2012: bisherige Veranstaltungen

Werkgespräch: Hubert Schober

Donnerstag, 12.01.2012  20 Uhr

Buch © Hubert Schober

Hubert Schober reist viel, in erster Linie nach Asien, in die USA und nach Nordafrika. Bei diesen Reisen richtet er sein Augenmerk zunächst auf das "Lesen" von Orten - der Ausdruck für einen inneren Vorgang, der von vielen Architekten, Philosophen, Geographen und Reisenden metaphernhaft gebraucht wird - um dieses dann fotografisch umzusetzen.

Seine Vorgehensweise ist konzeptionell und das Resultat findet in Büchern Niederschlag. Manchmal in Form von Auszügen aus einem Reisetagebuch, manchmal aus einer Sammlung von Fotografien, dann wieder nach einem vorher festgelegten strikten Plan.

Seine Bücher sind ausnahmslos Unikate. Hubert Schober verfolgt damit konsequent seinen Ansatz, keinen Bearbeitungsschritt aus der Hand zu geben. Vom Drücken des Auslösers über die Auswahl des Trägermediums, dem selbsttätigen Drucken bis zu Buch- und Kassettengestaltung stellen seine handgefertigten Bücher einen Gegenpol zu den heutigen weitestgehend maschinell gefertigten Fotobüchern dar.

Thomas Ruff - Keine Abbilder?

Dienstag, 24.01.2012  20 Uhr

jpeg msh01, 2004 © Thomas Ruff, David Zwirner

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen

Thomas Ruff, geb. 1958, ist von all den bekannten Becher-Schülern vielleicht der strengste Konzeptionalist. Serie um Serie untersucht er mit den Mitteln der Fotografie die Mittel der Fotografie. Deren Bildsprache und Möglichkeiten, die ihm gerade nicht zur naiven Abbildung von sog. "Wirklichkeit" taugen, sind sein Thema und dabei auch die "Emanzipation" der Fotografie hin zum autonomen Bild.

Filmreihe "Kindheit": Ich habe keine Angst

Dienstag, 07.02.2012  20 Uhr

I, ES, GB 2003, R: Gabriele Salvatores, S: Giuseppe Cristiano (Michele)

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

Der etwa achtjährige Michele macht in der Nähe eines leeren, baufälligen Hauses inmitten der friedlich wogenden Kornfeldern Süditaliens eine erschreckende Entdeckung: Wer ist der blasse, schwache und abgemagerte Junge, den er zufällig in einem Erdloch entdeckt?

In seiner filmischen Adaption des gleichnamigen Romans von Niccolo Ammaniti findet Salvatores expressive und sensible Bilder sowohl für den kindlichen Schrecken, als auch für die tastende Annäherung zweier Kinder in einer exzeptionellen Situation. Eine äußerst spannende Filmerzählung über den emotionalen Reichtum der kindlichen Psyche.

Werkgespräch: Christoph Korn

Donnerstag, 09.02.2012  20 Uhr

Christoph Korn im Gespräch mit Katharina Mayer

Der Essay beschreibt das Geräusch als ein Unabgeschlossenes und den Klang, als den von dieser puren Potentialität befreiten Teil des Klingenden. Weiterhin entwickelt der Essay ein Drittes Tönendes, das nicht Geräusch ist und nicht Klang, und von dem es heißt:

"Neben dem Klang und dem Geräusch scheint es ein Drittes zu geben, eine Form des Tönenden, das jegliches Entrinnen ausschließt. Hilflos wie ein Kind und namenlos steht dies Tönende sich selbst gegenüber. Da kommt die Sprache helfend zugeeilt und raunt ihm ein Wort zu: Vernichtung."

Christoph Korn wird seinen Essay lesen und dem gesamten Abend ist eine zeitliche Struktur unterlegt, die Phasen der Sprache, Semantik, Information ebenso wie Phasen der Stille und des Schweigens erzeugt.

Das Geräusch ist 2011 erschienen in der onomato imprint Reihe Radix k-buch+edition, in der limitierte Künstlerbücher mit und ohne ISBN verlegt werden.

Werkgespräch: Bea Otto interviewt Julia Kröpelin

Dienstag, 13.03.2012  20 Uhr

Splasch Detail © Julia Kröpelin

Die Arbeiten beschreiben Orte. Sie zeigen sich, indem ich einige ihrer Merkmale / Parameter in der Luft befestige. Sie bilden ein Netz von Einzelheiten, die teilweise aus meiner Beobachtung, teilweise aus der Welt meiner Vorstellung oder aus meinem Verhältnis zur äußeren Welt entstammen. So sind es innere und äußere Orte zu gleich. Ich benutze reale Gegenstände und gleichzeitig ihre Reproduktionen in Form eines Abbildes. Bild und Abbild sind einander ähnlich. Eine gemeinsame Bewegungsrichtung setzt die Segmente in einen annähernd kausalen Zusammenhang, lässt sie für kurze Zeit ein gemeinsames Bild beschreiben.

Filmreihe "Kindheit": Wer früher stirbt ist länger tot

Dienstag, 20.03.2012  20 Uhr

D 2006, R: Marcus H. Rosenmüller, S: Markus Krojer (Sebastian)

Kuratiert und in Einführungen kommentiert von Frauke Tomczak.

Still: Wer früher stirbt ist länger tot

Ist es möglich, religiöse Phantasmen – wie die christliche Vorstellung der „Hölle“ eines ist – auf den Kopf zu stellen? Und das mittels der Vorstellungswelt eines 11jährigen Jungen? Der Humor sägt erfolgreich an jedem Dogma.

Marcus H. Rosenmüller spielt freihändig mit den chaotisch-kuriosen und furiosen Folgen aus den Bestrafungsobsessionen seines Protagonisten Sebastian, eines bayrischen Jungen, dem sein Bruder eingeredet hat, die Mutter getötet zu haben.

Rosenmüller verrät dabei mitnichten den Jungen, schon gar nicht seine Ängste und Phantasiewelten, sondern karrikiert mit Witz eine Gesellschaft, die diese imaginären „Ungeheuer“ wenn nicht gebiert, dann aber durch ihre Unbeholfenheit fortsetzt.

Abschlusspräsentation des onomato Stipendiums

Freitag, 23.03.2012  20 Uhr
In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein zehn Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der vier Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir am 23.03.2012 ab 20 Uhr in den Räumen des onomato.

Beteiligte KünstlerInnen und Werke:

  • Natascha Borowsky: Not to know but to go on, Video, 2012
  • Bewegung, die keinem Plan, keinem Ziel, keiner Choreographie folgt, sondern aus der Tiefe des Körpers kommt. Eine Studie.

  • Thyra Schmidt: Du in meinem Leben oder irgendwo in ..., Video, 2012
  • 20 Bilder über Liebe.

  • Wilfred H.G. Neuse: face in the crowd, Video, 2012
  • Wo kommen wir her, wo gehen wir hin. Kurze innere Rückschau. Anhand von historischen und neu erstellten Fotos wird in groben Zügen das eigene Leben rückblickend durchschritten.

  • Peter Ewig: Ancestral Lines, Video, 2012
  • In den Videos Ancestral Lines portraitiert Peter Ewig Menschen, die mit den inneren Bildern ihrer Ahnen in Kontakt gehen. Wir sind Teil eines inneren Vorgangs, der sich durch Mimik, Sprache und körperliche Resonanz entäußert und verschließt.

  • Andrea Isa: Arbeiterdenkmal, Animation, 2012
  • Eine Scherenschnittanimation, die im Rahmen eines künstlerischen Projektes über die Unimensa Düsseldorf entsteht. Eine humoristische Hommage an die emsige, tapfere und vielsprachige Küchenfrau.

  • Jessica Prentzel und Jeannette Schnüttgen: wenn und aber - ein Gedankendiktat, Animation, 2012
  • Eine kurze Vision von Einwänden, Vorbehalten und Zweifeln.

  • Hyojin Jeong: Ohne Nadel Akupunktur, Animation, 2012
  • Oft gehen psychische Probleme mit körperlichen Problemen einher. In der Animation mit dem widersprüchlichen Titel 'ohne nadel akupunktur' soll der Geist und die Seele akupunktiert werden, damit der Körper wieder fit wird.

  • Susanne Troesser: mitohne.de, Website, 2012
  • partizipatorische Interventionen im öffentlichen Raum

  • Verena Freyschmidt: fractal structures, Rauminstallation, 2012
  • Die Arbeit "fractal structures" ist ein Projekt, das die Künstlerin Verena Freyschmidt zusammen mit dem Musiker Axel Ganz realisiert hat. Es geht um eine Licht- und Klanginstallation im Raum, deren Mittelpunkt ein großformatiger Scherenschnitt bildet.

  • Hans-Jürgen Söffker: 1977, Animation, 2012
  • Während eines Krankenhausaufenthaltes 1977 beobachtete ich aus dem Fenster die Abbrucharbeiten eines Eckhauses aus der Gründerzeit. Einerseits fand ich dieses Haus sehr schön und zu schade für den Abbruch, auf der anderen Seite war ich aber auch von den Abbrucharbeiten selbst fasziniert. Dabei standen die Abbrucharbeiten mit dem Lärm und Staub im Gegensatz zu der Stille im nahezu sterilen Krankenzimmer.

Werkgespräch: Julia Kröpelin interviewt Bea Otto

Dienstag, 27.03.2012  20 Uhr

ohne Titel © Bea Otto

Orte entstehen, manche in Auseinandersetzung mit dem vorhandenen Raum, andere aber auch in der Einfachheit brüchiger, vorübergehender Ortsfindungen der Dinge selber, welche ihr Eigenleben führen. Lapidares und präzises Moment zugleich, Brüche, Echos, Kargheit. Immer wieder die Frage nach Durchgang oder Bleibe, nach Verortung, Transformation, Leere und Erinnerung, nach den Möglichkeiten von Kunst.

Lesung und Gespräch mit Georg Klein: "Roman unserer Kindheit"

Moderation: Frauke Tomczak

Montag, 02.04.2012  20 Uhr

georgklein

Georg Klein liest aus seinem preisgekrönten Buch "Roman unserer Kindheit" (Leipziger Buchpreis 2010). Eingebettet in die Filmreihe "KINDHEIT" befragt Frauke Tomczak Georg Klein nicht nur zu seinem Roman, sondern thematisiert auch den Unterschied der Medien Literatur und Film. Anschließend öffnet sich das Gespräch dem Publikum.

Der onomato künstlerverein bei der Düsseldorfer Nacht der Mussen

Samstag, 28.04.2012  19 - 24 Uhr

nacht_der_museen

Passage - Film, Animation, Lesung

Der gemeinnützige onomato künstlerverein ist ein Ort für Gespräche und für Austausch über künstlerische und philosophische Fragen. Die Produktion künstlerischer Werke ist ein wesentlicher Bestandteil. Zur Düsseldorfer Nacht der Museen zeigt der onomato künstlerverein ein Film-, Sound- und Animationsprogramm und eine Lesung.

Ab 19 Uhr: Arbeiten der onomato-Stipendiaten aus den Jahren 2011/12 und Werke von Enis Vardar, Norbert Kraus, Gul Ramani, Thomas Seidel und Katharina Mayer

22 Uhr: Axel Grube liest ausgewählte Texte von Franz Kafka