ausstellung
Maryam Iranpanah
Augenblicke
12.01. – 21.01.2018
Eröffnung mit Werkgespräch am 12.01.2018
Maryam Iranpanah wurde 1979 in Teheran geboren. Sie studierte Fotografie und Design von 2000-2004 an der Azad Universität in Teheran. Von 2008 – 2011 studierte sie Malerei und Installation an der HBK Saar in Saarbrücken. Diplom bei Prof. Gabriele Langendorf und Prof. Daniel Hausig.
Als Grenzgängerin zwischen den Kulturen des Ostens und des Westens stellt sie den medialen Abbildern und Clichés von mehr oder weniger bekannten Personen des öffentlichen Lebens und aus ihrem privaten Umfeld ihre ganz eigenen frischen Interpretationen, mal melancholisch und manchmal auch humorvoll – immer aber voller Betroffenheit, gegenüber. Unverkennbar macht sie sich das Erscheinungsbild ihrer Mitmenschen mit ihrer poetisch-malerischen Handschrift, ihrem Duktus und ihrer Farbsymbolik persönlich zu Eigen. In der Begegnung mit den von ihr gemalten Menschen entstehen Augenblicke, die ihre ganz eigene Weltsicht kommentieren und bezeugen.
Freitag, 12.01. 19 Uhr: Eröffnung und Werkgespräch,
Kuratierung: Terry Buchholz
Öffnungszeiten: Sa. und So. 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de
literatur
Poetische Begegnungen
Anna Real trifft Christoph Wenzel
Mi., 31.01.2018 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
Anna Real, Jahrgang 1949, viele Jahre lang Leiterin der Literaturwerkstatt in Essen, hat das eigene lyrische Schreiben vergleichsweise spät entdeckt. Umso erstaunlicher ist die Sicherheit ihres lyrischen Tons, der feste Stand ihrer Bilder, der gleichwohl mitten in einem angedeuteten erzählenden Rahmen überraschende Spielräume öffnen kann quer durch die Zeiten ebenso wie vom Außenbild zur inneren Bewegung, um wiederum ein neues Bild zu entwerfen. Gemälde wie die von Caspar David Friedrich, Kindheitserinnerungen, fremde Städte und Orte, ungewöhnliche Begegnungen können Auslöser dieser Bilder sein.
Christoph Wenzel, 1978 geboren in Hamm und seit geraumer Zeit in Aachen, ist längst nicht mehr nur im Rheinland und im Ruhrgebiet kein Unbekannter mehr, hier aber aus guten Gründen: besonders in seinen poetischen Piktrogrammen aus dem Ruhrgebiet – im Lyrikband „weg vom fenster“, 2012 – hat er es verstanden, die spezifische Atmosphäre des Ruhrpotts aus gewesener Industrielandschaft, Bergbau und Alltag zu treffen, indem er die Stereotype über ihn schräg stellt und verrückt, um sie in lakonische Momentaufnahmen zu stanzen. Sie bleiben auch deshalb lebhaft in Erinnerung, weil Wenzel die typischen Sprachidiome der Region gegen den Strich bewegt und überraschend, witzig, immer aber erhellend neu auflädt. Andere poetische Verfahren kommen wiederum in seinem jüngsten Band „lidschluss“, Wien 2015 zum Zuge.
Die Begegnung einer Poetin aus Essen mit einem Poeten aus Aachen, beide also aus der Region, verspricht für das Publikum eine Begegnung mit Bildwelten, die gerade in ihrer umrissenen Verortung diese Orte weit übersteigen.
„(…) unvollständig ist der lidschluss
der vorhänge: zwischen den hirnhälften balanciert
der halbmond auf dem balken, eine lichtschranke,
Christoph Wenzel aus „sleep.exe, II“
Kein Stillleben wird uns gerecht.
Wir fürchten den Schnappschuss.
Zwischen Blitz und Blitz
verwischen wir Spuren.
Anna Real aus „Stille Post. Caspar David Friedrich im Museum Folkwang“

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
literatur
Poetische Begegnungen
Sylvia Geist trifft Farhad Showghi
Mi., 14.02.2018 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
Sylvia Geist, 1963 in Berlin geboren, wählte schon für ihr Studium der Chemie, Germanistik und Kunstgeschichte die ungewöhnliche Kombination von Natur- und Geisteswissenschaften. In ihrer Lyrik erweist sie sich als wandlungsreiche Zauberin eigenwillig fremder Welten, die auch wenn sie wieder erkennbar und vertraut beginnen, in bizarre, teils auch beunruhigende, immer aber magisch verwandelte Gegenden aufbrechen in einer Sprache, die oft nur durch geringe Verrückungen größtmögliche Irritationen bewirkt. In ihrer Poesie gibt es die „Schlangensilbe“, „das Zwielicht in den Wörtern“ und „Göttergehminuten“.
Farhad Showghi, 1961 in Prag geboren, in der BRD und im Iran aufgewachsen, arbeitet seit 1989 als Psychotherapeut, Autor und Übersetzer in Hamburg. Seine verdichteten Texte, die meist als poetische Prosa verfasst sind, tasten den menschlichen Körper ab, greifen kleine Bewegungen der Füße, der Hände, der Fingerspitzen auf, probieren Gesichter und Mienen aus und frappieren immer wieder mit noch nie gehörten Wortkombinationen: wie stellen wir uns ein „Picknick mit der Schulter“ vor? was ist ein „Packwunder“? und wie „zerbricht“ man „einige Farben in die Helligkeit“?
Dieser Lyrikabend verspricht mit zwei exzentrischen Wortspielern, deren Lyrik uns doch so nah, ja geradezu auf den Leib rückt, eine poetische Begegnung voller überraschender Bewegungen, emotionaler Intensitäten und plötzlich geöffneter neuer Räume. Durch die Verleihung des renommierten Peter Huchel Preises an Farhad Showghi vor wenigen Tagen erfährt er eine zusätzliche Nobilitierung.
(…) das Gelichter jagte
einem unter die Lider weiße kreisende Stunden
klänge nach etwas, das uns nicht erreichte
Sylvia Geist aus „Jerichokaleidoskop“
(…) Ein Fingerbreit Licht für eine ganze Handelskarawane. Das sage ich langsam und zertrete kein Glas.
Farhad Showghi aus „Das Zimmer 5“

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
ausstellung
Das erste Fotobuch
Düsseldorf Photo Weekend 2018
16.02. – 18.02.2018
I OPEN CALL !
Der onomato künstlerverein Düsseldorf veranstaltet in Kooperation mit der Buchbinderei Mergemeier zum Photoweekend 2018 (16.-18.02. www.duesseldorfphotoweekend.de) einen Wettbewerb. Unter dem Motto „Das erste Fotobuch“ möchten wir Sie einladen, in einem kurzen oder längeren Text zu schildern, was Sie mit dem ersten Fotobuch verbinden. Bitte keine Bilder, sondern nur Texte einreichen.
In einer Aktion werden 3 Gewinner ausgelost, die jeweils einen Überraschungspreis erhalten.
Deadline für die Einsendung per mail: Mi 31.01. 2018, an mail@katharinamayer.com.
Die Preisverleihung wird am Sonntag 18.02. um 15 Uhr in den Räumen des onomato künstlerverein stattfinden.
Freitag, 16.2.
18-21 Uhr: Photoweekend mit Besichtigung, Vorstellung und Bar
Ab vormittags Aufbau des Verlagsprogramms Peperonibooks und ausgewählte Exemplare der Buchbinderei Mergemeier
Samstag, 17.2.
Öffnungszeit: 11-22 Uhr
14-16 Uhr: Vortrag und Vorstellung des Verlagsprogramms durch Herrn Wanderer
16 -19 Uhr: Vortrag der Sammlung und Tätigkeit der Buchbinderei Mergemeier und anschließender Workshop Buchbinden durch Ulrike Meysemeyer.
Sonntag, 18.2.
Öffnungszeit: 12-18 Uhr
12-14 Uhr: Workshop Buchbinden Teil II
15 Uhr: Preisverleihung der 3 ausgelosten Gewinnerinnen und Gewinner.

Eine Kooperation zwischen dem onomato künstlerverein e.V., dem onomato Verlag, Peperoni-books und der
Buchbinderei Mergemeier.
Nice to meet you
Performance-Besuch aus Holland und Hong-Kong
organisiert von Taka Kagitomi
Sonntag, 11.03.2017 19 Uhr
Der onomato künstlerverein freut sich, an diesem Sonntag internationalen Besuch begrüßen zu dürfen:
Wanted Candy – Werner Klompen, Marielle van Deuersen & Nikita Schmitz
Werner Klompen ist der Artgenerator, er liebt Neonfarben, arbeitet mit Verpackungen, er und seine Gruppe wird aus Gummibärchen lebensgroße Lutscher-Köpfe der Künstlerkollegen in Serie herstellen.
„We are going to do a performance in witch the process of making the mask will be the main subject. Arround we will create a soundscape and installation while this is happening. Time, temporary transformation, ritual, action to expose and surrender.“
„Not born as artist. But time, getting it in me. Has make it a part of me. Or was it a reaincarnation? But most i love it. I’m doing it with all the trouble life got in it .“
www.facebook.com/WantedCNDY
Monique Yim & Wiency Wong: Nice to meet you
Born in 1984, Hong Kong, Monique Yim is an interdisciplinary artist, art educator and independent curator, mainly engages in performance, installation, site-specific, community and public art. She is also a film art director and theatre art designer. Her “Queer Series” have drawn attention after being showcased in various exhibitions in Hong Kong, Shenzhen (China), Kunming (China), Berlin (Germany), Prague (Czech), Brno (Czech), Budapest (Hungary), Nove Zamky (Slovakia), Novi Sad (Serbia), etc. Some of her „Queer“-Performances emerged in collaboration with her same-sex partner and creative writer Wiency Wong.
„It is a crossing media artwork of performance and poetry, addressed to refugees and wars. The work is also a reflection on exile, migration, hesitation and relationship between people. It themed on social public, political, identity, human rights issue and also related to cultural discourse and criticism.…
sites.google.com/site/moniquewkyim
Internationaler Frauentag 2018
Wasserfrauen
Lesung mit Florence Hervé
Donnerstag, 15.03.2018 20 Uhr
Wasser ist Quelle des Lebens, Grundlage menschlicher Entwicklung. Es ist Ort der Arbeit oder Kunst, der Erholung und der Freizeit, der Auseinandersetzungen und der Utopien. Frauen werden in unterschiedlichen Wasserlandschaften vorgestellt, deren Arbeit mit dem Wasser verbunden ist, die sich vom Wasser inspirieren lassen, und die Wasser als Abenteuer oder Herausforderung erleben.. Florence Hervé hat über 20 Frauen aus zehn europäischen Ländern aufgespürt und ihre Geschichten in ihrem Buch aufgeschrieben. Lesung der Autorin mit Fotografien von Thomas A. Schmidt und Musikeinspielungen.
literatur
Poetische Begegnungen
Marcel Beyer trifft Nico Bleutge
Mi., 28.03.2018 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
Marcel Beyer, Jahrgang 1965, ist in Kiel und Neuss aufgewachsen. Eine seiner ersten literarischen Auszeichnungen war der Förderpreis des Landes NRW, seine jüngste die größtmögliche für deutsche Literatur: der Georg Büchner Preis im Jahr 2016. Dazwischen liegt eine Biographie mit nimmermüden vielfältigen literarischen Aktivitäten von der Lyrik, über zahlreiche Romane, Hörspiele, ja Librettos, diverse Essaybände, aber auch Übersetzungen (Gertrude Stein) und herausgeberische Tätigkeiten: Friederike Mayröcker, William S. Burroughs, ja auch Georg Grosz. Die Lyrik Marcel Beyers, der Gattung, mit der seine literarische Karriere begann und die darin einen Schwerpunkt darstellt, ist von geschichtlichen und gesellschaftlichen Feldern und Stimmen ebenso durchwirkt wie von Natur und den großenteils immer noch „weißen Flächen“ des Gefühls, der Empfindung, der Erinnerung. Rasant sind die Übergänge, in denen sie von großen Zusammenhängen zu äußerst präzise eingefangenen Erinnerungsdetails gleitet wie von der Schneekatze, die künstlichen Schnee in der Eishalle zu Neuss produziert, zu Eisensteins Films „Alexander Newski“ – mit gigantischen Schnee- und Eisschlachten beim Dreh mitten im Sommer, zur Sprache, die sich anders als die Schneekatze auf der Stelle dreht im Anfangsgedicht seines jüngsten Gedichtbandes „Graphit“ aus dem Jahr 2014.
Auch Nico Bleutge ist ein Meister des Übergangs. Geboren 1972 in München, hat er bis auf ein Opernlibretto bisher ausschließlich Lyrik veröffentlicht von seinem ersten Gedichtband „klare konturen“, 2006 bis zum jüngsten aus dem letzten Jahr: „nachts leuchten die schiffe“. In sein Anfangsgedicht gleichen Titels finden wir, fein eingeflochten, eines aus seinem vorausgegangenen Lyrikbuch „verdecktes gelände“, 2013. Doch anders als bei Marcel Beyer sind es selten geschichtliche und gesellschaftliche Themen, die er wenn überhaupt nur tangiert, sondern gleichsam naturgeschichtliche geradezu urzeitliche Panoramen wie in eben dem Anfangsgedicht, doch stets durchwebt von Jetztzeit und hoch individueller Erinnerung – „deine mutter öffnet die balkontür“ – oder die immer wieder neuen Versuche, subjektive Zustände zwischen Traum und Wachen, Innen und Außen, atmosphärische Verdichtungen, Empfindungen und emotionale Aufladungen in Worte zu fassen.
Beide Poeten sind in der Literaturgeschichte bestens bewandert, beide tragen in Ton, Dimension und Anlage ihrer Lyrik die Signien des postmodernen Klassikers, der sich eben dadurch auszeichnet, in die elementarsten Ebenen überraschend sofort wieder erkennbare Alltäglichkeiten ebenso wie individuelle Bewegungen einzutragen. Das Publikum darf einen hochkarätig besetzten, spannungsreichen und spannenden Abend erwarten.
sehen, warten, schwach bevor
die ersten Worte kommen, dort,
zurück mit dunklen Augen.
Marcel Beyer aus „Dunkle Augen“
jetzt ist die nacht ein geräusch, in dem tiere verschwinden
mit einem herzen dazwischen (…)
Nico Bleutge aus „nachts leuchten die schiffe“
Kuratiert von Frauke Tomczak

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
literatur
Horst Landau: Das Orakel
Dienstag, 17.04.2018 20 Uhr
Horst Landau, mittlerweile 80, von Hause aus Zahnarzt, ist seit den 70er Jahren Teil der Düsseldorfer Literaturszene und Mitglied im „Verband deutscher Schriftsteller“. An diesem Abend soll sein Kurzhörspiel „Das Orakel“ in zwei Fassungen (von 1972 und 2017) aufgeführt werden.
Nach einer ironischen Selbstbefragung liest er eine Glosse aus seiner Bürgerfunkarbeit für Antenne Düsseldorf. Anschließend werden Gedichte und Kurzprosa weitere Facetten seines schriftstellerischen Wirkens zeigen. Den Abschluss bildet eine kaleidoskopische Folge von Fotos aus seinem Leben – auch mit mit Gemälden seiner Tochter, der Leipziger Malerin Verena Landau. – Moderiert wird der Abend von Achim Raven.
ausstellung
Abschlusspräsentation des onomato Stipendiums
Freitag, 27.04.2018 19 Uhr
In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein 10 Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der sechs Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir von 28.4. bis 6.5.2018 in den Räumen des onomato künstlervereins. Mit Arbeiten von:
Franklin Berger Inken Boje Gabriele Horndasch Ail Hwang Andrea Isa Donja Nasseri Carol Pilars de Pilar Hannah Schneider Anne Schülke
Öffnungszeiten:
Mo-Fr 17-19 Uhr Sa und So 15-18 Uhr und nach Vereinbarung
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Demokratische Schule Düsseldorf:
Leidenschaft, Bildungspolitik und Pflichterfüllung
Podiumsdiskussion
Dienstag, 08.05.2018 19:00 Uhr
Wie muss man sich eine Schule vorstellen, die sich am Lernbedürfnis der Schüler*innen orientiert und sich als Alternative zur öffentlichen Schule begreift? Welche Möglichkeiten und Grenzen hat eine solche Alternative? Es diskutieren mit Cecilia Gläsker und Tom Knevels zwei Vertreter*innen des Trägervereins Demokratische Schule Düsseldorf e.V. und mit Achim Raven und Michael Stieleke zwei kritische Schulpraktiker mit 40jähriger Berufserfahrung.
ausstellung
MärchenWelt
Freitag, 11.05.2018 19 Uhr
Eine Ausstellung der Malgruppe aus dem AWO Seniorenzentrum Ernst-Gnoß-Haus in Düsseldorf mit Elisabeth Luchesi.
Ausgehend von Tier- und Märchenfiguren sind individuelle Bilderfolgen entstanden. Darüberhinaus hat sich – im Austausch von Geschichten und Bildern, im Wechsel von Zuhören und Malen – ein neuer Erzähl-Raum gebildet. So sind auch einige Bilder buchstäblich aus sich herausgetreten und schweben als Mobiles leicht bewegt im Raum

Zur Eröffnung am Freitag, 11.5. 2018 um 19 Uhr:
- einführende Worte: Elisabeth Luchesi
- Einspielung eines Märchens der Brüder Grimm (Sprecher: Axel Grube, onomato hörbücher
- Kurzvortrag zur Textgenese und Bildsprache der Märchen: Axel Grube
Öffnungszeiten: Sa. 12.05. und So. 13.05. 2018 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de
Das Naturtheater von Oklahoma
Installation und Lesungen inspiriert durch Franz Kafka
01.-07.06.2018 Eröffnung am Fr., 01.06. um 19 Uhr
Im Verlauf seiner philosophischen Erörterungen ist der philosophische Gesprächskreis des onomato künstlervereins auf das Schlusskapitel von Franz Kafkas Amerika-Roman gestoßen. Neben den mythologischen und philosophischen Fragen, die der Text aufwirft, erwies sich seine ästhetische Wirkung. – Am 1. Juni ist daher eine öffentlichen Präsentation künstlerischer Arbeiten geplant, die sich mit Motiven aus dem Schlusskapitel Das Naturtheater von Oklahoma auseinandersetzen.
www.zeno.org
Freitag, 01.06. 19 Uhr: Eröffnung und Lesung
Öffnungszeiten: Sa. 13-20 Uhr, So.-Do. 17-20 Uhr
Keine Ruhe nach dem Sturm
Lesung von Ulrike Heider
Freitag, 08.06.2018 20 Uhr
Passend zu „50 Jahre 68er Bewegung“ erschien im Frühjahr die überarbeitete Autobiographie „Keine Ruhe nach dem Sturm“ von Ulrike Heider neu. Sie erzählt darin ihre persönliche Geschichte als Zeitgeschichte besonders der antiautoritären Protestbewegung der späten 60iger und frühen 70iger Jahre in Frankfurt, zeichnet Milieubilder von Anarchisten, Spontis und K-Grupplern. Ob es um SDS-Versammlungen, Experimente mit der freien Liebe, die Frankfurter Universitätsbesetzung, um Straßenschlachten und Hausbesetzungen geht, immer sind die Erinnerungen der Autorin intim und kritisch zugleich. Das gilt auch für ihre ersten Erfahrungen in ihrer neuen Heimat New York Ende der 80iger, in denen sie in Begegnungen mit Überlebenden des Holocaust und linken Intellektuellen, darunter Noam Chomsky, den Blick auf ein anderes Amerika öffnet.
Ulrike Heider, Jg. 1947 studierte Politik und Germanistik, promovierte 1978 und hatte zahlreiche Lehraufträge an den Universitäten in Frankfurt und Kassel. Seit 2000 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin und New York. Sie schrieb Bücher, Essays und Radiosendungen zu den Themen Schüler- und Studentenbewegung, Anarchismus, afroamerikanische Politik und Sexualität.
Mit ihren jüngsten beiden Büchern „Vögeln ist schön“, 2014 und „Die Leidenschaft der Unschuldigen“, 2015 war Ulrike Heider bereits im onomato zu Gast.
Werkgespräch mit Peter Ewig
Zum Erscheinen des Katalogs: PLONGÉE
Samstag, 16.06.2018 19:30 Uhr
Die erste umfassendere Monographie zu Peter Ewigs Arbeit dokumentiert das Ineinanderwirken von Video, Performance, Plastik und Zeichnung von 2012–2017, mit Referenzpunkten und Querverweisen zu davor liegenden Werken und Ewigs fotographischer Arbeit.
PLONGÉE, französisch für Tauchgang, ist zugleich filmischer Begriff für die Vogelperspektive. Der Katalogtitel impliziert Pole, der Katalog öffnet das Feld, in dem sich Peter Ewigs Arbeit bewegt. Die Performance Mind Bridge (2015) verknüpft eine telepathische Verbindung zweier Personen mit den Museen, in denen sie sich befinden (Zagreb und Düsseldorf). So wird das Museum of Contemporary Art, Zagreb zum Sender und die Kunsthalle Düsseldorf zum Empfänger.
Mit einem Text des Medien-Philosophen Timotheus Vermeulen.
Peter Ewig, it seems to me, is interested in faces.
The faces of people. But also the faces of things.
[…]
A face is a side. It’s a surface. It’s a modality of engagement –
a positioning, a directionality, a mode of communication.
But a face is also a coincidence, an accidentality.
[…]
Timotheus Vermeulen, Katalogtext
Monsters For Breakfast feat. Mike McCormick
Kompositionen für 4 Mikrofone, 2 Stimmen und 1 Laptop
Samstag, 23.06.2018 20 Uhr
Das Kölner Gesangsduo Monsters For Breakfast präsentiert gemeinsam mit dem in Oslo lebenden kanadischen Komponisten Mike McCormick ein neues, einzigartiges Programm. Monsters For Breakfast sind bekannt für ihre mutige und fragile Besetzung aus zwei Stimmen, die ohne Begleitinstrumente pur und akustisch ihre Stimmbänder verwenden. Mit McCormick gehen die zwei Sängerinnen über „nackt und wild“ hinaus: Sie arbeiten mit 4 Mikrofonen und lassen ihre Stimmen in der Echtzeit durch McCormick bearbeiten, transformieren, auseinanderreißen, in Lärm verwandeln, pitchen.
Mike McCormick ist ein junger, aufstrebender Komponist und Gitarrist, der gerade seine Master in Musiktechnologie in Oslo beendet hat und in der skandinavischen Jazz- und zeitgenössischen kreativen Musikszene in verschiedenen Projekten aktiv ist. In seinen Kompositionen befasst er sich häufig mit den verschiedenen Ausdrucksqualitäten der Stimme, indem er die gesamte Bandbreite nicht-traditioneller Techniken mit evokativen Texten in experimentellen und modernen instrumentalen Kontexten kombiniert.
Monsters For Breakfast: Thea Soti und Mascha Corman – Stimme
Mike McCormick – Laptop
OKZIDENT
Ein Film über Europa
Freitag, 29.06.2018 20 Uhr
»OKZIDENT« ist der erste Spielfilm des deutschen Regisseurs und Drehbuchautors Carsten Göttel aus dem Jahr 2018. Der Independent-Film handelt von dem geistigen Verfall eines Intellektuellen und seiner Enkelin, die ihren Erfolg auf der Bühne sucht, und wirft anhand dieser Geschichte einen Blick auf Europa.
literatur
skaphander
Lesung mit Sina Klein
Donnerstag, 30.08.2018 20 Uhr
Sina Klein stellt ihren neuen Gedichtband Skaphander vor. (Klever Verlag, Wien 2018)
Skaphander, wörtl. der ausgehöhlte Mensch, bezeichnet einen Schutzanzug gegen extreme Druckverhältnisse. Früher wurden die schweren Tauchanzüge so genannt, heute Raumanzüge. Auch Sina Kleins Gedichte bewegen sich unter schwankenden Druckverhältnissen durch die ebenso verlockenden wie bedrohlichen Räume zwischen Ich und Du, in denen unentschieden bleibt, ob wir darin nicht selbst zu Hohlkörpern werden.
The neutral mask
Physical theatre workshop and lecture
Fr., 07.09. / So., 09.09. 16-18 Uhr
Gil Becher, Gastkünstler der Stadt Düsseldorf aus Ein Hod, lädt ein zu einem einmalige Workshop in den Räumen des onomato künstlervereins, die „Unterrichtssprache“ ist englisch:
„In my theater universe I try to combine all aspects of physical and visual theater. Together with my partner Lisa Jacobson, we have directed several theater schools in Israel. You can find out more on our website armatheatre.org. Our work is mostly for public space. We directed the biggest street art festival in Israel at the city of Bat Yam for 3 years.
Theater and art in public space – Come in and find out your unique body expression. You will get a neutral mask. This puts us in a state of being to discover a beautiful moment in which we combine honest movement with honest feelings. ‚Put on a mask and we’ll tell you how you’re doing‘. It’s a pure theater that needs no words. If you like to move, you will love it. Open to anyone, no experience needed.“
Die Teilnahme an dem Workshop ist kostenlos, melden Sie sich bei Interesse direkt bei Gil Becher an: Gilibecher@gmail.com
Am Sonntag um 16 Uhr wird Gil Becher in einer Lecture von seiner Theaterarbeit berichten. Der Besuch der Lecture ist vom Workshop unabhängig und muss nicht angemeldet werden.
ausstellung
Das kleine Bündel und die Künstlerbücher
14.09. – 23.09.2018
Eröffnung am 14.09.2018 – Freitagabend der Off-Räume
Anlässlich der off-Raum Kunstpunkte Düsseldorf zeigt der onomato künstlerverein Künstlerbücher und Wandarbeiten von:
Dieter Krüll, Elisabeth Mühlen, Ulrika Eller-Rüter, Achim Raven, Nicole Morello, Terry Buchholz, Hannah Koch, Susanne Hartmann, Christine Pfeifle, Stefan Lausch (zufällige Reihenfolge)
Es geht bei den Künstlerbüchern einerseits um künstlerische Prozesse, die in Skizzenbüchern beispielsweise aufgezeigt werden. Darüberhinaus hat das Künstlerbuch oft einen besonderen Stellenwert im Gesamtwerk von Künstlern, sei es als Buch-Original oder auch als gedruckt Edition. Mit diesen Fragen haben sich die Künstlerinnen und Künstler, die wir eingeladen haben, beschäftigt.
14.09. 19 Uhr: Performance von Nicole Morello und Ausstellungeröffnung
Sa. 15.9.: Ausstellung während kunstpunkte-Zeit geöffnet
So. 16.9.: Ausstellung während kunstpunkte-Zeit geöffnet
So. 16.9. 19 Uhr: Vortrag von Stefan Lausch aus seinem Buch „Nachdenken über Grundlagen des Gestaltens“ Lesung und Künstlergespräch mit Katharina Mayer
Nachdenken über Grundlagen des Gestaltens
Vortrag und Buchvorstellung von Stefan Lausch
Sonntag, 16.09.2018 19 Uhr
Stefan Lausch liest zwei Kapitel aus seinem Buch, das er im Gespräch mit Katharina Mayer und Inken Boje vorstellt, und in dem der Begriff der Kreativität zunächst für die künstlerisch-gestalterische Praxis beschrieben wird, um anschließend als ein gesellschaftliches Problem individuellen Strebens nach Bedeutung umrissen zu werden.
ausstellung
Tier
06.10. – 21.10.2018
Eröffnung am 05.10.2018

Die Ausstellung vereint Positionen des gegenwärtigen Blicks auf das Tier. Hinwendung, Verschmelzung, Distanz, Grusel, Verehrung, Überhöhung, wertfreier objektiver Blick, all diese Ansichten und Einsichten sind in den ausgestellten meist plastischen, kleinformatigen Werken verschiedener Autoren (Künstlern) formuliert.
Die Ausstellung bildet über den Zeitraum ihrer Dauer eine Parallelwelt zum herkömmlichen Betrieb des Onomato. Die Form ihrer Präsentation ergibt sich aus dieser Anforderung und verlangt vom Betrachter dementsprechenden Körpereinsatz.
Mit Arbeiten von:
Georg Jansen, Norbert Kraus, Katharina Mayer, Elisabeth Mühlen, Karl Hans Müller, Peter Nagel, Carol Pilars de Pilar, Nele Waldert, Anne Wissmann
Freitag, 05.10.2018, 19 Uhr: Eröffnung
Öffnungszeiten: Do.-So. 16-18 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de
Lernen von den Tieren; denn sie sind die Wächter des Seins
Vortrag von Prof. Rainer Hagencord
Sonntag, 14.10.2018 16 Uhr
Dr. Rainer Hagencord, Theologe und Biologe, ist Mitbegründer und Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster. In seinen Büchern und Vorträgen geht es um die Frage des Verhältnisses des Tieres zu seinem Schöpfer und um die Art und Weise, wie die moderne Gesellschaft das Tier als Objekt betrachtet und behandelt.
Hagencord reflektiert aktuellste verhaltensbiologische Erkenntnisse über das Denken, Fühlen und Handeln von Tieren. Er stellt sich der Aufgabe, herkömmliche Interpretationen neu zu formulieren und das Tier aus seiner untergeordneten Stellung herauszuheben und als gleichberechtigtes Geschöpf zu etablieren. Er lädt ein, in der Betrachtung des Tieres zu verweilen und z.B. die Frage zu stellen: Was kann uns das Tier mit seinem Sein lehren? Was kann uns das Tier mit seinem Wesen sein?
Ein Katzlamm und andere Tiere Kafkas
(und der Kabbalah)
Vortrag von Axel Grube
Donnerstag, 18.10.2018 20 Uhr
Ein Storch im Zimmer, „Eine Kreuzung“ (halb Lamm, halb Katze), „Josefine die Sängerin“, der Affe Rotpeter, „Forschungen eines Hundes“, ein Marder in der Synagoge, das Höhlentier in „Der Bau“ … Die Vorliebe für Tierfiguren in Kafkas Kurzprosa ist offensichtlich. In kurzen Lesungen und Kommentaren stellt Axel Grube Bezüge dar – bis hin auch zur Bedeutung des Tieres in chassidischen Volkserzählungen und der jüdischen Kabbalah.
Ein Tier besitzern
Ein Nachmittag mit Tierbesitzern
Sonntag, 21.10.2018 14 Uhr
Über einen Open Call werden Personen, die mit Tieren leben oder wirtschaften, zusammen mit ihren Tieren in den onomato künstlerverein eingeladen.
Wir möchten Gespräche führen über das Zusammenleben von Mensch und Tier. Einzelne Hunde-, Katzen- oder Papageibesitzer werden ebenso zu ihrem Leben mit den Tieren befragt wie Menschen, deren wirtschaftliche Existenz sich auf Nutztieren wie Schweinen, Rindern, Kühen oder Schafen gründet.
Auch Menschen, die z.B. als Tierpfleger in einem Zoo arbeiten oder Personen die spezielle Erfahrungen mit „Schädlingen“, Ratten, Wespen o.ä. gemacht haben werden die Gelegenheit haben zu berichten.
Anschließend wird ein gemeinsames Essen stattfinden. Speisen und Getränke aus tierischen und rein pflanzlichen Inhaltsstoffen werden aus eigener Herstellung serviert. Hierbei soll es spannende Verkostungen und Gegenüberstellungen von rein pflanzlichen und rein tierischen Produkten geben. Auch Speisen aus Mehlwurmfleisch oder anderen Insekten werden mit einbezogen werden.
Das Tier sehen
Werkgespräch mit Karl Hans Müller
Tbd.
„Ich war wach und ich war gleichzeitig wie in einen Traum gebannt, mit den Wesen auf gleich und gleich, sprachen sie zu mir und ich hörte ihnen zu – ich war in ihrer Welt, in ihrer Logik oder, was das gleiche war, in ihrem Leiden, in ihrem Recht: sie sprachen eindringlich zu mir; sie schienen auch Macht zu haben, aber sie hatten keine, es war nur ihre Art, da zu sein.“ – Karl Hans Müller, April 1993
„Ich finde, das hat Genet sehr präzis und richtig formuliert: Das Einzige, was ein Kunstwerk kann, ist Sehnsucht wecken nach einem anderen Zustand der Welt. Und diese Sehnsucht ist revolutionär.“ – Heiner Müller über Jean Genet, 1983
Diese Veranstaltung muss krankeitsbedingt leider verschoben werden, den neuen Termin geben wir rechtzeitig bekannt.
Michail Bulgakow: Die weiße Garde
Vortrag und Lesung von Alexander Nitzberg
Sonntag, 28.10.2018 19 Uhr
Michail Bulgakows erster Roman „Die weiße Garde“ ist ein Meisterwerk der Moderne, ein Buch, das mit überraschenden, radikalen literarischen Mitteln arbeitet – freilich konnte dies in Deutschland bisher noch gar nicht gesehen werden.
Alexander Nitzbergs Neuübersetzung wird das nun ändern. Seine grandiose Neuübersetzung zeigt uns über einen großen Zeitroman das Schicksal der Bewohner Kiews im ukrainischen Bürgerkrieg, nachdem die Deutschen ihre ukrainischen Bündnispartner fallen lassen und sich aus der Stadt zurückziehen. Es ist ein Roman, der durch brutalen Realismus und einen radikal modernen Stil besticht.
Nach „Meister und Margarita“, „Das hündische Herz“ und „Die verfluchten Eier“ liegt mit „Die weiße Garde“ der vierte Roman von Bulgakow in Nitzbergs Übersetzung vor: Ein Sprachkunstwerk, das in seiner Übersetzung zum Neu- und Andersentdecken einlädt.
Alexander Nitzberg ist einem modernen Übersetzungsideal verpflichtet: da geht es nicht darum, den Text zu glätten, sondern authentisch zu bleiben und dem Autor gerecht zu werden.
– ORF (zu Meister und Margarita)
In Kooperation mit der Kunststiftung NRW
NASTAMÉ
Live Performance mit Laura Greco, Suhyun Park, Matthias Erdmann
Samstag, 03.11.2018 20 Uhr

Der Kunstbegriff „Nastamé“ als Kompositum aus „Natur“, „Stadt“ und „Mensch“ setzt das Thema, die klangliche Anlehnung an die hinduistischen Begrüßung Namasté – „Verbeugung zu dir“ – die Haltung.
Laura Greco, Suhyun Park und Matthias Erdmann porträtieren Natur, Stadt und Mensch als individuelle Systeme mit je eigener Komplexität und Ästhetik, die aber auch in wechselseitiger Beziehung zueinander stehen. Sie werden drei Gedichte vortragen und währenddessen durch visuelle und akustische Projektionen Details und Zusammenhänge ästhetisch reflektieren.
Die Live-Performance ist Ergebnis einer Projektarbeit am Institut für Musik und Medien der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.
literatur
„Hoch oben auf dem Quivive“
Dienstag, 06.11.2018 19:30 Uhr Eintritt 5 €
Die Literaturzeitschrift WORTSCHAU ist eine literarische Achterbahn, kopfüber herzunter, doch mit Bodenhaftung. Ein Magazin für Gegenwartsliteratur, in dem poetische Luftsprünge ebenso Platz haben wie tiefschürfende Essays. Seit 2007 schaut sie dem Wort aufs Maul, im Einzelfall mundartlich, ständig auf der Suche nach Neuland. Große Namen schrecken dabei eben so wenig ab wie traditionell Erzähltes.
Heute präsentiert WORTSCHAU einen Abend mit Texten von:
Achim Raven – Thomas Brandt– Bess Dreyer – Wolfgang Allinger – Frauke Tomzcak – mit Zeichnungen von Thomas Brandt und einem Kurzfilm von Johanna Hansen und Nick Acorne.
onomato – ausstellung

00000100 in a material world
Nadine Arbeiter, Rimma Arslanov, Swen Buckner, Norbert Kraus
18. – 25.11.2018 – Eröffnung am 17.11.2017 19 Uhr

Die Welt hat sich mit digitalen Kodierungen und Medien angereichert. Anfänglich für die Beschreibung & Analyse der Welt genutzt, haben sich digitale Techniken auch zur Verwaltung, Überwachung und mittlerweile auch zur Steuerung von Prozessen (z.B. Einkaufen, Konsumieren) entwickelt. Diese Entwicklung hat sich auch in die künstlerische Produktion und Perzeption niedergeschlagen.
Aber in den Künsten, die sich dem Identitätsprinzip, das z.B. Sprache oder Mathematik so nutzbar und erfolgreich macht, geradezu wesentlich verweigern, wird die „Götterdämmerung“ des Digitalen sowohl gefeiert, als auch kritisiert. Die von Norbert Kraus kuratierte Gruppenausstellung im onomato künstlerverein anlässlich der dritten Digitale in Düsseldorf mit dem Titel „Digital Gods“ nimmt sich dieser ambivalenten Haltungen der Kunst zur Digitalisierung der Welt an.
Bei einer 8-bit-Verschlüsselung entspricht der Binärcode 00000100 der Zahl 4 und die wiederum entspricht der Anzahl der Teilnehmer an der Gruppenausstellung. Mit dem etwas ironischen, musikalisch anmutenden Ausstellungs-Titel „00000100 in a material world“ wird augenzwinkernd etwas Widerstand gegen die Digitalisierung des Alltags, der Artefakte, der Künste, der Bedeutungen und letztlich auch der Empfindungen in dieser (immer/auch) noch materiellen Welt, angemeldet. Und hat nicht schon immer das Entschlüsseln von artifiziellen (stilisierten) Botschaften den eigentlichen Genuss der Beschäftigung mit Kunst & Kultur ausgemacht?
Sa. 17.11. 19 Uhr: Eröffnung, 20 Uhr: Klangperformance
So. 25.11. 19 Uhr: „Down to Earth“, Yogastunde mit Nadine Arbeiter. Durch die bewusste Erdung und Fokussierung in der Yogapraxis, versuchen wir einen Ausgleich zur digitalen Welt zu schaffen. Offen für alle Interessierten jeden Alters. Bitte eine Matte, Decke und bequeme Kleidung mitbringen.
Diese Ausstellung steht im Rahmen der digitale düsseldorf
Jacopo da Pontormo
Lichtbildvortrag von Jens Stittgen
Dienstag, 27.11.2018 20 Uhr
Jacopo da Pontormo, 1494-1557, italienischer Maler und einer der Hauptvertreter des Florentiner Manierismus. In wieweit er als solcher sich von den Idealen der (Hoch-) Rennaissance unterscheidet und inwieweit Manierismus auch ein Thema für unsere Zeit jetzt ist, könnte u.a. gefragt werden.
literatur
POING
Dienstag, 04.12.2018 19:30 Uhr
POING ist eine vom vauvau-verlag für interaktive lyrik ins Leben gerufene Anthologie-Reihe. Sie veröffentlicht Gemeinschaftsarbeiten von Autorentandems, die sich medienübergreifend in Wort und Bild dialogisch begegnen.
Die Düsseldorfer Autorinnen Pia Helfferich und Christina Müller-Gutowski präsentieren eine Auswahl foto-lyrischer Dialoge aus dem im April 2018 erschienenen Band zum Thema STADT.
Im Wechselspiel von Lesung und Fotoprojektion werden urbane Räume sichtbar. Worte und Orte laden zu Assoziationen ein, denen man folgen kann, um eigene Wege durch diese Hyperstadt zu gehen.
Geschmackrichtungen des Geistes
Vortrag von Axel Grube
Freitag, 07.12.2018 20 Uhr
Ausgehend von einer ähnlichen Figur und Methodik bei Simone Weil, Ludwig Wittgenstein und Franz Kafka, geht Axel Grube auf der Suche nach gemeinsamen Quellen bis auf die Vorsokratik und jüdische Prophetie zurück und zeigt „Familienähnlichkeiten“ oder „Geschmackrichtungen des Geistes“ auf, die sich, losgelöst von gewohnten Begrifflichkeiten und quer zu den Zuschreibungen wie etwa „Philosophie“ und „Religiosität“ bewegen.
onomato – literatur
Poetische Begegnungen
Lyrikreihe im onomato
kuratiert von Frauke Tomczak
Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe im onomato auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker/innen erst in der Lesung, dann im Gespräch. Die Reihe hat sich aber der nicht immer glücklichen Entgegensetzung „Bekannt trifft Unbekannt“ entledigt und ersetzt sie durch das Zentrum, das von Anfang an ihren besonderen „Kick“ ausgemacht hat: die spannungsreiche und oft fruchtbare gegenseitige poetische Begegnung. Dieser sachlichere Titel erlaubt überdies eine größere Offenheit und Freiheit in der Kombination: auch zwei Lyriker/innen mittleren Bekanntheitsgrades können sich unter dem neuen Titel begegnen. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten/innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben..
Die geplanten Termine:
Mi. 12.12.: Marie T. Martin trifft Stan Lafleur
Mi. 30.01.: Olga Martynova trifft Gerhard Falkner
Mi. 27.02.: Ulrike Almut Sandig trifft Tristan Marquardt
Mi. 13.03.: Mirko Bonné trifft Durs Grünbein
Eintritt: 3,- / 2,- Euro ermäßigt
literatur
Poetische Begegnungen
Marie T. Martin trifft Stan Lafleur
Mi., 12.12.2018 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
Mit Marie T. Martin und Stan Lafleur präsentiert der Auftaktabend ein außergewöhnliches Poetenduo aus Köln.
Marie T. Martin, geboren 1982 in Feiburg, hat ihr Publikum anfangs mit kleinen poetischen Texten von absurder, teils surrealer Komik verblüfft. Ihr erster Lyrikband Wisperzimmer, 2012, transformiert diese Verblüffung in ein staunendes Erkennen. Sie erprobt eine frappierende Bildlichkeit, die im Strom zwischen Außen- und Innenwelten, von ihr Durchlässigkeit genannt, Gleichgewichte findet zwischen einer sprachlich möglichen, imaginären Überschreitung der Realität bis hin in kosmische Dimensionen und der Welt unserer Sinne: so kommt die Welt als Scheibe der vorkopernikanischen Wende zur Nacht.
Stan Lafleur, Jahrgang 1968, geboren in Karlsruhe, ist lange schon eine feste Größe in der rheinländischen Literaturszene (Literaturpreis NRW und, wie Marie T. Martin, Rolf Dieter Brinkmann Stipendium). In seinem jüngsten Lyrikband Mini Welt. Ausgewählte Gedichte, Düsseldorf 2017, buchstabiert er am Beispiel der Möwe in sechs Gedichten die naturwissenschaftliche Berechnung der Natur, auch Vermessung der Welt genannt.
(…) es treiben die kleinen Stunden
als wäre die Nacht eine Scheibe und man fiele
am Morgen wie die Tasse vom Tisch
Marie T. Martin: Draußen ein Fetzen Segeltuch
doch abends brüllen Gnuherden durch meinen Kopf
wir sind Schädelhelden! Schädelhelden sind wir!
Stan Lafleur: Spätnachmittags
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, das das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf



Willem de Kooning
Lichtbildvortrag von Jens Stittgen
Mittwoch, 19.12.2018 20 Uhr
Willem de Kooning, 1904 – 1997, niederländisch/us-amerikanischer Maler und Bildhauer, wichtiger Vertreter der gestischen Abstraktion im abstrakten Expressionismus der 40er Jahre, der mit seiner Woman-Serie in dieser Zeit zunächst berüchtigt, dann berühmt wurde. Als Maler bleibt er zeitlebens zwischen Abstraktion und Figürlichkeit.

Um „Gegenwart selbst“ zu bezeichnen, zitiert der japanischer Künstler miu in seiner Arbeit fortwährend das Phänomen des Wetters im Alltag. Darin beschäftigt er sich mit dem zeitlosen Thema des Wahrnehmungsmechanismus von „gestern/heute/morgen“ in menschlichen Aktivitäten. In seiner Solo-Ausstellung „Das Wetter von heute“ aktualisiert miu, als Konzeptkünstler und zeitgenössischer Komponist, seinen interdisziplinären Ansatz zu Fragen und zu Perspektiven von „heute“.
Mit Ilse Kilic und Rainer Komers begegnen sich zwei Lyriker, die in ihrer hoch kreativen Biografie auch mit anderen Medien gearbeitet haben: Ilse Kilic mehrfach mit einer Kombination von Bild – als Foto oder als Zeichnung – und Text. Rainer Komers hat sich mit seinen eigenwilligen, mehrfach preisgekrönten, oft poetischen Dokumentarfilmen einen Namen gemacht, bevor er mit ersten auch lettristisch gestalteten lyrischen Texten, Typogramme genannt, hervortrat.
Gefördert durch die Kunststiftung NRW und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Die Ausstellung inside@instagram im onomato künstlerverein möchte dazu einladen, das soziale Netzwerk mit seiner Flüchtigkeit und dem Nebeneinander von Reiz und Überreizung, Belanglosigkeit und Wertvollem, Oberflächlichkeit und Berührendem besser kennenzulernen.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit
Zwei sprachgewaltige und bildmächtige Poeten werden einander an diesem dritten Lyrikabend in der Reihe begegnen.
Die Gruppenausstellung „insights“ zeigt Fotografien, Skulpturen und Videoarbeiten, die ein Wechselspiel zwischen Innen und Außen thematisieren. Dmitry Lookianov und Ji Su Kang wagen den Blick ins Private und legen das Verborgene einer sozial auferlegten Assimilation offen. Der russische Fotograf Lookianov rekonstruiert in seiner Serie Realitätsmomente in Moskauer Hochhauswohnungen, die zu bizarren, futuristischen Bildwelten in kalten Innenräumen werden. Die Künstlerin Kang wagt es, durch fotografische Selbstinszenierungen ein Tabuthema ihrer Geburtsstadt Seoul aufzudecken: Junge Paare, die vor der Ehe zum Schein keusch bleiben sollen, treffen sich in sogenannten Love-Motels. Dem Besucher werden im doppelten Sinne „insights“ gewährt: Einsichten in versteckte Welten, um Erkenntnisse über ein urbanes Heute zu sammeln.
„Proberaum“ unter Leitung von Enis Vardar und Dr. Emmanuel Mir ist eine Kooperation des onomato künstlervereins mit dem Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Einerseits bietet sie Künstlern/innen die Chance in einem bekannten Düsseldorfer Ausstellungsraum der Öffentlichkeit ihre Arbeit zu präsentieren. Anderseits setzen sich junge Kunsthistoriker/innen bzw. Kunstvermittler/innen praktisch mit den verschiedenen Aufgaben der Ausstellungskonzeption und -organisation auseinander.
Den Abschluss der aktuellen Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN werden zwei Sprachartisten gestalten, die jeweils auf eigene Art ihre atemberaubenden Saltos in und mit der Sprache springen. Saltos, bei denen uns nicht etwa hören und sehen vergeht, sondern hören und sehen mitsamt allen Sinnen aufs intensivste angesprochen sind und aufgehen.
Haben Frauen einen anderen Blick auf sich selbst als Männer? Wir stellen verschiedene fotografische Positionen zur Diskussion. Im Fokus stehen Künstlerinnen, die eine exemplarische Sichtweise auf das weibliche Selbstportrait zeigen. Zusätzlich zur Ausstellung wird es ein Begleitprogramm geben.

Trägerstoffe sind Medien, die Informationen fixieren, manipulieren und visualisieren. In einem Spannungsfeld zwischen Materialkonnotationen und Neukombinationen von Bedeutungsinhalten werden bestehende Kategorisierungen und Themen von gesellschaftlicher Aktualität zur Diskussion gestellt.
Ein audiovisueller Essay über die Wahrnehmung von Welt nach Innen und Außen – über Umbrüche und das Scheitern in Zusammenhang mit dem in Planung befindlichem Projekt „Anfänge“ in der Friedenskirche Selm.
2011 entstand die Idee zu dem Ausstellungsprojekt „Anfänge“. Die Realisierung erwies sich als kompliziert und musste mehrfach verschoben werden. Auf dem Weg zu den Anfängen der eigenen Kunst spielten drei Performances eine ebenso zentrale Rolle, wie die kurze Begegnung mit regionaler und überregionaler Kulturförderung (Verhinderung) und die unvermeidliche Auseinandersetzung mit den derzeitigen Protagonisten „des globalen Drumherums“: Trump, Erdogan, Merkel…
Francis Picabia (geb. 1879 Paris – gest. 1953 ebenda), der gerne auch für die Dada-Bewegung reklamiert wird, zeichnet sich als Maler durch überraschende und scheinbar unzusammenhängende Stilwechsel aus, die seine Rezeption für nicht wenige lange Zeit erschwert haben, da sie als Mangel an Seriosität gedeutet wurden. Aber gerade in jüngerer Zeit ist es diese seine Eigenschaft, die zu einer neuen Wertschätzung des Malers führt. Auch ist sein Verhalten eine Einladung, das Verständnis von Seriosität in der Kunst noch einmal zu überdenken.
Die Ehrenlesung gibt einen Einblick in das umfangreiche und vielseitige literarische Werk der Schriftstellerin Margot Schroeder, die lange Jahre in Düsseldorf gelebt und gewirkt hat. Von der anfänglichen Prosa „Ich stehe meine Frau“ (1975), mit der sie schon Mitte der 70iger Furore machte, werden Auszüge aus ihren ungewöhnlichen Romanen „Wenn die Holzpferde lachen“ (1985) und „Oktobertee“ (1998) vorgestellt. Besonderes Gewicht erhalten ihre jüngsten drei poetischen Veröffentlichungen „Ohne Türgriff die Momente“ (2005), Gedichte mit kaleidoskopartigen Städtebildern, das Langpoem „Testament der Augenblicke“ (2011) und die Nonsensgedichte aus „Coladosen klagen über Blecharthrosen“ (2016). Neben ihrem literarischen Schaffen ist Margot Schroeder seit 1988 auch als Fotokünstlerin mit außergewöhnlich expressiven Fotografien hervorgetreten. Leider kann Margot Schroeder nicht persönlich anwesend sein.
Trotz ihres frappierend vielfältigen kreativen Schaffens als Schriftstellerin, Malerin und Zeichnerin existieren von Ille Chamier nur zwei Publikationen: der poetische Text in dem frühen Fotoband über Pina Bausch „Setz dich hin und lächle“, 1979, für deren Tanztheater Wuppertal sie mehrere Jahre dramaturgisch tätig war und die Textsammlung „Tagtexte“, 1980. Unermüdlich hat Ille Chamier seitdem im Selbstverlag beeindruckende, kostbare und aufwändige, oft mit eigenen Illustrationen versehene Textsammlungen herausgebracht. Allein die Titel dieser Editionen wie „Gezinktes Licht“, 2003, „Hu Hu – I can fly and you?“, 2007 oder „Turandot“, 2007 evozieren schillernde Imaginationswolken. Kombiniert mit einer temporären Ausstellung aus ihrem malerischen und zeichnerischem Werk wird sie selbst an diesem Abend aus ihren poetischen Werken lesen.
Mit seinem Projekt „Das visuelle Philosophieren“ sucht und findet der Fotograf Bernard Langerock einen Zugang zu den Werken des Philosophen Hermann Schmitz, dem Begründer der Neuen Phänomenologie.
Von den Dadaisten über Fluxus und Pop-Art, Konkrete Poesie und Cover-Art: der Niederländer Jan van Toorn hat Margit Bauer sein einzigartiges Archiv an Künstlerschallplatten geöffnet und Einblick geboten in eine Sammlung, die im Rahmen eines Studiums der elektronischen Musik 1972 ihren Anfang nahm und auch nach inzwischen mehr als 5000 erworbenen Schallplatten und anderen Tonträgern noch lange nicht abgeschlossen ist. Der Film „Vinyl“ gewährt einen dichten, faszinierenden Einblick in das Archiv und die „Sammler“-Welt Jan van Toorns.
„Visual Vinyl“ liefert erstmals einen umfassenden Überblick über „Künstler-Cover“. Als Fundus dient das umfangreiche Archiv des Niederländers Jan van Toorn – einer der umtriebigsten Sammler und größten Kenner auf diesem Gebiet. Die Bandbreite der vorgestellten Arbeiten reicht von surrealistischen Entwürfen von Salvador Dalí über Cover von Pop-Art-Größen wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg oder Jean-Michel Basquiat bis hin zu Arbeiten der Wiener Aktionisten, Jeff Koons, Damien Hirst, Banksy oder Ai Weiwei. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Entwürfe aus dem Umkreis der Fluxus-Künstler, die im Rahmen von Happenings, Performances und Aktionen oft selbst musikalisch tätig waren und ihre eigenen Stücke als LP publizierten.
Wie sich das Erscheinungsbild des Menschen im Spiegel der Zeit und ihrer Gesellschaft in seiner Sprache, Bewegung (Mobilität), Kleidung und Verhalten durch innere und äußere Einflüsse verändern kann.
‚Gewaltästhetik‘, d.h. die ästhetische Repräsentation von Gewalt, nimmt in der westlichen Kultur einen breiten, wenn nicht zentralen Raum ein. Mit einem Begriff von Michel Foucault könnte man von einem ‚Dispositiv‘ sprechen, von einer Signatur, die sich in vielfältige kulturelle Segmente eingeschrieben oder in ihnen transformiert hat. In der Malerei, auf der Bühne, im Film, in der Photographie und nun in der Computer-Animation, ist dabei der Blick ‚auf Körper herab‘ zum ikonographischen Mittel geworden, um sich diskursiv als Macht oder gegenüber der ‚Macht‘ zu positionieren, nicht zuletzt auch durch körperliche Selbstverfügung von Künstler_innen in Performances. Mit der Fixierung auf den ‚Körper an sich‘ wird freilich zugleich eine kulturell-dualistische Setzung westlicher Kulturgeschichte bloßgestellt, die als Legitimationsmittel von Gewalt dient und gedient hat. Die Analyse von ‚Gewaltästhetik‘ gibt daher nicht zuletzt Auskunft über den Stand unserer kulturellen Identität.
Studierende der HH-Uni Düsseldorf laden ein zu einer kleinen Führung durch Off-Spaces in Flingern. Eine Station wird im onomato künstlerverein sein.
In Lehrerzimmern ebenso beliebt wie wohlfeil: Der behagliche Grusel, dass am Gymnasium so viele Kinder und Jugendliche weder richtig zu schreiben noch sich angemessen auszudrücken fähig seien. Selten kommt jemand auf den Gedanken, dass Schüler*innen so schreiben und sprechen, wie sie es an einem Ort beigebracht kriegen, wo Bescheidwissen, Selbststeuerung und Leistungsvergleich höchste Priorität haben.
Claudia Robles-Angel erzeugt audiovisuelle Installationen und interaktive multimediale Arbeiten, in denen Besucher eingeladen werden, in eine neue Umgebung einzutauchen, die durch optische und akustische Bilder des täglichen Lebens gestaltet werden, z.B. Großaufnahmen von verschiedenen Strukturen, unbeachteten Räumen und Geräuschen, die man in der täglichen Routine nicht wahrnimmt. Ihre interaktiven Werke schließen auch immersive Räumen ein, wobei die Besucher eingeladen werden, mit ihren ihren eigenen Bio-signalen, wie z.B. Herzschlag oder Gehirnaktivitäten, zu interagieren. Die Installationen machen nicht-wahrnehmbare innere Zuständen von Menschen, wie Stress oder Entspannung, ästhetisch erfahrbar. –
Naomi Akimoto: Ich beschäftige mich schon lange mit Skulpturen aus Ton (keramische Plastik). Ich baue Installationen, die sich an der Wand oder auf dem Boden befinden und die ich ab und zu mit anderen Materialen, wie z.B. Zeichnungen oder Seilen kombiniere.
Am Freitag den 06. Oktober ab 16 Uhr findet im onomato eine neue Veranstaltung „On Table – Rund ums Archiv“ statt.
Am Sonntag Nachmittag ab 15 Uhr ist das onomato geöffnet. Wir laden ein zu einem gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen zum lachen und klönen. Zu Gast ist der Musiker Gilbert Giudice und Begleitung. Wer möchte kann eigenen Kuchen oder sein Musikinstrument mitbringen.
Die Performance erlebt seit einigen Jahren eine Art Renaissance. Im Oktober enden zwei neue Projekte, die in Düsseldorf erstmalig realisiert wurden und sich auf besondere Weise mit dieser Kunstform auseinandergesetzt haben: „GATE art zone“ und „blocked – the politics of open doors“ im plan.d.
Die Ausstellung zeigt im Rahmen der digitale düsseldorf sechs künstlerische Einzelpositionen: Installation, Malerei, Zeichnung, Animation, Musik. Die Arbeiten sind in ihrer Subjektivität weder durch funktionale Technik noch durch kollektives Miteinander gesichert. Sie sind fragil. Sie spiegeln die Entwicklungsstufen der Technologie und in Reichweite der Armlänge zeigen sie diese als Reflexion auf den Wänden und im Raum: LOW TECH.
Stefan Ettlinger
Christoph Korn
Norbert Kraus
miu
Elisabeth Mühlen
Was denke ich, wenn ich über das Wort ZEIT sinniere? Ich denke eine Ausdehnung, nicht aber eine lineare Bewegung. Die Ausdehnung hat mit dem Atem zu tun. Oder soll ich lieber sagen: Sie ist eine Konnotation des Atems. Denn die Brust hebt sich, wenn ich einatme. Die Ausdehnung, die ich denke, wenn ich die ZEIT denke, ist die einer unendlichen Brust. So zeigt sich, dass ich die Zeit ohne den Raum nicht denke.
Am 6. Dezember 2017 wird einer der bedeutendsten deutschsprachigen lebenden Schriftsteller, Peter Handke, 75 Jahre alt.
Günter Lamprecht und Claudia Amm lesen aus Der Engel Schwieg
Gefördert durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf
Der Auftaktabend präsentiert gleich ein glänzendes Duo: Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, hat mit ihren experimentellen Textstrategien schon in ihrem ersten Lyrikbuch Tonbrand Schlaf, 2008, Aufsehen erregt. Ihre ungewöhnliche Lyrik wird zugleich stets von einer schwebenden Musikalität begleitet.
Martin Rosswog wurde 1950 in Bergisch Gladbach geboren. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf freie Kunst und machte seinen Meisterschüler bei Prof. Bernd Becher. Seitdem arbeitet er als freier Fotograf, Buchautor und Dokumentarfilmer. Er lebt zurückgezogen im Bergischen Land und bereist von dort aus die Grenzen Europas um einfache Menschen, ihre Innen- und Außenräume für die Nachwelt aufzuzeichnen. Am Kunstmarkt vorbei erschienen zahlreiche Publikationen und er stellte die Ergebnisse seiner beeindruckenden Recherchen im In- und Ausland aus. Inzwischen sind Konvolute seiner Werke in Sammlungen und Museen vertreten. Wir freuen uns sehr diesen Ausnahmekünstler zu Gast haben zu dürfen.
onomato – das fenster
Frank Rogge präsentiert Arbeiten auf Holz und eine Serie von Zeichnungen.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
D 2008, R: Doris Dörrie, S: Elmar Wepper, Hannelore Elsner, Aya Irizuki
Gefördert von der Kunststiftung NRW und dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Die sog. Outsider-Kunst hat schon immer Kunstinteressierte und vor allem die Künstler selbst auf eine besondere Weise angesprochen und berührt.
Johanna Hansen, geb. 1955 hat nach ihrem Studium der Germanistik und Philosophie zunächst als Sprachlehrerin und Journalistin gearbeitet. Seit 1991 tritt sie als Malerin und Schriftstellerin in Erscheinung. Diese spezifische, expressive Kombination von Bild und Wort kennzeichnet auch ihre Ende 2013 erschienene erste Lyrikveröffentlichung „dasselbe Blau“ und ihre ungewöhnliche Form: eine gebündelte Loseblattsammlung, auch zum Aufhängen an der Wand. Seit Ende letzten Jahres ist sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift „Wortschau“. 
In dieser Ausstellung zeigt Inken Boje Fotoarbeiten ihren drei Arbeitszyklen Mehrfachbelichtungen, Soma Physis und In guter Gesellschaft. Die Fotoserie „In guter Gesellschaft“ befasst sich künstlerisch mit Gender und seinen Zuordnungen. Inken Boje erlaubt sich, durch die Einverleibung von weiblichen und männlichen Positionen der Kunstgeschichte selbst repräsentationskritisch zu äußern, direkt und konfrontativ.
„Wahrscheinlich konnte sie nicht kochen. Ein sozialistischer und anarchistischer Blaustrumpf“, urteilte ihr Enkel, der Maler Paul Gauguin.








Der onomato künstlerverein präsentiert die Performance-Künstlerin Angelika Fojtuch und die Bildhauerin Gesine Grundmann.


Oskar Kokoschka (1886-1980) ist ein österreichischer Maler, Graphiker und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne, dessen Frühwerk vor allem eine stark psychologische Grundierung aufweist. In diesem Zusammenhang ist die Liebesbeziehung zu Alma Mahler wichtig, die ihn zu einer Reihe bedeutender Werke veranlasst, insgesamt für den Künstler allerdings enttäuschend verläuft und ihn zuletzt dazu führt, eine lebensgroße Ersatzpuppe herstellen zu lassen.
Die Schrecken des Ersten Weltkrieges wurden in Topoi gefasst: „Welt in Flammen“, „Welt in Brand“, „Urkatastrophe“. Der Topos „Urkatastrophe“ gibt deshalb besonders zu denken, weil er sich gleich doppelt am falschen Ort bedient: von der Natur nimmt er die Katastrophe und grenzt sie ineins aus der Menschheitsgeschichte aus, indem er sie in unvordenkliche Zeiten verlegt.
In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf schreibt der onomato künstlerverein seit 2009 jährlich zehn dreimonatige Arbeitsstipendien für die Bereiche Video-/Klangkunst und Animation aus.
Dana Tal Segev und Ehud Segev leben und arbeiten im Rahmen des deutsch-israelischen Künstleraustausches im Gastatelier des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf an der Sittarder Strasse.
Dana Tal Segev ist Dozent und Doktorand für Kunst interdisziplinäre Studien an der Universität Tel- Aviv. Ihre experimentellen Werke wurden weltweit vor- und ausgestellt. Zahlreiche Preise und Stipendien z.B. der America-Israel Culture Foundation haben zur Verbreitung ihrer Kunst beigetragen. Ehud Segev, Video- und Multimedia-Künstler aus Ein Hod, zeigt hier eine sehr persönliche Dokumentation über den höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur mit dem Titel „Kapparot- Sababa- Cèst tout“. Dieser Film wurde über einen Zeitraum von mehreren Jahren aufgenommen und anschließend zusammengeschnitten.
Die 1954 in Nürnberg geborene, in New York lebende amerikanische Künstlerin Kiki Smith erlernte zunächst den Beruf der Rettungssanitäterin, um mehr Einsicht in die Zusammenhänge des menschlichen Körpers zu gewinnen. In ihrer Kunst thematisiert sie die Anatomie des Körpers, Fragen von Leben und Tod und später zunehmend das Thema Natur ausgeweitet bis zu mythologisch anmutenden Motiven. Zu Beginn mit Zeichnungen und Siebdrucken auf textilem Material arbeitend, formt sie Skulpturen in Wachs, in Bronze oder inszeniert collagenhafte Installationen wie zuletzt in Haus Esters in Krefeld. In ihrem Werk entfaltet sie zum Teil mit krasser Deutlichkeit, zum Teil poetisch märchenhaft einen eigenen figürlich-erzählerischen Kosmos, in dem sich moderne Ausnüchterung und kindliche Fantasie treffen.
Am 1.1.2000 ins Leben gerufen, ist Agricola de Cologne die Künstlermarke des gleichnamigen Medienkünstlers aus Köln, der im Herbst 2014 nach 15 Jahren auf eine ungewöhnliche Karriere als virtueller Künstler und Kurator zurückblicken kann. Er ist Zeuge und Wegbegleiter von neuen Formen und Technologien in de zeitgenössischen Kunst, und in vielfältiger Weise Pionier in deren Entwicklung und Anwendung.
In Kafkas Geschichte „Die Sorge des Hausvaters“, geschrieben im Winter 1916/17 in der Prager Alchimistengasse, beherrscht eine seltsame Gestalt namens „Odradek“ die Szene: „Man wäre versucht zu glauben, dieses Gebilde hätte früher irgendeine zweckmäßige Form gehabt und jetzt sei es nur zerbrochen. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein; wenigstens findet sich kein Anzeichen dafür; nirgends sind Ansätze oder Bruchstellen zu sehen, die auf etwas Derartiges hinweisen würden; das Ganze erscheint zwar sinnlos, aber in seiner Art abgeschlossen.“ (Franz Kafka)
Der Komponist und Klangkünstler André O. Möller, 1962 in Duisburg geboren und seit 29 Jahren Düsseldorfer erforscht autodidaktisch die Materialität und Wirkung von Klang anhand von Konzertstücken und Klanginstallationen und Präsentationsformen in deren Zwischenbereich.
Jun Kim wurde 1988 in Japan geboren, lebt und arbeitet in Köln und Berlin als Konzeptkünstler und Fotograf. Aufwendige Szenarien, Situationen wie in einem Film, verrückt komponierte Bilder, bei denen man sich fragt wie so etwas möglich ist, haben ihn schon immer fasziniert. In seinen eigenen Bildern werden deshalb die Gesetze der Schwerkraft genauso aufgelöst wie festgelegte Proportionen und Anordnungen. Er gestaltet seine Fotografien nach seinen inneren Bildern und Gedanken. Damit lässt er den Betrachter Teil haben an seiner Gedankenwelt. Jun Kim wird seit 2012 durch Weithorn Galerie, Duisburg vertreten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Galerie Weithorn
Während Flingern den roten Teppich zum Abend-Shoppen ausrollt, bleibt auch der onomato künstlerverein bis in die Nacht geöffnet und freut sich auf Ihren Besuch. Bei Glühwein, Punsch und Vanillekipferln pflegen wir Nachbarschaft und bieten Kunst zum kaufen an. Mit von der Partie ist unser Partner, die Galerie Weithorn, die ihre bewährten Wundertüten mit Werken ihrer internationalen Künstler offeriert.
marcpierre wurde 1966 in düsseldorf geboren, wo er heute noch lebt und als freiberuflicher photograph und künstler tätig ist. die ausstellung „ein- 2- samkeit“ ist ein absurder abriss in 12 bildern und 12 texten, dargestellt wird der ablauf einer beziehung.
Zum Auftakt des zweiten Teils der Reihe trifft Kurt Drawert, der 1956 in der ehemaligen DDR geboren wurde und seit 1996 als freier Schriftsteller in Darmstadt lebt, auf den Düsseldorfer Lyriker und Prosaautor Ferdinand Scholz, Jahrgang 1952.
Werkgespräch mit Nadine Arbeiter und Natascha Borowsky

Barbara Köhler und Niklas Stiller haben etwas gemeinsam: sie erweitern den lyrischen Text durch innovative sinnliche Formen seiner Präsentation im Raum. Aus dem Buch in den Stadtraum bringt Niklas Stiller Gedichte, auch eigene in expressiver typografischer Gestaltung. Seine legendäre Aktion „Litfassliteratur“, begonnen 1976, existiert bis heute. Barbara Köhler stellt in Textinstallationen ihre verdichteten Texte so in den Raum – auf Fensterscheiben, in Kunsträume, in die Natur – dass der Text die Situation, die er schafft und die Sprache zugleich erkundet.

Aus den Kunstsparten Fotografie, Film und Bildhauerei werden sechs Kulturschaffende aus Israel und den USA im Rahmen einer Ausstellung in der Galerie Lausberg eingeladen.
Das Rahmenprogramm zur Ausstellung „Künstlerische Positionen aus Israel“ bietet einen Filmabend im onomato künstlerverein. Vorgestellt werden Kunstfilme von Eran Barak, der in Ein Hod/Israel, Nähe Haifa lebt und arbeitet sowie von Dafna Shalom, Tel Aviv.
Das Ausstellungsprojekt „Künstlerische Positionen aus Israel“ wird ergänzt durch eine Lesung von Ingrid Bachér, die Texte von Else Lasker-Schüler vorträgt. Die deutsch-jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler wurde in Wuppertal-Elberfeld 1869 geboren, emigrierte 1933 zunächst in die Schweiz und später nach Palästina, wo sie 1945 starb. Ingrid Bachér ist Schriftstellerin und hat sich intensiv mit dem Werk von Else Lasker-Schüler beschäftigt. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Italien.

“I am living in the silence of room”
Zwei Lyrikerinnen, die ihre Lyrik als Sprechtexte regelrecht in Szene setzen, zwei Lyrikerinnen, die ihre Herkunft aus der Poetry Slam Bewegung nicht verleugnen, sondern geradezu ausstellen: Gedichte als Performance! Dieser vierte Abend in der Reihe BEKANNT TRIFFT UNBEKANNT verspricht besonders spannend und unterhaltsam zu werden!
Von Haus aus Biologin beschäftigt sich Britta Strohschen inzwischen ausschließlich mit der Fotografie, in der es ihr um Mensch und Tier geht. Sie setzt auf die authentische Wirkung des Mediums Fotografie, auch wenn ihre Bilder keine journalistische Geschichte erzählen oder Abläufe dokumentieren. Diese distanzierte Form der Betrachtung wird aufgegeben. Ihre Projektarbeiten sind der Versuch einer Annäherung, der Versuch zu verstehen, ein Prozess des sich Einlassens, des sich Begegnens, des gegenseitigen Vertrauens, ein sehr komplexes, ein spannendes Geschehen. Die Fotografin ist nicht neutral. Sie versucht, die erfahrene Wahrnehmung, die tiefere Realität… fotografisch zum Ausdruck zu bringen. Es ist eine Einladung an den Betrachter, sich auf das Thema / den fotografischen Impuls einzulassen und seine eigene Positionierung hierzu zu finden.

Das vielstimmige lyrische Konzert der Edition „Bekannt trifft Unbekannt“ – nach wie vor eine Novität in der gegenwärtigen Literaturlandschaft – wird kombiniert mit einer Lyriklesung, zu der LyrikerInnen dieser Edition live auch neue Gedichte vorstellen. Es lesen Andreas Altmann (Berlin), Johanna Hansen, Sina Klein, Jens Stittgen, Frauke Tomczak (alle vier Düsseldorf), Moderation: Frauke Tomczak.
Ein mit Stoff umwickeltes Objekt hinter den spiegelnden Scheiben der Birkenstraße entpuppt sich für diejenigen, die bereit sind, genauer hinzusehen, als 2-Kanal-Videoinstallation, gebaut für das Onomato.
stipendium nachlese
Absicht der internationalen Konzertreihe Nomádes ist, audiovisuelle Arbeiten, in denen Video und Musik den gleichen Grad von Bedeutung haben, auf der ganzen Welt zu verbreiten. Die Konzerte sind nicht an einen Ort oder ein Land gebunden, gemäß dem Terminus nomádes, das Völker beschreibt, die sich von einem zum anderen Ort bewegen, ohne sich fest an einen zu binden.
„In Markus Mußinghoffs Kunst verschmelzen die Pole Werk und Arbeit auf erstaunliche wie einzigartige Weise miteinander. Arbeit bedeutet für ihn die permanente Aneignung der Welt mittels Kopf und Hand – Werk wiederum bedeutet die einerseits punktuelle, andererseits auch raumgreifende Entäußerung des Angeeigneten eben auf diesem Wege: sei es als ideeles Konzept, als technisches Produkt oder als manuales Werk. Das Wurzeltiefe spiegelt sich dabei gerade auch in seinem Interesse an Gelebtem – im eigenen Video – wie an Gewachsenem – in seinem Holzskulpturen – wieder.
Festhalten des Augenblicks als neuer Gegenstand der Malerei, später: Rückzug des Malers aus seiner Gegenwart.
Die in Tadschikistan geborene und seit 2000 Israel lebende Künstlerin zeigt Animationen, Zeichnungen und skulpturale Arbeiten und gibt Einblick in ihr deren Entstehungsprozess.
Warum wurden Götzenbilder von Gott in Exodus 20:4 verboten? Warum sind Bilder von Gottheiten praktisch aus dem archäologischen Befund der frühen Eisenzeit verschwunden? der israelische Altertumswissenschafter Dr. David Ilan wird einige Bronzezeit-Figuren und deren ikonografische Attribute untersuchen und darauf aufbauend eine materialistische Erklärung vorschlagen, warum diese Figuren nicht mehr hergestellt wurden. Seine Erklärung entspricht nicht derjenigen der traditionellen Bibelwissenschaft.
Internationale Künstler der
Dieter Kiessling, geb. 1957 in Münster, seit 2005 Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule Mainz, pflegt ein besonderes Verhältnis zur Zeit.
Heike Pallancas Auseinandersetzung mit Naturgeschichte und existentiellen Phänomen wie Vulkanausbrüchen oder Erdbeben findet in ihrer plastischen Arbeit eine Umsetzung mit unterschiedlichsten Materialien und Medien. Sie benutzt Steinzeugmosaik und Betonplatten, Fundstücke aus der Natur wie Gesteine, Mineralien und Fossilien, aber sie integriert auch Fotografien und Leuchtkästen oder Texte in ihre meist raumgreifenden Installationen. Immer ist der Faktor Zeit ein wesentliches Element ihrer Arbeit, der Bruchteil eines Augenblicks erscheint eingefroren in ein plastisches Bild. Ihr Interesse gilt dabei den übergeordneten Themen, die fern unserer momentanen, flüchtigen Realität ihre Gültigkeit bewahren.
Martin Leyer-Pritzkow ist freier Kurator und Koautor des Kunstkaufbuchs – das erste Buch über die Qualitätskriterien der zeitgenössischen Kunst. In seinem Vortrag analysiert er, was gute Kunst ausmacht. Die Qualität und der Preis eines Kunstwerks werden in den Zeiten des Kunstbooms schnell durcheinandergebracht. Und damit werden die Schwächen und Stärken des Kunstmarkts erkennbar. Eine Aufforderung an alle, über Entwicklungen , Tendenzen und Konsequenzen zu reflektieren und zu diskutieren.
Ursula Ströbele (geb. 1961) liest und spricht mit Jens Stittgen.
Am Anfang steht die Löschung der Information auf einem Blatt durch Abschaben oder Übermalen. Die Oberfläche wird wieder verwendet. Unter der neuen Information taucht der gelöschte Inhalt als Schatten oder Erinnerung wieder auf. Das Palimpsestieren kann auch als Metapher für geistige und kreative Prozesse verwendet werden.
Überwindung des Konzepts des bloßen Momentanismus zugunsten Erarbeitung überzeitlicher Wahrheit mithilfe des Bildes.
Malerei als Spur des in der konkreten Zeit stattgehabten malerischen Aktes.

Philip Guston verabschiedet den Anspruch seine Generationsgenossen auf Wahrheiten, die von den Niederungen und Trivialitäten der jeweiligen Gegenwart unabhängig seien.
„Unsere Fähigkeit, komplexe Zeichensätze blitzartig zu decodieren und sie mit einem Kanon aus Vorwissen, Erfahrung und Erwartung in Zusammenhänge einzuordnen, wird außer Kraft gesetzt. Zwar erkennen wir auf Ettlingers Bildern auch Bekanntes – doch was auf den ersten Blick als Gesamtheit erscheint, erweist sich beim abermaligen Hinsehen als trügerisch.“
Inspiriert durch „Die lange Straße aus
Ein Mann und sein Sohn begegnen während ihrer Wanderschaft durch die italienische Provinz einem sprechenden Raben, der sie in politisch-philosophische Debatten über Gott und die Welt, Marx und Christus, Geschichte und Revolution verwickelt. Pasolinis verschrobene Filmfabel ist eine ebenso witzige wie tiefsinnige Meditation über Geschichte und Bestimmung des Menschen; der spielerische Umgang mit Ideologien und deren Rückführung auf die Praxis des Alltags bereitet ästhetischen Genuß und intellektuelles Vergnügen
In die Familie eines reichen italienischen Fabrikanten kommt ein Gast, dessen eigenartigem Wesen alle verfallen. Von dem geheimnisvollen Erwecker zu bewußtem Leben gerufen, finden die Menschen – verändert, aber nicht befreit – keine Möglichkeit, ihr Leben positiv zu gestalten. Nur einem Dienstmädchen gelingt der Ausbruch aus den eingefahrenen Bahnen seiner Existenz. Vieldeutiger, für verschiedene Interpretationen offener Film, in dem Pasolini seine aus Christentum und Marxismus gezogenen Erkenntnisse für die Notwendigkeit einer geistigen und sozialen Umwandlung des Menschen formuliert.
„Die Geschichte des Neorealismus. Er ist doch aus der Geschichte des Faschismus, des deutschen und italienischen Faschismus hervorgegangen. Ich möchte Sie fragen wie Sie den Neorealismus sehen, wie Sie seine Ausdrucksform im Unterschied zur Ausdrucksform…“
Angela Felice, Direktorin der Pasolini Stiftung in Casarsa, spricht über das Werk des Autors und Filmemachers und seine Relevanz für die heutige Zeit.
Jürgen Born, der Begründer der Forschungsstelle für Prager deutsche Literatur und Mitbegründer der Kritischen Ausgabe der Schriften, Tagebücher und Briefe Kafkas, wirft in seinem Vortrag ein Licht auf zwei doch grundlegend verschiedene Naturen. Bei allem Wohlwollen und der tatkräftigen Unterstützung Thomas Manns für Kafkas Schriften ist bei dem „hanseatischen Humanisten“ stets auch eine Distanz und Fremdheit gegenüber dem Prager Dichter zu erkennen.
Ist es möglich, dass der Altmeister der konkreten und auditiven Poesie, Gerhard Rühm, Jahrgang 1930, etwas gemeinsam hat mit der Satirikerin und Grafikerin Vera Henkel, geboren 1961 in Düsseldorf?





Eröffnung am Samstag, 19.12. um 17 Uhr
Angelika Fojtuch, Performancekünstlerin geb. 1978 in Polen, lebt in Gdynia und Düsseldorf. Sie war Ateliersstipendiatin der Stadt Mönchengladbach im Jahr 2013.
Esther Kinsky, geboren 1956, hat lange als Übersetzerin aus dem Polnischen, Englischen und Russischen gearbeitet, bevor ab 2010 ihre ersten Romane, dann ihr Lyrikbuch „Reise nach Patagonien“, gefolgt von dem liebevoll mit einer Fotostrecke ausgestatteten Lyrikband „Naturschutzgebiet“ (2013) erschienen. Mit ihrer Roman genannten poetischen Prosa „Am Fluß“ war sie 2014 in aller Munde und wurde dafür 2015 mit dem „Kranichsteiner Literaturpreis“ geehrt. Eine epische Erzählung, die sich entlang des kleinen Flusses Lea in Ostlondon und vieler anderer Flüsse und Ströme in Europa bis zum Ganges bewegt, ohne Handlungskonstruktion, doch mit zahlreichen präzise und eindrucksstark gezeichneten Beobachtungen und Begegnungen – ein langsam fließender, zugleich atemberaubender und wortwendiger Erzählstrom in poetisch-atmosphärischer Verdichtung.
Ludwig: Du bist doch heulend aus dem Kino gelaufen, als Student. Ich weiß nicht mehr wer mir das erzählt hat, dass du heulend aus dem Kino raus bist aus dem Straub Film, wo die Laien ganz emotionslos auf ihre eigene Art den Empedokles rezitieren. Der unbekannte Laie, von dem man nur die Beine sieht, man hört seine unprofessionelle schöne Stimme und dann hättest du im Hintergrund der Szene gesehen, wie der Wind die Gräser bewegt und da hättest du hemmungslos geheult.


Im Rahmen des Düsseldorf Photoweekends 2016 stellt die deutsche Fotografin Charlotte Michele Ernst Arbeiten aus ihrem Buch zum Thema illegale Einwanderung aus: A Pie al Cielo – Zum Himmel zu Fuß dokumentiert den Migrationsweg einer jungen Flüchtlingsfamilie über Mexiko nach Texas.
Thomas Bernardet (born 1975 in Fréjus, France) lives and works in Brussels.
Das dialogische Prinzip, die Innovation durch die Lyrikerin Elke Erb, die zugleich das Anliegen der Reihe auf den Punkt bringt, hat beim letzten Lyrikabend auch das Publikum so überzeugt und begeistert, dass sich José Oliver, als er davon hörte, ebenfalls bereitwillig darauf einließ: auch er wird auf ausgewählte Gedichte von Bess Dreyer mit seiner Lyrik antworten.
von 11. bis 20. märz ist ernstfriedrich jünger zu einem arbeitsaufenthalt im ONOMATO zu gast.
Nur elf Monate dauerte die vielleicht bedeutsamste Liebesgeschichte der jüngeren Zeit. Sie währte aber ein ganzes Leben und geht in ihrer Bedeutung weit darüber hinaus. Die bewegte und bewegende Lebensgeschichte von Dora Diamant, der lange Zeit Unbekannten an Kafkas Seite, vermag, zugleich mit einem immer noch weitgehend unbekannten Kafka, beinahe vergessene wie gleichermassen hoffnungsvolle Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen:
Die südkoreanische Künstlerin Ga Ram Kim macht mit ihrem Friseursalon-Projekt Station im onomato. Ga Ram Kim tritt selbst als Friseurin auf und lädt die Besucher gleichzeitig zum Gespräch über aktuelle und ortsspezifische Themen (agendas) ein. Man wählt ein Thema aus und entscheidet, wie lange das Gespräch und der Haarschnitt dauern soll. Das Gespräch wird in Englisch oder mit Übersetzung in Deutsch geführt und gefilmt.
Eröffnung: Fr. 01.04. 19 Uhr mit Performance von Clémentine Rettig in Zusammenarbeit mit Carsten Heisterkamp um 20 Uhr
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Geschichte der Idee des Eurotunnels zwischen Calais in Frankreich und Dover in Großbritannien. In der Installation werden gefundene und selbst produzierte Bilder verknüpft, in denen es um Erzählweisen von Mobilität und um deren Kontrolle geht.
Wir möchten erinnern an unseren Mitgründer, guten Freund und geistreichen Inspirator Joachim Rüsenberg. Es werden visuelle und akustische Arbeiten von und für Joachim Rüsenberg aufgeführt.
Gezeigt werden fotografische Arbeiten der Gruppe Photo5plus, die aus den sechs Fotokünstlern Susanne Hartmann, Stefan Kögel, Stefanie Minzenmay, Tilman Neubert, Frank Szafinski und Juliane Wende besteht. Als frühere Teilnehmer an Jahresklassen der Schule für künstlerische Fotografie in Düsseldorf setzen die Fotokünstler seit 2014 einen fotografisch und künstlerisch interessierten Austausch fort.
Tamar Chaduneli ist in Rustavi, Georgien geboren und studierte Medienkunst an der State Academy of Arts in Tbilisi wie auch später im Center of Contemporary Art – Tbilisi (CCA -T) Videokunst-Direktion (2012-2013). Ihr künstlerisches Spektrum umfasst Videokunst, Installation, Sound Art, Malerei, Zeichnung und Skulptur. Chaduneli kuratierte auch Gruppenausstellungen.
Gefördert durch das Frauenkulturbüro NRW e.V.
Eine Groteske nach Briefen und Texten des französischen Extrembergsteigers und Dichters Gilbert Tassaux von Thomas Kaiser und Markus Mußinghoff.
Die Düsseldorfer Schriftstellerin Regina Ray wird aus ihrem vor kurzem erschienenen Roman „Das Mottenprinzip“ lesen. Die Handlung spielt überwiegend in Indien, ein Road-Movie der besonderen Art und für die Hauptfigur eine Zeit der Entscheidungsfindung zwischen zwei Männern, einem Schweizer Künstler und einem indischen Intellektuellen mit vielen Gesichtern. Außerdem zeigt der Roman ein abgelegenes und durch Rebellen und Regierung verunsichertes Stammesgebiet, deren Bewohner ein besonderes gesellschaftliches Modell leben; Jugendliche üben Selbstständigkeit, Verantwortung und freie Liebe in ihren traditionellen Jugendhäusern.
In Zusammenarbeit mit Galerie Rautenstrauch
Im Oktober letzten Jahres war Ulrike Heider schon einmal zu Gast im onomato. Ihre später von Micha Brumlik und Helmut Dahmer hoch gerühmte Studie zur wechselnden Geschichte der Sexualität seit 45, überschrieben mit dem Graffiti „Vögeln ist schön“, findet nun eine ebenso interessante und spannende Fortsetzung: aus einem weit größeren Materialvolumen hat Haider 13 Interviews ausgewählt, in denen meist ältere Menschen sich an ihre „Erste Liebe“ in der Kindheit, will sagen vor dem 13. Lebensjahr erinnern.
Mit den skulpturalen Arbeiten der vier teilnehmenden Künstler Nina Nowak, Ruben Smulczynski, Katja Tönnissen und Lisa-Julie Rüping möchte die Ausstellung open matter von einer Textur des Auftauchens erzählen: wie materialisiert sich unser Ich? Welche Rolle spielen die Anderen dabei?
Ausgehend von Alltagsgegenständen erforscht Nina Nowak, Kunstgenerator Stipendiatin 2015, in ihren Objekten und Installationen, welche Beziehung wir zu den Dingen aufnehmen und wie wir uns gegenseitig beeinflussen. In Ruben Smulczynskis Videoinstallation hingegen wird der Körper selbst zur gestaltbaren Oberfläche. Der Meisterschüler von Katharina Grosse stellt in seiner Arbeit eine Reflexion über Mündigkeit und Bestimmtheit her. Keramik und Malerei geraten bei Katja Tönnissen in eine Symbiose. Die Arbeiten der Künstlerin, die im letzten Jahr das Bronner Residency Stipendium gewann, wirken wie Subjekte, die wiederum uns Subjekten auf die Schliche kommen wollen.
Offene Materie. Oder doch uneindeutige Angelegenheit? Der Titel der Ausstellung – open matter – verweist auf einen offenen Prozess, der keiner Abgeschlossenheit unterliegt. Indem matter sowohl für Materie und Substanz als auch beispielsweise für Anliegen steht, entzieht es sich in Verbindung mit open einer eindeutigen Les- und Interpretationsvariante.
Misch Da Leiden (MDL) stellt seine Arbeitsweise vor und zur Diskussion: Montage als Annäherung an die Realitäten. Was ist das Besondere an Misch Da Leidens Art der Montage?
Geb. 1952, italienischer Maler, der Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre zu den Protagonisten der „Transavantguardia“ gehörte, indem er eine nach Jahrzehnten der Abstraktion ganz neue Gegenständlichkeit formulierte, die oft rätselvoll und symbolträchtig betont inhaltlich aufritt, in visuell prägnanter und farbig ungewohnter Form.
(*1953) südafrikanische Malerin, die inzwischen in Amsterdam lebt, die, auf photographische Vorlagen gestützt, in ihren Bildern vorzugsweise Menschen zeigt und damit ein von moderner Skepsis geprägtes Menschenbild entwirft. Apartheid wird allerdings nicht zu ihrem Hauptthema, trotzdem kommen der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß zur Darstellung und darüber hinaus auch politische Themen generell.
tilo riedel (geb. 1960 in frankfurt/main), textsachen, lesung.
Alles mit Masse übt eine Schwerkraft auf alles andere mit Masse aus. Das gilt nicht nur für Himmelskörper. Künstlerinnen und Künstler zeigen in ihren Arbeiten unter anderem die materialeigene Ästhetik und setzen sich thematisch mit den sozialen, Gegebenheiten – aktuell oder historisch – die weltweit in der Textil- und Papierindustrie herrsch(t)en, auseinander.
Michael Rüsenberg (Ton) und Peter Hölscher (Bild) zeigen drei ihrer „Videos“. Der Begriff steht in Anführungszeichen, weil es sich bei ihren Arbeiten zwar um bewegte Bilder, nicht aber um solche mit 24 oder mehr frames pro Sekunde handelt.
Polaroid/Schreibmaschine,
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Galerie Weithorn
Vortrag in Wort mit einzelnen Bildern
(*1954) amerikanische Künstlerin, die die Photographie benutzt, um die Ergebnisse ihrer mit Schminke und Kostümierung durchgeführten Verwandlung in zahllose verschieden Typen von Weiblichkeit unserer Zeit (zum Teil tritt sie auch in männlicher Rolle auf) ins Bild zu setzen. So entstehen Photoserien, die Identität, Rollenbilder, Körperlichkeit und Sexualität befragen.
The issues I would like to present at the onomato künstlerverein are from the dissertation I wrote, which is engaged in arts in prisons. The title of the research is: “Art as a symbolic space in a detention center: A case study of art classes under the guidance of students in a detention center“ At the lecture I will demonstrate various creative processes, as were instructed during the encounters and the final products of these processes. Paralleled on the art teaching and academic research for my doctorate, I will present a series of my own art work which also deals with imaginary landscapes.
Mit der immensen Zunahme des positiven Wissens in der präzisen Welt – sowie der immer dichteren Umstellung mit Dingen in einer immer kürzer getakteten Zeit ist die Wahrnehmung eines nichtwissen in den Hintergrund geraten. Eine Orientierung zum Unfassbaren ist gleichsam kaum mehr »in Gebrauch«.
Der westliche Bildungsbegriff geht davon aus, dass Neugierde und Wissensakkumulation sowie -vernetzung ein hohes Gut sind. Das Bildungsideal des sich imanzipierenden Bürgertums hat sich in unseren Köpfen derart festgestzt, dass wir – z.B. in der Rolle der Lehrenden – einerseits unter dem Mangel der Studenten leiden, mit der ‚richtigen‘ Haltung in Ihre Projekte zu gehen, und uns andererseits einem System hilflos ausgesetzt fühlen, das in Zeiten von Bologna-Prozessen nicht in der Lage zu sein scheint, Inhalte essentiell zu reduzieren oder neu zu organisieren.
Vortrag von Lorenz Wilkens, Berlin
Filmaufführung mit Publikumsdiskussion
Almuth Hickl liebt die „Neuen Medien“ auch und besonders, wenn sie anfangen zu altern. Sie experimentiert methodisch mit ihren materiellen, inhaltlichen und formalen Möglichkeiten, enthebt sie partiell ihrer ursprünglichen Funktion und lädt sie mit neuen Assoziationen auf.
For a number of years, a debate has been taking place among philosophers and theorists of the cinema about whether films are able to actually philosophize. In this talk, I defend the thesis that certain films have actually made a contribution to philosophy. In the course of my defense, I respond to a number of objections that have been raised to the possibility of cinematic philosophy. Among the films referenced are The Third Man (1948), The Conformist (1970), All of Me (1989), Crimes and Misdemeanors (1989), and Waking Life (2001).
digitale
“Plutôt la Vie” – ein Gedicht von André Bréton. Eher das Leben – Bilder von Jochen Eckert, in den Stunden und Tagen nach einer todbringenden Freitagnacht in Paris aufgesammelt.
In Japan gibt es unzählige Geschichten über Geister auf Rachefeldzug, über nächtliche Spukprozessionen und über Tiere, die Menschen hinters Licht führen. Der Vortrag gibt eine Einführung in die Welt der yûrei und yôkai, wie diese Wesen genannt werden, und zeigt auf, wie sich das Verhältnis der Menschen zum Unheimlichen in Japan über die Zeit gewandelt hat. So werden der Flusskobold Kappa und die „Langhalsfrau“ nicht mehr nur gefürchtet, sie sind zu beliebten Figuren der Popkultur geworden und treten heute in unzähligen Erscheinungsformen auf.
Ursula Ströbele ist dem Düsseldorfer Publikum bisher als Filmerin und bildende Künstlerin bekannt. Sie hat aber auch seit Jahren ihre Kindheitserinnerungen aus den 70er Jahren in Friedrichshafen erst aufgesprochen, dann in kleinen Erzähleinheiten verschriftlicht und immer wieder bearbeitet. Daraus wurden teils witzige und überraschende Geschichten, teils Geschichten mit einer poetischen Verdichtung, die nahezu parabolische Qualitäten erreicht. Diese ständig wachsende Sammlung ist bisher unveröffentlicht.
Insofern das, was sich Kunstschaffen nennt, das vorgewusste Ergebnis und absolute Planbarkeit meidet, hat es mit dem Nichtwissen produktiv zu tun, erschafft aus dem Ungenügen am bloß Gewussten.