Veranstaltungen des onomato e.V
2012
Werkgespräch: Hubert Schober
Donnerstag, 12.01.2012 20 Uhr

Hubert Schober reist viel, in erster Linie nach Asien, in die USA und nach Nordafrika. Bei diesen Reisen richtet er sein Augenmerk zunächst auf das "Lesen" von Orten - der Ausdruck für einen inneren Vorgang, der von vielen Architekten, Philosophen, Geographen und Reisenden metaphernhaft gebraucht wird - um dieses dann fotografisch umzusetzen.
Seine Vorgehensweise ist konzeptionell und das Resultat findet in Büchern Niederschlag. Manchmal in Form von Auszügen aus einem Reisetagebuch, manchmal aus einer Sammlung von Fotografien, dann wieder nach einem vorher festgelegten strikten Plan.
Seine Bücher sind ausnahmslos Unikate. Hubert Schober verfolgt damit konsequent seinen Ansatz, keinen Bearbeitungsschritt aus der Hand zu geben. Vom Drücken des Auslösers über die Auswahl des Trägermediums, dem selbsttätigen Drucken bis zu Buch- und Kassettengestaltung stellen seine handgefertigten Bücher einen Gegenpol zu den heutigen weitestgehend maschinell gefertigten Fotobüchern dar.
Thomas Ruff - Keine Abbilder?
Dienstag, 24.01.2012 20 Uhr

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen
Thomas Ruff, geb. 1958, ist von all den bekannten Becher-Schülern vielleicht der strengste Konzeptionalist. Serie um Serie untersucht er mit den Mitteln der Fotografie die Mittel der Fotografie. Deren Bildsprache und Möglichkeiten, die ihm gerade nicht zur naiven Abbildung von sog. "Wirklichkeit" taugen, sind sein Thema und dabei auch die "Emanzipation" der Fotografie hin zum autonomen Bild.
Filmreihe "Kindheit": Ich habe keine Angst
Dienstag, 07.02.2012 20 Uhr
I, ES, GB 2003, R: Gabriele Salvatores, S: Giuseppe Cristiano (Michele)
Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

Der etwa achtjährige Michele macht in der Nähe eines leeren, baufälligen Hauses inmitten der friedlich wogenden Kornfeldern Süditaliens eine erschreckende Entdeckung: Wer ist der blasse, schwache und abgemagerte Junge, den er zufällig in einem Erdloch entdeckt?
In seiner filmischen Adaption des gleichnamigen Romans von Niccolo Ammaniti findet Salvatores expressive und sensible Bilder sowohl für den kindlichen Schrecken, als auch für die tastende Annäherung zweier Kinder in einer exzeptionellen Situation. Eine äußerst spannende Filmerzählung über den emotionalen Reichtum der kindlichen Psyche.
Werkgespräch: Christoph Korn
Donnerstag, 09.02.2012 20 Uhr
Christoph Korn im Gespräch mit Katharina Mayer

Der Essay beschreibt das Geräusch als ein Unabgeschlossenes und den Klang, als den von dieser puren Potentialität befreiten Teil des Klingenden. Weiterhin entwickelt der Essay ein Drittes Tönendes, das nicht Geräusch ist und nicht Klang, und von dem es heißt:
"Neben dem Klang und dem Geräusch scheint es ein Drittes zu geben, eine Form des Tönenden, das jegliches Entrinnen ausschließt. Hilflos wie ein Kind und namenlos steht dies Tönende sich selbst gegenüber. Da kommt die Sprache helfend zugeeilt und raunt ihm ein Wort zu: Vernichtung."
Christoph Korn wird seinen Essay lesen und dem gesamten Abend ist eine zeitliche Struktur unterlegt, die Phasen der Sprache, Semantik, Information ebenso wie Phasen der Stille und des Schweigens erzeugt.
Das Geräusch ist 2011 erschienen in der onomato imprint Reihe Radix k-buch+edition, in der limitierte Künstlerbücher mit und ohne ISBN verlegt werden.
Werkgespräch: Bea Otto interviewt Julia Kröpelin
Dienstag, 13.03.2012 20 Uhr

Die Arbeiten beschreiben Orte. Sie zeigen sich, indem ich einige ihrer Merkmale / Parameter in der Luft befestige. Sie bilden ein Netz von Einzelheiten, die teilweise aus meiner Beobachtung, teilweise aus der Welt meiner Vorstellung oder aus meinem Verhältnis zur äußeren Welt entstammen. So sind es innere und äußere Orte zu gleich. Ich benutze reale Gegenstände und gleichzeitig ihre Reproduktionen in Form eines Abbildes. Bild und Abbild sind einander ähnlich. Eine gemeinsame Bewegungsrichtung setzt die Segmente in einen annähernd kausalen Zusammenhang, lässt sie für kurze Zeit ein gemeinsames Bild beschreiben.
Filmreihe "Kindheit": Wer früher stirbt ist länger tot
Dienstag, 20.03.2012 20 Uhr
D 2006, R: Marcus H. Rosenmüller, S: Markus Krojer (Sebastian)
Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

Ist es möglich, religiöse Phantasmen – wie die christliche Vorstellung der „Hölle“ eines ist – auf den Kopf zu stellen? Und das mittels der Vorstellungswelt eines 11jährigen Jungen? Der Humor sägt erfolgreich an jedem Dogma.
Marcus H. Rosenmüller spielt freihändig mit den chaotisch-kuriosen und furiosen Folgen aus den Bestrafungsobsessionen seines Protagonisten Sebastian, eines bayrischen Jungen, dem sein Bruder eingeredet hat, die Mutter getötet zu haben.
Rosenmüller verrät dabei mitnichten den Jungen, schon gar nicht seine Ängste und Phantasiewelten, sondern karrikiert mit Witz eine Gesellschaft, die diese imaginären „Ungeheuer“ wenn nicht gebiert, dann aber durch ihre Unbeholfenheit fortsetzt.
Abschlusspräsentation des onomato Stipendiums

Freitag, 23.03.2012 20 Uhr
In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein zehn Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der vier Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir am 23.03.2012 ab 20 Uhr in den Räumen des onomato.
Beteiligte KünstlerInnen und Werke:
- Natascha Borowsky: Not to know but to go on, Video, 2012
Bewegung, die keinem Plan, keinem Ziel, keiner Choreographie folgt, sondern aus der Tiefe des Körpers kommt. Eine Studie. - Thyra Schmidt: Du in meinem Leben oder irgendwo in ..., Video, 2012
20 Bilder über Liebe. - Wilfred H.G. Neuse: face in the crowd, Video, 2012
Wo kommen wir her, wo gehen wir hin. Kurze innere Rückschau. Anhand von historischen und neu erstellten Fotos wird in groben Zügen das eigene Leben rückblickend durchschritten. - Peter Ewig: Ancestral Lines, Video, 2012
In den Videos Ancestral Lines portraitiert Peter Ewig Menschen, die mit den inneren Bildern ihrer Ahnen in Kontakt gehen. Wir sind Teil eines inneren Vorgangs, der sich durch Mimik, Sprache und körperliche Resonanz entäußert und verschließt. - Andrea Isa: Arbeiterdenkmal, Animation, 2012
Eine Scherenschnittanimation, die im Rahmen eines künstlerischen Projektes über die Unimensa Düsseldorf entsteht. Eine humoristische Hommage an die emsige, tapfere und vielsprachige Küchenfrau. - Jessica Prentzel und Jeannette Schnüttgen: wenn und aber - ein Gedankendiktat, Animation, 2012
Eine kurze Vision von Einwänden, Vorbehalten und Zweifeln. - Hyojin Jeong: Ohne Nadel Akupunktur, Animation, 2012
Oft gehen psychische Probleme mit körperlichen Problemen einher. In der Animation mit dem widersprüchlichen Titel 'ohne nadel akupunktur' soll der Geist und die Seele akupunktiert werden, damit der Körper wieder fit wird. - Susanne Troesser: mitohne.de, Website, 2012
partizipatorische Interventionen im öffentlichen Raum - Verena Freyschmidt: fractal structures, Rauminstallation, 2012
Die Arbeit "fractal structures" ist ein Projekt, das die Künstlerin Verena Freyschmidt zusammen mit dem Musiker Axel Ganz realisiert hat. Es geht um eine Licht- und Klanginstallation im Raum, deren Mittelpunkt ein großformatiger Scherenschnitt bildet. - Hans-Jürgen Söffker: 1977, Animation, 2012
Während eines Krankenhausaufenthaltes 1977 beobachtete ich aus dem Fenster die Abbrucharbeiten eines Eckhauses aus der Gründerzeit. Einerseits fand ich dieses Haus sehr schön und zu schade für den Abbruch, auf der anderen Seite war ich aber auch von den Abbrucharbeiten selbst fasziniert. Dabei standen die Abbrucharbeiten mit dem Lärm und Staub im Gegensatz zu der Stille im nahezu sterilen Krankenzimmer.
Werkgespräch: Julia Kröpelin interviewt Bea Otto
Dienstag, 27.03.2012 20 Uhr

Orte entstehen, manche in Auseinandersetzung mit dem vorhandenen Raum, andere aber auch in der Einfachheit brüchiger, vorübergehender Ortsfindungen der Dinge selber, welche ihr Eigenleben führen. Lapidares und präzises Moment zugleich, Brüche, Echos, Kargheit. Immer wieder die Frage nach Durchgang oder Bleibe, nach Verortung, Transformation, Leere und Erinnerung, nach den Möglichkeiten von Kunst.
Lesung und Gespräch mit Georg Klein: "Roman unserer Kindheit"
Moderation: Frauke Tomczak
Montag, 02.04.2012 20 Uhr

Georg Klein liest aus seinem preisgekrönten Buch "Roman unserer Kindheit" (Leipziger Buchpreis 2010). Eingebettet in die Filmreihe "KINDHEIT" befragt Frauke Tomczak Georg Klein nicht nur zu seinem Roman, sondern thematisiert auch den Unterschied der Medien Literatur und Film. Anschließend öffnet sich das Gespräch dem Publikum.
Der onomato künstlerverein bei der Düsseldorfer Nacht der Museen
Samstag, 28.04.2012 19 - 24 Uhr

Passage - Film, Animation, Lesung
Der gemeinnützige onomato künstlerverein ist ein Ort für Gespräche und für Austausch über künstlerische und philosophische Fragen. Die Produktion künstlerischer Werke ist ein wesentlicher Bestandteil. Zur Düsseldorfer Nacht der Museen zeigt der onomato künstlerverein ein Film-, Sound- und Animationsprogramm und eine Lesung.
Ab 19 Uhr: Arbeiten der onomato-Stipendiaten aus den Jahren 2011/12 und Werke von Enis Vardar, Norbert Kraus, Gul Ramani, Thomas Seidel und Katharina Mayer
22 Uhr: Axel Grube liest ausgewählte Texte von Franz Kafka
Filmreihe "Kindheit": Bellissima
Mittwoch, 09.05.2012 20 Uhr

I 1951; R: Luchino Visconti; S: Anna Magnani, Tina Apicella
Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak
Eine Kindheitsgeschichte, eingebettet ins italienische Filmgeschäft – eine Geschichte vom menschenverachtenden Machtkonsortium der Medien. Wenn der Marxist Visconti von der Suche nach einem Kinderstar im italienischen Hollywood Cinecittà der 50iger Jahre erzählt, kann man sich dieser dialektischen Perspektive sicher sein. Mehr noch: sie ist so kunstvoll gestaltet, dass wir nicht nur die wie immer voll Temperament und Expressivität agierende Anna Magnani als ehrgeizige Mutter Schritt für Schritt in die Fallen der Instrumentalisierung tappen sehen, sondern gar das Kind, die 7-jährige Maria, in den Cinecittà-Mühlen aus den Augen verlieren: eine Puppe, gezogen von Fäden eines Geltungsbegehrens, das mit ihr selbst nichts zu tun hat.
Offener KünstlerInnen-Treff für Austausch und Diskurs
Dienstag, 12.06.2012 19 Uhr
Alle Mitglieder und Freunde des onomato künstlervereins sind herzlich eingeladen.
Filmkunstabend: The Five Obstructions
Donnerstag, 21.06.2012 20 Uhr

Lars von Trier fordert in diesem Film aus dem Jahr 2003 seinen ehemaligen Lehrer und Vorbild Jorgen Leth zu einem filmischen Experiment heraus mit von ihm festgelegten Regeln und Einschränkungen (Obstructions).
Ausgangspunkt ist der "Der perfekte Mensch", ein 1967 entstandener Film in 5 Teilen von Leth. In diesem Film gibt es nur einen weißen Raum, in dem ein Mann und eine Frau Tätigkeiten wie rasieren, essen, springen oder fallen ausüben. Der perfekte Mensch wird zerlegt in Körperteile und Tätigkeiten. Das Ganze wird kommentiert mit Fragen an und Beschreibungen von Szenen. Es ist ein Film von kühler formal-rationaler Ästhetik. Dieses Prinzip wird zur erneuten Herausforderung für Leth, weil ihn von Trier durch den Auftrag für weitere Filme durch Auflagen und Beschränkungen zum Scheitern zwingen will.
In Lars von Triers Film geht es um Fragen des Filme-Machens in einem permanenten Wechsel zwischen Spiel und Ernst. Eingrenzende Regeln und drohendes Scheitern sind Ausgangspunkt für eine schöpferische Antwort im kreativ-künstlerischen Befreiungsprozess.
Genügend Material für eine anschließende Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Gestaltungsprozesse, hoffentlich lebhaft und ohne Restriktionen!
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Schule für künstlerische Fotografie Katharina Mayer und Birgitta Thaysen
Yves le monochrome
Dienstag, 26.06.2012 20 Uhr

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen
Yves Klein (1928-1962), bekannt für sein charakteristisches monochromes Blau, das er sich als "International Klein Blue" patentieren ließ, ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Kunst der 50er und beginnenden 60er Jahre. Spartenübergreifend ist er nicht nur Maler und fertigt Objekte, sondern veranstaltet ebenso performancehafte Aufführungen und verkauft "Immaterielle Zonen malerischer Sensibilität". Ist er ein Scharlatan oder Künder einer neuen Welt? In dieser zwiespältigen Resonanz auf sein Werk wird er auch als ein Vorläufer von Joseph Beuys gesehen.
Filmreihe "Kindheit": Der Wolfsjunge
Dienstag, 10.07.2012 20 Uhr

F 1970, R: Francois Truffaut, S: Jean-Pierre Cargol, Francois Truffaut
Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak
Entlang einer wahren Geschichte aus dem 18. Jhd. erzählt Truffaut die wohl extremste Form einer Kindheit: ein völlig allein unter wilden Tieren des Waldes aufgewachsener Junge wird gejagt, gefangen und soll zivilisiert werden. Truffaut selbst spielt seinen Arzt und Erzieher, Dr. Itard.
Das Thema "Wolfskind" wurde im 20. Jhd. mehrfach prominent aufgegriffen und gestaltet, besonders furios im Nachklang der 68iger (Peter Handke, Werner Herzog). Truffaut zeigt in präzisen, kleinen Szenen die gesammelte Mühsal besonders des Sprach-erwerbs, in poetischen, lichten Szenen Momente einer bewegenden Körpersprache dieses Jungen auf dem Weg zu dem, was gesellschaftlich als "menschliches Wesen" gilt – ein hochdramatischer Prozess.
Zehn Jahre nach "Sie küssten und sie schlugen ihn" widmet sich Truffaut erneut dem Thema "Kindheit" - dieses Mal mit anderen, umgekehrten Vorzeichen.
John Smith, Bild Ton
Mittwoch, 18.07.2012 20 Uhr

Vortrag mit Filmbeispielsen von Prof. Jörg Lensing
Der britische Künstler und Filmemacher hat die Filmwelt um ein sehr tiefgehendes Verständnis der Wechselwirkungen von Ton zum Bild und Bild zum Ton bereichert. Seine Tonspuren und Bildmontagen folgen selten der allgemeinen Praxis des "See a dog hear a dog". Normale Synchronität ist der Ausnahmefall oder nur Ausgangspunkt für eine summierende Asynchronität der beiden "Spuren". Diese Arbeitsweise manifestiert sich in international beachteten Kurzfilmen und erweitert das Verständnis einer simultanen semantischen Audio-Vision durch polyphone Sinneseindrücke.
Jörg Lensing ist Gründungsmitglied des Theater der Klänge und Professor für Ton- und Klanggestaltung an der FH Dortmund
Filmreihe "Kindheit": KES
Dienstag, 24.07.2012 20 Uhr

GB 1969, R: Kenneth Loach S: David Bradley, Freddie Fletcher
Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak
Es ist sicher kein Zufall, dass am Beginn des Erfolges des Briten Ken Loach eine eindringliche Geschichte zur Kindheit steht. Kes heißt der Falke, den sich der etwa 12jährige Junge Billy Casper heranzieht. Der schmächtige Underdog, der mit seinem brutalen Bruder Jud und seiner Mutter, die die meiste Zeit auf Arbeit ist, in ärmsten Verhältnissen aufwächst, ist alles andere als auf Rosen gebettet. Sein Falke ist für ihn nicht nur der Inbegriff seiner Aufmerksamkeit und Fürsorge, sondern auch ein Bild für alles, was er selbst nicht ist und nicht sein kann: "frei", stark und wild.
Schon in diesem frühen Film, der Ken Loach bekannt machte, versammelt er all die Charakteristika, die später für den sozialen Realismus des neuen britischen Kinos stehen: die Genauigkeit der alltäglichen Beobachtung verbunden mit der ungeschönten Darstellung der sozialen Verhältnisse seiner Protagonisten, deren Geschichte er immer mit großer Einfühlsamkeit, Anschaulichkeit und Sensibilität erzählt.
Werkgespräch: Joachim Rüsenberg
TONFÄNGER / TAGEBUCH
Freitag, 27.07.2012 20 Uhr

"Mein batteriebetriebenes Tonbandgerät ist ein glänzendes, aber nicht ganz ungefährliches Mittel zur Kontaktaufnahme mit den Naturvölkern - wenn jemand erkrankt, besteht die Gefahr, dass man womöglich mich und den Apparat dafür verantwortlich macht." Jörgen Bitsch, etwa 1958
Filmreihe "Kindheit": Ginostra
Dienstag, 07.08.2012 20 Uhr

F 2002, R: Manuel Pradal; S: Mattia de Martino, Harvey Keitel
Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak
Wieder einmal ist es ein 11jähriger Junge, der nach der Liquidierung seiner gesamten Familie durch die Mafia übrig bleibt.
Doch anders als in Cassavetes "Gloria" ist Ettore zugleich der einzige Zeuge der Bluttat. Und: sein fürsorglicher Schutz durch den FBI-Agenten Matt Benson, hervorragend gespielt von Harvey Keitel, gestaltet sich schwierig. Denn in Ettore schwelt trotz seines kindlichen Alters nicht nur ein tiefer Hass auf den Mörder, sondern auch das obsessive Verlangen nach Rache.
Zusätzlich mehren sich auf der unwirtlichen italienischen Insel, neben der Drohung eines Ausbruchs des ebenfalls schwelenden Vulkans Ginostra, merkwürdige Vorgänge. Sie sind verbunden mit einem ebenso merkwürdigen wie unheimlichen Nonnenkloster. Mit dem Vulkanausbruch steigern sich die Verstrickungen der Handlung zu einem atemlosen Wettlauf um die Zeit.
Freud Ernst nehmen - Methodische Rezeption von Kunstwerken mit dem Balintverfahren
Mittwoch, 15.08.2012 20 Uhr

Michael Balint, (1896-1970), ein englisch-ungarischer Psychoanalytiker hat eine Methode entwickelt, um die Arzt - Patientenbeziehung zu verbessern. In Kliniken und in der Facharztausbildung ist die Balint Arbeit ein fester Bestandteil der Supervision.
Dr. Johannes Döser ist Psychiater, Psychoanalytiker und Balint-Moderator in Essen. Er verdeutlicht in seinem Vortrag, dass das Balint-Verfahren, unter Einbeziehung weiterer psychoanalytischer Modelle (Traumarbeit; W. Morgenthaler, W. Loch) für die methodische Rezeption von Kunstwerken geeignet sein kann.
Der Surrealist Max Ernst hat sich intensiv mit Sigmund Freuds Traumdeutung beschäftigt. Am Beispiel "Die Versuchung des heiligen Antonius" wird der Prozess der psychoanalytischen Rezeption vorgestellt. Das Werk wird aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, reflektiert und gedeutet.
Offener KünstlerInnen-Treff für Austausch und Diskurs
Dienstag, 29.08.2012 19 Uhr
Alle Mitglieder und Freunde des onomato künstlervereins sind herzlich eingeladen.
ANIMATION ANIMA

Der onomato künstlerverein in Kooperation mit der Filmwerkstatt Düsseldorf widmet sich in einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe der Animation und ihrer künstlerischen Ausdruckskraft.
Es finden Vorführungen und Vorträge statt, die versuchen, facettenhaft einen umfassenden Eindruck von Animation als künstlerische Methode und Phänomen zu geben. Der Moment des Leben-Einhauchens, das Beseelende, das Erlangen der Anima als Grundlage der Bewegung und der Aktion ist in der Animation spürbar und zentral. Dieses grundlegende Prinzip bezieht sich nicht nur auf den Film, sondern auch auf die Animation des Schattenspiels, des Puppen- und Marionettentheaters, über die Motion-Stop-Animation bis hin zur Computeranimation, die einen neuen imaginären Raum zur Verfügung stellt.
Mit dem Begriff der Anima eng verbunden sind die Phänomene des Stellvertreters, des Avatars, der Puppe, des Fetischs, des Animismus und letztlich des Todes, des Sterbens in der Kunst.
Von September bis November 2012 finden neben Filmvorführungen monografischen Vorträge zu Pionieren der Animation (Lotte Reiniger, Jan Švankmajer, William Kentridge) statt. Es gibt Vorträge zur Filmtheorie, Werkgespräche mit Künstlern und Vorführungen zur Animation in der zeitgenössischen Kunst (Julia Stoschek Collection). Kuratiert wird die Veranstaltungsreihe von Norbert Kraus, onomato künstlerverein.
Eröffnung Kunstpunkte
Freitag, 24.08.2012 19 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
Ausstellung der Klasse Tal R
Studenten von Tal R stellen in Gallerie und Studio aus.
Heaven and Earth Magic
USA 1962 | 66´ | OF | Regie: Harry Everett Smith
Heaven and Earth Magic von Harry Everett Smith ist eine einstündige Filmcollage aus Abbildungen alter Lexika, in der ein Mädchen nach einer Zahnbehandlung in den Himmel auffährt, nur um am Ende von einem deutschen Orientalisten verspeist zu werden. In allegorischen Bildern und mit teilweise alchemistischer Symbolik werden magische Handlungen vollzogen, die in drei Zyklen eine Art spirituelle Reise ergeben. Harry Everett Smith ist vor allem für seine Anthology of American Folk bekannt, die der studierte Anthropologe 1952 veröffentlichte und damit das Blues & Folk Revival der 50´er und 60´er Jahre entscheidend mit prägte.
Tron
Freitag, 07.09.2012 20:30 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
USA 1982 | 92´ | Regie: Steven Lisberger, mit Jeff Bridges, Bruce Boxleitner, David Warner
Die Geschichte eines Programmierers, der in das Programm eines Computers eindringt und ein übermächtiges elektronisches Ungetüm zur Strecke bringt. Der erste US-Spielfilm, der versucht, eine banal-oberflächliche Computerstory in eine adäquate Bildform zu verpacken: Seine technologiefreudige Handlung führt in das Innere eines gewaltigen Rechners, in dem der Krieg der guten Programme gegen die finsteren Schergen des master control"-Programms (MCP) tobt. Ein grellbuntes Spektakel, das teilweise brillant mit Mitteln der Computeranimation, der herkömmlichen Zeichentricktechnik, eines futuristischen Dekors und verfremdender Lichteffekte operiert.
Drei Animationsfilme – David Lynch
Six Men Getting Sick, The Alphabet, Bug Crawls
Donnerstag, 13.09.2012 20 Uhr
Veranstaltungsort: onomato, Birkenstr. 97
Vortrag von Dr. Frauke Tomczak, Filmwissenschaftlerin, Düsseldorf
David Lynch begann als Maler und Zeichner. Seine frühen Animationsfilme sprechen in ihrer expressiven Dichte, ihrer aggressiven Zuspitzung und ihrer lebhaften Metamorphose eine ganz andere Sprache als die kühl kalkulierte Auflösung der Wirklichkeit seiner nachfolgenden Spielfilme. Hier gibt es bildsprachlich und thematisch etwas zu entdecken, dass Lynch ähnlich in seiner späteren kafkaesken Animation "Bug Crawls" ("Der Käfer krabbelt") 2007 wieder aufgreift.
Jan Švankmajer
Freitag, 14.09.2012 20 Uhr
Veranstaltungsort: onomato, Birkenstr. 97
Vortrag von Arina Uvarova, Filmwissenschaftlerin, Bonn
Das Werk des tschechischen Regisseurs Jan Švankmajer ist eng mit den Ideen der Surrealisten verbunden und lässt solche wiederkehrenden Motive wie Angst, Traum, Kindheit, kultureller Pessimismus, kannibalistischer Prozess des Essens und Zerstörung erkennen. Dabei beruht die Einzigartigkeit seiner Filme nicht nur auf dem Verzicht auf moderne Technologien der Computeranimation, sondern ist auch auf die kunstvolle Kombination unterschiedlicher Elemente und Techniken zurückzuführen, zu denen Realfilm, Puppentrickfilm, Collage, Zeichentrickfilm sowie Lehm- und Objektanimation mit Stop-Motion gehören.
Anschließend:
Otesánek
CZ / UK / J 2000 | 132´ | Regie und Drehbuch: Jan Švankmajer
Ein kinderloses Paar, Karel und Bozena, wünscht sich nichts mehr als Nachwuchs. In seinem Garten findet Karel eine Baumwurzel, die Ähnlichkeiten mit einem Baby aufweist. Er schenkt dieses Stück Holz der verzweifelten Bozena. Es wird lebendig und die Geschichte, die auf einem alten tschechischen Märchen beruht, nimmt ihren Lauf.
Vampyr - Der Traum des Allan Gray
Dienstag, 18.09.2012 21 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
F / D 1932 | 83´ | Regie: Carl Theodor Dreyer, Drehbuch: Christien Jul, Carl Theodor Dreyer
Ein junger Mann, ausgestattet mit seherischen Gaben, gerät ins Reich der Vampire und befreit die Tochter eines Schlossherrn aus der Gewalt des Bösen. Dreyers erster Tonfilm ist ein Klassiker des Horror-Genres und zugleich eines der Meisterwerke des europäischen Vorkriegskinos. Durch die subtile Lichtregie und kaum merkliche Akzentverschiebungen entsteht ein Klima unfassbarer Bedrohung, in dem sich Traum und Wirklichkeit in ständigem Wechsel durchdringen. Auf raffinierte Weise entzieht sich der Film sowohl den expressionistischen Normen des Fantastischen als auch der naturalistisch-künstlichen Darstellung des Grauens. Seine ureigene Fantastik erfordert ein besonderes filmisches Einfühlungsvermögen.
Musik: Hauschka und Stefan Schneider
Live begleitet von Hauschka (präpariertes Klavier) und Stefan Schneider (Elektronik) in Kooperation mit dem Approximation Festival 2012.
Die Tragödie der Belladonna
Freitag, 21.09.2012 20:30 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
J 1973 | 102´ | Regie: Eiichi Yamamoto, Drehbuch: Yoshiyuki Fukuda, Vorlage: Jules Michelet
Am Vorabend der französischen Revolution wird das schöne Bauernmädchen Jeanne von einem tyrannischen Fürsten vergewaltigt. In ihrer leidvollen Qual erscheint Jeanne der Teufel und verwandelt ihre Angst in sexuelle Hingabe, um sie in seinen Bann zu ziehen. Ihre neugewonnene diabolische Macht erzeugt respektvolle Furcht unter den Dorfbewohnern und hat natürlich einen Preis.
Ein Fin de Siècle Märchen, endzeitlich, erotisch und eklektisch, dass in seiner Radikalität und in seiner Formensprache einzigartig ist. Entfesselter Bilderreigen schwelgerischer Sexualität schreibt die Berlinale 1973, ein wenig ratlos und doch beeindruckt.
Filmkunst des Dazwischens – Experimentelle Hybridformen des Animations- und Realfilms
Freitag, 28.09.2012 19:30 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
Vortrag von Franziska Bruckner, Filmwissenschaftlerin,Wien
Hybride des Animations- und Realfilms sind spätestens seit der zunehmenden Verbreitung der Computeranimation eine nicht mehr wegzudenkende Kategorie im Bereich des Mainstreamfilms. Kombinationen dieser beiden Filmgattungen existieren jedoch seit Anbeginn der Filmgeschichte und sind ebenso in Experimentalfilmen ausfindig zu machen. Der Vortrag fokussiert diese künstlerischen Formen des Hybridfilms und versucht anhand von Beispielen unterschiedliche Techniken und Ausformungen dieser so vielseitig ausgeprägten Kategorie aufzuzeigen.
Anschließend:
Die Erfindung des Verderbens
CSSR 1957 | 81´ | Regie: Karel Zeman, Drehbuch: Karel Zeman, Frantisek Hrubin, Musik: Zdenek Liska
Freitag, 28.09.2012 20:30 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
Originelle Verfilmung nach Motiven des gleichnamigen Romans von Jules Verne, die geschickt Trick- und Realszenen miteinander verknüpft. Finster-intelligente Unterhaltung, angereichert mit Witz und Humor.
Lotte Reiniger - Pionierin des Silhouettenfilms
Freitag, 05.10.2012 20:30 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
Vortrag mit Filmbeispielen von Evelyn Arndt, Puppenspielerin und Regisseurin, Düsseldorf
15 Jährig spielt sie für ihre Klassenkameradinnen Szenen in einem kleinen Schattentheater. Später beschäftigt sie sich mit dem Ausschneiden von Scherenschnitten nach charakteristischen Bühnengesten der Schauspieler an Max Reinhardts Deutschem Theater. 1919 im Alter von 20 Jahren stellt Lotte Reiniger ihren ersten Silhouettenfilm her.
Aus dem reichhaltigen Oeuvre werden Filmbeispiele vorgestellt, die einen Überblick über das Leben und die Schaffensperioden dieser herausragenden Künstlerin gegeben.
Gul Ramani: Schattenpuppenspiele
Zwischen 1986-91 experimentierte Gul Ramani mit den Techniken, die Lotte Reiniger in 20-iger Jahren entwickelte. Er wohnte in einem südindischen Dorf mit traditionellen Schattenpuppenspielern zusammen und erarbeitete die Animationen an einem 3 x 4 Meter großen Tricktisch in Düsseldorf.
Hier eine Auswahl von Arbeiten aus dieser Phase: The making of indian shadow puppet animation 1´, Naya Kamasutra 3´, Die Gefangenschaft der jungen Gazelle 5.30´.
Alice im Wunderland
Samstag, 06.10.2012 16 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
USA 1951 | 75´ | Regie: Clyde Geronimi, Hamilton Luske, Wilfred Jackson, Vorlage: Lewis Carroll
Die absonderlichen Abenteuer der kleinen Alice als Zeichentrick-Adaption von Lewis Carrolls Kinderbuch-Klassiker. Kommerziell ein Misserfolg, war der turbulente, tricktechnisch virtuose Film lange Jahre einer der unterschätzten Langfilme des Disney-Studios. Ohne falsche Pietät gab man den ursprünglichen Plan, die Original-Illustrationen des Buches zu animieren, auf und verwirklichte eine originäre Neuschöpfung. Dem chaotischen Nonsense-Humor Carrolls entspricht ein berauschendes Feuerwerk an Farben. Mit Alice taucht man in ein Labyrinth der verrücktesten Erzählungen, immer neue Figuren entspringen dem Einfallsreichtum der Animatoren. Höhepunkte sind die "verrückte Teeparty" und das Ballett der Spielkarten.
Der phantastische Planet - La Planète Sauvage
Freitag, 12.10.2012 20:30 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
F / CSSR 1973 | 72´ | Regie: René Laloux, Drehbuch: Roland Topor, Roman: Stefan Wul
Auf dem Planeten Ygam lebende riesengroße, rotäugige Wesen mit blauer Haut, die das höchstmögliche Niveau in allen Wissenschaften erreicht haben, halten sich Menschen wie Haustiere. Als ein junger Mann das Geheimnis ihres Wissens entdeckt, revoltieren die Menschen und befreien sich von der Unterdrückung. Brillanter Science-Fiction-Zeichentrickfilm mit skurrilen Bildfolgen; eine klar aufgebaute politische Parabel.
Drei Caballeros
Samstag, 13.10.2012 16:00 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
USA 1944 | 70´ | FSK 6 Jahre | Regie: Norman Ferguson, Clyde Geronimi, Jack Kinney, Bill Roberts, Harold Young
Nach Drei Caballeros im Samba-Fieber" der zweite im Regierungsauftrag für die Freundschaft mit Lateinamerika werbende Film, der Zeichentrickfilme mit Realaufnahmen kombiniert. Donald Duck bekommt von seinen Freunden Jose Carioca und Panchito einen Filmprojektor geschenkt, mit dem sie drei Episoden bewundern: "Aves Raras" über Donalds Besuch in den Anden, "Der kaltblütige Pinguin" vom Pol-Bewohner, den es in tropische Gefilde zieht, und "Der fliegende Gauchito" um einen Jungen und seinen fliegenden Esel. Neben den warmen Farben der sympathischen "Gauchito"-Episode, die das Studium mexikanischer Fresken verraten, verdient die Rahmenhandlung Erwähnung: die herausragenden Farb- und Form-Explosionen zum Titelsong mit Samba-Rhythmen bieten ein Wiedersehen mit der "Tonspur" aus "Fantasia".
Herrscher der Zeit - Les maîtres du temps
Freitag, 19.10.2012 20:30 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
F / CH / D / U 1982 | 78´ | Regie: René Laloux, Drehbuch: Jean "Moebius" Giraud
Das als Pointe der Geschichte dienende Zeiträtsel dürfte für kleinere Kinder nur schwer zu lösen sein. Ansonsten ein lebendiger, hervorragend gezeichneter Animationsfilm mit Humor und Einfallsreichtum, voller bizarrer Abenteuer und Szenerien ohne vordergründige Gewalt, der die Zeichenkunst des Comic-Künstlers Moebius gut zur Geltung bringt.
Mein Nachbar Totoro
Samstag, 20.10.2012 16 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
J 1988 | 83´ | Drehbuch und Regie: Hayao Miyazaki, Musik: Joe Hisaishi
Zwei Mädchen ziehen mit ihrem Vater aufs Land, während die Mutter im Krankenhaus ist. Sie machen die Bekanntschaft des großen, gutmütigen katzengesichtigen Waldgeistes Totoro, der sich nur zu erkennen gibt, wenn er es selbst will. Als die kleinere Schwester spurlos verschwindet, macht sich die Ältere mit dem freundlichen Totoro auf die Suche. Ein wunderbar beschwingter Zeichentrickfilm, der seine muntere Geschichte kindgerecht erzählt und auch erwachsene Zuschauer einlädt, an dieser ungebrochenen Lebensfreude teilzuhaben. Auf sehr sympathische Art geht er zu Herzen, wobei er auf Schreckmomente gänzlich verzichtet.
Klanganimation Werkgespäch
Freitag, 26.10.2012 20 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
Klangstücke von Thomas Seidel, Komponist, Köln
La Blanche Biche, Computeranimation, Norbert Kraus, 2010
In der heutigen Klangkunst und elektroakustischen Musik bietet sich die Möglichkeit aufgenommene oder synthetisierte Einzelklänge (samples) zu dynamisieren, etwa durch die Arbeit am Spektrum der Klänge selber, durch quasi-filmische Techniken und Montagen, durch eine Dynamik der Klangräume, die, die Bildgebundenheit der Schallquellen (ein Klavier, ein Motorrad...) vergessen lässt zugunsten einer neuen Klangbildhaftigkeit. - Thomas Seidel
WALL· E - Der Letzte räumt die Erde auf
Samstag, 27.10.2012 16 Uhr
Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47
USA 2008 | 98´ | Regie: Andrew Stanton, Drehbuch: Andrew Stanton, Jim Reardon, Musik: Thomas Newman
Auf der Erde ist seit 700 Jahren alles organische Leben weitgehend erloschen; nur ein beseelter Müllroboter sorgt unverdrossen für Ordnung. Als eine von menschlichen Kolonien entsandte Hightech-Drohne auf der Erde nach Leben suchen soll, glaubt der einsame Arbeiter, dass sich sein Traum von Zweisamkeit doch noch erfüllt. Mit dem Fund pflanzlichen Lebens aber droht die zaghafte Freundschaft der Roboter zu enden. Ein mitreißender, formal wie inhaltlich radikaler Animationsfilm, der in der ersten Hälfte sein bezauberndes audiovisuelles Abenteuer nahezu ohne (menschliche) Dialoge entwirft. In der zweiten Hälfte fokussiert er nicht weniger begeisternd auf Action, Spannung und seine ökologische Botschaft.
Filmreihe "Kindheit": Cinema Paradiso
Dienstag, 20.10.2012 20 Uhr

I/B 1988, R: Giuseppe Tornatore, S: Salvatore Cascio, Philippe Noiret.
Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak
Könnte ein passender Abschluss für die Filmreihe "KINDHEIT" vorstellbar sein als ein Film, der seinerseits von einer Kindheit erzählt, die lebensentscheidend vom Film geprägt wurde?
Zur Beerdigung Alfredos (Phillip Noiret), seines Onkels, Ersatzvaters und Mentors, kehrt der erfolgreiche Filmregisseur Salvatore nach langer Abwesenheit an den Ort seiner Kindheit, ein verschlafenes sizilianisches Städtchen zurück. Im "Cinema Paradiso" hat er als begeisterter Filmvorführer und Helfer Alfredos seine Kindheit und Jugend verbracht. Das Kino wird am Tag nach der Beerdigung abgerissen. Als einzige Reminiszenz an Alfredo, die Kindheit und das Kino zugleich bleibt eine Filmrolle mit all den Kussszenen übrig, die Alfredo auf Veranlassung des ortsansässigen katholischen Priesters aus den vorgeführten Filmen herausschneiden musste.
Julia Stoschek Collection
Montag, 05.11.2012 20 Uhr
Veranstaltungsort: onomato, Birkenstr. 97
Die JULIA STOSCHEK COLLECTION ist eine internationale private Sammlung zeitgenössischer Kunst mit dem Fokus auf zeitbasierten Medien. Die 2007 eröffnete Sammlung beinhaltet schwerpunktmäßig Videoarbeiten, Installationen und Fotografien.
Aus der Sammlung wird eine Werkauswahl von Künstlern vorgestellt, die Animation als Gestaltungsmittel aufzeigen:
- Björk, Wanderlust, 2008
- Paul Chan, Happiness, 2000-2003
- Nathalie Djurberg, It´s the Mother, 2008
- Andro Wekua, Never Sleep with a Strawberry..., 2010
- Tony Oursler, The Weak Bullet, 1980
Kunstfilmtag 2012
DIE SPRACHE IST DAS HAUS IN DEM WIR LEBEN
am Samstag, 10. November von 12:00 - 24.00 findet der Kunstfilmtag 2012 im Theatersaal des Künstlerverein des Malkasten in Düsseldorf, Jacobistr. 6a statt. In dem vielseitigen und spannendes Programm aus internationalen Künsterfilmen unter dem Titel: DIE SPRACHE IST DAS HAUS IN DEM WIR LEBEN befinden Sich auch zwei Beteiligeungen des onomato:
Can you tell me a story
Ein Projekt von Evanna Ratner. Als Gastkünstlerin aus Ein Hod lud Evanna Ratner Düsseldorfer KünstlerInnen ein, ihr eine Geschichte zu erzählen, die mit Fotos und Videoaufnahmen zu kurzen Videos geschnitten wurden. Die im onomato produzierten Arbeiten werden in einem eigenen Programmblock ab 15:10 Uhr gezeigt.
Fama
Joachim Rüsenberg, 07:00, 2012
ab 20:30 im Programmblock: WIDER UND WIEDER SAGEN
In dem Audio-Stück FAMA beziehe ich mich einerseits auf das gleichnamige Bild in Ovid's Metamorphosen und greife andererseits auf eine Reihe von Tonaufnahmen zurück, die ich im Vorfeld meines arte-Films INVENTUR und im Zusammenhang mit der Bewegung "Rettet den Malkasten" (seit Dezember 1991) gemacht habe.
Bindeglied ist das Motto: Sprache sei das Haus, in dem wir leben.
Bei Ovid ist dieses Haus eher eine Ruine, in der alles auf Durchzug (von Stimmen) gestellt ist: "Tausend Zugänge gab sie dem Haus und unzählige Luken, keine der Schwellen schloss sie mit Türen; bei Nacht und bei Tage steht es offen, ist ganz aus klingendem Erz..."
Dem KVM bin ich zunächst begegnet als einem Haus voller ganz unterschiedlicher Interieurs, die in der Umbruchphase alle noch zugänglich waren; und aus gegebenem Anlass wurde sehr viel gesprochen in den Nischen, Säalen, Kabinetten, auf den Treppen, in Küche und Keller.
Auch Fama zog wohl nicht selten durch das Gemäuer. ".. und das Ganze tönt, gibt wieder die Stimmen, und was es hört, wiederholt es. Nirgends ist Ruhe darin und nirgends Schweigen im Hause.."
Werkgespräch mit Ute Hörner und Matthias Antlfinger
Freitag, 16.11.2012 20 Uhr
Veranstaltungsort: onomato, Birkenstr. 97
The Uncanny Valley*
Hörner/Antlfinger nutzen Puppen und Avatare seit langem als Träger von Diskursen über die Beziehungen zwischen Menschen, Tieren und Maschinen, zwischen belebter und unbelebter Materie.
In "Bauer Kyber and the Unity of Oppression" - Hörner/Antlfingers jüngstem Projekt - suchen zwei von Maskierten geführte Hasen nach einem Ausweg aus dem ausbeuterischen Verhältnis zwischen Menschen und nichtmenschlichen Tieren. Das Künstlerpaar wird im Gespräch mit Norbert Kraus aktuelle Arbeiten vorstellen.
*Familiarity increases with human likeness until a point is reached at which subtle differences in appearance and behavior create a sensation of strangeness. The phenomenon was identified as the uncanny valley by Masahiro Mori, 1970.
William Kentridge
Freitag, 23.11.2012 20 Uhr
Veranstaltungsort: onomato, Birkenstr. 97
Vortrag von Jens Stittgen, Düsseldorf
In den achtziger Jahren begann William Kentridge Animationsfilme zu produzieren, in denen er die Geschichte und die sozialen Umstände Südafrikas reflektiert. Er zeichnet jedes Einzelbild seiner Produktionen von Hand mit Kohle oder Pastellfarben. Es entstehen so unzählige Einzelbilder mit minimalen Abweichungen, aus denen sich dann seine bewegten Werke zusammensetzen. 1993 und 2005 nahm er mit Animationsfilmen an der Biennale Venedig, 1997 und 2002 an der Documenta teil. Zur Documenta 13 ist William Kentridge erneut eingeladen und wird die Installation The Refusal of Time vorstellen.
Werkgespräch: Frank Rogge
Freitag, 30.11.2012 20 Uhr
Von der Collage zur Malerei
Frank Rogge formuliert einen malerischen Standpunkt, der weitgehend unabhängig von den künstlerischen Traditionen besteht. Er stellt ein Collageverfahren vor, das er Anfang der achtziger Jahre entwickelt hat und das auf Drachenbaupapier, Buntpapier und Aluminiumfolie basiert.
Erörtert werden Fragen zur Wahl der Themen, des Materials und der Formate der Bilder. Des weiteren beschreibt Rogge seine Entwicklung hin zur Malerei.
PUBLIC READING: From D to L and back again
Montag, 03.12.2012 19:30 Uhr
THE BESTSELLER CREATIVE PLATFORM, das sind Linda und Daniela Dostálková, zwei Schwestern aus der Tschechischen Republik, die verschiedene Designbereiche kreativ und spielerisch miteinander verknüpfen, ohne sich dabei in feste Formate zwängen zu lassen. In ihrer Präsentation stellen sie ihren ganz eigenen Arbeitsprozess vor.
Die 2005 gegründete Agentur The Bestseller Creative Platform betreut zum einen Kunden aus dem Bereich Kultur und Mode und präsentiert zum anderen eigene Designarbeiten bei Wettbewerben und im Rahmen von Ausstellungsprojekten im In- und Ausland. So nahmen sie z. B. kürzlich an der 25. Grafikbiennale in Brno teil und werden im November 2012 beim 5. Europäischen Monat der Fotografie in Berlin vertreten sein.
Der kreative Umgang mit den verschiedenen Projekten sowie die spezifischen Bedürfnisse der Kunden machen eine offene Herangehensweise an jedes Projekt erforderlich. In Form eines interaktiven Dialogs präsentieren beide Schwestern ihre Arbeitsweise und greifen dabei auf Erfahrungen und Beispiele aus ihrem Portfolio zurück. Dabei wird es auch ein "Short Play" geben, in dem Ausschnitte aus den Skype-Gesprächen der Schwestern vorgetragen werden.
Kuratiert wird die Vortragsreihe von Petr Zubek.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum Düsseldorf

Lighter than Orange
Dienstag, 04.12.2012 19:30 Uhr
Dokumentarfilmprojekt 2012/13
Interviews mit vietnamesischen Kriegsveteranen, die an Folgeschäden von Entlaubungsmitteln aus dem Einsatz während des Vietnamkriegs leiden.
In den 60er Jahren werden in Vietnam viele Millionen Liter Herbizide wie
Agent Orange und andere Entlaubungsmittel großflächig mit Flugzeugen und
Helikoptern auf Dschungelgebiete sowie landwirtschaftliche Flächen und die
dort lebenden Menschen gesprüht. Die US-Armee brauchte freie Schussfelder
und wollte den Ho-Chi-Minh-Pfad unterbrechen, auf welchem die
Nordvietnamesen Menschen und Material in in die Kampfgebiete brachten.
Die vietnamesischen Soldaten brachten ihren Frauen vielfach eines aus den Kriegsgebieten mit: eine Veränderung ihres Erbgutes, die zu schlimmsten Erkrankungen von Krebs bis zur Schädigung einzelner Organe und Gliedmaßen, zum Verlust von Stimme und Gehör oder sogar aller Sinne bei den Soldaten und später auch in der zweiten und dritten Generation führt. Nach wie vor erkranken nach über 40 Jahren noch immer Menschen verschiedener Altersstufen schwer oder werden bereits behindert geboren.
In dieser Film-Dokumentation nehmen Schicksale derjenigen einen besonderen
Raum ein, die durch den Einsatz dioxinhaltiger Herbizide schwer geschädigt sind. Der Film soll auch dazu beitragen, eine dauerhafte Unterbringung für zwei der Opfer zu finanzieren, wenn deren Eltern später dazu nicht mehr in
der Lage sind.
Im Anschluss an den Film besteht die Möglichkeit für ein Gespräch mit dem Regisseur Professor Matthias Leupold (Filmemacher und Rektor der BTK - Hochschule für Gestaltung). Zur Frage der Entschädigung der Opfer und der Bestrafung der Verantwortlichen erfolgen seitens der VDJ kurze Erläuterungen.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit:
- Friedensforum Düsseldorf
- DFG-VK (Deutsche Friedensgesellschaft- Vereinigte Kriegsdienstgegner/-innen)
- Flüchtlingsrat Düsseldorf e.V.
- Vereinigung Demokratischer Juristinnen und Juristen (VDJ)
- Freundschaftsgesellschaft Vietnam e.V.
5,- EUR Projektspende erbeten für die dauerhafte Unterbringung zweier im Film vorgestellter Opfer.

Werkgespräch mit Stephen Cone Weeks
Freitag, 07.12.2012 20 Uhr
Veranstaltungsort: onomato, Birkenstr. 97
the curtain of can’t 2007-2009 stop motion animation
the curtain of can’t spielt auf drei Tischdecken. Im Laufe des Films versteht der Zuschauer, dass ein kleiner Vorhang, der sich leicht im Wind bewegt und dabei einen Schatten auf die Tischdecken wirft, zur Trennlinie wird zwischen Nicht-Können und Können, zwischen Leblosem und Lebendigem, mechanischer Lustbefriedigung und einfühlsamer Zärtlichkeit, Offenem und Geheimem. Die Darsteller sind Holzspielzeuge, eine Krippenfigur, Puppenhausmöbel, ein alter Wecker. Der Betrachter wird seiner eigenen Bewusstseins- und Unterbewusstseins-Ebenen gewahr, die durch die Tischdecken vertreten werden, auf denen alles nur zu geschehen scheint, während nichts wirklich geschieht oder alles wirklich geschieht, während nichts zu geschehen scheint, je nachdem, ob wir den Film anschauen oder uns selbst. Das Werkgespräch wird moderiert von Katharina Mayer.
Stephen Cone Weeks, geb.1952 in London.
Kunstsalon Flingern
13.-16.12.2012 + 20.-23.12.2012
ERÖFFNUNG: Donnerstag, 13.12.2012 19.00 Uhr
KUNSTSALON FLINGERN ist ein unabhängiger, temporärer Raum für den Verkauf von Kunstwerken Düsseldorfer Künstler/innen.
Öffnungszeiten: Do. + Fr. 15–20:00 Uhr sowie Sa. + So. 12-18:00 Uhr (und nach Vereinbarung)
Die variierende Ausstellung zeigt einen spannenden Mix quer durch die aktuelle Düsseldorfer Kunstszene und bringt verschiedenste Genres ohne thematische Beschränkungen zusammen:
Fotografie, Malerei, Zeichnung, Grafik, Skulpturen sowie Künstlerbücher, alles als Unikate, Serien oder Editionen.
Zu sehen und kaufen direkt vom Künstler/-in sind Arbeiten u.a. von: Julia Kröpelin / Alke Reeh / Shruti Mahajan / Stefanie Pürschler / Jürgen Jansen / Dmitrij Dihovichnij / Josef Schulz / Katja Stukke / Andreas Holtkemper / Christa von Seckendorff / Alex Weise / Marina Sailer / Hubert Schober / Ted Green / Inken Boje / Sebastian Riemer / Oliver Sieber / Thyra Schmidt / Gesine Kikol / Katharina Mayer / Martina Etienne / Piot Brehmer / Emil Zander / Robert Pufleb / Melanie Stegemann / Stefan à Wengen / Jens Päkel / Robin Merkisch / Hannes Norberg / Oliver Blum / Peter Hytrek / Andreas Wolf / Thomas Herbrich / Penelope / Heike Weber / Nicole Morello / Anna Tatarczyk / Nina Fandler / Myriam Thyes / Michael Oppenhorst / Cristina de Santana / Susanne Troesser / Joerg Kremer / Mechthild Hagemann / Deckkraft / Walter Vogel / In Kooperation mit der FiftyFifty-Galerie: Editionen u.a. von Gerhard Richter / Thomas Ruff / Thomas Struth / Candida Höfer sowie Werke, die von Düsseldorfer Künstlern für die Benefiz-Aktion des Kulturamtes Düsseldorf zugunsten des Künstlerdorfes in Ein Hod / Israel gestiftet wurden.
