2018: Veranstaltungen des onomato künstlervereins

Sofern nicht anders vermerkt, finden alle Veranstaltungen in den Vereinsräumen an der Birken­straße 97 in Düsseldorf-Flingern statt.
 

onomato - ausstellung

Maryam Iranpanah

Augenblicke

12.01. - 21.01.2018
Eröffnung mit Werkgespräch am 12.01.2018

Maryam Iranpanah wurde 1979 in Teheran geboren. Sie studierte Fotografie und Design von 2000-2004 an der Azad Universität in Teheran. Von 2008 – 2011 studierte sie Malerei und Installation an der HBK Saar in Saarbrücken. Diplom bei Prof. Gabriele Langendorf und Prof. Daniel Hausig.

Als Grenzgängerin zwischen den Kulturen des Ostens und des Westens stellt sie den medialen Abbildern und Clichés von mehr oder weniger bekannten Personen des öffentlichen Lebens und aus ihrem privaten Umfeld ihre ganz eigenen frischen Interpretationen, mal melancholisch und manchmal auch humorvoll – immer aber voller Betroffenheit, gegenüber. Unverkennbar macht sie sich das Erscheinungsbild ihrer Mitmenschen mit ihrer poetisch-malerischen Handschrift, ihrem Duktus und ihrer Farbsymbolik persönlich zu Eigen. In der Begegnung mit den von ihr gemalten Menschen entstehen Augenblicke, die ihre ganz eigene Weltsicht kommentieren und bezeugen.

www.maryamiranpanah.com

Freitag, 12.01.  19 Uhr: Eröffnung und Werkgespräch,
Kuratierung: Terry Buchholz

Öffnungszeiten: Sa. und So. 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

onomato - literatur

Poetische Begegnungen

Anna Real trifft Christoph Wenzel

Mittwoch, 31.01.2018  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Anna Real, Jahrgang 1949, viele Jahre lang Leiterin der Literaturwerkstatt in Essen, hat das eigene lyrische Schreiben vergleichsweise spät entdeckt. Umso erstaunlicher ist die Sicherheit ihres lyrischen Tons, der feste Stand ihrer Bilder, der gleichwohl mitten in einem angedeuteten erzählenden Rahmen überraschende Spielräume öffnen kann quer durch die Zeiten ebenso wie vom Außenbild zur inneren Bewegung, um wiederum ein neues Bild zu entwerfen. Gemälde wie die von Caspar David Friedrich, Kindheitserinnerungen, fremde Städte und Orte, ungewöhnliche Begegnungen können Auslöser dieser Bilder sein.

Christoph Wenzel, 1978 geboren in Hamm und seit geraumer Zeit in Aachen, ist längst nicht mehr nur im Rheinland und im Ruhrgebiet kein Unbekannter mehr, hier aber aus guten Gründen: besonders in seinen poetischen Piktrogrammen aus dem Ruhrgebiet – im Lyrikband „weg vom fenster“, 2012 – hat er es verstanden, die spezifische Atmosphäre des Ruhrpotts aus gewesener Industrielandschaft, Bergbau und Alltag zu treffen, indem er die Stereotype über ihn schräg stellt und verrückt, um sie in lakonische Momentaufnahmen zu stanzen. Sie bleiben auch deshalb lebhaft in Erinnerung, weil Wenzel die typischen Sprachidiome der Region gegen den Strich bewegt und überraschend, witzig, immer aber erhellend neu auflädt. Andere poetische Verfahren kommen wiederum in seinem jüngsten Band „lidschluss“, Wien 2015 zum Zuge.

Die Begegnung einer Poetin aus Essen mit einem Poeten aus Aachen, beide also aus der Region, verspricht für das Publikum eine Begegnung mit Bildwelten, die gerade in ihrer umrissenen Verortung diese Orte weit übersteigen.

„(…) unvollständig ist der lidschluss der vorhänge: zwischen den hirnhälften balanciert der halbmond auf dem balken, eine lichtschranke,
Christoph Wenzel aus "sleep.exe, II"

Kein Stillleben wird uns gerecht. Wir fürchten den Schnappschuss. Zwischen Blitz und Blitz verwischen wir Spuren.
Anna Real aus "Stille Post. Caspar David Friedrich im Museum Folkwang"

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

onomato - literatur

Poetische Begegnungen

Sylvia Geist trifft Farhad Showghi

Mittwoch, 14.02.2018  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Sylvia Geist, 1963 in Berlin geboren, wählte schon für ihr Studium der Chemie, Germanistik und Kunstgeschichte die ungewöhnliche Kombination von Natur- und Geisteswissenschaften. In ihrer Lyrik erweist sie sich als wandlungsreiche Zauberin eigenwillig fremder Welten, die auch wenn sie wieder erkennbar und vertraut beginnen, in bizarre, teils auch beunruhigende, immer aber magisch verwandelte Gegenden aufbrechen in einer Sprache, die oft nur durch geringe Verrückungen größtmögliche Irritationen bewirkt. In ihrer Poesie gibt es die „Schlangensilbe“, „das Zwielicht in den Wörtern“ und „Göttergehminuten“.

Farhad Showghi, 1961 in Prag geboren, in der BRD und im Iran aufgewachsen, arbeitet seit 1989 als Psychotherapeut, Autor und Übersetzer in Hamburg. Seine verdichteten Texte, die meist als poetische Prosa verfasst sind, tasten den menschlichen Körper ab, greifen kleine Bewegungen der Füße, der Hände, der Fingerspitzen auf, probieren Gesichter und Mienen aus und frappieren immer wieder mit noch nie gehörten Wortkombinationen: wie stellen wir uns ein „Picknick mit der Schulter“ vor? was ist ein „Packwunder“? und wie „zerbricht“ man „einige Farben in die Helligkeit“?

Dieser Lyrikabend verspricht mit zwei exzentrischen Wortspielern, deren Lyrik uns doch so nah, ja geradezu auf den Leib rückt, eine poetische Begegnung voller überraschender Bewegungen, emotionaler Intensitäten und plötzlich geöffneter neuer Räume. Durch die Verleihung des renommierten Peter Huchel Preises an Farhad Showghi vor wenigen Tagen erfährt er eine zusätzliche Nobilitierung.

(…) das Gelichter jagte einem unter die Lider weiße kreisende Stunden klänge nach etwas, das uns nicht erreichte
Sylvia Geist aus "Jerichokaleidoskop"

(…) Ein Fingerbreit Licht für eine ganze Handels- karawane. Das sage ich langsam und zertrete kein Glas.
Farhad Showghi aus "Das Zimmer 5"

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf