Veranstaltungskalender

Sofern nicht anders vermerkt, finden alle Veranstaltungen in den Vereinsräumen an der Birken­straße 97 in Düsseldorf-Flingern statt.
 

onomato - das fenster

Veranstaltungsreihe "Daimon"

25.11. - 06.12.2016

Daimon bezeichnet ursprünglich einen „Geist der Abgeschiedenen“, ein Geistwesen, einen Genius, eine göttliche Macht sowie ein Geschick und Bestimmung. Später wandelt sich der Daimon zum Dämon zum spukhaften Geist, zum Wesen zwischen Gut und Böse.

Dieser mehrdeutig schillernde Begriff und die darin liegende Vorstellung hat uns zu dieser Reihe angeregt.

Das Unheimliche, Geisterhafte, rätselhaft Böse, das Unerklärliche sind Grundkonstrukte und Eigenschaften der Zeitgenössischen Kunst. Dem Daimon-Dämonbegriff gemeinsam ist eine verborgene Wirkkraft, ein untergründiger, unbewußter Zug, der sich z.B. in der Liebesthematik wie in der formalen Logik eines Kunstwerks zeigt. Er bestimmt das künstlerische Werk wie den Künstler selbst in seiner schicksalhaften Determiniertheit als verborgenes Programm.

Kann man sich seinen Daimon wählen? Ihn Suchen? Ab und zu bricht er aus, wird sichtbar, vom Geist zum spukhaft verbildlichten Wesen.

Kuratiert von Veronika Peddinghaus und Norbert Kraus

 

Daimon - Ausstellung

26. 11. - 06.12.2016

Eröffnung am Freitag, 25.11. um 19 Uhr

Mit Arbeiten von:

Ted Green
Hörner/Antlfinger
Norbert Kraus
Elisabeth Luchesi
miu
Elisabeth Mühlen
Heike Pallanca
Veronika Peddinghaus
Thyra Schmidt

Öffnungszeiten: täglich außer montags 15 bis 18 Uhr
und nach Vereinbarung: Tel. 0178 8705605

Das Kabinett des Doktor Parnassus

Filmaufführung

Dienstag, 29.11.2016  20 Uhr

GB/Kanada 2009, R: Terry Gilliam, S: Heath Ledger, Jonny Depp, Jude Law

Kopfdämonen auf der Bühne

Vortrag von Dr. Frauke Tomczak

Mittwoch, 30.11.2016  20 Uhr

Eine Reflexion über das Innen-Aussen-Verhältnis von Dämonie und Obsession am Beispiel des Films "Das Kabinett des Doktor Parnassus".

Der Film passt ausgezeichnet zu dem Thema “Dämonen”. Aktualisiert er doch wie der Begriff selbst Anklänge an Althergebrachtes und kombiniert diese historischen Elemente auf phantastische Art mit einer hochmodernen Psychologie und Innenschau: Ein beinahe mittelalterliches Wandertheater zieht mit einem wundersamen Theaterwagen durchs Land. Das Wundersame an dem Theaterwagen ist sein Spiegel auf der Bühne, durch den der Eintretenden mit seinen geheimen Wünschen und Begierden, die eben auf wundersame Weise Gestalt annehmen, konfrontiert wird. Mit ins Spiel kommen im Laufe des Geschehens noch ein seltsamer Liebhaber und eine Wette mit dem Teufel, die abzulaufen droht. Insgesamt also ein hoch spannendes Theater!

Rächende Frauengeister und verwirrende Wandelwesen.
Unheimliche Gestalten in der japanischen Kultur

Vortrag von Dr. Elisabeth Scherer

Donnerstag, 01.12.2016  19:30 Uhr

In Japan gibt es unzählige Geschichten über Geister auf Rachefeldzug, über nächtliche Spukprozessionen und über Tiere, die Menschen hinters Licht führen. Der Vortrag gibt eine Einführung in die Welt der yûrei und yôkai, wie diese Wesen genannt werden, und zeigt auf, wie sich das Verhältnis der Menschen zum Unheimlichen in Japan über die Zeit gewandelt hat. So werden der Flusskobold Kappa und die „Langhalsfrau“ nicht mehr nur gefürchtet, sie sind zu beliebten Figuren der Popkultur geworden und treten heute in unzähligen Erscheinungsformen auf.

onomato - literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

kuratiert von Frauke Tomczak

Die Lyrikreihe im onomato hat ihren Titel geändert. Nicht verändert hat sich die Konzeption: nach wie vor begegnen sich zwei Lyriker/innen erst in der Lesung ihrer Texte, dann im Gespräch. Die Reihe hat sich aber der nicht immer glücklichen Entgegensetzung „Bekannt trifft Unbekannt“ entledigt und ersetzt sie durch das Zentrum, das immer schon ihren eigentlichen „Kick“ ausgemacht hat: die spannungsreiche und oft fruchtbare gegenseitige poetische Begegnung. Dieser sachlichere Titel erlaubt überdies eine größere Offenheit und Freiheit in der Kombination: auch zwei Lyriker mittleren Bekanntheitsgrades – in der aktuellen Reihe werden das Ilse Kilic (Wien) und Rainer Komers (Mühlheim), sowie Tom Schulz (Berlin) und Bärbel Klässner (Essen) sein – oder zwei Sprachartisten auf höchstem Niveau – Ann Cotten und Oswald Egger – können sich unter dem neuen Titel begegnen. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten/innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben.

 

Frank Schablewski trifft Ursula Ströbele

Mittwoch, 07.12.2016  19:30 Uhr

Ursula Ströbele ist dem Düsseldorfer Publikum bisher als Filmerin und bildende Künstlerin bekannt. Sie hat aber auch seit Jahren ihre Kindheitserinnerungen aus einer vielköpfigen Familie, die zusätzlich durch Jugendhelfer erweitert wurde – ihr Vater leitete als Pfarrer in Friedrichshafen das Jugendferienhaus in unmittelbarer Nachbarschaft – erst aufgesprochen, dann in kleinen Erzähleinheiten verschriftlicht und immer wieder bearbeitet. Daraus wurden teils witzige und überraschende Geschichten, teils Geschichten mit einer poetischen Verdichtung, die nahezu parabolische Qualitäten erreicht. Diese ständig wachsende Sammlung ist bisher unveröffentlicht.

Frank Schablewski – ein Düsseldorfer Lyriker, der längst im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt ist, wird demnächst sein 7. Lyrikbuch veröffentlichen. Sein etymologisches Interesse, das er immer wieder am Hebräischen der Bibel und des Judentums schärft, ist auch in die zahlreichen Lesungen und Performances eingegangen, mit denen er landauf, landab unterwegs ist und seine stupende Vielseitigkeit unter Beweis stellt. Seine neugierige Offenheit gegenüber neuen Lyrikern auf der Literaturszene hat er schon mehrfach dokumentiert.

Wir dürfen bei dieser ersten poetischen Begegnung einen spannenden Abend mit zwei vielseitige und eigenwilligen künstlerischen Persönlichkeiten erwarten.

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

onomato - das fenster

Gesprächs-Ausstellung nichtwissen

17.12.2016 - 08.01.2017

Eröffnung am Samstag, 17.12. um 19 Uhr

Die diesjährige (Verkaufs)-Ausstellung zum Jahresende steht in Verbindung zum onomato-Jahresthema.

In einer besonderen Form sind Ausstellung, Gespräche und Kurzvorträge miteinander verwoben. Dabei geht es etwa nicht darum, dass die beteiligten Künstler sich programmatisch äussern, sondern ihre Perspektive zum Thema und mögliche Beziehungen zu ihrer Arbeit, Arbeitsweise oder Methodik erläutern: Als Ausgangspunkt für eine immer wieder sich neu ergebende Situation für das Gespräch unter den Beteiligten und den Besuchern.

Mit Arbeiten von:

Roman Zheleznyak, Jang Ipkyu, Katharina Mayer, Hanna Koch, Mechthild Hagemann, Norbert Kraus, Hyeon jin Kwon, Jens Stittgen, Robert Olawui u.a.

Die Ausstellung wird kuratiert von Mechthild Hagemann und Jens Stittgen.