Veranstaltungskalender

Sofern nicht anders vermerkt, finden alle Veranstaltungen in den Vereinsräumen an der Birken­straße 97 in Düsseldorf-Flingern statt.
 

Regina Ray

Das Mottenprinzip

Dienstag, 24.05.2016  20 Uhr

Die Düsseldorfer Schriftstellerin Regina Ray wird aus ihrem vor kurzem erschienenen Roman „Das Mottenprinzip“ lesen. Die Handlung spielt überwiegend in Indien, ein Road-Movie der besonderen Art und für die Hauptfigur eine Zeit der Entscheidungsfindung zwischen zwei Männern, einem Schweizer Künstler und einem indischen Intellektuellen mit vielen Gesichtern. Außerdem zeigt der Roman ein abgelegenes und durch Rebellen und Regierung verunsichertes Stammesgebiet, deren Bewohner ein besonderes gesellschaftliches Modell leben; Jugendliche üben Selbstständigkeit, Verantwortung und freie Liebe in ihren traditionellen Jugendhäusern.

onomato - das fenster

Laura J. Padgett
Confined Space

Ausstellung & Präsentation der Publikation
10.06. - 19.06.2016, Eröffnung am 10.06.2016

Galerie Rautenstrauch zu Gast im onomato künstlerverein: Die Ausstellung Confined Space der Fotografin und Filmemacherin Laura J. Padgett zeigt ausgewählte Fotografien, die in einem Zeitraum von vier Jahren während mehrerer Reisen durch den Libanon entstanden sind, beginnend im Jahr 2011. Im Rahmen dieser Ausstellung präsentieren die Galerie Rautenstrauch und Frau Anke Ehle-Barthel erstmals das Fotobuch Confined Space, das im Bücher & Hefte Verlag, Leipzig, im Mai 2016 erscheint.

Als Fotografin fühle ich mich verpflichtet, Bilder zu machen, die mehr sagen als das Offensichtliche, die Subtilitäten über den ersten Eindruck hinaus aufgreifen. Ich bin empfänglich für Sachverhalte hinter der Oberfläche. Diese Dinge lassen sich nicht immer in Worte fassen und können sicher auch nicht durch uninformierte Bilder ausgedrückt werden.
(Laura J. Padgett)

Fr. 10.06.  18:30 Uhr: Eröffnung
Einführung: Anja K. Rautenstrauch und Anke Ehle-Barthel,
die Künstlerin ist anwesend

Öffnungszeiten: Sa. und So. 11-18 Uhr, Di. bis Fr. 14 bis 19Uhr
und jederzeit nach Vereinbarung: info@galerie-rautenstrauch.de
 

Logo: Galerie RautenstrauchIn Zusammenarbeit mit Galerie Rautenstrauch

Francesco Clemente

Vortrag von Jens Stittgen

Dienstag, 21.06.2016  20 Uhr

Geb. 1952, italienischer Maler, der Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre zu den Protagonisten der „Transavantguardia“ gehörte, indem er eine nach Jahrzehnten der Abstraktion ganz neue Gegenständlichkeit formulierte, die oft rätselvoll und symbolträchtig betont inhaltlich aufritt, in visuell prägnanter und farbig ungewohnter Form.

 

Die Leidenschaft der Unschuldigen –
Liebe und Begehren in der Kindheit

Buchpräsentation und Lesung der Autorin Ulrike Heider

Dienstag, 28.06.2016  20 Uhr

Im Oktober letzten Jahres war Ulrike Heider schon einmal zu Gast im onomato. Ihre später von Micha Brumlik und Helmut Dahmer hoch gerühmte Studie zur wechselnden Geschichte der Sexualität seit 45, überschrieben mit dem Graffiti „Vögeln ist schön“, findet nun eine ebenso interessante und spannende Fortsetzung: aus einem weit größeren Materialvolumen hat Haider 13 Interviews ausgewählt, in denen meist ältere Menschen sich an ihre „Erste Liebe“ in der Kindheit, will sagen vor dem 13. Lebensjahr erinnern.

Entstanden ist ein facettenreiches, vielfarbiges Mosaik zur kindlichen Liebe und zum kindlichen Begehren: „Da sind märchenhaft unschuldige Kinder, rührend romantische, neugierig sexuell experimentierende und frühreif verdorbene.“ so Ulrike Heider in ihrem Vorwort. Alle Erinnerungen aber zeugen von der Wahrheit der Freudschen Erkenntnis, dass das Kind „ein bis auf die Fortpflanzungsfähigkeit fertiges Liebeswesen“ ist.

kuratiert von Dr. Frauke Tomczak

onomato - das fenster

Trainingslager

Exerzierplatz für künstlerische und kuratorische Praxis

Trainingslager ist eine neue Reihe im onomato künstlerverein in Kooperation mit dem Institut für Kunstgeschichte (Schwerpunkt Kunstvermittlung in Museum und Kunsthandel) der Heinrich-Heine-Universität.

Hinter der Idee von Trainingslager steht eine doppelte Absicht. Einerseits sollen junge Künstler die Chance auf einer Gruppenausstellung in einem bekannten Düsseldorfer Ausstellungsraum bekommen und dadurch ihre Arbeit in der Öffentlichkeit präsentieren können. Anderseits sollen angehende Kunsthistoriker, bzw. Kunstvermittler sich mit der Praxis der Ausstellungskonzeption und –organisation auseinandersetzen.

Für beide Gruppen von Studierenden erweist sich Trainingslager als eine Gelegenheit, sich mit der Realität ihrer künftigen beruflichen Praxis zu beschäftigen und alle Bereiche und Probleme einer Ausstellung „im Kleinen“ zu erfahren.

Für die erste Ausstellung der Reihe präsentieren Gladys Espejo und Victoria Tarak vier junge Künstler aus dem Kunstakademie-Umfeld.

Konzept und Begleitung der Reihe: Dr. Emmanuel Mir in Zusammenarbeit mit Enis Vardar

 


 

onomato - das fenster

open matter

Nina Nowak, Ruben Smulczynski, Katja Tönnissen, Lisa Julie Rüpling

01.07. - 10.07.2016
Eröffnung am 01.07.2016

Mit den skulpturalen Arbeiten der vier teilnehmenden Künstler Nina Nowak, Ruben Smulczynski, Katja Tönnissen und Lisa Julie Rüpling möchte die Ausstellung open matter von einer Textur des Auftauchens erzählen: wie materialisiert sich unser Ich? Welche Rolle spielen die Anderen dabei?

Mit unterschiedlichen Materialien wie Holz, Objekten des Alltags, Keramik, Metall und Farbe widmen sich die Künstler Fragen nach dem Wechselverhältnis von Sein und Materie und der Konstituierung des Selbst. Dabei treffen, unter anderem, eine Holzkommode mit integrierter Halsprothese auf eine formreduzierte Wandarbeit im Geiste des Minimalismus.

Ausgehend von Alltagsgegenständen erforscht Nina Nowak, Kunstgenerator Stipendiatin 2015, in ihren Objekten und Installationen, welche Beziehung wir zu den Dingen aufnehmen und wie wir uns gegenseitig beeinflussen. In Ruben Smulczynskis Videoinstallation hingegen wird der Körper selbst zur gestaltbaren Oberfläche. Der Meisterschüler von Katharina Grosse stellt in seiner Arbeit eine Reflexion über Mündigkeit und Bestimmtheit her. Keramik und Malerei geraten bei Katja Tönnissen in eine Symbiose. Die Arbeiten der Künstlerin, die im letzten Jahr das Bronner Residency Stipendium gewann, wirken wie Subjekte, die wiederum uns Subjekten auf die Schliche kommen wollen.

Einen Gegenpol zu den anderen Arbeiten der Ausstellung bildet die Position Lisa Julie Rüplings. Die Künstlerin (Klasse Martin Gostner, Kunstakademie Düsseldorf), die sich verschiedener Medien bedient, zeichnet sich durch eine schlichte, ungegenständliche Formsprache aus und untersucht die strukturellen und räumlichen Bedingungen von Objekten.

Dass wir als Subjekte nicht nur Macher, sondern – durch die Beziehung und Relationen in denen wir stehen – wesentlich auch Gemachte sind, das ist ein großer blinder Fleck in der Tradition der Moderne.
Jenseits der Wiederkehr des Verdrängten, Anselm Franke

Offene Materie. Oder doch uneindeutige Angelegenheit? Der Titel der Ausstellung - open matter - verweist auf einen offenen Prozess, der keiner Abgeschlossenheit unterliegt. Indem matter sowohl für Materie und Substanz als auch beispielsweise für Anliegen steht, entzieht es sich in Verbindung mit open einer eindeutigen Les- und Interpretationsvariante.

Genau diese Vagheit - der blinde Fleck - wird in der Ausstellung zum Thema, leitet zu einer Hinterfragung des strengen Entweder-Oder-Regimes an und bietet Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit dem schwer zu fassenden Moment der Subjekt-Objekt-Aufspaltung. Denn: Wo genau beginnt in der Kunst eigentlich Außen, wo hört Innen auf? Und ist Kunst ohne Zweifel immer ein Objekt des betrachtenden Subjekts oder kann eine künstlerische Arbeit nicht sogar beides zur selben Zeit sein, Objekt und Subjekt?

Mit den ausgestellten Arbeiten möchte open matter eine symbiotische Betrachtungsweise von uns und den Dingen eröffnen, von der Beschaffenheit des Materials und der Behauptung einer Realität, in der Denken und Materie in ein Verhältnis der Wechselwirkung mit den Einflüssen der Wirklichkeit treten. Die vermeintlichen Gegensätze von Innen und Außen, Psyche und Welt, menschlicher Kultur und materieller Natur und sollen im Rahmen der Ausstellung im Experiment aufgehoben werden.

Diese Ausstellung wird kuratiert von Gladys Espejo und Victoria Tarak

Fr. 01.07.  19 Uhr: Eröffnung
Einführung: Gladys Espejo, Victoria Tarak und Emmanuel Mir

So. 10.07.  17 Uhr: Artist Talk und Finissage

Öffnungszeiten: Mo.-Fr. und Sa. 17-20 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

Logo: Kulturamt Düsseldorf Eine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Misch Da Leiden

Künstlergespräch

Donnerstag, 14.07.2016  20 Uhr

Misch Da Leiden (MDL) stellt seine Arbeitsweise vor und zur Diskussion: Montage als Annäherung an die Realitäten. Was ist das Besondere an Misch Da Leidens Art der Montage?

Als gebürtiger Luxemburger ist für Misch Da Leiden Mehrsprachigkeit einerseits gelebte Herausforderung, andererseits gelebte Realität!

 

"Ich will die Brüchigkeit dieser Welt abbilden in dem das Bild Brüche zeigt, inszeniert, aber nicht real brüchig ist. Das Bild muss natürlich als Ganzes funktionieren: Ich will keine realen Brüche, sondern dargestellte Brüche."

Dieses arbeiten im Steinbruch der Bilderzeichen zeigt der Film "Fensterputzer" über MDL von Rolf Neddermann.

www.mischdaleiden.de

Marlene Dumas

Vortrag von Jens Stittgen

Donnerstag, 04.08.2016  20 Uhr

(*1953) südafrikanische Malerin, die inzwischen in Amsterdam lebt, die, auf photographische Vorlagen gestützt, in ihren Bildern vorzugsweise Menschen zeigt und damit ein von moderner Skepsis geprägtes Menschenbild entwirft. Apartheid wird allerdings nicht zu ihrem Hauptthema, trotzdem kommen der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß zur Darstellung und darüber hinaus auch politische Themen generell.

 

lauter keine schreien niemand
lauter keine schreien lauter

Tilo Riedel

Dienstag, 23.08.2016  20 Uhr

tilo riedel (geb. 1960 in frankfurt/main), textsachen, lesung.

flieg traurige taube tontaube eirigen kurzen flug
ein unerhörter stürzt hör hört ihr keiner
geschossen montags zerborsten bedingungen lose verzettelt raum
irrtum kein möglich mussu irrtum jaha bojen heult siddharta cottages

 

onomato - das fenster

Schwerkraft der leichten Materialien
kunstpunkt 156

02.09. - 11.09.2016
Eröffnung am kunstpunkte-off-raum-abend: 02.09.2016

Alles mit Masse übt eine Schwerkraft auf alles andere mit Masse aus. Das gilt nicht nur für Himmelskörper. Künstlerinnen und Künstler zeigen in ihren Arbeiten unter anderem die materialeigene Ästhetik und setzen sich thematisch mit den sozialen Gegebenheiten – aktuell oder historisch – die weltweit in der Textil- und Papierindustrie herrsch(t)en, auseinander.

 

Mit Arbeiten von: Mirela Anura, Andrea Dietrich, Daniela Flöhrsheim, Bernard Langerock, Elisabeth Luchesi, Andrea Mohr, Nicole Morello, Bertolt Mohr, Ulrike Zilly

Fr. 02.09.  19 Uhr: Eröffnung

Öffnungszeiten: Sa. und So. 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

Logo: Kulturamt Düsseldorf Eine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

onomato - das fenster

silent doings

Anne Müller

16.09. -25.09.2016
Eröffnung am 16.09.2016

Polaroid/Schreibmaschine, Video/Installation
Anne Müller, 1978 in Berlin geboren, arbeitet als bildende und darstellende Künstlerin, in engem Austausch mit ihren interkulturellen Kunst,-Kultur und Bildungsprojekten weltweit. Ihr internationales Kunstakademieprojekt “IAM international art moves” führt sie u.a. an die Akademien nach Hong Kong, Zagreb, Wroclaw, Beirut, Brunei Darussalam, Granada und Zypern.

- Und dann fühle ich mich beobachtet, meine Geschichte eingesammelt, den anderen Kaffeefilter runtergelaufen, sanft verrückt. Das stille Tun. Bild und Sprache entstehen unabhängig, unkommentiert. Und dann zueinander. Gleich auf, in Spannung. -

Auswahl Ausstellungen, Performances, Konzerte (Auswahl):

  • 2007-2013 duo “avocado”, Konzerte national, international
  • 2009 “OSTRALE - Festival for Contemporary Arts” Dresden, Soundinstallation
  • 2010 Gründung des Perfromanceprojektes “sonne_bad” / “OSTRALE - Festival for Contemporary Arts” Dresden, sonne_bad Performance + Soundinstallation / “Alter Schlachthof” Eupen, Belgien, sonne_bad Performance
  • 2011 “Bonner Kunstverein” Bonn, sonne_bad Performance / “OSTRALE - Festival for Contemporary Arts” Dresden, sonne_bad Performance / Goethe Institut Lettland, Konzerttour “avocado”
  • 2012 Goethe Institut Brasilien, Konzerttour “avocado”
  • 2012/2013 bundesweit sonne_bad Performances an “echten Orten”, Anwaltskanziel, Wurstküche, Klimakonzerenz Hamburg, Schulen
  • 2015 "Künstlerverein Malkasten" Düsseldorf, sonne_bad Performance / “Kunstquartier Bethanien” Berlin “silent doings” / “OSTRALE - Festival for Contemporary Arts” Dresden, Malerei / “galerie vorn und oben” Eupen, Belgien “silent doings” / “St. Michael Kirche” Köln, sonne_bad Performance
  • 2016 “Kunstraum Göbel” Bonn “silent doings”+Malerei / “Brauerei Wroclaw“ Polen, im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt “Modern Trust” Video-Rauminstallation+Performance / “Kunstwechsel” Siegen “silent doings”+Performance / Artist in Residence “Fondazzjoni Kreattività - Gozo Contemporary” Malta

http://www.weithorn-galerie.de
 

16.09.  19 Uhr  Eröffnung
Einführung: Henrietta Weithorn, Galeristin und Kuratorin,
die Künstlerin ist anwesend

Öffnungszeiten: Di-Fr 14-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr
und nach Vereinbarung unter: 0172 2978969 oder info@weithorn-galerie.de
 

Logo: Galerie WeithornEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit der Galerie Weithorn

Hören, was man nicht sieht. Sehen, was man nicht hört

Michael Rüsenberg und Peter Hölscher

Dienstag, 13.09.2016  20 Uhr

Michael Rüsenberg (Ton) und Peter Hölscher (Bild) zeigen drei ihrer „Videos“. Der Begriff steht in Anführungszeichen, weil es sich bei ihren Arbeiten zwar um bewegte Bilder, nicht aber um solche mit 24 oder mehr frames pro Sekunde handelt.

Hölscher legt Fotos übereinander, bis zu sechs zur gleichen Zeit, die motivisch ineinander zu fließen scheinen. Sie zeichnen sich durch eine spezifische Ästhetik aus, die einer partiellen Unschärfe. Hölscher verfremdet „on the spot“, im Moment des Aufnehmens selbst, seine Nachbearbeitung besteht nur noch aus Montage.

Rüsenberg geht den umgekehrten Weg, seine Klangbilder, seine Klangspuren sind hochgradig Produkte der Nachbearbeitung, der elektro-akustischen Transformation. In „Lohberg“ teilen beide nicht einmal mehr das Sujet: die Bilder stammen aus einer Industriebrache in Dinslaken-Lohberg (daher der Untertitel „The Beauty of Devastation“), die Klänge kommen aus der Werft in Danzig.

Dieses Auseinanderdriften der Medien ist Programm, bei Hölscher und Rüsenberg illustriert der Ton nicht das Bild, das Bild nicht den Ton, beide führen ein Eigenleben. Erst in der Rezeption, im Kopf der Zuschauer/Zuhörer verschmelzen sie, werden aufeinander bezogen, ja werden zu einer Einheit - die ein jeder anders erlebt. In „Reuschenberger“ teilen beide Künstler Ort & Zeit der Aufnahme, nämlich die gleichnamige Wassermühle in Leverkusen, in „Lohberg“ driften Ort & Zeit auseinander, ebenso in „...“ the cragged version 3.5.

Das Partizip im Titel ist ein Kunstwort, entwickelt aus dem Namen des englischen Bildhauers Tony Cragg, dessen Skulpturenpark in Wuppertal Aufnahmeort für beide Künstler war. Während Hölschers Kamera dort verweilt, ist Rüsenbergs Klangspur überwiegend dort entstanden, wo die klanglosen Kunstwerke in einem Prozess von industrieller Lautstärke entstehen: in der Werkstatt von Cragg in Wuppertal, wo bis zu 15 Bildhauer seine Entwürfe umsetzen, sowie in einer Düsseldorfer Gießerei.

Cindy Sherman

Vortrag von Jens Stittgen

Donnerstag, 29.09.2016  20 Uhr

(*1954) amerikanische Künstlerin, die die Photographie benutzt, um die Ergebnisse ihrer mit Schminke und Kostümierung durchgeführten Verwandlung in zahllose verschieden Typen von Weiblichkeit unserer Zeit (zum Teil tritt sie auch in männlicher Rolle auf) ins Bild zu setzen. So entstehen Photoserien, die Identität, Rollenbilder, Körperlichkeit und Sexualität befragen.

 

nichtwissen

ein symposium

Mit der immensen Zunahme des positiven Wissens in der präzisen Welt – sowie der immer dichteren Umstellung mit Dingen in einer immer kürzer getakteten Zeit ist die Wahrnehmung eines nichtwissen in den Hintergrund geraten. Eine Orientierung zum Unfassbaren ist gleichsam kaum mehr »in Gebrauch«.

Gerade im Nicht-Wissen aber schien doch Erfahrung und »Erlebnis« möglich. Im Gewahr werden der Grenze lag immer zugleich auch der Beweggrund zur Korrespondenz. Ja – das paradoxale Komplement von Leere und Fülle, von Stille und Wahrnehmung, Nichtwissen und Gewissheit schien lange Zeit die schönste Quelle von Sprache, Kunst und den narrativen Traditionen.

Mit dem Symposium möchten wir - mit Vorträgen, Konzerten, Performances und Ausstellungen - unsere Aufmerksamkeit auf die Fragen um das Nichtwissen richten, seinen Formen nachgehen und auch die politischen und sozialen Implikationen der Moderne mit seiner Vorstellung einer grenzenlosen Erfassung befragen.

initiiert von Axel Grube, Christoph Korn, Katharina Mayer

Vortrag und Konzert

Dienstag, 11.10.  19:00 Uhr

Axel Grube: Eros der Grenze oder Die süsse Angst. Zum Verhältnis von Gewissheit und Nichtwissen

Das paradoxe Komplement von Stille und Wahrnehmung, von Leere und Fülle, Nichtwissen und Gewissheit schien lange Zeit die schönste Quelle der Künste.

„Unsere Kunst ist ein von der Wahrheit geblendet sein; das Licht auf dem zurückweichenden Fratzengesicht ist wahr, sonst nichts.“

So Kafkas Umschreibung der komischen Figur, die wir im Übergang von Wahrnehmung und Nichtwissen wohl unweigerlich machen müssen.

Axel Grube stellt einige Momente der immer wiederkehrenden Intuition und Kultur des ›nichtwissens« dar; kommt aber vor allen Dingen dabei auch – über die etwas verborgene Philosophie und Methodik Kafkas – auf tiefgreifende ethische Motive zu sprechen.
 

Marcus Kaiser, Konzert: An einem Ort – an einem anderen Ort
Marcus Kaiser: Cello und Zuspielband

das stück "an einem ort - an einem anderen ort" wurde im jahr 2000 in  köln begonnen. es transportiert mit seinem ihm eigenen verfahren klänge und räume mit ihrer jeweils eigenen akustik von ort zu ort, wobei jeder raum als filter das material weiter verändert, in gewisser weise auswäscht, errodiert.

jede aufführung besteht pro ort aus zwei teilen von je 25 minuten,  durch eine pause getrennt. ein instrumentalist spielt wenige, recht  unterschiedliche klänge (von kurzen, trockenen und eher lauten tönen  bis zu einem sehr leisen und sehr langen klang pro teil).

jeder teil wird aufgenommen und beim nächsten teil wird die aufnahme der schicht davor zugespielt (und gleichzeitig werden wieder über raummikros  die instrumentalstimme und die bandstimme aufgezeichnet und im nächsten teil zugespielt usw....) die aufnahme der zweiten schicht des ortes an dem zuletzt gespielt wurde ist also die grundschicht einer neuen auffürung an einem anderen ort.

durch einen instrumentalisten (und das puplikum und die umgebungs  geräusche) wird bei jeder aufführung neues material dazugebracht. der instrumentalist entscheidet wie er das material im einzelnen teil  anordnet und wie er es im zweiten teil und zum band in beziehung setzt. im laufe der zeit entsteht ein fließ-gleichgewicht im werden zwischen  neuen, dazukommenden klängen und älteren, zunehmend im hintergrundrauschen verschwindenden klängen.

Marcus Kaiser wurde 1967 in tübingen geboren. studium an der kunstakademie düsseldorf meisterschüler von prof. klaus rinke) und violoncellostudium (diplom und konzertexamen) an der robert-schumann-musikhochschule düsseldorf. arbeit in der komponistengruppe "wandelweiser". seit 1997 raum für interdisziplinäre veranstaltungen  "kaiserwellen". 2001 förderpreis der stadt düsseldorf.

Vortrag und Konzert

Mittwoch, 12.10.   19:00 Uhr

Prof. Ubbo Kügler: Nicht-Wissen

Der westliche Bildungsbegriff geht davon aus, dass Neugierde und Wissensakkumulation sowie -vernetzung ein hohes Gut sind. Das Bildungsideal des sich imanzipierenden Bürgertums hat sich in unseren Köpfen derart festgestzt, dass wir - z.B. in der Rolle der Lehrenden - einerseits unter dem Mangel der Studenten leiden, mit der ‚richtigen‘ Haltung in Ihre Projekte zu gehen, und uns andererseits einem System hilflos ausgesetzt fühlen, das in Zeiten von Bologna-Prozessen nicht in der Lage zu sein scheint, Inhalte essentiell zu reduzieren oder neu zu organisieren.
 

Irene Kurka, Konzert für Stimme solo: beten

Beten kann in verschiedenen Formen stattfinden: Im Stillen gesprochen, gesungen oder laut ausgesprochen. Besonders berührend ist es, wenn die menschliche Stimme allein erklingt. In vielfältiger Weise stellt die Sopranistin Irene Kurka mit dem unbegleiteten Sologesang ein emotionales Programm zum Thema „Beten“ zusammen. In dem ca. vierzig minütigen Konzert stehen mittelalterliche Stücke denen der Neuen Musik gegenüber. Geprägt werden die Stücke von Kontemplation, Stille, Trost sowie die Herrlichkeit und Unendlichkeit des Schöpfers. Dies wird auch durch die reduzierte Form der Aufführung, wenn die Sängerin ihre Werke solistisch vorträgt, erzeugt.

 • Antoine Beuger: Vater unser
 • James Weeks: The World in Tune
 • John Cage: 4:33
 • Hildegard von Bingen: O virtus Sapientiae;
   O virridissima virga; O felix apparatio
 • Charlotte Seither: Gehen Lassen II, III
 • Eva-Maria Houben: a-men

www.irenekurka.de

Aus dem Munde der Unmündigen ...

Die Spannung zwischen kindlicher Gottesverehrung und prophetischer Intellektualität in der biblischen Tradition

Donnerstag, 13.10.2016  20 Uhr

Vortrag von Lorenz Wilkens, Berlin

In Psalm 8, 3 heißt es (nach der Übersetzung von Mendelssohn):
„Der Säuglinge und Kinder Lallen / Befestiget dein Reich, beschämt den Sünder &c.“

Dies Motiv begegnet in der Hebräischen Bibel und im Neuen Testament an bezeichnenden Stellen. Es hält sich in dialektischer Spannung zu der prophetischen Intellektualität, die etwas anderes ist als die Mantik der griechisch-römischen Antike, nämlich Gesellschaftstheorie und –kritik. Die Reflexion auf diese Spannung macht auf ein Bewußtsein aufmerksam, das sich zu der christlichen Dichotomie von natürlicher und positiver Theologie – philosophischer Gotteserkenntnis und ‚Glaube’ – nicht fügt. Es ist die Bindung an den „Bund“, der die Wirklichkeit erschließt und erkennbar macht.

Lighter than Orange

Ein Film über das Gift Agent Orange und deren Folgen von Matthias Leupold

Freitag, 14.10.2016  20 Uhr

Filmaufführung mit Publikumsdiskussion

Noch immer leiden mehr als 4 Millionen Menschen an den Spätfolgen des Einsatzes von Agent Orange. Welche Erinnerungen haben nordvietnamesische Kriegsveteranen an die Ereignisse und wie leben sie heute mit dem Trauma?

Im Vietnamkrieg (1955-1975) setzten die USA Agent Orange zur Entlaubung von Wäldern und zum Zerstören von Nutzpflanzen ein. Der feindlichen Guerillabewegung FNL („Vietcong“) sollte so die Tarnung durch den dichten Dschungel erschwert und ihre Nahrungsmittelversorgung unterbrochen werden. Agent Orange wurde von Flugzeugen oder Hubschraubern aus großflächig versprüht. Das darin enthaltene Dioxin führte in Millionen Fällen zu schwerwiegenden Änderungen des Erbguts. Noch heute sind nicht nur Böden und Grundwasser in den betroffenen Regionen verseucht, auch Kinder kommen noch immer tot zur Welt oder sind von Geburt an schwer krank.

In seinem Dokumentarfilm LIGHTER THAN ORANGE zeigt der Regisseur Matthias Leupold die Folgen politischen Versagens anhand der Geschichten der Opfer. Nordvietnamesische Veteranen erzählen von ihren Erinnerungen an den Krieg und von den traumatischen Folgen von Agent Orange. Da sie während des Vietnamkriegs dem dioxinhaltigen Entlaubungsmittel Agent Orange ausgesetzt waren, veränderte sich die DNA der Veteranen. Die Folge sind unheilbare Krankheiten und Fehlstellungen, an denen ihre Kinder immer noch leiden.

5 Uhr morgens – 8 Uhr morgens

Konzert während des Morgengrauens

Samstag, 15.10.2016  05 Uhr

 • Antoine Beuger: calme étendue (spinoza), (1997)
 • Antoine Beuger: Stimme
 • Christoph Korn: werden (2016)
 • Christoph Korn: Elektronik
   „werden“ ist Joachim Rüsenberg gewidmet

Im Laufe des Morgengrauens wird Antoine Beugers Komposition “calme étendue (spinoza)“ und Christoph Korns elektronisches Stück „werden“ zu Hören sein. Beiden Stücken ist die Stille, das Aufscheinen und das wieder Vergehen des Klanglichen wesentlich. Für die insgesamt 3 stündige Aufführungsdauer wird eine zeitliche Struktur entwickelt, die es ermöglicht beide Klangwerke gleichzeitig aufzuführen. So entsteht eine Struktur aus Wort, Klang, Stille, Licht.

Antoine Beuger: timescraper.de/antoine-beuger.html
Christoph Korn: christophkorn.de/info_korn

 

Debating the Possibility of Cinematic Philosophy

Thomas E. Wartenberg

Samstag, 29.10.2016  20 Uhr

For a number of years, a debate has been taking place among philosophers and theorists of the cinema about whether films are able to actually philosophize. In this talk, I defend the thesis that certain films have actually made a contribution to philosophy. In the course of my defense, I respond to a number of objections that have been raised to the possibility of cinematic philosophy. Among the films referenced are The Third Man (1948), The Conformist (1970), All of Me (1989), Crimes and Misdemeanors (1989), and Waking Life (2001).

Thomas E. Wartenberg is Professor of Philosophy at Mount Holyoke College, South Hadley, MA USA. His main areas of focus are aesthetics, the philosophy of film, and philosophy for children. Among his publications are Thinking on Screen: Film as Philosophy, Big Ideas for Little Kids: Teaching Philosophy Through Children’s Literature, A Sneetch is a Sneetch and Other Philosophical Discoveries: Finding Wisdom in Children’s Literature, and mostly recently Mel Bochner: Illustrating Philosophy. His website, teachingchildrenphilosophy.org was awarded the 2011 APA/PDC Prize for Excellence and Innovations in Philosophy Programs. He received the 2013 Merritt Prize for his contributions to the philosophy of education.

Die digitale düsseldorf

ein Festival für digitale Kunst und Musik

03. - 06.11.2016

Die digitale düsseldorf findet zum in diesem Jahre ersten Mal statt. Das regelmäßig inszenierte Festival zeigt aktuelle Entwicklungen der Digitalisierung in Kunst und Musik. Es verbindet etablierte Kulturräume wie das das Museum Kunstpalast mit Clubs wie dem Salon des Amateurs und Off-Räumen wie dem onomato künstlerverein und dem digital3mpire.

In Düsseldorf und darüber hinaus wirkende Künstler erhalten ein Podium: Ivo Decovic, Gudrun Kemsa Claudia Robles-Angel (für die Bildende Kunst), Orson Hentschel & Lukas Baumgart, Stefan Jürke, Jens Beyer, hans w. koch, Marcus Schmickler, Raffael Seyfried, Julian Priesen, Werni & Jendreiko (für Musik) sowie Peter Thoma, das Translokale Rundfunkorchester, Thilo Schölpen und Florian Zeeh (für Performances). Wegweisende Gruppen aus Düsseldorf wie Mouse on Mars werden präsentiert.

Ein weiterer Schwerpunkt wird das Barcamp Digitalitaet sein, ein Ort des intellektuellen Austauschs, der kritischen Reflexion für inspirierte Interessierte. Es wird intersdisziplinär ausloten, was bis heute mit der Digitalisierung fast sämtlicher sozialer, ökonomischer und kultureller Prozesse erreicht wurde, welche Probleme damit geschaffen, welche gelöst werden.

Das Festival wird kuratiert von Peter Witt und Werner Pillig. Der onomato künstlerverein trägt eine Veranstaltung bei.

www.digitale-duesseldorf.de

 

Eröffnungsveranstaltung

Donnerstag, 03.11.2016  19 Uhr
onomato künstlerverein, Birkenstraße 97, Flingern

Künstler und Künstlerinnen des onomato künstlervereins spüren anhand eigener Werkbeispiele den Auswirkungen digitaler Produktionweisen auf ihr Kunstschaffen nach.
 

onomato - das fenster

Plutôt la Vie
Jochen Eckert

11.11. - 15.11.2016
Eröffnung am Freitag, 11.11.  19 Uhr

“Plutôt la Vie” - ein Gedicht von André Bréton. Eher das Leben - Bilder von Jochen Eckert in den Stunden, und Tagen nach einer todbringenden Freitagnacht in Paris aufgesammelt.

Assemblage mit Fotografien und Video von Jochen Eckert ergänzt um Texte von André Bréton und Pier Paolo Pasolini

Logo: Kulturamt Düsseldorf Eine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Veranstaltungsreihe "Dämonen"

18.11. - 11.12.2016

 

 

onomato - das fenster

Gesprächs-Ausstellung nichtwissen

16.12.2016 - 08.01.2017

Eröffnung am Freitag, 19.12. um 19 Uhr

Die diesjährige (Verkaufs)-Ausstellung zum Jahresende steht in Verbindung zum onomato-Jahresthema.

In einer besonderen Form sind Ausstellung, Gespräche und Kurzvorträge miteinander verwoben. Dabei geht es etwa nicht darum, dass die beteiligten Künstler sich programmatisch äussern, sondern ihre Perspektive zum Thema und mögliche Beziehungen zu ihrer Arbeit, Arbeitsweise oder Methodik erläutern: Als Ausgangspunkt für eine immer wieder sich neu ergebende Situation für das Gespräch unter den Beteiligten und den Besuchern.

Ausstellende Künstler: Roman Zheleznyak, Jang Ipkyu, Katharina Mayer, Hanna Koch, Mechthild Hagemann, Norbert Kraus, Hyeon jin Kwon, Jens Stittgen, Robert Olawui u.a.

Die Ausstellung wird kuratiert von Mechthild Hagemann und Jens Stittgen.