNY HOLZER

Dienstag, 21.12.2010  20 Uhr

Jenny Holzer

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen
Jenny Holzer (geb. 1950), amerikanische Künstlerin. begann als abstrakte Malerin, wendete sich aber seit Ende der 70er Jahre immer mehr den Möglichkeiten von Text und Sprache im städtischen visuellen Umfeld zu. ("Sprache ist die einfachste Form, während Bilder ablenken.") Bekannt wurde sie mit ihren Truisms" (Binsenwahrheiten), die sie seit 1976/77 mit Hilfe verschiedener Medien - als Plakate, Handzettel, Aufdrucke auf T-Shirts, Neon- und Leuchtschriften, als Fernsehspots oder in Marmor gemeißelt - in der Öffentlichkeit, gerade auch außerhalb des Kunstbetriebs, präsentierte. So war 1986 an einem New Yorker Gebäude in Leuchtschrift zu lesen: "Protect me from what I want."
1993 ließ sie für die Titelseite des Magazins der Süddeutschen Zeitung, um auf die massenhafte Gewalt gegen Frauen während des Bosnisch-Serbischen Kriegs aufmerksam zu machen, einen Aufkleber: "Wo Frauen sterben, bin ich hellwach", drucken und dessen Druckfarbe Blut beimischen, das von Frauen zu diesem Zweck gespendet worden war.