2022: Veranstaltungsarchiv

ausstellung

On distance III | ‘The visible in the absent‘

15.12.2021 – 23.01.2022 – Outdoor Matinee am 15.12. um 16 Uhr

Finissage: Fr/Sa/So. 12.-13. Januar

Impro 97 ist ein Ladenlokal mit Arbeits- und Ausstellungsraum. Die drei den Raum organisierenden Künstlerinnen setzen eigene wie partizipativ-künstlerische Projekte um.

Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Medien ist uns der interkulturelle Austausch wichtig. Unsere Basis ist das interdisziplinäre Denken.

Wir zeigen Installation, Collage, Zeichnung, Skulptur, Fotografie und Video. Die Arbeiten sind von außen sichtbar.

Zusammen mit dem onomato künstlerverein haben wir einige Künstlerinnen und Künstler aus unserem Umfeld eingeladen, eine Fenster – Ausstellung in beiden Ladenlokalen der Birkenstraße 97 für die Jahreswende 2021/ 22 zu gestalten.

Wir freuen uns über Installationen, Videos, Künstlerbücher, Editionen und Lieblingsbücher von:

Franklin Berger (Künstlerhefte I Artist notebook)
Walter Bergmoser (Edition)
Bertram & Michael Rüsenberg (Buch-Neuerscheinung I New book release)
Hilmar Boehle (Edition)
Erika Brand (Edition)
Terry Buchholz (Künstlerbuch | Artist book)
Kurt Buchwald (Edition)
Stephen Cone-Weeks (Buch-Neuerscheinung I New book release)
Andrej Glusgold (Edition)
Britta Helmerdig (Edition)
Bernadett Wiethoff (Künstlerbuch | Artist book)
Martin Hochleitner (Buch-Neuerscheinung I New book release)
Uli Johannes Kieckbusch (Assemblage)
Norbert Kraus (Video & Installation)
Irene Kurka (Buch-Neuerscheinung I New book release)
Matthias Leupold (Edition)
Elisabeth Luchesi (Video & Edition)
Katharina Mayer (Edition)
Carol Pilars de Pilar (Künstlerbuch I Artist book & Edition)
Hadas Satt (Edition)
Shanta Shakya (Edition)
Bärbel Starz (Edition)
Birgitta Thaysen (Edition)

Persönliche Terminvereinbarungen können unter hallo@impro97.de gebucht werden. Die Werke sind verkäuflich.

literatur

Poetische Begegnungen

Lütfiye Güzel trifft Max Czollek

Donnerstag, 24.02.2022 19:30 Uhr
Livestream Link: youtu.be/FaZNKqp-qyA

Lütfiye Güzel, geboren 1972 in Duisburg, gelingt es, selbst bei kulturellen Großveranstaltungen im Ruhrgebiet ein Massenpublikum in den Bann der poetischen Seismographie ihres Alltags und ihres Bewusstseinsstromes zu ziehen. In diesen Fluss sind unterschiedlichste Elemente vom Brief bis zur medizinisch-therapeutischen Selbstbeobachtung eingefügt und ab und an überraschend festgefügte lyrische Forment: Gedichte im Langgedicht.

Max Czollek, geboren 1987 in Berlin und jüdischer Herkunft, hat sich auch 2021, dem Gedenkjahr der 1.700jährigen gemeinsamen jüdisch-europäischen Geschichte, erfrischend kämpferisch eingemischt. Seine Gedichte bieten feingesponnene und zugleich fest gegründete Behausungen für die unterschiedlichsten Beobachtungen, skurrile Begegnungen und eigenwillige Befindlichkeiten. Einzig ausgeschlossen sind gestählte Panzerung und unbedingter Vernichtungswille. Ihnen wird der Kampf angesagt.

Zuerst übers Ziel hinausschießen, später dann
vielleicht die Mitte finden, aber die Mitte,
die ist nicht mein natürlicher Raum.

Lütfiye Güzel, „nix meer“, Duisburg/Berlin 2018

„ich komme mir vor, als säße ich in einem meiner gedichte
und vielleicht tue ich das auch.

Max Czollek, „Grenzwerte“, Berlin 2019

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW und das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf

literatur

Poetische Begegnungen

Karin Fellner trifft Thomas Kunst

Donnerstag, 10.03.2022 19:30 Uhr
Livestream Link: youtu.be/OgpJ-9PGiSI

Karin Fellner, geb. 1970 in München, wo sie heute wieder lebt, studierte Psychologie in Konstanz und Literaturwissenschaften in München und arbeitet als Autorin, Übersetzerin und freie Lektorin. Sie hat inzwischen 5 Lyrikbücher veröffentlicht, wurde mehrfach mit Literatur- und Lyrikpreisen ausgezeichnet und unterrichtet heute poetisches Schreiben u.a. am angesehenen Lyrik Kabinett München.

Ihre im Druckbild klar und übersichtlich anmutenden Gedichte täuschen – möglicherweise absichtlich – über die surrealen und bizarren, ja sich teilweise ins Absurde steigernden Szenarien und tumultarischen Geschichten hinweg, die sie entfalten: gänzlich überraschende, fremdartige Welten, fluid und wandelbar wie Traumbilder, die bei allem in einem alltäglichen Ton und scheinbar geerdet daherkommen, so dass sie uns, wenn wir um die nächste Ecke biegen, je erneut anspringen wie dort nie vermutete Kobolde.

Thomas Kunst, geb. 1965 in Stralsund, studierte in Leipzig, wo er schon seit 1987 als Bibliotheksassistent an der Deutschen Nationalbibliothek arbeitet. Nachdem er 1991 mit seinem ersten Gedicht- und Prosabuch „Besorg noch für das Segel der Chaussee“ hervorgetreten ist, hat er zahlreiche Lyrik- und Prosabücher – insgesamt 21 Titel – veröffentlicht und ist ebenfalls mehrfach mit Preisen geehrt worden. Bemerkenswert ist sein Netz an Verbindungen in der literarischen Szene der Gegenwartsliteratur, das Paul Wühr, über Ulrich Zieger, den Dramatiker Gaston Salvatore, Feridun Zaimoglu und Lutz Seiler umfasst. Sein jüngster Lyrikband „Kolonien und Manschettenknöpfe““ erschien 2017 bei suhrkamp Berlin. In diesem Band arbeitet er mit eindrucksvollen und skurrilen Sprachbildern, die ins Surreale greifen und ein originelles Verfahren bergen: einige je wechselnde Leitmotive wandern von Gedicht zu Gedicht und sind immer in neue Kontexte gestellt.

Zingpaling zingpaling,
spannt Skarda den Paraschirm auf.

Karin Fellner, „Ohne Kosmonautenanzug“,
Köln parasitenpresse 2015

(…) es schien,
Als folgten wir dem Rückstau der Gewalten.

Thomas Kunst, „Von allen Seiten in sein Zimmer gehen“,
Kap. II in: „Kolonien und Manschettenknöpfe“, 2017.

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW und das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf

ausstellung

China Beliefs

Fotografien aus China, 2012 bis 2019
Bernard Langerock

11. bis 20. März 2022, Eröffnung am 11. März 2022 um 19 Uhr

Die Fotografien visualisieren die persönliche Auseinandersetzung des Künstlers mit Aspekten der chinesischen Kultur in Bezug auf ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie stellen symbolhaft situative Gefühle und Stimmungen dar.

Öffnungszeiten: Freitag, Samstag und Sonntag von 16 bis 20 Uhr
Künstlerführung: Donnerstag, 17. März um 19 Uhr

literatur

Poetische Begegnungen

Birgit Kreipe trifft Dincer Gücyeter

Donnerstag, 31.03.2022 19:30 Uhr
Livestream Link: youtu.be/he-huxHI7ig

Birgit Kreipe, geboren 1964 in Hildesheim, studierte Psychologie und Neuere Deutsche Literatur in Marburg, Wien und Göttingen. Sie arbeitet als Psychotherapeutin, Autorin und Übersetzerin von Lyrik in Berlin. 2010 erschien ihr erster von insgesamt vier Lyrikbänden, die jüngsten beiden „SOMA“ 2016 und und „Aire“, 2021 bei kookbooks, Berlin.

In ihrem Buch „Aire“ (Luft) ist nichts fest. Die Dinge der Außenwelt überlagern sich mit Körper- und Gemütszuständen zu Träumen und Bildvisionen. Unsichtbare – eben luftige – Wesen sind omnipräsent, treten durch Stimmen in Erscheinung – „die verlorenen schreien mich mit vogelstimmen an“ – ein Stern siedelt in der Brust, alles ist in permanenter Überlagerung, in Metamorphosen und Transformationen.

Dincer Gücyeter, ist 1079 in Nettetal geboren, wo er noch heute lebt und in seinem kleinen aber feinen Elif Verlag vor allem Lyrik verlegt. Viele LyrikerInnen der jungen Kölner Szene sind seine Autoren. Zugleich hat er sich durch die Publikation von Übersetzungen junger türkischer LyrikerInnen und internationaler Lyrik einen Namen gemacht. Er selbst war nach seinem Realschulabschluss in den unterschiedlichsten Berufen tätig und finanziert bis heute seinen Verlag als Gabelstaplerfahrer in Teilzeit. Er hat bisher drei eigene Lyrikbücher veröffentlicht: „Anatolien Blues“ und „Ein Glas Leben“, beide 2012, 2017 „Aus Glut geschnitzt“, und 2021 „Mein Prinz, ich bin das Ghetto“. Für dieses Werk erhielt er den diesjährigen renommierten „Peter-Huchel-Preis“.

Seine narrativen Gedichte eröffnen ein Panorama der Flucht, des Elends, harter Arbeit und oft erschütternder Schicksale. Signaturen schreibt zu „Aus Glut geschnitzt“: „Ja, es ist harter Stoff, den Gücyeter hier liefert. Er verweigert sich jeder Beschaulichkeit. Bei ihm ist das Gedicht ein Aufbegehren, wie man es heute, vor allem in Deutschland, wo alles sich in Natur und Beschaulichkeit flüchtet, nur selten noch findet.“

eine helle gespenstschrecke löste sich, sang
in einer lichtsprache, die die gedanken trennte
von meinen verwirrten sinnen

Birgit Kreipe: „als es den trödelstern traf“ in „Aire“

zu oft pilgerten wir in die Sünde des verschwiegenen Wortes,
zu oft sprangen wir über die Zäune der Massengräber“

Dincer Gücyeter: „der Aufruhr der trojanischen Frauen“ in „Aus Glut geschnitzt

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW und das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf

ausstellung

Achim Raven: Die Wahrheit

01. bis 10. April 2022, Eröffnung am 01. April um 19 Uhr

Der Schriftsteller Achim Raven stellt eine Serie von Fotomontagen vor, die die Fragwürdigkeit und unfreiwillige Komik verkündeter Wahrheiten thematisiert.

Öffnungszeiten:
Mo. Mi. Do. Sa. 17-19 Uhr
So. 15-17 Uhr
und auf Anfrage

ausstellung

Aus meinen Tag- und Nachtübungen

Aquarelle, Skizzen, Tuschzeichnungen von Uwe Piel

30.04. bis 08.05. 2022

Eröffnung 29.4.22 um 20 Uhr
Uwe Piel: „Wortbilder“
Lara Schumann: „Audiowerk“

Uwe Piel: Geboren an der holsteinischen Ostseeküste,

Studium von Philosophie, Geschichte, deutscher Literatur und Kunstgeschichte an der Hochschule in Aachen,

Studium der freien Kunst bei Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler, künstlerische Arbeit mit Eltern, Kindern, Jugendlichen und Strafentlassenen in Krefeld, Duisburg, Essen und Düsseldorf,

Ausstellungen in Aachen, Rees, Düsseldorf, Kopenhagen, Frankfurt, Kassel und Moskau.

Uwe Piel lebt und arbeitet in Düsseldorf.
www.uwepiel.com – Tel. 0176 95453680

Lara Schumann lebt und arbeitet.
www.laraschumann.de

Öffnungszeiten: Mi, Fr, So 16-20 Uhr

ausstellung

Vor dem Begriff

Fotografien in Schwarz-Weiß

13.-15. Mai 2022, Eröffnung am Freitag, 13. Mai um 19 Uhr

Die Austellung „Vor dem Begriff“ bietet einen Blick durch das „Le Wasistdas“ und öffnet die Sicht auf das Mögliche, was vor der Erfahrung steht. Im französisch sprechenden Belgien heißt das Guckloch an der Haustüre „Le Vasistas“!

Mit Arbeiten von:

Inken Boje
Terry Buchholz
Carlota Carbonell Valero
Andrea Dietrich
Mechthild Hagemann
Bernard Langerock
Markus Mußinghoff

Öffnungszeiten:
Samstag und Sonntag von 12 bis 20 Uhr

Wir möchten auch hinweisen auf die zeitgleiche Veranstaltung des unmittelbar benachbartenen und befreundeten Kunstraums Impro97:

Photo+ im Impro97

13.-15.05 2022

Eröffnung am Freitag um 19 Uhr
Matinée am Sonntag um 14 Uhr
geöffnet am Samstag und Sonntag von 12 bis 20 Uhr

ausstellung

onomato Stipendium Ausstellung

23. – 29.05.2022
Eröffnung am Sonntag, 22.05.  15 Uhr

In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein 5 Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die Arbeiten, die innerhalb der vier Monate entstanden sind, zeigen wir vom 23.5. bis 29.5.2022 in den Räumen des onomato künstlervereins. Mit Arbeiten von:

Vanessa Cardui
Masako Kato
Tina Klopp
Lidiya Brodska-Vynnykova
Vivian Wittenhorst

Öffnungszeiten:
Mo.-Fr. 17-19 Uhr, Sa./So. 15-18 Uhr
und nach Vereinbarung
 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Freiraum Kunst

Offenes Werkgespräch mit Martin Pletowski

Freitag, 24. Juni 2022, ab 19.00 Uhr Aperitif, 20 Uhr Werkgespräch

Martin Pletowski stellt sich einem Gespräch über seine Arbeitsweisen und biografischen Einflüsse. Themen sind u.a. Arbeiten mit dem Augenblick, „sehen und erinnern“, Spiel mit der Freiheit, Türen zu öffnen.

Zu sehen ist eine Auswahl seiner Gemälde.

ausstellung

unter sechs augen

Installation, Video, Performance

02.-17. Juli 2022, Eröffnung am 01.07. um 19 Uhr, Performance um 20 Uhr

Eine Kollaboration von:
Terry Buchholz, Markus Mußinghoff, Horst Weierstall

Die drei in Düsseldorf lebenden Künstler*innen beschäftigen sich mit Raum, Körper, Ding und Klang und verweben Ein- und Ausdrücke zu einem bleibenden Erfahrungsschatz. Eine aktive Veranstaltung zum Thema KörperSprache und SprachKörper und ein Navigieren im
Zwischenraum von SinnBild und Text.

Öffnungszeiten Sa./So. 15 bis 19 Uhr
und nach Vereinbarung: 0211 73 70 345

MIRABILIA de generatione et corruptione:
Eine temporäre Wunderkammer am Weg.

Lecture Performance von Gereon Inger

Freitag, 29. Juli 2022 um 19 Uhr

Gereon Inger erzählt von seinen Wanderungen.

Projektionen, Einbauten, Modelle und Diagramme öffnen den Raum zu Erzählungen über das Sein, das Werden und das Vergehen in der Kunst. Hier finden sich eigenartige Naturdinge, Flecken zum Stempeln, Kristalle, das „Vater unser“ auf dem Kirschkern, Miniaturmalereien, Projektionsmaschinen, exotische Bilder, ein Schachtelbuch und weitere optische Vergnügen, die man teilweise als Editionen mit nach Hause nehmen kann.

Gereon Inger, *1960, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei R. Crummenauer und Nam June Paik, Philosophie an der Uni Düsseldorf. Ist ein Schrift- und Konzeptkünstler.
www.inger.de / instagramm: gereon_inger

Moderation: Terry Buchholz

Düsseldorfer Künstler:innen on/off

Ein Film von Max Hoffs

Donnerstag, 11. August 2022 19:30 Uhr

Düsseldorfer Künstler:innen in der Coronakrise erzählen ihre Standpunkte, berichten von ihren Erlebnissen in dieser Zeit und geben Konzerte in der Zeit von Juni 2020 bis April 2021.

Es entstand ein abendfüllender Film (92 Minuten) in full HD, der sowohl nachdenklich als auch unterhaltsam ist.

Der Film wurde gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Kunst: Freiheit

Vortrag von Dr. Dorothée Bauerle-Willert

Montag, 15. August 2022 19 Uhr

Die Autonomie, die Freiheit der Kunst wurde im Laufe ihrer Geschichte zu einem Ideal, zu einer (notwendigen) Fiktion. Um sie zu fördern, betreibt der Staat Kunsthochschulen und Museen, stellt Mittel für Stipendien und Ankäufe bereit: Kunst ist zu einem Besonderen, zu einem Unternehmen des Ideellen, nicht des Materiellen geworden. Aber die Freiheit von den Zwängen der Tradition, von den Pflichten des handwerklichen Könnens und den Erwartungen des Publikums wurde auch erkauft mit einer gewissen gesellschaftlichen Unverankertheit.

Heute, so scheint es, ist von den modernen Idealen der Autonomie, Freiheit und Originalität der Kunst kaum etwas übrig geblieben. Der vormoderne Auftragskünstler beherrscht wieder die Szene, sei es in der Rolle des hochdotierten Dekorateurs oder als kreativer Sozialarbeiter. Das Verlangen nach Rechtschaffenheit, nach moralischer Sendung bestimmt Ausstellungen und den Diskurs.

Der Status der Kunst scheint sich „im Kugelhagel der Realität“ zu ändern. Wie ist das uralte Spannungsfeld heute zu denken?


Dorothée Bauerle-Willert, *1951 Göppingen: Studium der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Philosophie in Tübingen und Marburg. 1977 Forschungsaufenthalt am Warburg-Institut in London, 1980 Promotion mit der Dissertation „Gespenstergeschichten für ganz Erwachsene. Ein Kommentar zu Aby Warburgs Bilderatlas Mnemosyne.“ 1980–83 Wissenschaftliche Assistentin an der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden, 1983 Direktorin der Gesellschaft für Aktuelle Kunst in Bremen, 1983–90 Stellvertretende Direktorin am Ulmer Museum. Von 1990 bis 2007 Leben im Ausland. Arbeit im Kulturaustausch und Gastprofessuren an Universitäten in Asunción, Paraguay, in Montevideo, Uruguay, in Tallinn, Estland, in Skopje, Makedonien und in Belgrad, Serbien. Seit Februar 2007 lebt sie in Berlin. Lehraufträge an der Hochschule für Bildende Künste, Dresden, an der Universität zu Köln und an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein, Halle. Von 2009 – 2019 Produktions-Dramaturgin am Vorarlberger Landestheater Bregenz. 2018 Dramaturgin am Theater Wolkenflug, Klagenfurt. Zahlreiche Publikationen und Vorträge zur Kunst


Eingeladen und moderiert von Terry Buchholz

ausstellung

Text und Bild

Wir sehen, was wir lesen, und wir lesen, was wir sehen
Das Wechselspiel von Texterfassung und Bildbetrachtung

Kunstpunkte Düsseldorf/Nord 2022
20. August bis 04. September, Eröffnung am 19. August um 19 Uhr

Wir sehen, was wir lesen, und wir lesen, was wir sehen. Bilder haben wie Texte eine sichtbare und eine unsichtbare Seite. Die sichtbare gibt einem Inhalt Gestalt, die unsichtbare gibt der Gestalt Sinn. Dennoch sind Text und Bild unterschiedliche Territorien, in denen semantische, syntaktisch und pragmatische Prozesse unterschiedlich geregelt sind. Der Grenzbereich zwischen beiden Territorien ist offen. Gut ausgebaute Hauptwege, aber auch verschlungene Nebenwege führen von der einen auf die andere Seite. Wer diesen Wegen folgt, bemerkt mit Erstaunen, wie Bild und Text sich gegeneinander sperren, einander ad absurdum führen und zugleich produktiv ergänzen können.

Die Montagsgruppe des onomato und Gäste stellen aus:

Achim Raven
Bernadett Wiethoff
Bernard Langerock
Elisabeth Luchesi
Frauke Tomczak
Harald Feyen
Horst Weierstall
Jens Stittgen
Markus Mußinghoff
Mechtild Hagemann
Terry Buchholz

Öffnungszeiten: Fr. Sa. So. jeweils 15 bis 20 Uhr
und zu den Kunstpunkte-Öffnungszeiten

Über Valeska Gert – Ich will leben, auch wenn ich tot bin

Ein performativer Vortrag von Michael Staab und Myriam Thyes über die Möglichkeit eines Kunst-Stücks zu Valeska Gert

Donnerstag, 08. September 2022 19:00 Uhr

Die Berlinerin Valeska Gert (1892 -1978) erfand neue Formen des Ausdruckstanzes und der Groteske, wirkte als unkonventionelle Schauspielerin in Filmen und am Theater und entwickelte eigene Theorien und Versuche einer neuen Theater- und Filmkunst. Von der Avantgarde aller Kunstsparten bewundert und von den Nazis schließlich ins Exil getrieben, betrieb sie später als Darstellerin, Autorin, Regisseurin, Gestalterin und Leiterin angesagte Künstlerlokale mit spartenübergreifenden, performativen und partizipativen Konzepten.

Diese radikale, aber immer an der Wirklichkeit orientierte Universalkünstlerin wirkt von ihren Ansätzen her immer noch sehr modern. Wie könnte ein Theaterstück, eine Performance, ein Medienkunstwerk über Valeska Gert und ihr Werk heute aussehen? Der Regisseur Michael Staab und die Medienkünstlerin Myriam Thyes sehen ihren performativen und interaktiven Vortrag als den künstlerischen Versuch einer biographischen und werknahen Hommage mit offenem Ergebnis.

Michael Staab, *1962 in Esslingen, lebt in Köln. Er arbeitet seit 1984 bis heute als Theaterregisseur, Konzept- und Performancekünstler, Ausstellungsmacher und Projektleiter für nationale und internationale Kunst- und Kulturinstitutionen. Dazu eigene Projekträume, Texte und Publikationen.

Myriam Thyes, *1963 in Luxemburg, aufgewachsen in Zürich, lebt in Düsseldorf. Bildende Künstlerin, v.a. digitale Medien. 1986-92 Kunstakademie Düsseldorf, Prof. Nan Hoover. Seit 1994 Ausstellungen und Festivals. www.thyes.com

Zur Sprache bringen

Vortrag von Dr. Lorenz Wilkens. Philosoph, Berlin
mit Bilderpräsentation von Elisabeth Luchesi, Malerin, Düsseldorf

Dienstag, 13. September 2022 19:00 Uhr

Im Fokus stehen malerische Texturen. Die Rhythmen erinnern an Schriftverläufe, doch die Buchstaben tanzen aus der Reihe und lassen sich nicht ohne weiteres versprachlichen. Es entstehen diverse atmosphärische Wirkungen, wenn das Wort nicht die Deutungshoheit hat, sondern selbst in seiner Struktur als Bild erscheint.

2021: Veranstaltungs-Archiv

Montagsgespräch

Alle 14 Tage um 19 Uhr im onomato – theoretisch

Aufgrund der Corona-Situation trifft sich die Montagsgruppe bis auf weiteres online. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen, Zugangsdaten bitte erfragen.

ausstellung

IMPRO 97

For those who wish to draw

22.01. – 22.03.2021 – Eröffnung am 22.01. ab 14 Uhr


literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

ausgerichtet von Frauke Tomczak

Die Lyrikreihe im onomato in und trotz der Coronakrise durchzuführen und zu gestalten, war eine bewußte Entscheidung. „Denn schließlich wollen wir doch nicht geistig, sinnlich und seelisch veröden!“ schrieb ich an Kerstin Hensel, eine gestandene Poetin, die in Kombination mit Friedrich Ani ebenfalls teilnehmen wird.

Um die schon bestehenden in Krisenzeiten immer zunehmenden Dichotomien nicht zusätzlich zu vermehren, greife ich zur Begründung auf die Verödung zurück: In der Tat wirken in Abwesenheit die erhebenden, will sagen über den Alltag hinaus gehenden Sinneseindrücke, die uns die Künste für gewöhnlich ermöglichen, wie sehnsuchtsvoll vermisste Verschollene. Das ist umso sprechender als wir wie so oft erst im Entbehren uns dessen bewußt werden, wie unentbehrlich das Abwesende, in diesem Fall die Künste, sind. Ja sie sind so existentiell wie das geistige tägliche Brot. Diesen Mangel buchstäblich sinnlich zu erfahren und zu spüren, hat immerhin den Wert, sich bewußt zu machen und zu erkennen, dass sie nicht nur unabdingbar zu unserem Leben gehören, sondern wir spüren instinktiv, dass eben dieses Quantum Kunst zugleich überlebenswichtig ist. Diese gespürte Erkenntnis präsent zu halten, wird nach der Krise eine zukunftsgerichtete Erinnerungsarbeit sein, die wir annehmen sollten.

Frauke Tomczak, Düsseldorf 04.12.2020

In diesem Sinne gestaltet sich die Lyrikreihe 8. Sie kann leider nicht leibhaftig sondern nur im Stream wahrgenommen werden – die jeweiligen Links zum Streaming, die auch den Einladungsmails beigefügt werden, sind ebenfalls auf der Webseite des onomato künstlervereins einsehbar. Wir freuen uns, Ihnen auch in dieser Runde ein hochkarätiges Programm präsentieren zu können:

Die Termine dieser Reihe, jeweils 19:30 Uhr:

Do. 10.12.2020: Stephen Reader trifft Dominik Dombrowski

Do. 25.03.2021: Kerstin Hensel trifft Friedrich Ani

Do. 15.04.2021: Lina Atfah trifft Hellmuth Opitz

Do. 29.04.2021: Nadja Küchenmeister trifft Levin Westermann

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf


literatur

Poetische Begegnungen

Kerstin Hensel trifft Friedrich Ani

Donnerstag, 25.03.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/d9mUoTNjXiA

Gleichsam wie mit einer zusätzlichen Sprachbrille ausgestattet, erkundet Kerstin Hensel diverse Bereiche der Wirklichkeit: des Alltags, des Märchen im Alltag, der Mythen, des Spiels und Glücksspiels und immer wieder innere Welten. Ihre poetischen Mittel dabei sind oft idiomatische Wendungen, die überraschen, indem sie beim Wort genommen in fremden Kontexten auftauchen, Sprachspiele, die Wirklichkeiten durcheinanderwürfeln und einen surrealen Sog entwickeln.

1961 in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte Kerstin Hensel von 1983 – 85 am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig und arbeitete anschließend am Theater. 1987 erhielt sie in der 2. Runde seiner Verleihung – der Preis wurde 1986 erstmals vergeben – den renommierten Anna Seghers Preis. 1988 hatte sie einen Lehrauftrag an der „Hochschule für Schauspiel Ernst Busch“ in Berlin. Seit 2001 ist sie dort Professorin für Deutsche Verssprache.

Friedrich Ani, geb 1959 in Bayern, ist vielen Krimilesern durch seine zahlreichen „Tabor-Süden-Romane“ und weitere jeweils nach ihren Ermittlern benannte Krimireihen bekannt. Sein äußerst vielseitiges Werk umfasst neben weiteren Drehbüchern ebenso Romane und Erzählungen, Jugendromane, Bühnenstücke, Hörspiele sowie insgesamt 7 Lyrikbücher.

Lesen wird er aus den neuesten beiden Büchern: „Im Zimmer meines Vaters“ aus dem Jahr 2017 – entstanden während der Zeit, in der Friedrich Ani seinen betagten Vater bis zu seinem Tod pflegte – und „Die Raben von Ninive“, erschienen im letzten Jahr, 2020. Die Balladen genannten Gedichte in diesem Band beleben das alte, narrative und zugleich expressive Genre der Lyrik weniger hinsichtlich der Form als in den unzähligen, mal dramatischen, mal melancholischen Erzählungen von menschlichen Schicksalen und bewegenden Ereignissen, die intensiv, anschaulich und nah werden durch eine poetische Sprache, die frappierende Bilder generiert. In ihnen gerinnt das Erzählte zur umrissenen Figur und bleibt doch zugleich in Bewegung: Geschenke unterm Christbaum: der „bunte/ Weihnachtsberg ein Haufen/ Abfall unbenutzter Liebe.“

Bis ich selbst mich finde dann
Hat die Nacht vier Ecken

Kerstin Hensel aus „Schleuderfigur“

… zwischen
uns ein Tisch, ich sitze
hier und schabe Tränen aus
dem alten harten Holz.

Friedrich Ani aus „Im Zimmer meines Vaters“

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf



ausstellung

Horst Weierstall

„Das Buch der Gezeiten“
Fensterinstallation Düsseldorf/Nikosia

27.03. – 11.04.2021

Das Projekt „Buch der Gezeiten“ entstand 2019 in Düsseldorf für den neuen „Kunstraum Goethe“ des Goetheinstituts Nikosia, Zypern.

Die Installation besteht aus Malereien, Aphorismen und einem Künstlerbuch. Die Arbeiten sind offen strukturiert und ermöglichen eine partizipierende Lesart. Das Projekt ist vom Fenster- und Eingangsbereich des Onomato einsehbar.

Seit 1981 realisiert Horst Weierstall raumbezogene Projekte, Installationen und Aktionen, die Grenzsituationen thematisieren. Ein Filmporträt des Künstlers, gefördert durch das Goethe Institut Zypern, können sie hier sehen: vimeo.com/385544900.

Kuratiert von Terry Buchholz

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist durchgehend im Schaufenster zu sehen. Der Innenbereich kann nach telefonischer Absprache unter Einhaltung der geltenden Coronaregeln betreten werden:
0152 25770460

literatur

Poetische Begegnungen

Hellmuth Opitz trifft Lina Atfah

Donnerstag, 15.04.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/6kPzega9ePo

Lina Atfah, 1989 in der syrischen Stadt Salamiyah geboren, schrieb schon in ihrer Heimat Gedichte und eckte prompt bei einer Lesung mit einem Gedicht politischen und sozialen Inhalts an, wurde der Gotteslästerung und Staatsbeleidigung beschuldigt. Nach anhaltenden Schikanen – Vorladungen, Befragungen, Untersuchungen in Damaskus – gelang ihr 2014 die Ausreise. Deutschland wurde ihre zweite Heimat.

Ihre Gedichte erzählen in einer bilderreichen, anspruchsvoll poetischen Sprache vielfach von den Schrecken ihres Heimatlandes: „das Morden ist das neue Antlitz dieses Landes“ (aus: „Lina und Leila und der Wolf“), doch ebenso von lichten wie paradiesischen Kindheitserinnerungen. Symptomatisch ist aber auch, dass ihr titelgebendes Gedicht „Das Buch von der fehlenden Ankunft“, von dem es heißt „wir werden ertrinken oder überleben, damit wir das Buch der Ankunft schreiben“, mit den Worten endet: „am Anfang war die Flucht … und am Ende.“ Über das Massaker an den Menschen eines ganzen Dorfes in der Nähe ihrer Geburtsstadt schreibt Atfah:

Die Nacht ist keine untergehende Sonne
die Nacht ist die Nacht der Herzen
und der Straßen, die Dolche zwischen ihren Steinen verstecken.

Lina Atfah „Die letzte Nacht des Dorfes“.

Wie wunderbar leicht und luftig ihre Poesie jenseits der Nächte des Schreckens sein kann, offenbart ihr Gedicht „Federn“:

Die Luft plant eine Verzückung der Rosen
einen Schauer, eine Brechung
ein Gedächtnis, das die Rosen verstreut.

Hellmuth Opitz, 1959 geboren, lebt in Bielefeld und ist nicht erst gestern mit seiner vielfältigen Lyrik in Erscheinung getreten. Schon 1996 veröffentlichte er sein Gedichtbuch „Engel im Herbst mit Orangen“, danach „Die Sekunden vor Augenaufschlag“, 2006 und „Die Dunkelheit knistert wie Kandis“, 2011 und schließlich das Buch, aus dem er auch lesen wird „In diesen leuchtenden Bernsteinmomenten“, 2017. Er wurde 2012 mit dem Post Poetry Preis des Landes NRW und 2016 mit dem Menantes Preis für erotische Dichtung ausgezeichnet.

Hellmuth Opitz versteht es, in einer einfachen, klaren Sprache mit wenigen, durchdacht eingesetzten poetischen Mitteln die unterschiedlichsten Lebenswege, Charaktere und immer wieder Alltagssituationen so zu präsentieren, dass sie ins Bild gesetzt sind. Auf diese Weise erzählen seine Gedichte, ohne erzählerisch zu sein, in Bildern. Sie erzählen vom Kirschenpflücken mit der Liebsten, von einer nicht mehr ganz jungen Frau nach ihrer Scheidung im Freundeskreis, von einer Irrfahrt im Gewerbegebiet, von den „Clans der Bettler“ und dem „Skulpturenpark der Demut.“

In Japan, sagt einer, klebt man die Scherben zerbrochener Vasen mit Gold zusammen,
so wird der Schaden mit Schönheit verfugt.

Hellmuth Opitz aus: „Beschädigte Ware“.

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf


literatur

Poetische Begegnungen

Levin Westermann trifft Nadja Küchenmeister

Donnerstag, 29.04.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/aY2nH3xfa8k


Nadja Küchenmeister und Levin Westermann gehören beide der sogenannten jungen Lyrikgeneration an. Ihre poetischen Debüts wurden Anfang der Zehner Jahre veröffentlicht.: Nadja Küchenmeisters „Alle Lichter“ 2010 im renommierten Verlag Schöffling & Co, Levin Westermanns „unbekannt verzogen“ 2012 bei luxbooks.

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, wo sie aufwuchs und noch heute lebt, studierte Germanistik und Soziologie an der Technischen Universität Berlin und literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Neben der Poesie hat sie, mehrfach in Zusammenarbeit mit dem Lyriker Norbert Hummelt, auch Rundfunkessays geschrieben. Für ihre Gedichtbücher „Alle Lichter“, 2010 und „Unter dem Wacholder“, 2014 erhielt sie u.a. den Mondseer Lyrikpreis und den Ulla-Hahn-Autorenpreis.

Ihr jüngster Lyrikband „Im Glashaus“ von 2020 ist als Konzeptbuch angelegt: „helle mitte“ ist eine Sammlung von Gedichten zu Beginn, „dunkle mitte“ zum Abschluss überschrieben. Ihr poetisches Verfahren, teils aus sprachlich motivierten, teils aus inhaltlichen Elementen ihre lyrischen Kompositionen aufzubauen, gibt Rätsel auf, die ihre Gedichte in einem Schwebezustand halten.

aber das ist unser abschied, da ist etwas
amseliges, das aus bäumen ruft, vorbei.

aus Nadja Küchenmeister „das ist unser abschied“

Levin Westermann, geboren 1980 in Meerbusch, studierte an der Hochschule der Künste Bern und lebt im schweizerischen Biel. Für seine Lyrikbücher „3511 Zwetajewa“, 2017 und „bezüglich der schatten“, 2020, beide bei Matthes & Seitz erschienen, erhielt er den angesehenen Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg und den Schweizer Dichterpreis 2021.

Eine wiederkehrende Elementarsituation in seiner Dichtung ist das gefahrvolle Unterwegssein des Menschen. Ob als Flucht oder als Expedition kann es übergreifen auf die innere Bewegung der Emotionen und Imaginationen. Levin Westermann ist ein Virtuose der sprachlichen Erkundung der Sinne auf dem schmalen Grat der Innen-Außen-Grenzen in einem menschlichen Körper, der sich seiner Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit nur zu bewusst ist.

….fortwährend
läuft dasselbe band, ein hörbild
namens leben. …

aus Levin Westermann „zerrüttung. II.“


Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf


literatur

Europe in the city
Beitrag zur Düsseldorfer Europawoche – 1.-9. Mai 2021

Portugiesisches Tagebuch

Autorenlesung mit Vera Henkel, musikalisch begleitet durch die Band Hervidero

Montag, 03.05.2021 19 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/jZEitPcNB90

Die Autorin Vera Henkel, die 15 Jahre in Portugal gelebt hat, liest aus ihren Aufzeichnungen über Land und Leute. Von weiteren innereuropäischen Reisen gibt es ebenfalls Kostproben.

Einen Auszug aus dem „Portugiesischen Tagebuch“ finden Sie hier:
verahenkel.com/pt-tb-auszug

Hervidero wurde 2017 in Düsseldorf gegründet. Ein Brodeln aus Latin-, Reggae und Funk-Rock. Eine imaginäre Spielfläche, die auf Reisen geht und im Balkan und Orient vorbeikommt. Archaisch, roh, improvisiert und hispanophil: soundcloud.com/hervidero.

Gefördert duch die Landes­haupt­stadt Düssel­dorf / Büro für Internationale und Europäische Angelegenheiten

ausstellung

Paradiesmomente

05. – 13. Juni 2021
Eröffnung am Samstag, 05.06.  18 Uhr

Paradiesmomente
des Ursprungs
festgeschrieben in den Buchen der Wälder :
Dunkel, hell, verwandelt, wiederholt, gedreht
Hülle um Hülle hüllt ein, irisierend
den Odem des goldstaubenen Blütendufts,
im Licht der ewigen Quelle von Rot, Orange, Gelb
flatternd entsprungen,…

Es werden unterschiedliche künstlerische Arbeiten in der Ausstellung gezeigt. -Scheinbare Naturidyllen, die einen ironischen Blick auf den Ist-Zustand der Natur, des Planeten Erde werfen und oder auf mögliche Utopien verweisen, und oder an die Schönheit bzw. an die Kostbarkeit der Natur erinnern.

Kuratiert von Andrea Dietrich

Öffnungszeiten:
So/Mi 15-18 Uhr und nach Vereinbarung: 0176 5340683


Corona-Hygienemaßnahmen

  • Bitte den Ausstellungsraum einzeln betreten.
  • Im Ausstellungsraum ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und ein Abstand von mindestens 2 m zu den anderen Ausstellungsbesuchern zu halten.
  • Es dürfen sich bis zu 7 Personen gleichzeitig im Ausstellungsraum aufhalten.
  • Achten Sie bitte, falls es zu Wartezeiten kommt, auch auf dem Gehweg auf ausreichend Abstand zu anderen Personen.

ausstellung

Die onomato Stipendiaten stellen aus

25. Juni – 04. Juli 2021
Abschlussausstellung des onomato Stipendiums
Eröffnung am Freitag, 25.06.  18 Uhr


In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstler*innenverein 6 Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der sechs Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir in dieser Ausstellung. Mit Arbeiten von:

Ute Bartel
Johanna K. Becker
Florian Bittner
Christa Gather
Inna Lipovets
Lotte Maiwald

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 17-19 Uhr, Sa+So 15-18 Uhr und nach Vereinbarung
Wir haben ein Corona-Hygienekonzept.
 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

ausstellung

321–2021: 1700 Jahre
jüdisches Leben in Deutschland

Der Engel der Geschichte
zurück ins zukünftige

Deutsch-Israelische Künstlerbegegnung
Hagar und Yaacov Hefetz, Terry Buchholz, Markus Mußinghoff

16. – 25. Juli 2021
Eröffnung am Freitag, 16. Juli 21 um 18:00 Uhr
Werkgespräch/Performance am Dienstag, 20.Juli um 19:00 Uhr

Der onomato-künstlerverein lädt anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisch- deutsches Leben“ das Künstlerpaar Hagar und Yaacov Hevetz aus Haifa, Israel zu einem Workshop, Gesprächen und dem Aufbau einer gemeinsamen Ausstellung, mit dem Künstlerpaar Markus Mußinghoff und Terry Buchholz nach Düsseldorf ein.

Während einer Recherche-Reise an die Mosel – und zur gleichen Zeit in Israel zum Kibbutz Eilon – gingen Hagar Hefetz und Terry Buchholz ihren familiären Wurzeln und ihren Erinnerungen nach. In Beilstein an der Mosel gab es seit 1309 eine jüdische Gemeinde. Buchholz und Mußinghoff besuchten das jüdische Viertel und die Synagoge. Sie trafen den Historiker und Soziologen Rainer Vitz zum Gespräch und Austausch von Geschichten jüdischen Lebens an der Mosel und im Ort. Währenddessen verfolgten Hagar und Yaacov Hefetz gemeinsam mit Hagars Geschwistern in Israel filmisch die Spuren und Erinnerungen ihrer Familie, der Familie Treidel, ihrer Mutter Gerda, die von ihrem Heimatort Alf/Mosel in den Naziwirren fliehen musste und viele Familienmitglieder im Holocaust verlor.

Der künstlerische Werdegang von Terry Buchholz und Markus Mußinghoff hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals an verschiedenen Orten mit dem von Yaakov Hefetz gekreuzt. So kam es zu gemeinsamen Teilnahmen an internationalen Ausstellungen und Projekten. Themen und Motive führten unabhängig voneinander zu verwandten Aus- drucksformen und Motiven, die jetzt in ein gemeinsames Projekt münden.

Wie kaum ein anderer israelischer Künstler hat Yaakov Hefetz, 1946 geboren, in seiner künstlerischen Arbeit die gesellschaftlichen Entwicklungen, Umbrüche und Strömungen in seinem Land künstlerisch reflektiert und bearbeitet: Dazu gehören große Rauminstal- lationen, Performances und Filme, Zeichnungen und Texte. Immer wieder kommt es zu Kooperationen mit seiner Frau Hagar Hefetz, die Motivik und Bilder im Umfeld von Yaakov´s Arbeiten in zeitgenössische Mosaike umsetzt.

Der Arbeitstitel „Engel der Geschichte“ bezieht sich auf Walter Benjamins geschichts- philosophischen Aufsatz „Über den Begriff der Geschichte“. In Paul Klees Bild „Angelus Novus“ (Israel-Museum, Jerusalem) identifiziert er den Engel der Geschichte, der im Rückblick auf die Vergangenheit die Verwüstungen der Gegenwart heilen will, aber von einem Sturm vom Paradies her in die Zukunft geweht wird. In diesem Bild verbindet Benjamin die materialistische Geschichtstheorie mit dem jüdischen Messianismus.

Der Kuratorin Terry Buchholz ist daran gelegen, diesen Zusammenhang herzustellen und das Augenmerk darauf zu richten, dass bei allen Diskursen und Verwerfungen innerhalb der Gesellschaften, die Gestaltungskraft, die Sehnsucht der Menschen nach Versöhnung mit ihrem Leben und ihrer Verortung, die unkonventionelle Sprache der Kunst selbst, der verbindende „Engel“ zwischen den Menschen ist oder sein kann.

Es ist den beteiligten KünstlerInnen gelungen die schwierige Zeit der Corona- Epidemie durch engagierte und beharrliche Zusammenarbeit zu füllen. Das Onomato freut sich, zum Anlass des Projektes „Engel der Geschichte“ den Gastkünstler Yaacov Hefetz zu Gesprächen und neuen Arbeiten vor Ort begrüßen zu dürfen. Unsere Gedanken sind bei Hagar Hefetz, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bei uns in Düsseldorf sein kann. Ihre Arbeit wird in der Ausstellung durch Fotos, dem Film „Familie Treidel – Die zweite Generation in Israel“ und ihre Mosaike vertreten sein.

Öffnungszeiten: Sa./So von 14:00 – 19:00 Uhr,
unter der Woche nach Vereinbarung: 0211-73 70 345

Gefördert durch:
321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.

TACTO: Traces of the future

Kunstprojekt von Paula Pedraza

06. – 15. August 2021

TACTO engages in future ways to imagine the technology of care, also leads to questions of human relations within other entities, how it shapes the way we perceive ourselves and how this perception frames the way we approach practices of care. This is highly important given to the socio-political conditions of the present world, it is about the connection we make with other humans, humanoids, and our surroundings from the fundamental inquiry of care, it is being prepared for the contingency and the challenges that future times will bring.

Art practices and spaces bring universal forms to engage and communicate from local places. It confronts and brings this understanding of care in the fast speed, blurred selves, and the daily basis practices of inhabitants of our current societies.

A detailed project description can be found here: Paula_Pedraza-TACTOsummary.pdf

Born in Bogotá, Colombia Pedraza makes use of performances that allow spectators to guide their time perception into struggles, practices, and unique occasions of exhaustion, emergency, and cycles. Her projects usually involve a research-based outcome, where there is usually a publication or essay which becomes material for speculation and experimentation, to configure a solid self-standing apparition.

Songs From Unfoundland

Performance von Sylvie Reinke-Norhausen und Stephen Reader

20. August 2021 um 18 Uhr

Zentral darin die wortlosen, jedesmal neu entstehenden Zwiegesänge, welche Sylvie (Musikerin) und Stephen (bildender Künstler) in den letzten zwei Jahren unter diesem Titel entwickelt haben.

Dazu kommen Bewegung im Raum, Gestisches, Gesprochenes, auch schon mal Installationen.
Diese Vokalimprovisationen, ursprünglich von georgischer Polyphonie inspiriert, haben sich inzwischen „verselbstständigt“, auch ins Experimentelle hinein — Menschen, die sie gehört haben, vermuteten schon die verschiedensten Traditionen und Orte dahinter, einige fanden es heilsam.

Während es in vorigen Performances einmal um Migration/Zugvögel ging („onomato scud“ 2017), ein anderes Mal  („WirrWorrr“ 2018) um Erinnerung und Konflikte zwischen Natur und Zivilisation im ausgehenden Anthropozän, geht es nun um Heimat, um ein Zuhause jenseits aller Schubladen, Ethnien, Territorien – das „ungefundene Land“ eben…

Eintritt frei, um „Hutspende“ wird gebeten.

ausstellung

Ein Gespinst aus Raum und Zeit

kunstpunkt 125

27. August – 05. September 2021, Eröffnung am Freitag 27.08. um 19 Uhr

Im Prozess der
künstlerischen Gestaltung entsteht ein eigener Zeit-Raum in einer spezifischen tragenden Atmosphäre und
eröffnet durch Konzentration und Reduktion Möglichkeiten für neue Perspektiven. Durch das
Sich-Überlassenkönnen in einen Augenblick entsteht ein besonderes Empfinden für Nähe und Ferne – ein
‘Gespinst aus Raum und Zeit‘ (Walter Benjamin). Das künstlerisch Gestaltete verlangt nach einer
unvoreingenommenen, nicht aneignenden Wahrnehmung.

Terry Buchholz
Harald Feyen
Bernard Langerock
Elisabeth Luchesi
Achim Raven
Frauke Tomczak
Horst Weierstall
Bernadett Wiethoff
Gäste:
Andrea Dietrich
Mechtild Hagemann
Markus Mußinghoff
Jens Stittgen

Öffnungszeiten: Do. Fr. Sa. So. jeweils 15 bis 18 Uhr

ausstellung

Schnee von Gestern

Künstlerbuch von Terry Buchholz

17.–26. September 2021, Eröffnung am Freitag, 17.09. um 19 Uhr

Das Künstlerbuch „Schnee von Gestern“ von Terry Buchholz besteht aus zwei Teilen: einer sogenannten Schweizer Broschür mit dem Bildteil und einem Textheft. Beide Hefte sind in Fadenbindung handgebunden. Das Papier ist hochwertiges Römerturm Conqueror Diamond.

In dem Textheft ist ein kurzes Essay von Dr. Stephan Kemperdick, Gemäldegalerie, Berlin, und ein Text von Ulrich Meyer-Husmann, Kurator, Mainz und Wiesbaden. Außerdem gibt es ein Gedicht von Terry Buchholz, ihre Kurzbiografie und ein Werkverzeichnis der gezeigten Arbeiten. Alle Beiträge sind von Ben del Rio ins Englische übersetzt worden.

In dem Bildteil unter dem Titel SCHNEE VON GESTERN, Paradise_Lost, sind Stoffarbeiten von 2006 bis 2011 und sporadisch entstehende Textarbeiten zwei Fotoserien von einer Griechenlandreise 2018, und einem Besuch des Louvre, 2019, gegenübergestellt. Im Mittelteil befinden sich einige Objekte von Terry Buchholz.

Das Buch ist mit einem Stipendium des Landes NRW 2021 produziert worden. Idee und Layout stammen von Terry Buchholz. Die Auflage beträgt 64 Stück. Anlässlich der Veranstaltung SCHNEE VON GESTERN im onomao-künstlerverein soll das Künstlerbuch und einige der Arbeiten aus dem Katalog vorgestellt werden.

Öffnungszeiten: Sa/So von 14:30 bis 19:00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung: 0211 73 70 345

ausstellung

321–2021: 1700 Jahre
jüdisches Leben in Deutschland

Dance With The Desert

Projektpräsentation mit Studierenden der University of Europe Berlin, der Hochschule Düsseldorf und der Bezalel University Jerusalem

04. – 10. Oktober 2021, – Eröffnung am 04.10. um 19 Uhr
Lecture mit Hadas Satt am 05.10.2021 um 19:30 Uhr (in englischer Sprache)

Zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ erforschen Studierende der University of Europe für Applied Sciences Berlin, der Hochschule Düsseldorf und der Bezalel University Jerusalem mit künstlerischen und dialogischen Formaten die Diversität jüdischen Lebens in Deutschland. Das Feld der Arbeiten ist so divers, wie die am Projekt beteiligten Student*innen, ihre jüdischen Partner*innen und Gäste. Gemeinsam erforschen sie ihren Alltag, Werte, Routinen, Interessen, Familienleben, Feste und vieles mehr – dies subjektiv, freundschaftlich, teils jenseits der Sprache mit künstlerischen Mitteln wie der Fotografie, dem Film, der Installation, AR Environments und Performances. Ziel des Projektes ist, Stereotypen und eingefahrene Narrative zu meiden. Wir wünschen uns, die Erzählungen über das jüdische Leben in Deutschland offener und reichhaltiger gestalten zu können, um damit weitere Anknüpfungspunkte für zukünftiges gemeinsames Leben und Arbeiten zu finden.

Das Projekt „Dance with the Desert“ besteht aus einem Ausstellungsteil und einem Interviewprojekt. Den Ausstellungsteil repräsentiert die Website ((dance-with-the-desert.de). Ab dem 10.6. wird diese online sein und sich sukzessive mit studentischen Projekten füllen. Dabei handelt es sich um künstlerische Positionen wie auch um beteiligungsoffene Arbeiten, die in Deutschland oder aber auf der Reise der Studierenden nach Israel weitere Mitwirkende finden können.

Das Interviewprojekt wird mit dem Ü-Wagen „Paradise-Park-“ (paradise-park.de) der Hochschule Düsseldorf durchgeführt. Der Ü-Wagen wird von Ort zu Ort wandern, sich an Stellen positionieren, an denen sich jüdische Kultur und Geschichte zeigt, sich Menschen treffen, die sich für das jüdische Leben interessieren. Wir werden Gäste einladen, die ihre subjektiven Geschichten erzählen und über ihre individuellen und spezifischen Erfahrungen jüdischen Lebens in Deutschland sprechen. Entstehen soll ein Archiv aus Videoporträts, das wachsen und wandern soll- sich verändern wird, über die Orte und die Zeit. Dieses Archiv werden wir mit auf die Reise nach Israel nehmen, danach wird dies weitere Ausstellungshäuser besuchen.

Der Ü-Wagen startet Anfang Juli in Berlin, nahe des jüdischen Museums. Positioniert wird er vor der Galerie feldfünf (feldfuenf.berlin), in der parallel die ersten Exponate der Studierenden ausgestellt sein werden.

Responsible: Prof. Katharina Mayer, UE Berlin, Hadas Satt, Bezalel University of Arts and Design Jerusalem Jerusalem, Prof. Anja Vormann, University of Applied Sciences Düsseldorf


Gefördert durch:
321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.


ausstellung

Mobilie

Fensterausstellung von Andreas Techler

15. – 24. Oktober 2021


Andreas Techler * 1951 in Düsseldorf, Studium der Malerei bei Gerhard Hoehme an der Kunstakademie Düsseldorf, 2. Studium: Performance Art bei Stuart Brisley am University College London.
Mit Materialien aus der Endphase meiner Malerei der späten 70er, aber neuen Erkenntnissen aus der Ausstellung im Trierer Verein Junge Kunst 2019 entsteht im Zweiklang von Fülle und Leere ein neues Werk für’s onomato Schaufenster.

techler.org

Kuratiert von Terry Buchholz

Reihe Z W E I

field recordings/improvisation

Swen Buckner | Joachim Rüsenberg

Mittwoch, 27.10.2021 19 Uhr

Swen Buckner (*1968) studierte Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf und beschäftigt sich zusätzlich seit Mitte der 90er Jahre mit Video, Klangstudien, Performance und Musik. Seit 2000 musikalisch vornehmlich Solo-Projekte, gelegentlich Kollaborationen mit den Schwerpunkten Improvisation und Experimentelles. Ab 2015 Mit-Organisator der privaten Musik-/ Ereignisforschungs-Reihe c!ang meist in seinem Atelier (Düsseldorf) mit bisher 38 Veranstaltungen und mehr als hundert verschiedenen Teilnehmern.

Für die Reihe ZWEI im onomato e.V. entwickelte er eigens eine Klangcollage zu der er live improvisiert.

Joachim Rüsenberg, 1951- 2016, war Filmemacher und nannte sich später Tonfänger. Er war Mitbegründer des onomato künstlervereins, den er mit seinen „Akustischen Projektionen“ prägte. Mit der Reihe ZWEI möchte der onomato künstlerverein das 2019 eingeweihte Joachim Rüsenberg Archiv in einen öffentlichen Gebrauch überführen.

Die Reihe ZWEI wird kuratiert von Christoph Korn und Katharina Mayer.

onomato – ausstellung

JA UND NEIN

05.–14.11.2021   Eröffnung am 05.11. um 19 Uhr

…dreimal ja und dreimal nein machen ein vielleicht…“ (r.gernhardt)

der onomato künstlerverein zeigt im rahmen der digitale düsseldorf eine gemeinschaftsarbeit, einen skulpturalen apparat, der elemente wie filmscreens, fotografie und schrift verbindet. teilnehmende künstler*innen sind nadine arbeiter, bernard langerock, norbert kraus, klaus sievers und gudrun teich.

öffnungszeiten:  di, mi, do, fr 16-18 uhr / sa, so 15-18 uhr

diese ausstellung ist teil der: die digitale düsseldorf

Joseph BEUYS zum 100. Geburtstag im onomato Künstlerverein

Auch der onomato künstlerverein wird Joseph Beuys anlässlich seines 100. Geburtstages ehren
mit zwei Abenden Ende November 2021.

Mittwoch, 24.11.21 um 19:30 Uhr
Vortrag von Frauke Tomczak „Beuys und die Sprache“. Zwei lyrische Kurzlesungen mit Texten von Ille Chamier und Frauke Tomczak schließen sich an. Beide haben Joseph Beuys persönlich kennengelernt. Doch ganz in seinem Sinne, haben sie in ihren Texten weniger auf seine Person, als auf seine politischen und gesellschaftlichen Anliegen Bezug genommen. Die Texte von Ille Chamier werden gelesen von Stephan Reader.

Donnerstag, 25.11.21 um 19:30
Podiumsgespräch mit Beuys-SchülerInnen – Stephan Stüttgen, Gisela Gröner, Uwe Piel, u.a. zum Thema „Joseph Beuys und die Zukunft“, Moderation Frauke Tomczak.

Kuratiert von Frauke Tomczak

„Wirklichkeitskonstruktion als angewandte Methode“

Ein Werkgespräch mit Michael Kurzwelly

Freitag, 26.11.2021 19 Uhr

Michael Kurzwelly studierte Malerei an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn. Er ging 1990 nach Poznań in Polen und gründete dort ein internationales Kunstzentrum. Seit 1998 lebt er in Frankfurt / Oder, wo er von 2004 bis 2018 einen Lehrauftrag an der Europa-Universität Viadrina wahrnahm.

Internationale Beachtung fand er mit dem Projekt Słubfurt, das seit 1999 die an der deutsch-polnischen Grenze gelegenen Städte Frankfurt / Oder und Słubice zu einer gemeinsamen Stadt nicht nur zusammendenkt („an der Grenze zweier Länder, die es nicht gibt“), sondern als andauerndes Experiment lebt. Dafür erhielt er 2019 das Bundesverdienstkreuz am Bande Michael Kurzwelly ist Aktionskünstler. Er beschreibt seine Arbeitsweise wie folgt:

“Einer Raumumordnung geht eine Raumumdeutung voraus. Um diese Art des künstlerischen Eingriffs zu beschreiben, benutze ich den Begriff “Angewandte Kunst”. Ich verstehe ihn als Beschreibung einer künstlerischen Strategie, die gesellschaftliche Probleme fokussiert, in sie eingreift und sie in eine andere Wirklichkeitskonstruktion transzendiert.“

Eingeladen und moderiert von Terry Buchholz

Bilder der Stille und des Lichts

Ein Werkgespräch mit Karin Fröhlich

Dienstag, 30.11.2021 19 Uhr

Die Künstlerin Karin Fröhlich erlaubt uns einen intimen Blick auf ihre Welt der Farben, der Stille und des Lichts. Gesehenes löst sie auf in Linien, Punkte, Notationen und kaligrafische Zeichen. „Kalligrafisch“ bezieht sie auf Schrift/Handschrift, nicht auf asiatische Schriftzeichen. 1983 hielt sie sich zu Studienzwecken ein Jahr
lang in Japan auf. Für sie ist Kunst existenziell:

Im Erleben und Handeln erschließt sich das wesenhafte menschliche Dasein. Meine Bilder sind Erinnerungen, Wahrnehmungen, Konfrontationen mit dem Leben, mit Menschen. Sie zeigen das Verletztsein und das Verletzen, Freude und Trauer, das Gefangensein und die Freiheit.

Für ihre Malschule für Kinder „das kleine atelier“ erhielt sie seit 2006 öffentliche Anerkennung und mehrfache Projektförderungen.

Eingeladen und moderiert von Terry Buchholz.

ausstellung

Gefallenes Laub im Licht der Zukunft

03. – 12. Dezembber 2021, Eröffnung am 03.12. um 19 Uhr

Ausstellung mit Arbeiten von: Setsuko Fukushima, Ralf Buchholz, Katrin Roeber, Andrea Isa, Charlie Müller, Tomasz Piwarski, Jenny Trautwein, Michael Falkenstein, Andrea Dietrich.

Das Ausstellungsthema beschreibt auf bildnerisch, poetische Weise unseren aktuellen Naturzustand und den möglichen Folgen. Es gehört zum „Buchen-Ur-Wald-Buch-Ursprung“- Konzept (Andrea Dietrich, awd)

Der Buche verdanken wir manches Buch in der Welt über Hausbau, Handel und kulturellen Wandel, über Märchen und dem Wissen über den Rückgang des europäischen Buchenwaldes und anderer Urwälder der Erde.Die Natur der Erde als Erbe bewahren, heißt das eigene Gesicht zu (be-) wahren.

Unterschiedliche künstlerische Arbeiten mit Darstellungen scheinbarer Naturidyllen, die einen ironischen Blick auf den Ist-Zustand der Natur, des Planeten Erde werfen und oder auf mögliche Utopien verweisen und oder an die Schönheit bzw. die Kostbarkeit der Natur erinnern, werden parallel in der Ausstellung auch als vorangegangene virtuelle Ausstellungen am Schaufenster des onomato, digital zur Ausstellung „gefallenes Laub im Licht der Zukunft gezeigt.

literatur

Poetische Begegnungen

Anke Glasmacher trifft Christoph Danne

Donnerstag, 16.12.2022 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/GkFRcxtkG0M

Zwei bekannte PoetInnen aus der frischen und lebendigen literarischen Szene Köln gestalten den vielversprechenden Auftakt der Reihe 9.

Anke Glasmacher, Jahrgang 1969, studierte zuerst in Bonn Germanistik und Philosophie, dann in Köln Pädagogik, Soziologie und Psychologie, ein Studium, das sie mit dem Diplom abschloss. Ende der 80iger Jahre veröffentlichte sie Gedichte in unterschiedlichen Anthologien und Zeitschriften, 2002 ihr erstes Lyrikbuch. Die darauf folgenden drei Lyrikbücher, davon das jüngste „Ein morsches Licht“, 2020, erschienen alle im Elif Verlag.

Ihre Lyrik, oft kurz und prägnant, überrascht durch den schnellen Wechsel zwischen atmosphärischer Verdichtung, genauer, meist distanzierter Selbstbeobachtung wie gesellschaftspolitischer Intonationen und sie überrascht durch die Kürze der Verbindungen.

meine zunge haben sie aufgehängt
am kriegsmüden gartentor

aus „Mauerwerk“ Anke Glasmacher

Christoph Danne, geboren 1976, studierte Deutsche Literatur und Sprache, sowie neuere und angloamerikanische Geschichte in Bonn, Berlin, Salamanca und Köln. Seit der Jahrtausendwende tritt er als Lyriker in Erscheinung und hat seit 2011 sieben Gedichtbücher veröffentlicht, sein jüngstes „Erzählen von Walen“ in diesem Jahr ebenfalls im Elif Verlag. Zugleich ist er extensiv als Lyrikvermittler aktiv, von der Mitgründung des kleinen „tauland-Verlages“ bis hin zur Initiierung und Organisation literarischer Reihen: gegenlichtlesen, HELLOPOETRY und dem intermedialen Lyrikfestival „Satelliten“.

Seine Lyrik bannt in wenigen Strichen situative Beobachtungen oder erforscht wie eine tastende Sonde Gefühlslagen und Atmosphären.

das gewicht von licht
grasflecken und sand
lose silben

aus „transfer tagwärts“ Christoph Danne


Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW und das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf


Geschützt: Belegliste

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2020: Veranstaltungs-Archiv

Montagsgespräch

Alle 14 Tage um 19 Uhr

Alle Termine in diesem Jahr:

  • 13. und 27. Januar
  • 10. und 24. Februar
  • 09. März
  • 06. und 20. April
  • 04. und 18. Mai
  • 01., 15. und 29. Juni
  • 13. und 27. Juli
  • 10. und 24. August
  • 07. und 21. September
  • 05. und 19. Oktober
  • ab November: online-Treffen, Zugangsdaten bitte erfragen
    02., 16. und 30. November
  • 14. und 28. Dezember

Reihe Z W E I

„Du weißt ja dass ich das sonst nie mache.“
„Nähe und Wahrhaftigkeit in der Film-Kunst.“

Erwin Michelberger | Joachim Rüsenberg

Dienstag, 07.01.2020 19 Uhr

Jeder Abend der Reihe ZWEI konfrontiert und collagiert eine je ausgewählte künstlerische Ausdrucksweise aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang etc. Mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv. Diesmal zu Gast ist Erwin Michelberger.

Ein Versuch über den Mut zur Wahrheit, der vor keinem Risiko zurückschrecken darf.

Andenken an Joachim Rüsenberg. Im Kino gewesen. Nicht geweint.
Es müsste die Armee von Film­förderungs­regisseuren, und Primetime­söldnern, haltlosen Unter­haltungs­künstlern, Selbst­ver­herr­li­chungs-(schau)-spielern, kriechenden Debütanten und Hollywood­vasallen vor das Grab Robert Bressons ziehen, das stumme Andenken dieses Heiligen für ihr lautes Dasein um Verzeihung bitten und hierauf einen solidarischen leiblichen Selbstmord auf dem angezündeten Stoß ihrer schmutzigen Textseiten, Drehbücher, Faxrollen und Tastaturen unternehmen.

Erwin Michelberger. Studium an der staatlichen Kunstakademie Düsseldorf. Seit 1980 Arbeit als Autor, Regisseur und Filmemacher.
www.michelberger-film.de

literatur

Poetische Begegnungen

Arne Rautenberg trifft Monika Rinck

Donnerstag, 30.01.2020 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Wie eng müssten wir gestrickt sein, würden wir Arne Rautenbergs Verse, so minimalisiert, verkürzt und fein sie daherkommen, nicht verbinden können mit großen Bögen des politisch Widerständigen? Nicht minder wehrhaft und zugleich versponnen sind Monika Rincks teilweise wie stotternd daherkommende poetische Invektiven.

Arne Rautenberg, geboren 1967 in Kiel, ist meilenweit entfernt von irgend realpolitischen Ansprüchen. Und dennoch birgt die äußerste Sparsamkeit seiner vielfachen und gestalterisch äußerst unterschiedlich geformten Experimente einen Schlüssel, der auf seine Art unverbrüchlich und klar angibt, wie Unterwürfigkeit unter autoritative Systeme und Strukturen zerlegt werden kann, um klipp und klar zu sagen: Hier ist kein Leben möglich!

Monika Rinck, geboren 1969 in Zweibrücken bei Berlin, hat die Lyrikszene mit jedem neuen Lyrikbuch überrascht in unerwarteten Aufschwüngen und sprachlichen Irritationen, die es dennoch nicht nur in sich hatten, sondern es verstanden, in dem jeweils errichteten sprachbesonderen Feld ein mit Ecken und Spitzen wehrhaft abgestecktes Atoll zu errichten, das sich verteidigen u n d angreifen kann. Wie hat sie das gemacht?

der mund ein grubenunglück
das kinn eine weiße porzellanschale

Arne Rautenberg aus „die haare gewürm“

(…) Der See kam zu sich, lief wieder in mir zusammen.
Nur das Schilf, sonst nichts, bewegte sich. Der Himmel ruhte darüber.

Monika Rinck aus „Der See“

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

Reihe Z W E I

„…ich sage nur, wie es mir entgegenkömmt.“
from the vaults of JR

Michael Rüsenberg | Joachim Rüsenberg

Dienstag, 04.02.2020 19 Uhr

Jeder Abend der Reihe ZWEI konfrontiert und collagiert eine je ausgewählte künstlerische Ausdrucksweise aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang etc. Mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv.

Diesmal zu Gast ist Michael Rüsenberg:

„Joachim war in weit größerem Ausmaß Künstler, als ich bemerkt habe. Vieles, vieles kannte ich nicht, wusste ich nicht, war mir neu. Meine Klangkomposition „…ich sage nur, wie es mir entgegenkömmt“ ist der marginale Versuch, davon etwas mitzuteilen. Ihr systematischer Anspruch ist gering. Ich habe mich auf zwei Textsorten beschränkt: Tagebuch-Auszüge, unvollständig, aus verschiedenen Jahrzehnten, sowie eine Art „Drehbuch“, von dem ich – wegen der abweichenden Typografie – nicht sicher bin, ob es von Joachim stammt (andere Personen aus seinem Umkreis aber wohl).

Die Klänge hat Joachim aufgenommen, ich habe sie in keiner seiner Kompositionen wieder gefunden. Ich fand sie sehr attraktiv, sie erscheinen sowohl in ihrer originalen wie auch in transformierter Form. Ich habe also die Klänge, nicht die Texte, verändert. Ganz im Sinne des Goethe-Zitates, das ja nicht zu verstehen ist als einfaches Durchreichen.“

Michael Rüsenberg, geb. 1948, Moderator, Kritiker, Autor, Adolf Grimme Preis, 1989 (mit Joachim Rüsenberg), WDR Jazzpreis, 2015 (für journalistisches Lebenswerk)
michael-ruesenberg.de

Joachim Rüsenberg, 1951- 2016, war Filmemacher und nannte sich später Tonfänger. Er war Mitbegründer des onomato Künstlervereins Düsseldorf, den er mit seinen „Akustischen Projektionen“ prägte. Mit der Reihe ZWEI möchten wird das 2019 eingeweihte Joachim Rüsenberg Archiv in einen öffentlichen Gebrauch überführen.

literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato 7

kuratiert von Frauke Tomczak

Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe „Poetische Begegnungen“ auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker*innen erst in der Lesung, dann im Gespräch. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten*innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben. Wir sind besonders stolz darauf, dass die Reihe inzwischen auf eine Kontinuität von sechs Jahren zurückblicken kann, also ins 7. Jahr geht und insgesamt schon 48 Lyriker und Lyrikerinnen zu Gast hatte.

Die geplanten Termine:

12.12.2019 Uljana Wolf trifft Franz Josef Czernin

30.01.2020 Arne Rautenberg trifft Monika Rinck

13.02.2020 Martina Hefter trifft Brigitte Oleschinski

05.03.2020 Adrian Kasnitz trifft Ron Winkler

Veranstaltungstag ist der Donnerstag, Beginn 19:30 Uhr
Ort: onomato künstlerverein, Birkenstraße 97
Eintritt: 3,- / 2,- Euro ermäßigt

Z W E I

Eine onomato Reihe 2019/2020

Kuratiert von Christoph Korn und Katharina Mayer.

Joachim Rüsenberg, 1951- 2016, war Filmemacher und nannte sich später Tonfänger. Er war Mitbegründer des onomato künstlervereins, den er mit seinen „Akustischen Projektionen“ prägte.

Mit der Reihe ZWEI möchten wir das überschaubare, mobile Joachim Rüsenberg Archiv einweihen und in einen öffentlichen Gebrauch überführen.

Jeder Abend konfrontiert und collagiert eine je ausgewählte künstlerische Position aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang etc. Mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv.

Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe und zum 20 jährigen Bestehen des onomato künstlervereins entsteht das RADIX Künstlerbuch „Und schmilzt so schön, mein wachsendes Archiv“, Im Verlag Radix Künstlerbuch+Edition.


Termine in diesem Jahr:
7.01. Erwin Michelberger
4.02. Michael Rüsenberg
3.03. Claas Morgenroth
21.04. Wolfgang Schliemann
5.05. Miu
2.06. Frauke Tomczak
7.07. Claudie Robles
3.09. Thomas Seidel
1.10. Norbert Kraus
5.11. Christoph Korn
3.12. Katharina Mayer

ausstellung

sic transit

Irina Matthes

07.02 – 16.02.2020 – Eröffnung am 07.02. 19 Uhr

„Der Prinz, der in sich nicht weniger als alles ist, weiss auch, dass er in sich nichts ist. Er gelangt zu diesem Nichts auf dem Meer, und er kehrt […] als Nihilist oder als Quietist zurück: Der Rest ist Schweigen. Was nicht erlischt, sondern dauert, ist der einzigartige Wert der, wie man auch sagen könnte, kanonisch sublimen Persönlichkeit Hamlets.“
aus: Harold Bloom: Shakespeare, Die Erfindung des Menschlichen
Im Roman „Butcher’s Crossing“ kommt der Romanheld gegen Ende ins Nachdenken. Er sieht den Büffel, der eben noch „stolz, edel und voller Lebenswürde gewesen war“, wie er gehäutet und ausgeweidet am Haken hängt, „ein Haufen lebloses Fleisch, nur ein bloßes Etwas, das auf groteske, spöttische Weise vor ihm baumelte.“ Der Held begreift, dass die Idee, er könnte in der Wildnis zu sich selbst finden, Ausdruck seiner eigenen Eitelkeit war.

literatur

Poetische Begegnungen

Martina Hefter trifft Brigitte Oleschinski

Donnerstag, 13.02.2020 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Als Martina Hefter nach drei Romanen 2008 auch auf der Lyrikszene erschien, erregte sie Aufsehen durch eine ungewöhnliche und eigenwillige Inszenierung ihrer Texte. Auch schlicht gelesen, haben sie einen szenischen Charakter: Szenarien, die mit Alltagsgegenständen – ein Bett – ganze Handlungsräume eröffnen, die sich ihrerseits ins Surreale oder Absurde erweitern.

Brigitte Oleschinski, Jahrgang 1955, ist eine altbekannte Lyrikrerin, die schon mit Gerhard Rühm und zu seinen Lebzeiten noch zusammen mit Oskar Pastior auf der Lesebühne stand. Ihre Lyrik kann kurz und bündig, aber auch in feinen und differenzierten Mehrdeutigkeiten unterschiedlichste Welten und Gegenstandsbereiche, ebenfalls ins Surreale ausgreifend, miteinander verflechten.
Eine Kombination zweier Poetinnen, die einen spannenden, aussergewöhnlichen Abend verspricht.

Auch Himmel vergeht, Himmel wird geringer,
verdünnt sich, strömt fort.
Martina Hefter aus Ich bin geerdet

(…) zwischen Radkappe
und Rinnstein grinst ein verklemmter Heliumfisch, schlaffsilbern
von Kieme zu Kieme (…)
Brigitte Oleschinski aus Wie der hüpfende Atem

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

ausstellung

Re-Decoders: Digital trifft Analog

Arno Beck, Jun-Ho Park, Pascal Sender

27.02 – 08.03.2020 – Eröffnung am 27.02. ab 18 Uhr


Der digitale Raum erobert die analoge Welt!

Arno Beck transportiert animierte Ästhetik mit seinen Schreibmaschinenbildern auf Papier.

Mit Jun-Ho Parks Pixel-Skulpturen wird der reale Raum zum Spielfeld.

Pascal Sender lässt in einer Video Installation die Grenzen zwischen Animation und Performance verschwinden.

Live-Stream Performance von Pascal Sender.

Music-Set von @MAURICE und Getränke.

Kuratiert von Hans Dumitru & Marius Hoppe.

 

Öffnungszeiten: Di – Fr 15-19 Uhr, Sa 11-15 uhr
Finissage: So 08.03 ab 16:00 Uhr

 

Eine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­refe­rat des AStA der Hein­rich Heine Univ­ersi­tät Düssel­dorf

Reihe Z W E I

Der Saumpfad
Solo für 1 Zuspiel, 1 Gitarre und Krach

Claas Morgenroth | Joachim Rüsenberg

Dienstag, 03.03.2020 19 Uhr

Jeder Abend der Reihe ZWEI konfrontiert und collagiert eine je ausgewählte künstlerische Ausdrucksweise aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang etc. Mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv.

Diesmal zu Gast ist Claas Morgenroth:

„Warum sind wir hier“, fragte er sich. Und: „Weißt Du noch, wie…?“ Der Pfad schaute ihn an. Und er stand da und wartete auf ein Wunder. Ein Knistern im Ohr. Wollte er nicht stumm seinen Weg gehen?

Claas Morgenroth: Literaturwissenschaftler an der TU Dortmund, Bücher und Aufsätze zur Theorie und Politik der Literatur, zum Rückwärtserzählen und Aufzeichnen, zu Rolf Dieter Brinkmann und Walter Benjamin. Gelegenheitsmusiker und -hörspielmacher, darunter: „Ich schreibe ein Hörspiel und Ihr nicht“.
studiger.tu-dortmund.de

Joachim Rüsenberg, 1951- 2016, war Filmemacher und nannte sich später Tonfänger. Er war Mitbegründer des onomato Künstlervereins Düsseldorf, den er mit seinen „Akustischen Projektionen“ prägte. Mit der Reihe ZWEI möchten wird das 2019 eingeweihte Joachim Rüsenberg Archiv in einen öffentlichen Gebrauch überführen.

literatur

Poetische Begegnungen

Adrian Kasnitz trifft Ron Winkler

Donnerstag, 05.03.2020 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Mit Adrian Kasnitz und Ron Winkler hat die Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN 7 zum Abschluss zwei Poeten zu Gast, die ihre ersten Lyrikbücher zu einer Zeit veröffentlichten als die Verlagswelt und mit ihr die literarische, besonders die poetische Szene sich merklich veränderte. Bis Mitte und Ende der 2000ender Jahre gründeten sich viele unanbängige Kleinverlage, die seither besonders jungen AutorInnen eine Plattform zur Veröffentlichung bieten.

Adrian Kasnitz, Jahrgang 1974, leitet seit 2000 zusammen mit Wassiliki Knithaki ebenfalls einen Kleinverlag, die „Parasitenpresse“ in Köln und ist Gastgeber im Kölner Literaturklub. Neben diversen Einzeltiteln sammelt er seit 2015 seine formal scheinbar einfachen Gedichte in „Kalendarien“, eine Struktur, die eine große Beweglichkeit zulässt von bizarren Reiseimpressionen bis zu satirisch deformierten Bildern der Kölner Südstadtschickeria.

Ron Winkler, geboren 1973, hat seine Lyrik seit seinem ersten Band, 2002 in eben der Kölner „Parasitenpresse“ erschienen, immer schon mit metamorphotischen Verdichtungen bis an den Rand aufgeladen. In seinem jüngsten Band „Karten von Gebieten“ von 2017, entwirft er in dem titelgebenden Kapitel eine Art Sciencefiction – Vision, bei der sich die Frage stellt, wo darin jenseits des Un- und Übermaßes lebendige Bewegung überhaupt noch möglich ist.

(…) dann das lachen
über gefeilte biographien, die
aus den ärmeln winken.

Adrian Kasnitz aus: „leipzig, die verstreuten häuser“

alles habe System, oder nicht mechanistisch
gesprochen: einen Gott im Gepäck.

Ron Winkler aus „Atlas der Stiche“

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

Tengiz

Filmisches Künstlerportrait von Andrea Isa und Charly Müller

Freitag, 13.03.2020 19:00 Uhr

Wir lernten Tengiz kennen, als er durch Flingern streifte und kleine Bilderpäckchen bei sich trug, die er zum Verkauf anbot oder verschenkte. Immer wieder suchte er das Gespräch mit Künstlern und besuchte unsere Galerien.

In Georgien aufgewachsen studierte und lehrte Tengiz Philologie und war als Dichter und Schriftsteller tätig.

Im Alter von 26 Jahren musste er das Land aus politischen Gründen verlassen und kam nach Deutschland, wo er Asyl beantragte; seitdem wohnt er in Düsseldorf und studierte Germanistik, Philosophie und Psychologie an der Heinrich-Heine Universität. Aus gesundheitlichen Gründen mußte er sein Studium abbrechen und begann zu malen.

In den vergangenen Jahren entstand eine große Anzahl von Aquarellen, von denen er teilweise Farbkopien macht.

Sein bildnerisches Thema, so sagt er, sei die Natur und der atmosphärische Raum, der alles Lebendige beinhaltet.

In seinen Aufzeichnungen und den Gesprächen, die wir mit ihm führten, betonte er seine früheren Existenzen als Raphael, Weltschöpfer, J. Brahms, J. Gris, J. Haydn, Homer, Karl der Große, sowie der Musiker Sting.

Neben den Aquarellen existieren handschriftlich fixierte Gedanken zu seinen Werken, aber auch zu seinem Umfeld.

Im Anschluss an die Filmaufführung: Künstlergespräch mit Tengiz und den Film-Autor:inn:en.

e r i c

Videoarbeit von Rupert Eising

täglich 21:00 bis 00:00 Uhr

Vom 24. April bis 04. Mai präsentieren wir im onomato-Schaufenster als Außenprojektion die Arbeit „eric“ von Rupert Eising. Die Arbeit ist 03:30 Minuten lang und läuft in Schleife.

Wenn die Öffnung des Fischmauls (Basiskategorie Atmung) derart schwarz erscheint, so wie Rupert Eising es konzipiert hat, und sich noch dazu von den anderen Schwärzen der Bilder unterscheidet, dann ist das ein Schwarz nach innen – es ist das Schwarz im Fisch; d. h. es ist, ob das Tier es nun ahnt oder nicht, sein Nichts, das da erscheint – das generelle Gefangensein in der eigenen Existenz.
Karl Hans Müller

Wir sind wieder sichtbar!

Videoscreening kuratiert von Gudrun Teich

Täglich 21:30 bis 00:30 Uhr

Düsseldorfer Videokünstler:innen zeigen in einem täglich wechselnden Programm von 21.30 bis 00:30 Uhr „Videokunst im Vorbeigehen“ im Außenfenster des onomato künstlerverein.
Abschlusspräsentation: Am Sonntag, 24 Mai ab 21:30 Uhr zeigen wir alle präsentierten Arbeiten in kompletter Folge.

05.05. Josef Schulz , CQ 16 2010
06.05. Mathias Neuenhofer, mushroom 2020
07.05. Annebarbe Kau, Mari 2004
08.05. Neringa Naujokaite, Horizon 2010
09.05. Hörner/Antlfinger, MILK 2014
10.05. Dieter Kiessling, eyes 2005
11.05. Gudrun Teich, Fensterblicke 2019
12.05. Detlef Klepsch/Anne Schülke, spring_inside 2020
13.05. Ivo Dekovic, Balerina 2019
14.05. Norbert Kraus, Die Geburt des Adonis 2011
15.05. Gabriele Horndasch, 14’ 15’’ 2015
16.05. Claudia Robles-Angel, Wintermusik 2007
17.05. Claudia van Koolwijk, Fenster 2020
18.05. Gudrun Kemsa, Pennsylvania Station 2020
19.05. Myriam Thyes, Graceful Allegories 2018
20.05. Andrea Isa, Spark 2020
21.05. David Zubek, o.T. 2020
22.05. Johannes Raimann, con-tempora 2020
23.05. Almuth Hickl, Bagatellen 2020
24.05. Präsentation aller teilnehmenden Arbeiten

ausstellung

BLICKDICHT

16 Beiträge zur Gesichtserkennung

17.-26. Juli 2020, Eröffnung am Freitag 17.07. von 19 bis 22 Uhr

Die Künstler*innen richten ihre Blicke auf das Modell und verdichten und intensivieren in einem langwierigen Prozess ihre Aufmerksamkeit, um ihr Gegenüber in seiner Ganzheit zu erkennen. Facetten und minimale Veränderungen im Ausdruck werden so wahrgenommen, und setzen den zahlreichen, durch schnelle, mediale Kamerablicke entstandenen Bildern, ein durch Kommunikation entstandenes Abbild entgegen. So setzen die Künster*innen ein Statement zum aktuellen Diskurs über Gesichtserekennung und Datenerhebung im Kontext des Portraits als traditionellem Abbild einer Persönlichkeit.

Mit Arbeiten von:

Alexia Krauthäuser, Almyra Weigel, Andrea Dietrich, Annette Wirtz, Beata Glombik, Claudina Hoff ter Heide, Edith Oellers, Gesche Heumann, Hannah Feigl, Jürgen Mester, Katharina von Koschembahr, Katrin Roeber, Klaus Sievers, Michael Falkenstein, Petra Fröning, Stefan Schwarzmüller

Öffnungszeiten:

Do. Fr. Sa. So. jeweils 15 bis 18 Uhr


Hygienemaßnahmen

  • Bitte den Ausstellungsraum einzeln betreten.
  • Im Ausstellungsraum ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und ein Abstand von mindestens 2 m zu den anderen Ausstellungsbesuchern zu halten.
  • Es dürfen sich bis zu 7 Personen gleichzeitig im Ausstellungsraum aufhalten.
  • Achten Sie bitte, falls es zu Wartezeiten kommt, auch auf dem Gehweg auf ausreichend Abstand zu anderen Personen.

ZWEI

Samstag, 22. August um 21 Uhr

Jeder Abend der Reihe ZWEI konfrontiert eine künstlerische Ausdrucksweise aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv.

Diesmal findet die Veranstaltung im onomato-Garten statt.

Programm:
 > onomato künstlerverein: Hörfilm 2001
 > Christoph Korn: Pneuma, Video 2014
 > Katharina Mayer: Mauerfall 1989/2019, Video 2019
 > Norbert Kraus: Kruzifix, Animation 2019

Aufgrund der Corona-Verordnungen bitten wir um Platzreservierung per E-mail: ANMELDUNG

ausstellung

In Fluss

14.–30. August 2020, Eröffnung am Freitag 14.08. von 19 bis 22 Uhr

Es ist ein Kommen und Gehen, Tür auf, Tür zu, hereinspaziert. Vier Künstler*innen zeigen im onomato künstlerverein und dem Projektraum Impro 97 was sie bewegt.

In den beiden nebeneinander liegenden Ladenlokalen ist zu sehen: Hilmar Boehle, Installation „Aquarell“, 1993; Britta Helmerdig, Vorhang; Katharina Mayer, Collage; Bärbel Starz, Fotografie.

Öffnungszeiten:

Do. Fr. Sa. So. jeweils 15 bis 18 Uhr


Hygienemaßnahmen

  • Bitte den Ausstellungsraum einzeln betreten.
  • Im Ausstellungsraum ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und ein Abstand von mindestens 2 m zu den anderen Ausstellungsbesuchern zu halten.
  • Es dürfen sich bis zu 7 Personen gleichzeitig im Ausstellungsraum aufhalten.
  • Achten Sie bitte, falls es zu Wartezeiten kommt, auch auf dem Gehweg auf ausreichend Abstand zu anderen Personen.

Achim Raven: Fehlgänge

Werkgespräch

Dienstag, 08. September um 19 Uhr
Livestream Link: youtube.com/watch?v=w-JASPjTaXY


Achim Raven, Autor, und Michael Serrer, Leiter des Litertaurbüros NRW, führen ein Werkgespräch über den zum Jahreswechsel erschienen Erzählband „Fehlgänge“. Ursprünglich sollte dieses Gespräch am 30.04. mit Publikum in den Räumen des onomato stattfinden. Wegen der Coronakrise musste der Termin verschoben und das bewährte Format des offenen Gesprächs durch einen Livestream ersetzt werden.

In den dreizehn Erzählungen geraten die Hauptpersonen immer wieder vom Weg ab, sie gehen fehl. Es geschehen fremde und seltsame Dinge, deren Glaubwürdigkeit in Zweifel gezogen werden darf. Nicht zufällig schließt der Titel „Fehlgänge“ an den Titel der Bände „dérives 1“ (Paris 1991 / 2017) und „dérives 2“ (Paris 2017) des französischen Comic-Künstlers Andreas an, für die Achim Raven Szenarien beigetragen hat, die hier zu Erzählungen ausgearbeitet und neben elf anderen Geschichten erstmals veröffentlicht sind.

Ausgehend vom Gespräch über die Erzählung „Große Augenblicke“ wird die Konzeption des Buches erörtert und auch geklärt, was es mit dem Möbiusband auf sich hat.

Achim Raven: geboren 1952 in Düsseldorf, veröffentlicht seit 1984 Lyrik, Prosa und Essays, bis 2015 unter dem Pseudonym Ferdinand Scholz, seither unter seinem richtigen Namen.

Gesprächsleitung: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW

Eine Kooperation des onomato künstlervereins mit dem Literaturbüro NRW

ausstellung

„Gelebte Räume“, Übergangsräume,
Zwischenräume

kunstpunkt 25

11.-27. September 2020, Eröffnung am Freitag 11.09. um 19 Uhr

Ein gedankliches Modell, das zur Überbrückung der getrennt gedachten Sphären von Innen und Außen, von eigen und fremd beiträgt, wird mit dem Begriff „Übergangsraum“ nahe gelegt. Die Ausstellung zeigt Malerei, Print, Video, Foto, Objekt, Performance und Lyrik von Künstler:innen der „onomato Montagsgespräche“.

Teilnehmende Künstler:

Terry Buchholz · Harald Feyen · Bernard Langerock · Elisabeth Luchesi · Charly Müller · Markus Mußinghoff · Achim Raven · Frauke Tomczak · Bernadett Wiethoff · Gäste: Andrea Dietrich · Mechthild Hagemann · Michael Kurzwelly · Grzegorz Pleszynski · Jens Stittgen · Uschi Ströbele

Öffnungszeiten: Do. Fr. Sa. So. jeweils 15 bis 18 Uhr

Achim Raven · Lesart

Ahndungsschauer und das Glotzen der Romantik / Hertha Kräftner lacht

Mittwoch, 30. September um 19 Uhr

Livestream Link: https://www.youtube.com/watch?v=6cqPAF7f_3c

Seit 2018 veröffentlicht Achim Raven bei FIXPOETRY seine Lesarten wenig bekannter Gedichte. Am 30.09. stellt er Johann Heinrich Wackenroder (1773-1798) und Hertha Kräftner (1928-1951) vor.

Die unerschrockene junge Frau aus der Mitte des 20. Jahrhunderts und der schwärmerische junge Mann aus dem späten 18. Jahrhundert haben eigentlich nichts gemein außer der Fähigkeit, die richtigen Worte zu finden. Vielleicht entsteht ja gerade daraus ein spannendes Gespräch mit dem Publikum.

ausstellung

Milton Camilo

Malerei

Werkgespräch am Freitag 09.10. um 19 Uhr

Livestream Link: https://www.youtube.com/watch?v=oeWyz9XrzbU

Seine Malerei erscheint frisch und unverbraucht, bisweilen expressiv und manchmal auch naiv. Aus jedem Kunstwerk strahlt eine große Kraft, Farbigkeit und Bewegtheit. Und jeder, der sie sieht, wird davon selbst innerlich bewegt. Milton Camilo, geboren 1970 in Brasilien, war zunächst professioneller Tänzer und Dramaturg, bevor er sich als 33-jähriger das Malen während eines längeren Krankenhausaufenthaltes selbst beibrachte. Nun sind die Werke des in Wuppertal lebenden Künstlers erstmals in Düsseldorf zu entdecken.

Kuratiert von Ulrike Lehmann.

Nach dem Werkgespräch gibt es eine elektronische Musik-Performance von Tim Löhde.

Das Werkgespräch und das Konzert werden live übertragen über diesen Link: https://www.youtube.com/watch?v=oeWyz9XrzbU

Anschließend: Kurz-Ausstellung bis 17. Oktober

Öffnungszeiten: täglich von 15-20 Uhr in Anwesenheit des Künstlers


Corona-Hygienemaßnahmen

  • Bitte den Ausstellungsraum einzeln betreten.
  • Im Ausstellungsraum ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und ein Abstand von mindestens 2 m zu den anderen Ausstellungsbesuchern zu halten.
  • Es dürfen sich bis zu 7 Personen gleichzeitig im Ausstellungsraum aufhalten.
  • Achten Sie bitte, falls es zu Wartezeiten kommt, auch auf dem Gehweg auf ausreichend Abstand zu anderen Personen.

lAbiRynT virtuell

Festival für Neue Kunst

23.-25. Oktober – labirynt.slubice.eu
Dokumentation: https://youtu.be/CAeZpq_UanE

Das seit 2010 bestehende Festival für Neue Kunst „lAbiRynT“ finden dieses Jahr zur Hälfte virtuell und in realen Räumen statt. Veranstalter sind das städtische Słubicer Kulturhaus SMOK und von Frankfurter Seite der Verein Slubfurt e.V. Die Verschränkung verschiedener Kunstgattungen ist dabei Programm.

Die neue Form des Festivals ermöglicht es auch, dass weitere Ausstellungsorte in Poznań, Düsseldorf, Berlin und Japan hinzukommen, die virtuell mit dem Festival verknüpft sein werden. Veranstaltungsort in Düsseldorf ist der onomato-künstlerverein.

  • Marcus Kaiser: „Bis zur Hälfte der Mittte / bachstausumpf“
    (Cello und Zuspiel)
  • Anja Garg: „Die Erde ist ein Ort im Himmel“
    (Video und Installation)

Live im Internet und live vor Ort: 23.10. um 19:00 Uhr

Kuratorin: Terry Buchholz

Öffnungszeiten: 23. + 24.10. von 16-21 Uhr / 25.10. von 15-19 Uhr

Fehlgänge

Achim Raven · Lesart

Dienstag, 27. Oktober um 19 Uhr

Livestream Link: https://www.youtube.com/watch?v=D9PCnB_Axms


Achim Raven, Autor, und Michael Serrer, Leiter des Litertaurbüros NRW, führen ein Werkgespräch über den zum Jahreswechsel erschienen Erzählband „Fehlgänge“. Ursprünglich sollte dieses Gespräch am 30.04. mit Publikum in den Räumen des onomato stattfinden. Wegen der Coronakrise musste der Termin verschoben und das bewährte Format des offenen Gesprächs durch einen Livestream ersetzt werden.

In den dreizehn Erzählungen geraten die Hauptpersonen immer wieder vom Weg ab, sie gehen fehl. Es geschehen fremde und seltsame Dinge, deren Glaubwürdigkeit in Zweifel gezogen werden darf. Nicht zufällig schließt der Titel „Fehlgänge“ an den Titel der Bände „dérives 1“ (Paris 1991 / 2017) und „dérives 2“ (Paris 2017) des französischen Comic-Künstlers Andreas an, für die Achim Raven Szenarien beigetragen hat, die hier zu Erzählungen ausgearbeitet und neben elf anderen Geschichten erstmals veröffentlicht sind.

Ausgehend vom Gespräch über die Erzählung „Große Augenblicke“ wird die Konzeption des Buches erörtert und auch geklärt, was es mit dem Möbiusband auf sich hat.

Achim Raven: geboren 1952 in Düsseldorf, veröffentlicht seit 1984 Lyrik, Prosa und Essays, bis 2015 unter dem Pseudonym Ferdinand Scholz, seither unter seinem richtigen Namen.

Gesprächsleitung: Michael Serrer, Leiter des Literaturbüros NRW

Eine Kooperation des onomato künstlervereins mit dem Literaturbüro NRW

onomato – ausstellung

c a v e

07.–22.11.2020   Eröffnung am 06.11. um 19:30 Uhr

der raum des onomato künstlervereins in flingern verwandelt sich in eine höhle. auf einer vielzahl von screens leuchten animations- und videoelemente aus dem dunkeln – digital secrets. zu sehen sind videoarbeiten der beiden düsseldorfer künstler*innen gudrun teich und norbert kraus.


öffnungszeiten:   täglich 17-22 uhr
die arbeiten sind von aussen sichtbar, ansonsten treffen nach vereinbarung: tel 01522 1609105 oder 0178 8705605

diese ausstellung steht im rahmen der: die digitale düsseldorf

literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

ausgerichtet von Frauke Tomczak

Die Lyrikreihe im onomato in und trotz der Coronakrise durchzuführen und zu gestalten, war eine bewußte Entscheidung. „Denn schließlich wollen wir doch nicht geistig, sinnlich und seelisch veröden!“ schrieb ich an Kerstin Hensel, eine gestandene Poetin, die in Kombination mit Friedrich Ani ebenfalls teilnehmen wird.

Um die schon bestehenden in Krisenzeiten immer zunehmenden Dichotomien nicht zusätzlich zu vermehren, greife ich zur Begründung auf die Verödung zurück: In der Tat wirken in Abwesenheit die erhebenden, will sagen über den Alltag hinaus gehenden Sinneseindrücke, die uns die Künste für gewöhnlich ermöglichen, wie sehnsuchtsvoll vermisste Verschollene. Das ist umso sprechender als wir wie so oft erst im Entbehren uns dessen bewußt werden, wie unentbehrlich das Abwesende, in diesem Fall die Künste, sind. Ja sie sind so existentiell wie das geistige tägliche Brot. Diesen Mangel buchstäblich sinnlich zu erfahren und zu spüren, hat immerhin den Wert, sich bewußt zu machen und zu erkennen, dass sie nicht nur unabdingbar zu unserem Leben gehören, sondern wir spüren instinktiv, dass eben dieses Quantum Kunst zugleich überlebenswichtig ist. Diese gespürte Erkenntnis präsent zu halten, wird nach der Krise eine zukunftsgerichtete Erinnerungsarbeit sein, die wir annehmen sollten.

Frauke Tomczak, Düsseldorf 04.12.2020

In diesem Sinne gestaltet sich die Lyrikreihe 8. Sie kann leider nicht leibhaftig sondern nur im Stream wahrgenommen werden – die jeweiligen Links zum Streaming, die auch den Einladungsmails beigefügt werden, sind ebenfalls auf der Webseite des onomato künstlervereins einsehbar. Wir freuen uns, Ihnen auch in dieser Runde ein hochkarätiges Programm präsentieren zu können:

Die Termine dieser Reihe, jeweils 19:30 Uhr:

Do. 10.12.2020: Stephen Reader trifft Dominik Dombrowski

Do. 04.02.2021: Hellmuth Opitz trifft Lina Atfah

Do. 25.02.2021: Kerstin Hensel trifft Friedrich Ani

Do. 18.03.2021: Levin Westermann trifft Nadja Küchenmeister

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf



literatur

Poetische Begegnungen

Stephen Reader trifft Dominik Dombrowski

Donnerstag, 10.12.2020 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/pwfK4zWxqqM


Stephen Reader, geb. 1950 in Zürich, studierte Kunst und Germanistik an der Universität Wales, bevor sich ab 1974 ein Kunststudium an der Kunstakademie Düsseldorf anschloss. Eher als bildender Künstler versteht er sich dementsprechend mit dem Schwerpunkt auf Zeichnungen und grafisch gestalteten Blättern, die oft auch Teil seiner vielfältigen Performances sind. So zuletzt in seiner Aktion „Gartenlese“ im Sommer diesen Jahres. Die oft in zarte Zeichnungen integrierte Texte muten auf diese Weise wie eher zufällige lyrische Einschlüsse an, verdichtete Augenblicksnotate, gefunden zwischen rauschenden Gräsern.

Dominik Dombrowski, geboren 1964 in Waco, Texas, ist ein deutschamerikanischer Autor und Übersetzer. Seine mehrfach preisgekrönte Poesie neben dem diesjährigen Lyrikband „Ich sage mir Nichts“ zuletzt die Buchtrilogie mit dem 3. Band „Fermaten“, 2016 ist äußerst vielfältig. Die Trilogie nennt er auch „lyrisches Tryptichon“. Die in diesem Titel gefasste räumliche Metapher kann als charakteristisch für seine expressiven Sprachbilder gelten, die oft emotionale und seelische Zustände in verdichteten Raumatmosphären entfalten und so sinnlich erfahrbar machen. Ob Dominik Dombrowski solcher Art zum „Lonely Rider der Poesie“ wird, wie José F.A. Oliver meint, sei dahingestellt. Mir erscheint er eher wie ein bizarrer Gärtner oder besser Gartenarchitekt von nicht minder phantastischen Innen- und Aussenarchitekturen.

Das Urlaub
Stephen Reader

Man kupferte da die Räume der Erde
das Unentdeckte zwischen Tahiti und Neuseeland
noch mit Fabelwesen

Dominik Dombrowski

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf



2019: Veranstaltungs-Archiv

Montagsgespräch

Alle 14 Tage um 19 Uhr

Alle Termine in diesem Jahr:

  • 07. und 21. Januar
  • 04. und 18. Februar
  • 11. und 25. März
  • 08. und 29. April
  • 13. und 27. Mai
  • 17. Juni
  • 01., 15. und 29. Juli
  • 12. und 26. August
  • 09. und 23. September
  • 07. und 21. Oktober
  • 04. und 18. November
  • 02. und 16. Dezember

literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

kuratiert von Frauke Tomczak

Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe im onomato auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker/innen erst in der Lesung, dann im Gespräch. Die Reihe hat sich aber der nicht immer glücklichen Entgegensetzung „Bekannt trifft Unbekannt“ entledigt und ersetzt sie durch das Zentrum, das von Anfang an ihren besonderen „Kick“ ausgemacht hat: die spannungsreiche und oft fruchtbare gegenseitige poetische Begegnung. Dieser sachlichere Titel erlaubt überdies eine größere Offenheit und Freiheit in der Kombination: auch zwei Lyriker/innen mittleren Bekanntheitsgrades können sich unter dem neuen Titel begegnen. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten/innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben..

Die Termine dieser Reihe:

Mi. 12.12.2018: Marie T. Martin trifft Stan Lafleur

Mi. 30.01.: Olga Martynova trifft Gerhard Falkner

Mi. 27.02.: Ulrike Almut Sandig trifft Tristan Marquardt

Mi. 13.03.: Mirko Bonné trifft Durs Grünbein

Eintritt: 3,- / 2,- Euro ermäßigt

literatur

Vera Henkel: Lesung und Buchvorstellung

Mi., 16.01.  19:30 Uhr

Der Name Vera Henkel war in der literarischen Szene des Rheinlandes schon zu Zeiten von Peter Maiwald und John Linthicum ein Begriff. Damals gehörte sie zu den ambitionierten jungen PoetInnen um Alexander Nitzberg und gewann 1996 den Open Mike.

Heute kann sie auf eine vielfältige Sammlung literarischer Texte zurückblicken, von der die neueste Veröffentlichung „Ein fliehendes Kinn. Texte aus Jahrzehnten“, Ende 2018 erschienen, einen Überblick bietet: satirisch bis grotesk zugespitze, oft absonderliche und komische Alltagsskizzen, die vor allem eines bewirken: sie bringen uns zum Lachen. So beginnen wir das Neue Jahr mit einem poetischen Lachen.

literatur

Poetische Begegnungen

Olga Martynova trifft Gerhard Falkner

Mi., 30.01.2019  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Mit Olga Martynova und Gerhard Falkner sind in der Lyrikreihe zwei hochgeschätzte Schriftsteller zu Gast, die sich trotz ihrer Anerkennung von ihrer Lust, Neues auszuprobieren und zu experimentieren nichts haben nehmen lassen.

Olga Martynova, 1962 in Sibirien geboren, in Leningrad aufgewachsen, hatte dort zusammen mit ihrem im letzten Jahr verstorbenen Mann, dem Dichter Oleg Jurjew, die Künstlergruppe und noch heute existierende Plattform „Kamera chranenija“, auf deutsch etwa „Aufbewahrungsort“, gegründet. Seit 1990 lebt sie in Deutschland. In der Tradition der avantgardistischen Gruppe „Oberiu“ aus den 20iger und 30iger Jahren um Daniil Charms hält sich ihre Lyrik weder an konsistente Raum/Zeitgrenzen, noch irgend an geltende Naturgesetze. Und doch transportieren die Gedichte durch ihre bildstarke, sinnliche Präsenz und ihr deutliches Insistieren auf einem thematischen Verdichtungspunkt Figurationen, die vom „Wiesenjenseits“ einer gestorbenen Biene bis zum Bild der Sprache als Falter mit dem „Hinkeflügel“, der sich halb über, halb unter Wasser bewegt, sowohl unsere Imagination wie auch unser Denken ihrerseits in Bewegung setzen.

Gerhard Falkner, 1951 im mittelfränkischen Schwabach geboren, erregte schon 1981 mit seinem ersten Gedichtbuch „so beginnen am körper die tage“ Aufsehen: gegen die „Befindlichkeitslyrik“ der späten 70iger Jahre setze er einen deutlichen Akzent – wenn auch im freien Vers – auf eine formal durchgestaltete poetische Sprache. Es folgten weiter Gedichtbände in steter Folge bis er in seinem Essayband „Über den Unwert des Gedichts“, 1993 – ganz in avantgardistischer Manier – seinen Rückzug aus dem Literaturbetrieb ankündigte und sich doch – das stete Paradox der Avantgarden – nach vierzehn Jahren, im Jahr 2000 mit dem wiederum vielbeachteten Gedichtbuch „Endogene Gedichte“ rückmeldete. Dem sollten seine wichtigsten lyrischen Werke „Hölderlin Reparatur“, 2008, und „Pergamon Poems“, 2012 folgen. 2009 erhielt er den Peter Huchel Preis. Die Gleichzeitigkeit von Prägnanz, Anschaulichkeit, frappierenden Zeitsprüngen und Leichtigkeit, mit der er etwa in dem Gedicht „Artemis“ von der semi-plastischen Bildlichkeit der Artemis im Pergamon Fries über mehr als zweitausend Jahre in die „Kill Bill“- Filmwelt von Quentin Tarantino springt, ist so atemberaubend und treffend zugleich, dass sie für beide Welten vor- und rücklings vieles zu denken gibt.

Ein klares Profil fügt er in Kopfmitte ein:
als den Schatten eines Teufels im Schnee,
am dritten Ufer von zwein.

Olga Martynova: Tschwirka, beschwipst vom Winter (1)

Kill Bill, gespielt von Himmlischen (Götterkino)
die Torsi torkeln von der Wucht des Schönen

Gerhard Falkner: Artemis

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf und die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

 

OPEN CALL

zur Ausstellung: „Regarding Yoko Ono“

Yoko Ono ist eine Konzept Künstlerin. Sie hat neben großen Ausstellungen und Performances auch Performance-Anleitungen Konzipiert. Ono ist in ihren Arbeiten sehr weitgefasst und hält eine große Vielfalt an Darstellungen und Möglichkeiten sich auf sie zu beziehen bereit.

Ich möchte eure Beteiligung an dieser Ausstellung! Der Grundgedanke bei Yoko Ono, ist die Individualität in der Gemeinschaft und deshalb können von euch Zeichnungen, Bilder, Fotos im Format bis DinA3 dabei sein. Zusätzlich können Performances eingereicht werden.

Ich freue mich auf eure Beiträge und bei Fragen bin ich zu erreichen unter 0178 90 46 878.

Abgabetermin: am 7.3. zwischen 10 – 12 Uhr
oder in Absprache mit Inken Boje: info@inkenboje.de.

Dauer der Ausstellung: 08.03. – 10.03.2019

Öffnungszeiten:
Fr. 08.03. 19–21 Uhr
Sa. 09.03. 14–18 Uhr
So. 10.03. 12–18 Uhr

Abholung: 12.03. um 10–12 Uhr

Herzliche Grüße Inken Boje

literatur

Poetische Begegnungen

Ulrike Almut Sandig trifft Tristan Marquardt

Mi., 27.02.  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Es nimmt nicht wunder dass Ulrike Almut Sandig bei ihren Musikauftritten viele ihrer Poeme auch singt, vor allem aus ihrem jüngsten Lyrikbuch mit dem ellenlangen Titel „ich bin ein Feld voller Raps, verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt“, 2016. Stellen die darin versammelten Gedichte doch zugleich expressiv einprägsame wie bewegende Szenarien mit gekonnt charakteristischen wenigen Strichen vor Augen, die auch gelesen ihre musikalische Rhythmik entfalten.

Obwohl er intensiv über die lyrischen Anfänge im hochmittelalterlichen Minnesang gearbeitet hat – das Ergebnis ist die imponierende zweisprachige Sammlung „Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen“, die er 2017 zusammen mit Jan Wagner herausgegeben hat, erinnert seine eigene Lyrik doch weniger an Gesang als an ein eigentümlich verwobenes und verschachteltes Stenogramm von Außen- und Innenwahrnehmungen, Momentaufnahmen und wie aus der „Tiefsee“ aufsteigenden Fetzen aus der digitalen Welt – „Scrollen in Tiefsee. Gedichte“, 2018.
Diese poetische Begegnung zweier jüngerer Dichter verspricht, ein ungewöhnlicher und eigenwilliger Lyrikabend voller Überraschungen zu werden.

in der heimat brechen sich namen an der scholle,
im wort: was dort angebaut wird, ist mir fremd“

Ulrike Almut Sandig: meine heimat

(…) haufen aus blendflecken als
geschichte des blicks, im dunkeln, beim schälen des tischs.

Tristan Marquardt: blickinsassen

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf und die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

 

ausstellung

Regarding Yoko Ono /
Jerónimo Arteaga-Silva

Düsseldorf Photo Weekend 2019

08. – 10.03.2018

Wir beteiligen uns am „Düsseldorf Photo Weekend 2019“ mit einer Doppel-Ausstellung:

Open Call: Regarding Yoko Ono
Wir zeigen Bilder, Objekte und eine Performance, die zu unserem Open-Call: „Regarding Yoko Ono“ eingereicht wurden. Die durch Yoko Ono inspirierten Arbeiten thematisieren die Grundproblematik von Individualität in der Gemeinschaft.

 

Jerónimo Arteaga-Silva: Corners
Mit seinen neuen Serie von Architek­tur­foto­grafien dokumentiert der mexikanischen Fotograf Jerónimo Arteaga-Silva Grenzflächen und Übergänge von Raum­situationen mit vielfältigen Mustern, Linien und Materialien. Ein Stillleben der Räume, deren suggestive Oberflächen makellos scheinen und eine quasi utopische Auffassung der Realität vermitteln. Es ist ein Konzept von Konstruktion und Dekon­struktion.
jeronimoarteaga.com

 

Öffnungszeiten
08. März, 19:00 – 21:00 Uhr
09. März, 14:00 – 20:00 Uhr
10. März, 12:00 – 18:00 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

literatur

Poetische Begegnungen

Mirko Bonné trifft Durs Grünbein

Mi., 13.03. 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Dieser fraglos glänzende Abschluss der aktuellen Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN wird von zwei außergewöhnlichen Poeten gestaltet: dem vielfach ausgezeichneten Mirko Bonné und dem Büchnerpreisträger Durs Grünbein.

Mirko Bonné, 1965 in Tegernsee geboren, zog 1975 mit seinen Eltern nach Hamburg. Seit 2013 lebt er dort als freier Schriftsteller: er schreibt Lyrik und Romane und übersetzt vor allem Werke englischsprachiger Dichter wie Anderson, Emily Dickinson, Keats, Cummings, Creely und Yeats. Von 1994 bis heute hat er sechs Lyrikbücher veröffentlicht, u.a. „Gelenkiges Geschöpf. Gedichte“, 1996, „Hibiscus Code“, 2003, „Die Republik der Silberfische“, 2008, „Traklpark“, 2012 und „Wimpern und Asche“, 2017. Von seinen zahlreichen Romanen seien ebenfalls nur einige Titel genannt: „Ein langsamer Sturz“, 2002, „Der eiskalte Himmel“, 2006, „Nie mehr Nacht“, 2013, „Lichter als der Tag“, 2017 und das nach Saint Exupéry erzählte Märchen „Die Widerspenstigkeit“ in dem Düsseldorfer Karl Rauch Verlag, 2017 erschienen.

Mirko Bonné hat diverse Stipendien – Stipendium der Villa Concordia, Bamberg, New York Stipendium des Deutschen Literaturfonds – und mehrfach Auszeichnungen erhalten: den Ernst-Willner-Preis 2002, den Ernst-Meister-Förderpreis 2008 und den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis 2010.

Durs Grünbein, geboren 1962 in Dresden, damals noch in der ehemaligen DDR, gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartslyriker. Er lebt mit seiner Frau Eva Sichelschmidt und ihren gemeinsamen drei Kindern in Rom. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, Hamburg, Leipzig und der Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Er hat mehrere Poetikvorlesungen gelesen: 2007/08 hatte er die Heine Gastprofessur der Heinrich Heine Universität inne, 2008 in Zürich „Drei cartesianische Meditationen“, 2009/10 die Frankfurter Poetikvorlesung. Seit 2005 ist er Professor für Poetik an der Kunstakademie Düsseldorf.

Aus der langen Reihe seiner Auszeichnungen seien nur die folgenden erwähnt: 1992 Bremer Literaturpreis, 1993 Niclas Born Preis für Lyrik, 1995 Peter Huchel Preis, 1995 Georg Büchner Preis, 2005 Hölderlin Preis, 2012 Tomas-Tranströmer Preis. Von seinen insgesamt 20 Lyrikbüchern von 1988 bis heute können hier ebenfalls nur einige Titel genannt werden: „Schädelbasislektion“, 1991, „Falten und Fallen“, 1994, „Erklärte Nacht“, 2002, „Porzellan. Poem vom Untergang meiner Stadt“, 2005, „Strophen für übermorgen“, 2007, „Koloss im Nebel“, 2012, „Cyrano oder die Rückkehr vom Mond“, 2014, „Zündkerzen“, 2017. Aus den beiden letztgenannten Büchern wird Durs Grünbein lesen.

Die ZuhörerInnen erwartet ein hochspannender und bewegender Abend.

Und am Ufer sitzen Frauen,
essen aus hellen Tüten
das Licht, Licht
im November.

Mirko Bonné: Mauerseglerhitze

Es kamen die Eiszapfendiebe,
Sie brachen den Wörtern die Spitze ab.

Durs Grünbein: Rohe Eier

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf und die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

 

100 Jahre Bauhaus

Das Bauhaus hatte viele Väter –
wie eine Legende entstand

Bildvortrag von Thomas Brandt

Dienstag, 19.03.2019 19 Uhr

Warum wurde gerade Walter Gropius Gründer des „Bauhauses“ und wie kam die legendäre Schule zu ihrem Namen?

Was ist eigentlich der „Deutsche Werkbund“, von dessen Ideen sich Walter Gropius bei der Gründung des „Bau­hauses“ inspirieren ließ und was war das Besondere an der „Bauhaus“-Ausbildung, dass sie Studierende aus der ganzen Welt anzog? War es eine Art Kunst­gewerbe­schule?

Weshalb wurde sie gerade in Weimar gegründet, einer verträumten, kleinen Stadt fern der modernen Metropolen? Und warum stammt das erste Schulgebäude des „Bauhauses“ von Henry van de Velde, dem belgischen Jugendstil-Architekten?

Sollten Sie alle diese Fragen beantworten können, brauchen Sie diesen Vortrag nicht zu hören. Wenn nicht, sollten Sie kommen und dabei sein.

100 Jahre Bauhaus

Weimar / Dessau / Berlin –
drei Stationen neuer Gestaltung

Bildvortrag von Thomas Brandt

Dienstag, 26.03.2019 19 Uhr

14 Jahre nur hat das „Bauhaus“ existiert. Es war eine einzigartige Ansammlung der
fortschrittlichsten Künstler und Gestalter ihrer Zeit, von Walter Gropius über Paul Klee, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer bis zu Wassily Kandinsky – und wurde dabei immer wieder so heftig angegriffen wie gepriesen.

Zwei Mal musste es wegen der Nationalsozialisten seine Zelte abbrechen, drei Direktoren haben es in sehr unterschiedlicher Weise geprägt. Gewonnen haben die Nazis ihren Kampf nicht, denn durch Emigration hat sich der „Bauhaus“-Gedanke international verbreitet. Die Vielfalt dessen, was in Weimar, Dessau und Berlin geschah, ist heute einem recht einseitigen Bild dieser besonderen Schule gewichen.

Folgen Sie einer spannenden Schilderung der Wege dieses legendären Schulmodells.

Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr 2019
„Zuhause. Jüdisch. Heute. Hier.“

Wir beteiligen uns mit einem Residenz-Projekt mit anschließender Ausstellung an den diesjährigen Jüdischen Kulturtagen Rhein Ruhr. Unser Kooperationspartner ist die Galerie Bernd A. Lausberg, in der auch die Ausstellung stattfindet.

Zum 5. Mal dreht sich bei den Jüdische Kulturtage Rhein Ruhr alles um die jüdischen Impulse in der zeitgenössischen Kultur unserer Rhein-Ruhr Region. Begegnungen, Ausstellungen, Lesungen und Konzerte zeigen: Hier und heute findet jüdisches Leben statt! So lebendig und vielfältig verbindet es Vertrautes mit Neuem.
Über 200 Veranstaltungen in 15 Städten bieten allen Interessierten ein Forum, um der Frage nachzugehen: Was bedeutet für uns Zuhause?

Nähere Informationen und das gesamte Programm der Jüdische Kulturtage Rhein Ruhr finden Sie auf der Webeite: juedische-kulturtage.de
 


„Wahr ist doch immer, was ich denke“
Residenz im onomato künstlerverein

24. – 31.03.2019

Vier Künstlerinnen aus zwei Kulturkreisen denken gemeinsam nach über das, wie ihre Identität und Verortung entstanden ist. Der Begegnung und dem Erfahrungsaustausch über multiple Identitäten soll während der einwöchigen gemeinsamen Residenz eine wichtige Bedeutung eingeräumt werden. Ziel des gemeinsamen Residenz-Aufenthaltes ist es, Begegnungen zu stiften und den Dialog zu ermöglichen. Exponate entstehen vor Ort und werden aus Israel und dem Rheinland mitgebracht. Diesen Begegnungsraum stellt der onomato künstlerverein e.V. zur Verfügung. Die Präsentation findet in der Galerie Bernd A. Lausberg statt.

Diskutiert und untersucht werden beispielsweise Fragestellungen, die sich mit folgenden Themen beschäftigen: Wann wird eine Lebensgeschichte geboren? Und wie? Geschichten durchwandern Raum und Zeit. Wer weiß, bis wohin die Wurzeln der eigenen Geschichte reichen? Unser Leben wird geschichtet, geknetet und auch modelliert, verrieben und verwischt – und plötzlich nimmt eine Lebensgeschichte Gestalt an: Ein Mensch erhebt seine Stimme, ein Wind beginnt zu wehen, Vogelstimmen zwitschern. Bilder entstehen vor unserem geistigen Auge, erkunden die Ursprünge unserer Geschichten.

Die Künstlerinnen freuen sich über Besuch und Gespräch im onomato.

• Carol Pilars de Pilar, Deutschland
• Shuli Nachshon, Nofit, Israel
• Shir Silberstein, Israel
• Anne Wissmann, Deutschland

Kuratiert und koordiniert von Professorin Katharina Mayer und Dr. Regina Plaßwilm
 


IchIch – Verortung / vor Ort sein

05. – 28.04.2019
Ort: Galerie Bernd A. Lausberg
Hohenzollernstr. 30, 40211 Düsseldorf

Ausstellungseröffnung am 05.04.2019 um 19.00 Uhr

Fotografien (Shir Zilberstein „Home and Identity“) und Videoarbeiten (Shuli Nachshon „Tvila, the film“ und „Videoperformance Allesale 4“), eine Lied-Impression (Carol Pilar de Pilars) und Körperabformungen, die zu paradoxen IchIch-Objekten verschmelzen (Anne Wissmann) sind das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit und zeugen von dieser Begegnung.

im Rahmenprogramm: Künstlerinnengespräch in der Galerie Bernd A. Lausberg am 14.04.2019 um 17.00 Uhr

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

ausstellung

Technische Probleme

14. – 21.04.2019
Abschlussausstellung des onomato Stipendiums
Eröffnung am Samstag, 13.04.  19 Uhr

In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstler*innenverein 10 Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Künstler*innen vergeben. Die innerhalb der vier Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir in der Ausstellung „Technische Probleme“. Mit Arbeiten von:

Leon Eckard
Mechthild Hagemann
Hase und Zinser
Almuth Hickl
Bertolt Mohr
Johannes Raimann
Joanna Vortmann
Anne Weyler
David Zubek

Öffnungszeiten:
14. – 21.04. 16-20 Uhr und nach Vereinbarung
 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

100 Jahre Bauhaus

Typisch Bauhaus?
Bauhaus-Architektur und das „Neue Bauen“

Bildvortrag von Thomas Brandt

Dienstag, 07.05.2019 19 Uhr

Weit von sich gewiesen hat Walter Gropius, der Gründer des „Bauhauses“, dass er einen Stil bilden wolle. Und doch wird heute oft salopp vom„Bauhaus-Stil“ geredet. Man meint dabei das berühmte Gebäude des „Bauhauses“ in Dessau, die dortigen Meisterhäuser oder die Villen Haus Esters und Lange in Krefeld.

Doch auch anderen Architekten der Zwischenkriegszeit sagt man nach, sie hätten im „Bauhaus-Stil“ geplant, ohne dass sie jemals am „Bauhaus“ gelehrt oder gelernt hätten: die Brüder Taut und Luckhardt, Le Corbusier, Ernst May, Erich Mendelsohn oder Hans Scharoun. Sie selbst sprachen vom „Neuen Bauen“, das von den Nationalsozialisten als „bolschewistisch“ bekämpft wurde.

Lassen Sie sich in die Welt dieser Architektur-Avantgarde entführen. Lernen Sie kennen, wo es verbindende Ideen zwischen „Bauhaus“-Architektur und jener des „Neuen Bauens“ gab, folgen Sie den Architekten des „Neuen Bauens“ bis in die „Weiße Stadt“ von Tel Aviv oder zu den Gebäuden, die pfiffige Makler heute als „Bauhaus-Villen“ anpreisen.

Wolfgang Mattheuer

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen

Freitag, 24.05.2019 20 Uhr

Wolfgang Mattheuer, * 7. April 1927 in Reichenbach/Vogtland; † 7. April 2004 in Leipzig, war ein deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer. Als Künstler in der DDR ist er im Westen scheinbar Wenigen nur geläufig. Neben Werner Tübke und Bernhard Heisig gehört Wolfgang Mattheuer zu den Hauptvertretern der sogenannten Leipziger Schule.

In zunehmend kritischem Abstand zu den Forderungen des sozialistischen Realismus entwickelt er eine zum Teil versteckt/verklausuliert erzählende Malerei mit „politischen“ Inhalten, zu einem ebenso wichtigen Teil ist er ein neuzeitlicher Landschaftsmaler, bzw. schildert er die im sog. real existierenden Sozialismus von dessen Bürgern (auf-) gesuchten Orte des Rückzugs und der Sehnsucht nach Freiheit. Dann ist er ist ein Maler der Naturstimmungen, eigentümlich leerer Panoramen der (auch Stadt-) Landschaften der einstigen DDR, und einer kleinbürgerlichen Idyllik (?).

In jedem Fall gewährt sein Werk einen wichtigen Blick auf einen künstlerischen Selbstentwurf, der sich von denen, die gleichzeitig im Westen geschaffen wurden, signifikant unterscheidet. Genau dieser Unterschied gibt auch in der alten Bundesrepublik Aufgewachsenen Gelegenheit, ihre Selbstverständlichkeiten auf deren Gültigkeit hin zu befragen.

Jacopo Tintoretto

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen

Mittwoch, 03.07.2019 20 Uhr

Jacopo Robusti, gen. Jacopo Tintoretto * 29. September 1518 in Venedig; † 31. Mai 1594 ebenda. Tintoretto = „Färberchen“, ist ein Venezianischer Maler und herausragender Vertreter des dortigen Manierismus. Von Michelangelo und Tizian ausgehend, findet er zu einer ganz eigenen und neuen Bildsprache. Auffällige Vielzähligkeit, was das Bildpersonal angeht. Der von der Architektur strukturierte Raum wird oft extrem fluchtend zu einem wichtigen Ausdrucksträger. Gesteigerte Dramatik, überstürzte Perspektiven. Fremde, zuweilen geisterhafte Farbigkeit, die Bilder werden teilweise bis zur Irrealität gesteigert.

50-jähriges Jubiläum der Mondlandung

Bildvortrag und Cocktails

Samstag, 20. Juli 2019 ab 19:00 Uhr


Die Gesellschaft für Kultur und Raumfahrt e.V. begeht mit uns zusammen im onomato das 50-jährige Jubiläum der Mondlandung.

Dr. Marie-Luise Heuser, Philosophin am Institut für Raumfahrtsysteme der Technischen Universität Braunschweig, wird die neuen Mondpläne vorstellen, an denen auch die Raumfahrtingenieure ihres Instituts arbeiten. Denn alle wollen sie wieder hin. Nachdem 1972 der letzte Mensch auf dem Mond war, wird nun fieberhaft an einem Moon Village gearbeitet. Spätestens 2025 soll es los gehen. Mittels 3-D-Druck werden aus dem Mondstaub Behausungen für kleine Gruppen von Forschern entstehen. Auch an Weltraumtouristen wird gedacht.

Nach dem Bildvortrag feiern wir mit space cocktails und Originalaufnahmen von 1969 das Jubiläum.

 

In Zusammenarbeit mit der Gesell­schaft für Kultur und Raumfahrt e.V.

Minerva Cuevas – Werkgespräch

Samstag, 17.08.2019 um 18 Uhr

Minerva Cuevas, eine eigenwillige, engagierte und originelle mexikanische Künstlerin, wird im onomato per Projektion ihre eigenen Werke vorstellen. Sie schlägt Machtstrukturen mit ihren eigenen Mitteln, indem sie beispielsweise Logos von bekannten Warenprodukten geringfügig verändert: „Die Werbung nutzt uns Konsumenten für ihre Botschaften. Also tun wir es ihnen gleich und nehmen uns das Recht, mit diesen Botschaften zu spielen.“

Auch Kunstaktionen z.B. mit den zu „Egalité“ veränderten Wasserflaschen von „Evian“ oder einer eigens entworfenen Münze, die sie in der von ihr eröffneten Eisdiele „Monochrom“ als Zahlungsmittel einsetzt, kennzeichnen ihre künstlerische Arbeit ebenso wie an die mexikanische Tradition von Orozco und Rivera anschließende Wandmalereien.

Minerva Cuevas ist zur Zeit Ateliergast in Mönchengladbach. Sie trägt ihren Vortrag auf Englisch vor, Frauke Tomczak und Stephen Reader übersetzen.

Blurred Music

Montag, 09.09.2019, 18-21 Uhr

Biliana Voutchkova, Violine/Stimme und Michael Thieke, Klarinette, sind Blurred Music. Sie führen im onomato eine mehrstündige Musik-Performance-Installation auf, mit einer Spieldauer von 3 Stunden plus – das Publikum kommt und geht wie es mag – wobei die gesamte Dauer das Besondere ist.

Improvisierte Teile wechseln sich mit Feldern vorstrukturierten Materials ab, in denen Zuspielbänder mit Aufnahmen des Duos live gedoppelt werden. Identisches Material, das sowohl live als auch vom Band erklingt, so dass bei der Ausführung unweigerlich Unschärfen entstehen, in der zeitlichen Dimension, in rhythmischen, klangfarblichen und motivischen Variationen, in der mikrotonalen Interpretation der Tonhöhen. Der live gespielte Anteil des gedoppelten Materials ist nach wie vor improvisiert, aber in einem durch das vom Band eingespielte Material eingeschränkten Rahmen.

Im Jahr 2018 erhielten Voutchkoava und Thieke eine Förderung vom Musikfonds e.V., um ihr Konzept Blurred Music weiterzu­entwickeln.

Organisiert von Georg Dietzler/gerngesehen.de
 

Gefördert durch den Musikfonds e.V. mit Pro­jekt­mit­teln der Beauf­trag­ten der Bun­des­re­gie­rung für Kul­tur und Medien

100 Jahre Bauhaus

Kampf um Form
Walter Kaesbach und Paul Schultze-Naumburg im kulturellen Spannungsfeld der Weimarer Republik

Bildvortrag von Thomas Brandt

Dienstag, 17.09.2019 19 Uhr

1930 ließ sich der damalige Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie in Lohausen ein kubisches Haus bauen. Seit 1924 führte er das Institut in die Moderne, berief namhafte Lehrer wie den Bildhauer Ewald Mataré und die Maler Paul Klee und Heinrich Campendonk. Er führte Studienfächer wie Städtebau, Garten- und Bühnenkunst sowie Werbung ein und erfand den sich noch heute großer Beliebtheit erfreuenden „Rundgang“.

1933 wurde er von den Nationalsozialisten zwangspensioniert, verkaufte sein Haus und zog an den Bodensee. Im Stil des „Neuen Bauens“ ließ sich Walter Kaesbach sein Haus errichten. Der Vortrag „Kampf um Form“ fragt im Jubiläumsjahr des „bauhauses“ nach den Haltungen, die hinter den Formen
standen – bei denen, die als „entartet“ beschimpft wurden, wie auch bei denen, die davon überzeugt waren, sich „artgerecht“ zu verhalten.

Dazu stellt er Walter Kaesbach das Leben und Werk des Publizisten, Gestalters und Architekten Paul Schultze-Naumburg gegenüber, der sich als Traditionalist im Verlauf der 1920er Jahre zu einem erbitterten Gegner der Moderne entwickelte und sich schließlich, im festen Glauben, sein Volk vor dem Untergang retten zu müssen, den Nationalsozialisten anschloß.

ausstellung

Archonauten – Speichern und Spur

21.09. – 06.10.2019
Eröffnung am 20.09. – Freitagabend der Off-Räume

Foto: Bernard LangerockAm „Off-Raum-Freitag“ der kunstpunkte eröffnen wir eine Ausstellung, die im Rahmen unserer „Mon­tags­ge­sprä­che“ entwickelt wurde. Thema ist die Bedeutung von Künstlerarchiven als Hybridisierungung von ästhetischer Präsentation und wissenschaftlicher Dokumentation.

Archive ermöglichen den systematischen Zugriff auf Kunstwerke (z.B. das Deutsche Literaturarchiv in Marbach), Künstlerarchive können selbst Gegenstand musealer Präsentation sein (z.B. Berlinische Galerie) und nicht zuletzt kann das Künstlerarchiv eine eigene Kunstform sein. Die Ausstellung zeigt die produktive Auseinandersetzung der beteiligten Künstlerinnen und Künstler mit den Konzepten des Archivs.

Die Objekte, Installationen, Skulpturen, Gemälde, Fotos, Videos und Klangkunstwerke stammen von:

Terry Buchholz, Andrea Dietrich , Harald Feyen, Angelika Fojtuch, Rolf Hucke, Bernard Langerock, Elisabeth Luchesi, Christian Lüttgen, Markus Mußinghoff, Achim Raven, Joachim Rüsenberg, Frauke Tomczak, Christiane Tyrell, Bernadett Wiethoff, Kurush Zinsel.

Buchvorstellung: Im letzten Jahr wurde zum ersten Mal aus den Montagsgesprächen eine Ausstellung konzipiert. Anlass war die Ästhetik Franz Kafkas: „Das Naturtheater von Oklahoma Eine Ausstellung zum Schlusskapitel von Franz Kafkas Amerika-Roman“ Die Dokumentation dieser Ausstellung erscheint zu den diesjährigen kunstpunkten in Buchform. (125 Seiten, 20,-€) Ermöglicht wurde das Projekt u.a. durch die Unterstützung durch die Stadt Düsseldorf.

20.09. 18:30 Uhr: Ausstellungseröffnung

Öffnungszeiten: Sa. und So. 15:00 bis 19:30 Uhr
27.09. + 4.10.: 18:00 bis 21:00 Uhr

literatur

Niklas Stiller – Werkstattgespräch

Niklas Stiller spricht mit Achim Raven über seinen neuen Roman

Mittwoch, 09.10.2019  20 Uhr

Der Düsseldorfer Schriftsteller Niklas Stiller veröffentlichte in großen Verlagen (Rowohlt-Verlag, Cäcilie-Dressler-Verlag, Otto-Maier-Ravensburg) und in kleinen Verlagen (Literarischer Verlag Helmut Braun, Grupello-Verlag, Edition Biograph, edition virgines) und schrieb für‘s Fernsehen und auch für den ‚Spiegel‘. Mit dem Roman „Landstraße“ legt er nun wieder eine größere Prosaarbeit vor. In den Jahren der Entstehung dieses Romans standen Niklas Stiller und Achim Raven in regem Austauch über das Manuskript. Dieses Werkstattgespräch setzt diesen Austausch fort.

Der Protagonist Janni, ein Düsseldorfer Gymnasiast, ist im Jahr 1995 verwickelt in wahrhaftig wirkende innere Kämpfe und Suchvorgänge zu historisch belegten Tatsachen über die NS-Zeit in seiner Heimatstadt, die auch seine Familie betreffen. Sie führen ihn in eine andere Weltsicht und dienen damit seiner Selbstfindung. Der Roman ist angereichert mit viel anschaulichem und die Glaubwürdigkeit von Jannis Bemühen unterstreichendem Lokalkolorit sowie seinem Jugendalter entsprechenden pittoresken Szenen aus Schule, Freundschaft und Liebesversuchen. Seine Zweifel, dargestellt in inneren Monologen und teils extremen Selbstversuchen, werden besonders eindrücklich geschildert.

Landstraße Vorabausgabe NSt 2019, 199 nummerierte und signierte Exemplare im Vertrieb von edition virgines,
ISBN 978-3-948229-05-4, 28,00 €

Z W E I

Eine onomato Reihe 2019/2020

Kuratiert von Christoph Korn und Katharina Mayer.

Joachim Rüsenberg, 1951- 2016, war Filmemacher und nannte sich später Tonfänger. Er war Mitbegründer des onomato künstlervereins, den er mit seinen „Akustischen Projektionen“ prägte.

Mit der Reihe ZWEI möchten wir das überschaubare, mobile Joachim Rüsenberg Archiv einweihen und in einen öffentlichen Gebrauch überführen.

Jeder Abend konfrontiert und collagiert eine je ausgewählte künstlerische Position aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang etc. Mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv.

Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe und zum 20 jährigen Bestehen des onomato künstlervereins entsteht das RADIX Künstlerbuch „Und schmilzt so schön, mein wachsendes Archiv“, Im Verlag Radix Künstlerbuch+Edition.


5.11. Elisabeth Luchesi
3.12. Irene Kurka
7.1. Erwin Michelberger
4.2. Michael Rüsenberg
3.3. Claas Morgenroth
7.4. Wolfgang Schliemann
5.5. Miu
2.6. Frauke Tomczak

Reihe Z W E I

Bilder-Zeiten

Elisabeth Luchesi | Joachim Rüsenberg

Dienstag, 05.11.2019 19 Uhr

Im Austausch mit Joachim Rüsenberg wurde immer wieder deutlich, dass aus akustischen Impulsen Bilder entstehen können und – umgekehrt – aus Bildern akustische Verläufe. Am deutlichsten sind die rhythmischen, körperlich spürbaren Impulse. Dann ist da aber auch das Atmosphärische, das Erspüren der räumlichen Umgebung. Das Taktile verbindet sich buchstäblich mit dem Takt, der Taktung. Last not least fällt der „Tonfall“ ins Gewicht – er erinnert zuweilen an einen „Akzent“ (das „Beitönen“) und stellt damit auch eine Verbindung zum Sprachlichen her.

Das Akustische wird in einem zeitlichen Verlauf wahrnehmbar. Ein Bild kann „auf einen Blick“ gesehen werden. Damit spielt die 2-minütige Skizzenprojektion TICKTACK von Elisabeth Luchesi, der eine akustische Aufnahme aus dem Soundarchiv von Joachim Rüsenberg unterlegt ist.
Bei der Audioperformance NACHRICHTEN FÜR SEELEUTE von Joachim Rüsenberg wird man nach und nach Zeuge einer Ortung.

Elisabeth Luchesi: Texte und Skizzen
Joachim Rüsenberg: „Nachrichten für Seeleute“

onomato – ausstellung

x dimension

09. – 17.11.2019 – Eröffnung am 08.11.  19 Uhr

als einer der wenigen off-räume düsseldorfs widmet sich der künstlerverein onomato kontinuierlich der darstellung aktueller medienkunst. so auch anlässlich der digitale mit der ausstellung „x dimension“.

sie zeigt folgende werkgruppen, die sich gegenseitig überlagern und damit das thema der digitale formal aufgreifen:

 

> „clash“, eine wandinstallation als gemeinschaftsarbeit von elisabeth mühlen, thomas seidel und norbert kraus (grafik,computeranimation und soundkomposition).

> „fehlklang“, eine installation des konzeptkünstlers miu.

> „lucky, the snake-head-woman und caerdydd“, eine grafik von dieter krüll.

zur eröffnung präsentiert thomas seidel sein neues elektro-akustisches werk.

thomas seidel: soundkünstler und komponist, lebt und abeitet in viersen
 
elisabeth mühlen: * 1959, 1977-1986 studium an der kunstakademie düsseldorf, lebt und arbeitet in düsseldorf.
 
miu (ryutaro mimura): * 1976 in shimane, japan, er studierte sonologie und elektronische Musik am kunitachi college of music (tokio) und am koninklijk conservatorium (den haag). Seit 2001 ist er als freischaffender künstler tätig und gab zahlreiche performances, konzerte und ausstellungen im in- und ausland. miu lebt und arbeitet in düsseldorf.
 
norbert kraus: * 1957 in aachen, studium an der kunstakademie düsseldorf, meisterschüler bei erwin heerich, lebt und arbeitet in düsseldorf.
 
dieter krüll: * 1949 in wiesbaden, studium an der folkwangschule essen-werden, studium der orientalistik an der universität bochum, seit 1975 selbstständig als zeichner und autor, lebt in düsseldorf.


öffnungszeiten: sa-so 15:00 -18:00, di-fr 16:00 -18:00, sa 16.11. 16:00 – 22:00

diese ausstellung steht im Rahmen der digitale düsseldorf

Die Haussmannisierung von Paris
Ein radikaler Stadtumbau in 17 Jahren

Bildvortrag von Thomas Brandt

Dienstag, 19.11.2019 19 Uhr

Georges Georges-Eugène Haussmann machte in nur 17 Jahren aus einem Paris voller „Kloaken“ und „nomadisierender Horden“, wie er gerne zu sagen pflegte, eine Stadt der besseren Bürger, einen Inbegriff des Fortschritts und von staatlicher Macht.

Er tat dies in autokratischer Weise, hauptsächlich vom Schreibtisch aus, ließ die seit dem Mittelalter gewachsenen alten Viertel schleifen und errichtete schnurgerade Boulevards, die von ein und demselben Häusertyp gesäumt wurden. Er legte Parks an, sorgte für ausreichend frisches Trinkwasser und eine erstklassige Kanalisation. Alles, um dem Traum Kaiser Napoleons III. von einer Metropole zu erfüllen, die die ganze Welt bewundern sollte, mit Eisenbahnlinien, die aus allen Richtungen in dieser Schaltstelle der Macht zusammenliefen.

Für Haussmann persönlich jedoch bedeutete der Stadtumbau die Durchsetzung abstrakter von ihm angebeteter Qualitäten wie Ordnung, Klarheit, Luft, Licht, Sauberkeit und Hygiene.

Der Vortrag schildert die Persönlichkeit Haussmanns, die Rahmenbedingungen seiner großen Macht, die Schritte, die er zum Umbau von Paris unternahm, aber auch sein Scheitern.

Reihe Z W E I

Konzert für Stimme Solo

Irene Kurka | Joachim Rüsenberg

Dienstag, 03.12.2019 19 Uhr

Jeder Abend der Reihe ZWEI konfrontiert und collagiert eine je ausgewählte künstlerische Ausdrucksweise aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang etc. Mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv. Diesmal zu Gast ist Irene Kurka.

In der zeitgenössischen Musik ist Irene Kurka eine international gefragte Sängerin im Konzert und auf der Bühne. Mittlerweile hat sie über 220 Uraufführungen gesungen, nicht zuletzt für CD- und Rundfunkaufnahmen. Seit 2009 beschäftigt sich Irene Kurka intensiv mit dem Repertoire für Stimme Solo. Im Onomato wird Irene Kurka folgende Kompositionen für Stimme Solo realisieren:

Thomas Stiegler: Treibgut IV (2011)
Antoine Beuger: un lieu pour faire sonner l’éternité (2014)
Martin Wistinghausen: Lamentationes (2018)
Mia Schmidt: Notte (2018)
Stefan Lienenkämper: softer than the dew für Sopran und Objekte (2016)

onomato – literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato 7

kuratiert von Frauke Tomczak

Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe „Poetische Begegnungen“ auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker*innen erst in der Lesung, dann im Gespräch. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten*innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben. Wir sind besonders stolz darauf, dass die Reihe inzwischen auf eine Kontinuität von sechs Jahren zurückblicken kann, also ins 7. Jahr geht und insgesamt schon 48 Lyriker und Lyrikerinnen zu Gast hatte.

Die geplanten Termine:

12.12.2019 Uljana Wolf trifft Franz Josef Czernin

30.01.2020 Arne Rautenberg trifft Monika Rinck

13.02.2020 Martina Hefter trifft Brigitte Oleschinski

05.03.2020 Adrian Kasnitz trifft Ron Winkler

Veranstaltungstag ist der Donnerstag, Beginn 19:30 Uhr
Ort: onomato künstlerverein, Birkenstraße 97
Eintritt: 3,- / 2,- Euro ermäßigt

literatur

Poetische Begegnungen

Uljana Wolf trifft Franz Josef Czernin

Donnerstag, 12.12.2019  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Uljana Wolf, geboren 1979 in Berlin, ist leidenschaftlich Lyrikerin. 2006 hat sie mit 27 Jahren bereits den Peter Huchel Preis und den Dresdner Literaturpreis erhalten und zehn Jahre später 2016 ihr inzwischen 5. Buch „Wandernde Errands“ in der Reihe „Zwiesprachen“ der Stiftung Lyrik Kabinett München veröffentlicht. Als „deutsch-polnische Grenzgängerin“ charakterisiert, schreibt sie in deutscher Sprache. Doch tut sie das wirklich? Ihr Buch „Meine schönste Lengevitch, Prosagedichte“ arbeitet geschickt auf Sprachgrenzen und mit ihnen (deutsch/englisch) wie schon im Titel das Kunstwort „lengevitch“ verrät. So wie ihre avantgardistische Lyrik Sprachgrenzen in Frage stellt, so arbeitet sie auch äußerst präzise mit Formen der Überschreitung zwischen Sprache, Körper und Raum, die verblüffen, weil sie auf kürzesten sprachlichen Wegen ganze Welten psychischer Dimensionen in Raumbildern kurzschließt.

Franz Josef Czernin, Jahrgang 1952, den langjährigen Lyriker der österreichischen, speziell der Wiener Avantgarde, könnte man einen bewusst gewählten Hintergrundmann der österreichischen Poesie nennen. Vielfach ausgezeichnet (Wiener Literaturpreis, Trakl Preis, Jandl Preis uvm) arbeitet er prinzipiell fernab jeglicher Literaturbetriebsamkeit angesichts des ihn umgebenden Alpenpanoramas mittels einer poetischen Sprache, die gerade durch die extreme Konzentration auf sich selbst ganze Gesellschaftsbilder ebenso wie subtile Gefühls- und Empfindungswelten aufblendet. Sein jüngstes Lyrikbuch aus diesem Jahr „reisen, auch winterlich“ verwendet die Szenarien des Zyklus „Winterreise“, Texte von Wilhelm Müller, Vertonung von Franz Schubert, als Material für eigenwillige atmosphärische Verdichtungen.

mein freund: das ist/ unsere schlaglochliebe
unser kleiner grenzverkehr/ holprig unter zungen.

Uljana Wolf aus „übersetzen“

es schlägt uns wimpern oder flügel leise
doch eher eisern andere seiten auf.

Franz Josef Czernin aus „Sacht, sacht die Thüre zu!“

 

Gefördert durch das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf und die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

Cristiana Cott-Negoescu

Werkgespräch

Freitag, 13.12.2019 19 Uhr

Cristiana Cott Negoescu is a multimedia artist, or better said, a conceptographer. Her main point of focus is performance art, followed by video, installation and photography.

She concentrates her attention on social-political-spiritual matters, giving them a context in live or recorded actions. Through these artistic actions, she is giving examples of pondering concerns that she has experienced directly, or through other people.

The talk will be held in English.

Cristiana Cott Negoescu will show the remains and objects of her latest performative installations as well as the documentation and research for them.

The artefacts will be on view in the onomato until the 22nd of December 2019.

 

 

2018: Veranstaltungs-Archiv

ausstellung

Maryam Iranpanah

Augenblicke

12.01. – 21.01.2018
Eröffnung mit Werkgespräch am 12.01.2018

Maryam Iranpanah wurde 1979 in Teheran geboren. Sie studierte Fotografie und Design von 2000-2004 an der Azad Universität in Teheran. Von 2008 – 2011 studierte sie Malerei und Installation an der HBK Saar in Saarbrücken. Diplom bei Prof. Gabriele Langendorf und Prof. Daniel Hausig.

Als Grenzgängerin zwischen den Kulturen des Ostens und des Westens stellt sie den medialen Abbildern und Clichés von mehr oder weniger bekannten Personen des öffentlichen Lebens und aus ihrem privaten Umfeld ihre ganz eigenen frischen Interpretationen, mal melancholisch und manchmal auch humorvoll – immer aber voller Betroffenheit, gegenüber. Unverkennbar macht sie sich das Erscheinungsbild ihrer Mitmenschen mit ihrer poetisch-malerischen Handschrift, ihrem Duktus und ihrer Farbsymbolik persönlich zu Eigen. In der Begegnung mit den von ihr gemalten Menschen entstehen Augenblicke, die ihre ganz eigene Weltsicht kommentieren und bezeugen.

www.maryamiranpanah.com

Freitag, 12.01.  19 Uhr: Eröffnung und Werkgespräch,
Kuratierung: Terry Buchholz

Öffnungszeiten: Sa. und So. 14-17 Uhr

und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

literatur

Poetische Begegnungen

Anna Real trifft Christoph Wenzel

Mi., 31.01.2018  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Anna Real, Jahrgang 1949, viele Jahre lang Leiterin der Literaturwerkstatt in Essen, hat das eigene lyrische Schreiben vergleichsweise spät entdeckt. Umso erstaunlicher ist die Sicherheit ihres lyrischen Tons, der feste Stand ihrer Bilder, der gleichwohl mitten in einem angedeuteten erzählenden Rahmen überraschende Spielräume öffnen kann quer durch die Zeiten ebenso wie vom Außenbild zur inneren Bewegung, um wiederum ein neues Bild zu entwerfen. Gemälde wie die von Caspar David Friedrich, Kindheitserinnerungen, fremde Städte und Orte, ungewöhnliche Begegnungen können Auslöser dieser Bilder sein.

Christoph Wenzel, 1978 geboren in Hamm und seit geraumer Zeit in Aachen, ist längst nicht mehr nur im Rheinland und im Ruhrgebiet kein Unbekannter mehr, hier aber aus guten Gründen: besonders in seinen poetischen Piktrogrammen aus dem Ruhrgebiet – im Lyrikband „weg vom fenster“, 2012 – hat er es verstanden, die spezifische Atmosphäre des Ruhrpotts aus gewesener Industrielandschaft, Bergbau und Alltag zu treffen, indem er die Stereotype über ihn schräg stellt und verrückt, um sie in lakonische Momentaufnahmen zu stanzen. Sie bleiben auch deshalb lebhaft in Erinnerung, weil Wenzel die typischen Sprachidiome der Region gegen den Strich bewegt und überraschend, witzig, immer aber erhellend neu auflädt. Andere poetische Verfahren kommen wiederum in seinem jüngsten Band „lidschluss“, Wien 2015 zum Zuge.

Die Begegnung einer Poetin aus Essen mit einem Poeten aus Aachen, beide also aus der Region, verspricht für das Publikum eine Begegnung mit Bildwelten, die gerade in ihrer umrissenen Verortung diese Orte weit übersteigen.

„(…) unvollständig ist der lidschluss
der vorhänge: zwischen den hirnhälften balanciert
der halbmond auf dem balken, eine lichtschranke,

Christoph Wenzel aus „sleep.exe, II“

Kein Stillleben wird uns gerecht.
Wir fürchten den Schnappschuss.
Zwischen Blitz und Blitz
verwischen wir Spuren.

Anna Real aus „Stille Post. Caspar David Friedrich im Museum Folkwang“

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

literatur

Poetische Begegnungen

Sylvia Geist trifft Farhad Showghi

Mi., 14.02.2018  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Sylvia Geist, 1963 in Berlin geboren, wählte schon für ihr Studium der Chemie, Germanistik und Kunstgeschichte die ungewöhnliche Kombination von Natur- und Geisteswissenschaften. In ihrer Lyrik erweist sie sich als wandlungsreiche Zauberin eigenwillig fremder Welten, die auch wenn sie wieder erkennbar und vertraut beginnen, in bizarre, teils auch beunruhigende, immer aber magisch verwandelte Gegenden aufbrechen in einer Sprache, die oft nur durch geringe Verrückungen größtmögliche Irritationen bewirkt. In ihrer Poesie gibt es die „Schlangensilbe“, „das Zwielicht in den Wörtern“ und „Göttergehminuten“.

Farhad Showghi, 1961 in Prag geboren, in der BRD und im Iran aufgewachsen, arbeitet seit 1989 als Psychotherapeut, Autor und Übersetzer in Hamburg. Seine verdichteten Texte, die meist als poetische Prosa verfasst sind, tasten den menschlichen Körper ab, greifen kleine Bewegungen der Füße, der Hände, der Fingerspitzen auf, probieren Gesichter und Mienen aus und frappieren immer wieder mit noch nie gehörten Wortkombinationen: wie stellen wir uns ein „Picknick mit der Schulter“ vor? was ist ein „Packwunder“? und wie „zerbricht“ man „einige Farben in die Helligkeit“?

Dieser Lyrikabend verspricht mit zwei exzentrischen Wortspielern, deren Lyrik uns doch so nah, ja geradezu auf den Leib rückt, eine poetische Begegnung voller überraschender Bewegungen, emotionaler Intensitäten und plötzlich geöffneter neuer Räume. Durch die Verleihung des renommierten Peter Huchel Preises an Farhad Showghi vor wenigen Tagen erfährt er eine zusätzliche Nobilitierung.

(…) das Gelichter jagte
einem unter die Lider weiße kreisende Stunden
klänge nach etwas, das uns nicht erreichte

Sylvia Geist aus „Jerichokaleidoskop“

(…) Ein Fingerbreit Licht für eine ganze Handelskarawane. Das sage ich langsam und zertrete kein Glas.
Farhad Showghi aus „Das Zimmer 5“

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

ausstellung

Das erste Fotobuch

Düsseldorf Photo Weekend 2018

16.02. – 18.02.2018

I OPEN CALL !
Der onomato künstlerverein Düsseldorf veranstaltet in Kooperation mit der Buchbinderei Mergemeier zum Photoweekend 2018 (16.-18.02. www.duesseldorfphotoweekend.de) einen Wettbewerb. Unter dem Motto „Das erste Fotobuch“ möchten wir Sie einladen, in einem kurzen oder längeren Text zu schildern, was Sie mit dem ersten Fotobuch verbinden. Bitte keine Bilder, sondern nur Texte einreichen.

In einer Aktion werden 3 Gewinner ausgelost, die jeweils einen Überraschungspreis erhalten.

Deadline für die Einsendung per mail: Mi 31.01. 2018, an mail@katharinamayer.com.

Die Preisverleihung wird am Sonntag 18.02. um 15 Uhr in den Räumen des onomato künstlerverein stattfinden.

Freitag, 16.2.
18-21 Uhr: Photoweekend mit Besichtigung, Vorstellung und Bar
Ab vormittags Aufbau des Verlagsprogramms Peperonibooks und ausgewählte Exemplare der Buchbinderei Mergemeier

Samstag, 17.2.
Öffnungszeit: 11-22 Uhr
14-16 Uhr: Vortrag und Vorstellung des Verlagsprogramms durch Herrn Wanderer
16 -19 Uhr: Vortrag der Sammlung und Tätigkeit der Buchbinderei Mergemeier und anschließender Workshop Buchbinden durch Ulrike Meysemeyer.

Sonntag, 18.2.
Öffnungszeit: 12-18 Uhr
12-14 Uhr: Workshop Buchbinden Teil II
15 Uhr: Preisverleihung der 3 ausgelosten Gewinnerinnen und Gewinner.

 

Logo: onomato VerlagLogo: Buchbinderei Mergemeier GmbHEine Kooperation zwischen dem onomato künstlerverein e.V., dem onomato Verlag, Peperoni-books und der
Buchbinderei Mergemeier.

Nice to meet you

Performance-Besuch aus Holland und Hong-Kong
organisiert von Taka Kagitomi

Sonntag, 11.03.2017  19 Uhr

Der onomato künstlerverein freut sich, an diesem Sonntag internationalen Besuch begrüßen zu dürfen:

Wanted Candy – Werner Klompen, Marielle van Deuersen & Nikita Schmitz

Werner Klompen ist der Artgenerator, er liebt Neonfarben, arbeitet mit Verpackungen, er und seine Gruppe wird aus Gummibärchen lebensgroße Lutscher-Köpfe der Künstlerkollegen in Serie herstellen.

„We are going to do a performance in witch the process of making the mask will be the main subject. Arround we will create a soundscape and installation while this is happening. Time, temporary transformation, ritual, action to expose and surrender.“

„Not born as artist. But time, getting it in me. Has make it a part of me. Or was it a reaincarnation? But most i love it. I’m doing it with all the trouble life got in it .“
www.facebook.com/WantedCNDY  

Monique Yim & Wiency Wong: Nice to meet you

Born in 1984, Hong Kong, Monique Yim is an interdisciplinary artist, art educator and independent curator, mainly engages in performance, installation, site-specific, community and public art. She is also a film art director and theatre art designer. Her “Queer Series” have drawn attention after being showcased in various exhibitions in Hong Kong, Shenzhen (China), Kunming (China), Berlin (Germany), Prague (Czech), Brno (Czech), Budapest (Hungary), Nove Zamky (Slovakia), Novi Sad (Serbia), etc. Some of her „Queer“-Performances emerged in collaboration with her same-sex partner and creative writer Wiency Wong.

„It is a crossing media artwork of performance and poetry, addressed to refugees and wars. The work is also a reflection on exile, migration, hesitation and relationship between people. It themed on social public, political, identity, human rights issue and also related to cultural discourse and criticism.…
sites.google.com/site/moniquewkyim

Internationaler Frauentag 2018

Wasserfrauen

Lesung mit Florence Hervé

Donnerstag, 15.03.2018  20 Uhr

Wasser ist Quelle des Lebens, Grundlage menschlicher Entwicklung. Es ist Ort der Arbeit oder Kunst, der Erholung und der Freizeit, der Auseinandersetzungen und der Utopien. Frauen werden in unterschiedlichen Wasserlandschaften vorgestellt, deren Arbeit mit dem Wasser verbunden ist, die sich vom Wasser inspirieren lassen, und die Wasser als Abenteuer oder Herausforderung erleben.. Florence Hervé hat über 20 Frauen aus zehn europäischen Ländern aufgespürt und ihre Geschichten in ihrem Buch aufgeschrieben. Lesung der Autorin mit Fotografien von Thomas A. Schmidt und Musikeinspielungen.

 

literatur

Poetische Begegnungen

Marcel Beyer trifft Nico Bleutge

Mi., 28.03.2018  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Marcel Beyer, Jahrgang 1965, ist in Kiel und Neuss aufgewachsen. Eine seiner ersten literarischen Auszeichnungen war der Förderpreis des Landes NRW, seine jüngste die größtmögliche für deutsche Literatur: der Georg Büchner Preis im Jahr 2016. Dazwischen liegt eine Biographie mit nimmermüden vielfältigen literarischen Aktivitäten von der Lyrik, über zahlreiche Romane, Hörspiele, ja Librettos, diverse Essaybände, aber auch Übersetzungen (Gertrude Stein) und herausgeberische Tätigkeiten: Friederike Mayröcker, William S. Burroughs, ja auch Georg Grosz. Die Lyrik Marcel Beyers, der Gattung, mit der seine literarische Karriere begann und die darin einen Schwerpunkt darstellt, ist von geschichtlichen und gesellschaftlichen Feldern und Stimmen ebenso durchwirkt wie von Natur und den großenteils immer noch „weißen Flächen“ des Gefühls, der Empfindung, der Erinnerung. Rasant sind die Übergänge, in denen sie von großen Zusammenhängen zu äußerst präzise eingefangenen Erinnerungsdetails gleitet wie von der Schneekatze, die künstlichen Schnee in der Eishalle zu Neuss produziert, zu Eisensteins Films „Alexander Newski“ – mit gigantischen Schnee- und Eisschlachten beim Dreh mitten im Sommer, zur Sprache, die sich anders als die Schneekatze auf der Stelle dreht im Anfangsgedicht seines jüngsten Gedichtbandes „Graphit“ aus dem Jahr 2014.

Auch Nico Bleutge ist ein Meister des Übergangs. Geboren 1972 in München, hat er bis auf ein Opernlibretto bisher ausschließlich Lyrik veröffentlicht von seinem ersten Gedichtband „klare konturen“, 2006 bis zum jüngsten aus dem letzten Jahr: „nachts leuchten die schiffe“. In sein Anfangsgedicht gleichen Titels finden wir, fein eingeflochten, eines aus seinem vorausgegangenen Lyrikbuch „verdecktes gelände“, 2013. Doch anders als bei Marcel Beyer sind es selten geschichtliche und gesellschaftliche Themen, die er wenn überhaupt nur tangiert, sondern gleichsam naturgeschichtliche geradezu urzeitliche Panoramen wie in eben dem Anfangsgedicht, doch stets durchwebt von Jetztzeit und hoch individueller Erinnerung – „deine mutter öffnet die balkontür“ – oder die immer wieder neuen Versuche, subjektive Zustände zwischen Traum und Wachen, Innen und Außen, atmosphärische Verdichtungen, Empfindungen und emotionale Aufladungen in Worte zu fassen.

Beide Poeten sind in der Literaturgeschichte bestens bewandert, beide tragen in Ton, Dimension und Anlage ihrer Lyrik die Signien des postmodernen Klassikers, der sich eben dadurch auszeichnet, in die elementarsten Ebenen überraschend sofort wieder erkennbare Alltäglichkeiten ebenso wie individuelle Bewegungen einzutragen. Das Publikum darf einen hochkarätig besetzten, spannungsreichen und spannenden Abend erwarten.

sehen, warten, schwach bevor
die ersten Worte kommen, dort,
zurück mit dunklen Augen.

Marcel Beyer aus „Dunkle Augen“

jetzt ist die nacht ein geräusch, in dem tiere verschwinden
mit einem herzen dazwischen (…)

Nico Bleutge aus „nachts leuchten die schiffe“

Kuratiert von Frauke Tomczak

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

literatur

Horst Landau: Das Orakel

Dienstag, 17.04.2018  20 Uhr

Horst Landau, mittlerweile 80, von Hause aus Zahnarzt, ist seit den 70er Jahren Teil der Düsseldorfer Literaturszene und Mitglied im „Verband deutscher Schriftsteller“. An diesem Abend soll sein Kurzhörspiel „Das Orakel“ in zwei Fassungen (von 1972 und 2017) aufgeführt werden.

Nach einer ironischen Selbstbefragung liest er eine Glosse aus seiner Bürgerfunkarbeit für Antenne Düsseldorf. Anschließend werden Gedichte und Kurzprosa weitere Facetten seines schriftstellerischen Wirkens zeigen. Den Abschluss bildet eine kaleidoskopische Folge von Fotos aus seinem Leben – auch mit mit Gemälden seiner Tochter, der Leipziger Malerin Verena Landau. – Moderiert wird der Abend von Achim Raven.

ausstellung

Abschlusspräsentation des onomato Stipendiums

Freitag, 27.04.2018  19 Uhr

In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein 10 Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der sechs Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir von 28.4. bis 6.5.2018 in den Räumen des onomato künstlervereins. Mit Arbeiten von:

Franklin Berger Inken Boje Gabriele Horndasch Ail Hwang Andrea Isa Donja Nasseri Carol Pilars de Pilar Hannah Schneider Anne Schülke

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 17-19 Uhr Sa und So 15-18 Uhr und nach Vereinbarung
 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Demokratische Schule Düsseldorf:
Leidenschaft, Bildungspolitik und Pflichterfüllung

Podiumsdiskussion

Dienstag, 08.05.2018  19:00 Uhr

Wie muss man sich eine Schule vorstellen, die sich am Lernbedürfnis der Schüler*innen orientiert und sich als Alternative zur öffentlichen Schule begreift? Welche Möglichkeiten und Grenzen hat eine solche Alternative? Es diskutieren mit Cecilia Gläsker und Tom Knevels zwei Vertreter*innen des Trägervereins Demokratische Schule Düsseldorf e.V. und mit Achim Raven und Michael Stieleke zwei kritische Schulpraktiker mit 40jähriger Berufserfahrung.

http://demokratische.schule

ausstellung

MärchenWelt

Freitag, 11.05.2018  19 Uhr

Eine Ausstellung der Malgruppe aus dem AWO Seniorenzentrum Ernst-Gnoß-Haus in Düsseldorf mit Elisabeth Luchesi.

Ausgehend von Tier- und Märchenfiguren sind individuelle Bilderfolgen entstanden. Darüberhinaus hat sich – im Austausch von Geschichten und Bildern, im Wechsel von Zuhören und Malen – ein neuer Erzähl-Raum gebildet. So sind auch einige Bilder buchstäblich aus sich herausgetreten und schweben als Mobiles leicht bewegt im Raum

Zur Eröffnung am Freitag, 11.5. 2018 um 19 Uhr:

  • einführende Worte: Elisabeth Luchesi
  • Einspielung eines Märchens der Brüder Grimm (Sprecher: Axel Grube, onomato hörbücher
  • Kurzvortrag zur Textgenese und Bildsprache der Märchen: Axel Grube

Öffnungszeiten: Sa. 12.05. und So. 13.05. 2018 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

Das Naturtheater von Oklahoma

Installation und Lesungen inspiriert durch Franz Kafka

01.-07.06.2018 Eröffnung am Fr., 01.06. um 19 Uhr

Im Verlauf seiner philosophischen Erörterungen ist der philosophische Gesprächskreis des onomato künstlervereins auf das Schlusskapitel von Franz Kafkas Amerika-Roman gestoßen. Neben den mythologischen und philosophischen Fragen, die der Text aufwirft, erwies sich seine ästhetische Wirkung. – Am 1. Juni ist daher eine öffentlichen Präsentation künstlerischer Arbeiten geplant, die sich mit Motiven aus dem Schlusskapitel Das Naturtheater von Oklahoma auseinandersetzen.
www.zeno.org

Freitag, 01.06.  19 Uhr: Eröffnung und Lesung

Öffnungszeiten: Sa. 13-20 Uhr, So.-Do. 17-20 Uhr

Keine Ruhe nach dem Sturm

Lesung von Ulrike Heider

Freitag, 08.06.2018  20 Uhr

Passend zu „50 Jahre 68er Bewegung“ erschien im Frühjahr die überarbeitete Autobiographie „Keine Ruhe nach dem Sturm“ von Ulrike Heider neu. Sie erzählt darin ihre persönliche Geschichte als Zeitgeschichte besonders der antiautoritären Protestbewegung der späten 60iger und frühen 70iger Jahre in Frankfurt, zeichnet Milieubilder von Anarchisten, Spontis und K-Grupplern. Ob es um SDS-Versammlungen, Experimente mit der freien Liebe, die Frankfurter Universitätsbesetzung, um Straßenschlachten und Hausbesetzungen geht, immer sind die Erinnerungen der Autorin intim und kritisch zugleich. Das gilt auch für ihre ersten Erfahrungen in ihrer neuen Heimat New York Ende der 80iger, in denen sie in Begegnungen mit Überlebenden des Holocaust und linken Intellektuellen, darunter Noam Chomsky, den Blick auf ein anderes Amerika öffnet.

Ulrike Heider, Jg. 1947 studierte Politik und Germanistik, promovierte 1978 und hatte zahlreiche Lehraufträge an den Universitäten in Frankfurt und Kassel. Seit 2000 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin und New York. Sie schrieb Bücher, Essays und Radiosendungen zu den Themen Schüler- und Studentenbewegung, Anarchismus, afroamerikanische Politik und Sexualität.

Mit ihren jüngsten beiden Büchern „Vögeln ist schön“, 2014 und „Die Leidenschaft der Unschuldigen“, 2015 war Ulrike Heider bereits im onomato zu Gast.

Werkgespräch mit Peter Ewig

Zum Erscheinen des Katalogs: PLONGÉE

Samstag, 16.06.2018 19:30 Uhr

Die erste umfassendere Monographie zu Peter Ewigs Arbeit dokumentiert das Ineinanderwirken von Video, Performance, Plastik und Zeichnung von 2012–2017, mit Referenzpunkten und Querverweisen zu davor liegenden Werken und Ewigs fotographischer Arbeit.

PLONGÉE, französisch für Tauchgang, ist zugleich filmischer Begriff für die Vogelperspektive. Der Katalogtitel impliziert Pole, der Katalog öffnet das Feld, in dem sich Peter Ewigs Arbeit bewegt. Die Performance Mind Bridge (2015) verknüpft eine telepathische Verbindung zweier Personen mit den Museen, in denen sie sich befinden (Zagreb und Düsseldorf). So wird das Museum of Contemporary Art, Zagreb zum Sender und die Kunsthalle Düsseldorf zum Empfänger.

Mit einem Text des Medien-Philosophen Timotheus Vermeulen.

Peter Ewig, it seems to me, is interested in faces.
The faces of people. But also the faces of things.
[…]
A face is a side. It’s a surface. It’s a modality of engagement –
a positioning, a directionality, a mode of communication.
But a face is also a coincidence, an accidentality.
[…]

Timotheus Vermeulen, Katalogtext

Monsters For Breakfast feat. Mike McCormick

Kompositionen für 4 Mikrofone, 2 Stimmen und 1 Laptop

Samstag, 23.06.2018 20 Uhr

Das Kölner Gesangsduo Monsters For Breakfast präsentiert gemeinsam mit dem in Oslo lebenden kanadischen Komponisten Mike McCormick ein neues, einzigartiges Programm. Monsters For Breakfast sind bekannt für ihre mutige und fragile Besetzung aus zwei Stimmen, die ohne Begleitinstrumente pur und akustisch ihre Stimmbänder verwenden. Mit McCormick gehen die zwei Sängerinnen über „nackt und wild“ hinaus: Sie arbeiten mit 4 Mikrofonen und lassen ihre Stimmen in der Echtzeit durch McCormick bearbeiten, transformieren, auseinanderreißen, in Lärm verwandeln, pitchen.

Mike McCormick ist ein junger, aufstrebender Komponist und Gitarrist, der gerade seine Master in Musiktechnologie in Oslo beendet hat und in der skandinavischen Jazz- und zeitgenössischen kreativen Musikszene in verschiedenen Projekten aktiv ist. In seinen Kompositionen befasst er sich häufig mit den verschiedenen Ausdrucksqualitäten der Stimme, indem er die gesamte Bandbreite nicht-traditioneller Techniken mit evokativen Texten in experimentellen und modernen instrumentalen Kontexten kombiniert.

Monsters For Breakfast: Thea Soti und Mascha Corman – Stimme
Mike McCormick – Laptop

monstersforbreakfast.com / mikemccormickmusic.com

OKZIDENT

Ein Film über Europa

Freitag, 29.06.2018 20 Uhr

»OKZIDENT« ist der erste Spielfilm des deutschen Regisseurs und Drehbuchautors Carsten Göttel aus dem Jahr 2018. Der Independent-Film handelt von dem geistigen Verfall eines Intellektuellen und seiner Enkelin, die ihren Erfolg auf der Bühne sucht, und wirft anhand dieser Geschichte einen Blick auf Europa.

www.carstengoettel.com

literatur

skaphander

Lesung mit Sina Klein

Donnerstag, 30.08.2018 20 Uhr

Sina Klein stellt ihren neuen Gedichtband Skaphander vor. (Klever Verlag, Wien 2018)

Skaphander, wörtl. der ausgehöhlte Mensch, bezeichnet einen Schutzanzug gegen extreme Druckverhältnisse. Früher wurden die schweren Tauchanzüge so genannt, heute Raumanzüge. Auch Sina Kleins Gedichte bewegen sich unter schwankenden Druckverhältnissen durch die ebenso verlockenden wie bedrohlichen Räume zwischen Ich und Du, in denen unentschieden bleibt, ob wir darin nicht selbst zu Hohlkörpern werden.

The neutral mask

Physical theatre workshop and lecture

Fr., 07.09. / So., 09.09. 16-18 Uhr

Gil Becher, Gastkünstler der Stadt Düsseldorf aus Ein Hod, lädt ein zu einem einmalige Work­shop in den Räumen des onomato künstler­vereins, die „Unter­richts­sprache“ ist englisch:

„In my theater universe I try to combine all aspects of physical and visual theater. Together with my partner Lisa Jacobson, we have directed several theater schools in Israel. You can find out more on our website armatheatre.org. Our work is mostly for public space. We directed the biggest street art festival in Israel at the city of Bat Yam for 3 years.

Theater and art in public space – Come in and find out your unique body expression. You will get a neutral mask. This puts us in a state of being to discover a beautiful moment in which we combine honest movement with honest feelings. ‚Put on a mask and we’ll tell you how you’re doing‘. It’s a pure theater that needs no words. If you like to move, you will love it. Open to anyone, no experience needed.“

Die Teilnahme an dem Workshop ist kostenlos, melden Sie sich bei Interesse direkt bei Gil Becher an: Gilibecher@gmail.com

Am Sonntag um 16 Uhr wird Gil Becher in einer Lecture von seiner Theaterarbeit berichten. Der Besuch der Lecture ist vom Workshop unabhängig und muss nicht angemeldet werden.

ausstellung

Das kleine Bündel und die Künstlerbücher

14.09. – 23.09.2018
Eröffnung am 14.09.2018 – Freitagabend der Off-Räume

Anlässlich der off-Raum Kunstpunkte Düsseldorf zeigt der onomato künstlerverein Künstlerbücher und Wandarbeiten von:
Dieter Krüll, Elisabeth Mühlen, Ulrika Eller-Rüter, Achim Raven, Nicole Morello, Terry Buchholz, Hannah Koch, Susanne Hartmann, Christine Pfeifle, Stefan Lausch (zufällige Reihenfolge)

Es geht bei den Künstlerbüchern einerseits um künstlerische Prozesse, die in Skizzenbüchern beispielsweise aufgezeigt werden. Darüberhinaus hat das Künstlerbuch oft einen besonderen Stellenwert im Gesamtwerk von Künstlern, sei es als Buch-Original oder auch als gedruckt Edition. Mit diesen Fragen haben sich die Künstlerinnen und Künstler, die wir eingeladen haben, beschäftigt.

14.09. 19 Uhr: Performance von Nicole Morello und Ausstellungeröffnung
Sa. 15.9.: Ausstellung während kunstpunkte-Zeit geöffnet
So. 16.9.: Ausstellung während kunstpunkte-Zeit geöffnet
So. 16.9. 19 Uhr: Vortrag von Stefan Lausch aus seinem Buch „Nachdenken über Grundlagen des Gestaltens“ Lesung und Künstlergespräch mit Katharina Mayer

Nachdenken über Grundlagen des Gestaltens

Vortrag und Buchvorstellung von Stefan Lausch

Sonntag, 16.09.2018 19 Uhr

Stefan Lausch liest zwei Kapitel aus seinem Buch, das er im Gespräch mit Katharina Mayer und Inken Boje vorstellt, und in dem der Begriff der Kreativität zunächst für die künstlerisch-gestalterische Praxis beschrieben wird, um anschließend als ein gesellschaftliches Problem individuellen Strebens nach Bedeutung umrissen zu werden.

ausstellung

Tier

06.10. – 21.10.2018
Eröffnung am 05.10.2018

Die Ausstellung vereint Positionen des gegenwärtigen Blicks auf das Tier. Hinwendung, Verschmelzung, Distanz, Grusel, Verehrung, Überhöhung, wertfreier objektiver Blick, all diese Ansichten und Einsichten sind in den ausgestellten meist plastischen, kleinformatigen Werken verschiedener Autoren (Künstlern) formuliert.

Die Ausstellung bildet über den Zeitraum ihrer Dauer eine Parallelwelt zum herkömmlichen Betrieb des Onomato. Die Form ihrer Präsentation ergibt sich aus dieser Anforderung und verlangt vom Betrachter dementsprechenden Körpereinsatz.

Mit Arbeiten von:
Georg Jansen, Norbert Kraus, Katharina Mayer, Elisabeth Mühlen, Karl Hans Müller, Peter Nagel, Carol Pilars de Pilar, Nele Waldert, Anne Wissmann

Freitag, 05.10.2018, 19 Uhr: Eröffnung

Öffnungszeiten: Do.-So. 16-18 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

Lernen von den Tieren; denn sie sind die Wächter des Seins

Vortrag von Prof. Rainer Hagencord

Sonntag, 14.10.2018 16 Uhr

Dr. Rainer Hagencord, Theologe und Biologe, ist Mitbegründer und Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster. In seinen Büchern und Vorträgen geht es um die Frage des Verhältnisses des Tieres zu seinem Schöpfer und um die Art und Weise, wie die moderne Gesellschaft das Tier als Objekt betrachtet und behandelt.

Hagencord reflektiert aktuellste verhaltensbiologische Erkenntnisse über das Denken, Fühlen und Handeln von Tieren. Er stellt sich der Aufgabe, herkömmliche Interpretationen neu zu formulieren und das Tier aus seiner untergeordneten Stellung herauszuheben und als gleichberechtigtes Geschöpf zu etablieren. Er lädt ein, in der Betrachtung des Tieres zu verweilen und z.B. die Frage zu stellen: Was kann uns das Tier mit seinem Sein lehren? Was kann uns das Tier mit seinem Wesen sein?

Ein Katzlamm und andere Tiere Kafkas
(und der Kabbalah)

Vortrag von Axel Grube

Donnerstag, 18.10.2018 20 Uhr

Ein Storch im Zimmer, „Eine Kreuzung“ (halb Lamm, halb Katze), „Josefine die Sängerin“, der Affe Rotpeter, „Forschungen eines Hundes“, ein Marder in der Synagoge, das Höhlentier in „Der Bau“ … Die Vorliebe für Tierfiguren in Kafkas Kurzprosa ist offensichtlich. In kurzen Lesungen und Kommentaren stellt Axel Grube Bezüge dar – bis hin auch zur Bedeutung des Tieres in chassidischen Volkserzählungen und der jüdischen Kabbalah.

Ein Tier besitzern

Ein Nachmittag mit Tierbesitzern

Sonntag, 21.10.2018 14 Uhr

Über einen Open Call werden Personen, die mit Tieren leben oder wirtschaften, zusammen mit ihren Tieren in den onomato künstlerverein eingeladen.

Wir möchten Gespräche führen über das Zusammenleben von Mensch und Tier. Einzelne Hunde-, Katzen- oder Papageibesitzer werden ebenso zu ihrem Leben mit den Tieren befragt wie Menschen, deren wirtschaftliche Existenz sich auf Nutztieren wie Schweinen, Rindern, Kühen oder Schafen gründet.

Auch Menschen, die z.B. als Tierpfleger in einem Zoo arbeiten oder Personen die spezielle Erfahrungen mit „Schädlingen“, Ratten, Wespen o.ä. gemacht haben werden die Gelegenheit haben zu berichten.

Anschließend wird ein gemeinsames Essen stattfinden. Speisen und Getränke aus tierischen und rein pflanzlichen Inhaltsstoffen werden aus eigener Herstellung serviert. Hierbei soll es spannende Verkostungen und Gegenüberstellungen von rein pflanzlichen und rein tierischen Produkten geben. Auch Speisen aus Mehlwurmfleisch oder anderen Insekten werden mit einbezogen werden.

Das Tier sehen

Werkgespräch mit Karl Hans Müller

Tbd.

„Ich war wach und ich war gleichzeitig wie in einen Traum gebannt, mit den Wesen auf gleich und gleich, sprachen sie zu mir und ich hörte ihnen zu – ich war in ihrer Welt, in ihrer Logik oder, was das gleiche war, in ihrem Leiden, in ihrem Recht: sie sprachen eindringlich zu mir; sie schienen auch Macht zu haben, aber sie hatten keine, es war nur ihre Art, da zu sein.“ – Karl Hans Müller, April 1993

„Ich finde, das hat Genet sehr präzis und richtig formuliert: Das Einzige, was ein Kunstwerk kann, ist Sehnsucht wecken nach einem anderen Zustand der Welt. Und diese Sehnsucht ist revolutionär.“ – Heiner Müller über Jean Genet, 1983

Diese Veranstaltung muss krankeitsbedingt leider verschoben werden, den neuen Termin geben wir rechtzeitig bekannt.

Michail Bulgakow: Die weiße Garde

Vortrag und Lesung von Alexander Nitzberg

Sonntag, 28.10.2018 19 Uhr

Michail Bulgakows erster Roman „Die weiße Garde“ ist ein Meisterwerk der Moderne, ein Buch, das mit überraschenden, radikalen literarischen Mitteln arbeitet – freilich konnte dies in Deutschland bisher noch gar nicht gesehen werden.

Alexander Nitzbergs Neuübersetzung wird das nun ändern. Seine grandiose Neuübersetzung zeigt uns über einen großen Zeitroman das Schicksal der Bewohner Kiews im ukrainischen Bürgerkrieg, nachdem die Deutschen ihre ukrainischen Bündnispartner fallen lassen und sich aus der Stadt zurückziehen. Es ist ein Roman, der durch brutalen Realismus und einen radikal modernen Stil besticht.

Nach „Meister und Margarita“, „Das hündische Herz“ und „Die verfluchten Eier“ liegt mit „Die weiße Garde“ der vierte Roman von Bulgakow in Nitzbergs Übersetzung vor: Ein Sprachkunstwerk, das in seiner Übersetzung zum Neu- und Andersentdecken einlädt.

Alexander Nitzberg ist einem modernen Übersetzungsideal verpflichtet: da geht es nicht darum, den Text zu glätten, sondern authentisch zu bleiben und dem Autor gerecht zu werden.
– ORF (zu Meister und Margarita)

 

In Kooperation mit der Kunst­stif­tung NRW

NASTAMÉ

Live Performance mit Laura Greco, Suhyun Park, Matthias Erdmann

Samstag, 03.11.2018 20 Uhr

Der Kunstbegriff „Nastamé“ als Kompositum aus „Natur“, „Stadt“ und „Mensch“ setzt das Thema, die klangliche Anlehnung an die hinduistischen Begrüßung Namasté – „Verbeugung zu dir“ – die Haltung.

Laura Greco, Suhyun Park und Matthias Erdmann porträtieren Natur, Stadt und Mensch als individuelle Systeme mit je eigener Komplexität und Ästhetik, die aber auch in wechselseitiger Beziehung zueinander stehen. Sie werden drei Gedichte vortragen und währenddessen durch visuelle und akustische Projektionen Details und Zusammenhänge ästhetisch reflektieren.

Die Live-Performance ist Ergebnis einer Projektarbeit am Institut für Musik und Medien der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.

literatur

„Hoch oben auf dem Quivive“

Dienstag, 06.11.2018 19:30 Uhr Eintritt 5 €

Die Literaturzeitschrift WORTSCHAU ist eine literarische Achterbahn, kopfüber herzunter, doch mit Bodenhaftung. Ein Magazin für Gegenwartsliteratur, in dem poetische Luftsprünge ebenso Platz haben wie tiefschürfende Essays. Seit 2007 schaut sie dem Wort aufs Maul, im Einzelfall mundartlich, ständig auf der Suche nach Neuland. Große Namen schrecken dabei eben so wenig ab wie traditionell Erzähltes.

Heute präsentiert WORTSCHAU einen Abend mit Texten von:
Achim Raven – Thomas Brandt– Bess Dreyer – Wolfgang Allinger – Frauke Tomzcak – mit Zeichnungen von Thomas Brandt und einem Kurzfilm von Johanna Hansen und Nick Acorne.

onomato – ausstellung

00000100 in a material world

Nadine Arbeiter, Rimma Arslanov, Swen Buckner, Norbert Kraus

18. – 25.11.2018 – Eröffnung am 17.11.2017  19 Uhr

Die Welt hat sich mit digitalen Kodierungen und Medien angereichert. Anfänglich für die Beschreibung & Analyse der Welt genutzt, haben sich digitale Techniken auch zur Verwaltung, Überwachung und mittlerweile auch zur Steu­erung von Prozessen (z.B. Einkaufen, Konsumieren) entwickelt. Diese Entwicklung hat sich auch in die künstlerische Produktion und Perzeption niedergeschlagen.

Aber in den Künsten, die sich dem Identitätsprinzip, das z.B. Sprache oder Mathematik so nutzbar und erfolgreich macht, geradezu wesentlich verweigern, wird die „Götterdämmerung“ des Digitalen sowohl gefeiert, als auch kritisiert. Die von Norbert Kraus kuratierte Gruppen­ausstel­lung im onomato künstlerverein anlässlich der dritten Digitale in Düsseldorf mit dem Titel „Digital Gods“ nimmt sich dieser ambivalenten Haltungen der Kunst zur Digitalisierung der Welt an.

Bei einer 8-bit-Verschlüsselung entspricht der Binärcode 00000100 der Zahl 4 und die wiederum entspricht der Anzahl der Teilnehmer an der Gruppenausstellung. Mit dem etwas ironischen, musikalisch anmutenden Ausstellungs-Titel „00000100 in a material world“ wird augenzwinkernd etwas Widerstand gegen die Digitalisierung des Alltags, der Artefakte, der Künste, der Bedeutungen und letztlich auch der Empfindungen in dieser (immer/auch) noch materiellen Welt, angemeldet. Und hat nicht schon immer das Entschlüsseln von artifiziellen (stilisierten) Botschaften den eigentlichen Genuss der Beschäftigung mit Kunst & Kul­tur ausgemacht?

Sa. 17.11. 19 Uhr: Eröffnung, 20 Uhr: Klangperformance

So. 25.11. 19 Uhr: „Down to Earth“, Yogastunde mit Nadine Arbeiter. Durch die bewusste Erdung und Fokussierung in der Yogapraxis, versuchen wir einen Ausgleich zur digitalen Welt zu schaffen. Offen für alle Interessierten jeden Alters. Bitte eine Matte, Decke und bequeme Kleidung mitbringen.

Diese Ausstellung steht im Rahmen der digitale düsseldorf

Jacopo da Pontormo

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen

Dienstag, 27.11.2018 20 Uhr

Jacopo da Pontormo, 1494-1557, italienischer Maler und einer der Hauptvertreter des Florentiner Manierismus. In wieweit er als solcher sich von den Idealen der (Hoch-) Rennaissance unterscheidet und inwieweit Manierismus auch ein Thema für unsere Zeit jetzt ist, könnte u.a. gefragt werden.

literatur

POING

Dienstag, 04.12.2018 19:30 Uhr

POING ist eine vom vauvau-verlag für interaktive lyrik ins Leben gerufene Anthologie-Reihe. Sie veröffentlicht Gemeinschaftsarbeiten von Autorentandems, die sich medienübergreifend in Wort und Bild dialogisch begegnen.

Die Düsseldorfer Autorinnen Pia Helfferich und Christina Müller-Gutowski präsentieren eine Auswahl foto-lyrischer Dialoge aus dem im April 2018 erschienenen Band zum Thema STADT.

Im Wechselspiel von Lesung und Fotoprojektion werden urbane Räume sichtbar. Worte und Orte laden zu Assoziationen ein, denen man folgen kann, um eigene Wege durch diese Hyperstadt zu gehen.

Geschmackrichtungen des Geistes

Vortrag von Axel Grube

Freitag, 07.12.2018  20 Uhr

Ausgehend von einer ähnlichen Figur und Methodik bei Simone Weil, Ludwig Wittgenstein und Franz Kafka, geht Axel Grube auf der Suche nach gemeinsamen Quellen bis auf die Vorsokratik und jüdische Prophetie zurück und zeigt „Familienähnlichkeiten“ oder „Geschmackrichtungen des Geistes“ auf, die sich, losgelöst von gewohnten Begrifflichkeiten und quer zu den Zuschreibungen wie etwa „Philosophie“ und „Religiosität“ bewegen.

onomato – literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

kuratiert von Frauke Tomczak

Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe im onomato auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker/innen erst in der Lesung, dann im Gespräch. Die Reihe hat sich aber der nicht immer glücklichen Entgegensetzung „Bekannt trifft Unbekannt“ entledigt und ersetzt sie durch das Zentrum, das von Anfang an ihren besonderen „Kick“ ausgemacht hat: die spannungsreiche und oft fruchtbare gegenseitige poetische Begegnung. Dieser sachlichere Titel erlaubt überdies eine größere Offenheit und Freiheit in der Kombination: auch zwei Lyriker/innen mittleren Bekanntheitsgrades können sich unter dem neuen Titel begegnen. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten/innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben..

Die geplanten Termine:

Mi. 12.12.: Marie T. Martin trifft Stan Lafleur

Mi. 30.01.: Olga Martynova trifft Gerhard Falkner

Mi. 27.02.: Ulrike Almut Sandig trifft Tristan Marquardt

Mi. 13.03.: Mirko Bonné trifft Durs Grünbein

Eintritt: 3,- / 2,- Euro ermäßigt

literatur

Poetische Begegnungen

Marie T. Martin trifft Stan Lafleur

Mi., 12.12.2018  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Mit Marie T. Martin und Stan Lafleur präsentiert der Auftaktabend ein außergewöhnliches Poetenduo aus Köln.

Marie T. Martin, geboren 1982 in Feiburg, hat ihr Publikum anfangs mit kleinen poetischen Texten von absurder, teils surrealer Komik verblüfft. Ihr erster Lyrikband Wisperzimmer, 2012, transformiert diese Verblüffung in ein staunendes Erkennen. Sie erprobt eine frappierende Bildlichkeit, die im Strom zwischen Außen- und Innenwelten, von ihr Durchlässigkeit genannt, Gleichgewichte findet zwischen einer sprachlich möglichen, imaginären Überschreitung der Realität bis hin in kosmische Dimensionen und der Welt unserer Sinne: so kommt die Welt als Scheibe der vorkopernikanischen Wende zur Nacht.

Stan Lafleur, Jahrgang 1968, geboren in Karlsruhe, ist lange schon eine feste Größe in der rheinländischen Literaturszene (Literaturpreis NRW und, wie Marie T. Martin, Rolf Dieter Brinkmann Stipendium). In seinem jüngsten Lyrikband Mini Welt. Ausgewählte Gedichte, Düsseldorf 2017, buchstabiert er am Beispiel der Möwe in sechs Gedichten die naturwissenschaftliche Berechnung der Natur, auch Vermessung der Welt genannt.

(…) es treiben die kleinen Stunden
als wäre die Nacht eine Scheibe und man fiele
am Morgen wie die Tasse vom Tisch

Marie T. Martin: Draußen ein Fetzen Segeltuch

doch abends brüllen Gnuherden durch meinen Kopf
wir sind Schädelhelden! Schädelhelden sind wir!

Stan Lafleur: Spätnachmittags

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf und die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

 

Willem de Kooning

Lichtbildvortrag von Jens Stittgen

Mittwoch, 19.12.2018 20 Uhr

Willem de Kooning, 1904 – 1997, nieder­ländisch/us-ameri­kanischer Maler und Bildhauer, wichtiger Vertreter der gestischen Abstraktion im abstrakten Expres­sionismus der 40er Jahre, der mit seiner Woman-Serie in dieser Zeit zunächst berüchtigt, dann berühmt wurde. Als Maler bleibt er zeitlebens zwischen Abstraktion und Figürlichkeit.

2017: Veranstaltungs-Archiv


onomato – das fenster

Das Wetter von heute

Ausstellung von miu

14.01. – 22.01.2017

Eröffnung am 13.01.2017

Um „Gegenwart selbst“ zu bezeichnen, zitiert der japanischer Künstler miu in seiner Arbeit fortwährend das Phänomen des Wetters im Alltag. Darin beschäftigt er sich mit dem zeitlosen Thema des Wahrnehmungsmechanismus von „gestern/heute/morgen“ in menschlichen Aktivitäten. In seiner Solo-Ausstellung „Das Wetter von heute“ aktualisiert miu, als Konzeptkünstler und zeitgenössischer Komponist, seinen interdisziplinären Ansatz zu Fragen und zu Perspektiven von „heute“.

milch-labor.com

 

Freitag, 13.01.  19 Uhr: Eröffnung

Samstag, 21.01.  19 Uhr: Finnissage und Klangperformance von wörc

Öffnungszeiten: Öffnungszeiten: Do. und Fr. 13-16 Uhr, Sa. und So. 15-18 Uhr

und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

onomato – literatur

Poetische Begegnungen

Ilse Kilic trifft Rainer Komers

Mittwoch, 18.01.2017  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Mit Ilse Kilic und Rainer Komers begegnen sich zwei Lyriker, die in ihrer hoch kreativen Biografie auch mit anderen Medien gearbeitet haben: Ilse Kilic mehrfach mit einer Kombination von Bild – als Foto oder als Zeichnung – und Text. Rainer Komers hat sich mit seinen eigenwilligen, mehrfach preisgekrönten, oft poetischen Dokumentarfilmen einen Namen gemacht, bevor er mit ersten auch lettristisch gestalteten lyrischen Texten, Typogramme genannt, hervortrat.

Ilse Kilic, Jahrgang 1958, verfasst Bildgeschichten, visuelle Poesie, Comics und Hörspiele. Zusammen mit ihrem Lebenspartner Fritz Widhalm schreibt sie seit Anfang der 2000ender in Fortsetzung an einem sogenannten „Verwicklungsroman“ und gibt seit den 90igern die „edition fröhliches wohnzimmer“ heraus. Ihre experimentelle poetische Spracharbeit seit den 90iger Jahren orientiert sich an der Gruppe Oulipo. 2016 erhielt sie in Wien den Veza Canetti Preis.

Rainer Komers, geb. 1944, fertigte Siebdrucke und Plakate bevor er sich in den 80iger Jahren dem Dokumentarfilm widmete. Besonders sein Zyklus „Earthmoving“ ab 1999 erregte Aufsehen: Dokumentarfilme, die sich jeweils einem der vier Elemente und einem Erdteil zuwenden und ohne Sprecherkommentar allein durch die Montage der Bilder ihre Narrativität entfalten. Seit 2005 tritt er mit poetischen Texten in Erscheinung. Er hatte mehrfach Lehraufträge, schrieb Filmkritiken und Reisereportagen für diverse Feuilletons und gibt seit kurzem Gedichte des in den USA lebenslänglich inhaftierten Spoon Jackson heraus, die er auch übersetzt. Seine Filme wurden mehrfach mit Preisen gewürdigt, u.a. Hessischer Filmpreis, 2001 und Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft, 2006.

An diesem Abend begegnen sich zwei Formen der Lyrik, die eines gemeinsam haben: die Überraschung. Bei Ilse Kilic durch eine Spracharbeit, die vielfach angetrieben wird durch den Witz, bei Rainer Komers in einer Art der Montage, die unvorhersehbare Bildbereiche expressiv kurzschließt und zu einem Bild verfugt.

schlaf mal ein weilchen,
sag ich zur wirklichkeit.
Ilse Kilic: „gedicht wenn ich schlafen geh“

worte stechen ins fleisch
der hund bellt im off
1x poetenglück
Rainer Komers: „eisler im radio“

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

Natzweiler-Struthof. Ein deutsches KZ in Frankreich

Das „U.n.a.u.s.p.r.e.c.h.l.i.c.h.e“ beschreiben

Freitag, 27.01.2017  20 Uhr

Lesung mit Florence Hervé, Herausgeberin des Buchs zu Natzweiler-Struthof und mit Sina Klein, Übersetzerin verschiedener Texte und Gedichte aus dem Buch.

Im von der Wehrmacht besetzten Frankreich gab es ein deutsches Konzentrationslager: Das im Elsass gelegene Natzweiler-Struthof war ein Ort grausamer Verbrechen und zugleich Führungszentrum für Nebenlager und Außenkommandos in Deutschland. Zehntausende rassisch und politisch verfolgte Nazigegner und Widerstandskämpfer aus vielen Ländern Europas wurden dort gequält, durch Zwangsarbeit ausgebeutet und ermordet.

Zahlreiche Künstler/innen und Schriftsteller/innen setzten sich mit dem Nazilager des Todes auf dem „verfluchten Berg“ auseinander.

Präsentiert werden künstlerische Zeichnungen, Fotografien von Martin Graf, Musik, sowie literarische Texte in deutscher und französischer Sprache.

onomato – ausstellung

inside@instagram

Düsseldorf Photo Weekend 2017

03.02. – 05.02.2017

Die Ausstellung inside@instagram im onomato künstlerverein möchte dazu einladen, das soziale Netzwerk mit seiner Flüchtigkeit und dem Nebeneinander von Reiz und Überreizung, Belanglosigkeit und Wertvollem, Oberflächlichkeit und Berührendem besser kennenzulernen.

Es werden Arbeiten von Fotografen und Amateuren präsentiert, die für das soziale Fotonetzwerk Instagram produziert wurden und deshalb eine ganz eigene Ästhetik und Bildsprache besitzen. Im Rahmen der Ausstellung wird die Kunsthistorikerin und Kunstkritikerin Anika Meier einen Vortrag über Fotografie in den sozialen Netzwerken halten. Sie ist Mitbegründerin des Fotografieprojekts This Ain’t Art School und schreibt regelmäßig u.a. für das Monopol Magazin.

Anlässlich der Ausstellung inside@instagram findet in Kooperation mit @thisaintartschool ein Fotowettbewerb statt. Die Arbeiten der Gewinner werden ebenfalls an diesen 3 Tagen zu sehen sein.

Diese Ausstellung wird kuratiert von Marlène Meyer-Dunker.

www.duesseldorfphotoweekend.de

 

Freitag, 03.02.  18 Uhr: Eröffnung

Samstag, 04.02.  18 Uhr: Vortrag von Annika Meier: „The Power of Like“

Sonntag, 05.02.  18 Uhr: Finissage

Öffnungszeiten:

3. Februar, 18.00 – 21.00 Uhr

4. Februar, 12.00 – 20.00 Uhr

5. Februar, 12.00 – 18.00 Uhr

 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit thisaintartschool

onomato – literatur

Poetische Begegnungen

Tom Schulz trifft Bärbel Klässner

Mittwoch, 08.02.2017  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Zwei sprachgewaltige und bildmächtige Poeten werden einander an diesem dritten Lyrikabend in der Reihe begegnen.

Tom Schulz kann in wuchtigen Montagen Natur, Technik, „Magma am Himmel“ und Elefanten aus der Supermarktarche ineinander stürzen lassen, aber auch in leisen Tönen leichthändig den „Milchbaum“ wieder in der Erde versinken lassen. Bärbel Klässner evoziert den Rausch erster Verliebtheit in einer rasenden Karussellfahrt mit allen angesprochenen Sinnen geradezu als körperliche Bewegungserfahrung.

Bärbel Klässner, geboren 1960 in Magdeburg, engagierte sich während der 80iger Jahre in der Oppositionsbewegung der ehemaligen DDR. Seit 2003 lebt sie als freie Autorin in Essen, leitet Schreibwerkstätten und arbeitet als Kunsttherapeutin. Ihre vier Buchveröffentlichungen mit Lyrik und poetischer Prosa, zuletzt „so übernächtigt so angezündet“ 2014 im Azur Verlag, fanden vielerseits Beachtung. Ihre Arbeit wurde mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet, unter anderem war sie 2011 Stadtschreiberin in Jena.

Tom Schulz, Jahrgang 1970, wuchs in Ost-Berlin auf und lebt auch heute noch, seit 2002 als freier Autor, in Berlin. Er kann auf eine beachtliche Veröffentlichungsliste von elf Lyrik- bänden, auch in kleinen Editionen, drei Prosabücher und einige Herausgebertätigkeiten zurückblicken. Er leitete mehrfach Lyrikworkshops und schreibt auch Literaturkritiken und literarische Reportagen. Seine Arbeit wurde vielfach durch Preise und Stipendien ausgezeichnet, zuletzt mit dem Lichtenstein-Preis für Lyrik des dortigen PEN, im selben Jahr 2016, war auch er Stadtschreiber in Jena.

Das Publikum darf einen spannungsreichen Abend erwarten, die Entführung in Traumbilder voll expressiver Sinnlichkeit.

In mir ist ein Sandkorn. Zwischen Lid und Halbmond. Lass nichts
durch den Schnee. (…)


Tom Schulz: „Sans Parole“

(…) die krümmung der gabel die stimmt oder nicht stimmt so wird aus a ein b und alle
folgenden töne gehen schief zur gabel


Bärbel Klässner: „Samstagnachmittag“

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

onomato – ausstellung

insights

Ji Su Kang und Dmitry Lookianov

10.02. – 19.02.2017

Die Gruppenausstellung „insights“ zeigt Fotografien, Skulpturen und Videoarbeiten, die ein Wechselspiel zwischen Innen und Außen thematisieren. Dmitry Lookianov und Ji Su Kang wagen den Blick ins Private und legen das Verborgene einer sozial auferlegten Assimilation offen. Der russische Fotograf Lookianov rekonstruiert in seiner Serie Realitätsmomente in Moskauer Hochhauswohnungen, die zu bizarren, futuristischen Bildwelten in kalten Innenräumen werden. Die Künstlerin Kang wagt es, durch fotografische Selbstinszenierungen ein Tabuthema ihrer Geburtsstadt Seoul aufzudecken: Junge Paare, die vor der Ehe zum Schein keusch bleiben sollen, treffen sich in sogenannten Love-Motels. Dem Besucher werden im doppelten Sinne „insights“ gewährt: Einsichten in versteckte Welten, um Erkenntnisse über ein urbanes Heute zu sammeln.

„Proberaum“ unter Leitung von Enis Vardar und Dr. Emmanuel Mir ist eine Kooperation des onomato künstlervereins mit dem Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Einerseits bietet sie Künstlern/innen die Chance in einem bekannten Düsseldorfer Ausstellungsraum der Öffentlichkeit ihre Arbeit zu präsentieren. Anderseits setzen sich junge Kunsthistoriker/innen bzw. Kunstvermittler/innen praktisch mit den verschiedenen Aufgaben der Ausstellungskonzeption und -organisation auseinander.

www.jisukang.com

www.lookianov.com

 

10.02.  19 Uhr: Vernissage

16.02.  19 Uhr: Art Talk

Öffnungszeiten: täglich 17–20 Uhr

 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

onomato – literatur

Poetische Begegnungen

Oswald Egger trifft Ann Cotten

Montag, 20.02.2017  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Den Abschluss der aktuellen Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN werden zwei Sprachartisten gestalten, die jeweils auf eigene Art ihre atemberaubenden Saltos in und mit der Sprache springen. Saltos, bei denen uns nicht etwa hören und sehen vergeht, sondern hören und sehen mitsamt allen Sinnen aufs intensivste angesprochen sind und aufgehen.

Oswald Egger, Jahrgang 1963, seit dessen Tod der von Thomas Kling erwählte Nachfolger auf der Raketenstation Hombroich, hat schon 2010 mit seinem „opus magnum“ genannten, knappe 800 Seiten umfassenden Lyrikbuch „Die ganze Zeit“ mit seinen ungewöhnlichen Versen und Zeichnungen einen Aufschrei der Kritik provoziert, der von Jubel bis Abwehr reichte und mit seinem jüngsten Buch poetischer Prosa „Euer Lenz“ 2013 auf den Spuren des Büchnerschen Lenz Erstaunen und Verwirrung gestiftet.

Ann Cotten, geboren 1982 im amerikanischen Iowa, aufgewachsen in Wien, hat nach mehreren Lyrikbüchern („Fremdwörterbuchsonette“, 2007) und ebenfalls poetischer Prosa („Der schaudernde Fächer“, 2013) im letzten Jahr mit ihrem an die 200 Seiten starken Versepos „Verbannt!“ erneut Furore gemacht. Denn wer sonst würde es heutzutage wagen, die Ereignisse um eine Fernsehmoderatorin, die auf eine einsame Insel verbannt wird, in so genannten Pseudo-Spencer Strophen zu erzählen?

Diejenigen Zuhörer, die diese stupenden Allianz von nahezu archaischen mit hochtechnisierten Geschehnissen des digitalen Zeitalters via Internet und all das gar in Versform, mit Neugier begegnen, werden bei Ann Cotten auf ihre Kosten kommen. Denjenigen, die teils auch bei einer poetischen Kunstsprache ohne ausgemachte Bedeutungen ihren dennoch sprechenden Klang genießen und Bilder imaginieren können, werden bei Oswald Egger die Ohren und die inneren Augen auf- und übergehen.

Wir dürfen einen hoch spannenden Abend voller Sprachartistik, poetischer Sprünge, ja auch Narreteien erwarten.

und lachen die kinder die blätter platt
ich glaube der natur kein einziges wort


Ann Cotten: „De atra bile“

Dreh Dich, Rede, dreh Dich wieder, und fang uns die
Füchse amaranth, die kleinen, Amaranth-roten Füchse.


Oswald Egger: „Herde der Rede III“

 

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

Abschlusspräsentation des onomato Stipendiums

Freitag, 03.03.2017  19 Uhr

In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein zehn Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der vier Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir vom 03. bis 12. März in den Räumen des onomato künstlervereins. Mit Arbeiten von:

Christian Ahlborn

Naomi Akimoto

Karen Bößer

Jule Companie

Wanda Koller

Lauda yu Lee

Jan Lemitz

Elisabeth Luchesi

Irena Paskali

Stephen Reader

Beatrix Szörenyi

Lea Torcelli

Hannah Voget

 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

onomato – ausstellung

Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag, der jährlich am 8. März begangen wird, erinnert uns immer wieder daran, dass es trotz gesetzlich verbriefter Gleichberechtigung von Frauen und Männern und zahlreicher Erfolge auf dem Weg zu einer gelebten Gleichstellung auch bei uns in Deutschland noch eine Menge zu tun gibt.

 

Ohne mich
Fotografische Selbstportraits

17. – 26.03.2017

Haben Frauen einen anderen Blick auf sich selbst als Männer? Wir stellen verschiedene fotografische Positionen zur Diskussion. Im Fokus stehen Künstlerinnen, die eine exemplarische Sichtweise auf das weibliche Selbstportrait zeigen. Zusätzlich zur Ausstellung wird es ein Begleitprogramm geben.

 

Freitag, 17.03. 19 Uhr: Eröffnung

Samstag, 18.03. 15-18 Uhr: die Ausstellung erweitert sich:

Künstlerinnen sind eingeladen, sich an der Ausstellung zu beteiligen; das fotografische Selbstportrait darf bis 30 cm / 40 cm sein und wird unmittelbar am Samstag platziert und aufgehängt. Gleichzeitig gibt es die Möglichkeit, sich an der Serie “Ohne mich“ von Inken Boje zu beteiligen. Auf Rücksprache bekommt jede_r das Foto per mail zugesandt.

Sonntag, 19.03.: ab 16 Uhr geöffnet

Öffungszeiten nach telefonischer Vereinbarung unter 0178 9046878

 

Selfi, nein danke!

Zwiegespräch mit Andrea Isa und Inken Boje

Sonntag, 19.03.2017  17 Uhr

  • Was ist eigentlich der Unterschied zwischen fotografischem Selbstportrait und Selfie?
  • Welchen Einfluss hat die Selfie-Bilderflut auf das Schaffen eines künstlerischen Bildes?
  • Gehen Frauen anders mit der Darstellung ihrer selbst um als Männer?
  • Wie stellt sich Frau im Selfie dar? Was zeichnet ein weibliches, künstlerisches Autoportrait aus?

Wir nehmen den Frauentag zum Anlass, weibliche Selbstinszenierung zu untersuchen.

 

Wir sind viele!

Künstlerinnen Werkgespräch

Sonntag, 26.03.2017  17:30 Uhr

Künstlerinnen der Ausstellung sprechen über ihre Selbstportraits. Wieso eigentlich Selbstportrait? Was ist die künstlerische Agenda? Exemplarische Positionen zu einem Thema.

 

Mit Katharina Mayer, Inken Boje, Marlène Meyer-Dunker, Andrea Isa u.a.

onomato – ausstellung

Trägerstoffe

01.04. – 09.04.2017
Vernissage am 31.03.2017

Trägerstoffe sind Medien, die Informationen fixieren, manipulieren und visualisieren. In einem Spannungsfeld zwischen Materialkonnotationen und Neukombinationen von Bedeutungsinhalten werden bestehende Kategorisierungen und Themen von gesellschaftlicher Aktualität zur Diskussion gestellt.

Für die Ausstellung konnte der international agierende italienische Künstler Stefano Cagol gewonnen werden, der zusammen mit den Studenten der Kunstakademie Düsseldorf: Rebekka Benzenberg (unter Franka Hörnschemeyer), Katharina Emons (Gregor Schneider) und Sean Mullan (Katharina Fritsch) eine Schau präsentiert, deren Arbeiten mit augenscheinlich unterschiedlichen Darstellungsformen operieren, jedoch auf einer Bedeutungsebene miteinander in einen Austausch treten um so neue Denkansätze und Interpretationsmöglichkeiten zu eröffnen.

„Proberaum“ unter Leitung von Enis Vardar und Dr. Emmanuel Mir ist eine Kooperation des onomato künstlervereins mit dem Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Einerseits bietet sie Künstlern/innen die Chance in einem bekannten Düsseldorfer Ausstellungsraum der Öffentlichkeit ihre Arbeit zu präsentieren. Anderseits setzen sich junge Kunsthistoriker/innen bzw. Kunstvermittler/innen praktisch mit den verschiedenen Aufgaben der Ausstellungskonzeption und -organisation auseinander.

In Kooperation mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Kuratiert von: Theresa Crespo, Einar Fehrholz, Felix Fischer, Jasmina Nöllen, Sabrina Podemski, Franziska Schulz-Pitsch

31.03.  19 Uhr: Vernissage

09.04.  17 Uhr: Finissage

Öffnungszeiten: täglich 16–20 Uhr

Anfänge – Im tief Innern sang…“

Lecture Performance von Markus Mußinghoff

Freitag, 28.04.2017  20 Uhr

Ein audiovisueller Essay über die Wahrnehmung von Welt nach Innen und Außen – über Umbrüche und das Scheitern in Zusammenhang mit dem in Planung befindlichem Projekt „Anfänge“ in der Friedenskirche Selm.

 

2011 entstand die Idee zu dem Ausstellungsprojekt „Anfänge“. Die Realisierung erwies sich als kompliziert und musste mehrfach verschoben werden. Auf dem Weg zu den Anfängen der eigenen Kunst spielten drei Performances eine ebenso zentrale Rolle, wie die kurze Begegnung mit regionaler und überregionaler Kulturförderung (Verhinderung) und die unvermeidliche Auseinandersetzung mit den derzeitigen Protagonisten „des globalen Drumherums“: Trump, Erdogan, Merkel…

Für die Veranstaltung im onomato entstand ein Videoessay. Mußinghoff unternimmt den Versuch sich seiner eigenen künstlerischen Parameter und Intention zu erinnern.

Mußinghoff studierte von 1983 – 1991 Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Erich Reusch (Integration Bildende Kunst und Architektur). Prägend für ihn waren die Begegnungen mit Künstlern des Artist´s Museum Lodz und den Ausstellungsprojekten „Construction in Process“ (1981 – 2000) und Projekte in Indien in Zusammenarbeit mit dem A.I.P. (Association for Intercultural Projects).

Francis Picabia
Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann

Vortrag von Jens Stittgen

Dienstag, 09.05.2017  20 Uhr

Francis Picabia (geb. 1879 Paris – gest. 1953 ebenda), der gerne auch für die Dada-Bewegung reklamiert wird, zeichnet sich als Maler durch überraschende und scheinbar unzusammenhängende Stilwechsel aus, die seine Rezeption für nicht wenige lange Zeit erschwert haben, da sie als Mangel an Seriosität gedeutet wurden. Aber gerade in jüngerer Zeit ist es diese seine Eigenschaft, die zu einer neuen Wertschätzung des Malers führt. Auch ist sein Verhalten eine Einladung, das Verständnis von Seriosität in der Kunst noch einmal zu überdenken.

onomato – literatur

Ehrenlesungen zum 80. Geburtstag

Margot Schroeder

Donnerstag, 04.05.2017  19:30 Uhr

Die Ehrenlesung gibt einen Einblick in das umfangreiche und vielseitige literarische Werk der Schriftstellerin Margot Schroeder, die lange Jahre in Düsseldorf gelebt und gewirkt hat. Von der anfänglichen Prosa „Ich stehe meine Frau“ (1975), mit der sie schon Mitte der 70iger Furore machte, werden Auszüge aus ihren ungewöhnlichen Romanen „Wenn die Holzpferde lachen“ (1985) und „Oktobertee“ (1998) vorgestellt. Besonderes Gewicht erhalten ihre jüngsten drei poetischen Veröffentlichungen „Ohne Türgriff die Momente“ (2005), Gedichte mit kaleidoskopartigen Städtebildern, das Langpoem „Testament der Augenblicke“ (2011) und die Nonsensgedichte aus „Coladosen klagen über Blecharthrosen“ (2016). Neben ihrem literarischen Schaffen ist Margot Schroeder seit 1988 auch als Fotokünstlerin mit außergewöhnlich expressiven Fotografien hervorgetreten. Leider kann Margot Schroeder nicht persönlich anwesend sein.

Es lesen Ille Chamier, Regina Ray und Frauke Tomczak.

Meine Ängste tanzen blank
auf Buddhas dickem Bronzebauch

aus „Ohne Türgriff die Momente“, 2005

 

Ille Chamier

Mittwoch, 10.05.2017  19:30 Uhr

Trotz ihres frappierend vielfältigen kreativen Schaffens als Schriftstellerin, Malerin und Zeichnerin existieren von Ille Chamier nur zwei Publikationen: der poetische Text in dem frühen Fotoband über Pina Bausch „Setz dich hin und lächle“, 1979, für deren Tanztheater Wuppertal sie mehrere Jahre dramaturgisch tätig war und die Textsammlung „Tagtexte“, 1980. Unermüdlich hat Ille Chamier seitdem im Selbstverlag beeindruckende, kostbare und aufwändige, oft mit eigenen Illustrationen versehene Textsammlungen herausgebracht. Allein die Titel dieser Editionen wie „Gezinktes Licht“, 2003, „Hu Hu – I can fly and you?“, 2007 oder „Turandot“, 2007 evozieren schillernde Imaginationswolken. Kombiniert mit einer temporären Ausstellung aus ihrem malerischen und zeichnerischem Werk wird sie selbst an diesem Abend aus ihren poetischen Werken lesen.

Sie kriegen mich doch auf die Reihe, oder?
aus „Turandot“, Edition im Eigenverlag Textille 2007.

 

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onomato – ausstellung

Das visuelle Philosophieren – Fotografie und Philosophie

Ausstellung und Werkgespräch mit Bernard Langerock

12. – 21.05.2017

Mit seinem Projekt „Das visuelle Philosophieren“ sucht und findet der Fotograf Bernard Langerock einen Zugang zu den Werken des Philosophen Hermann Schmitz, dem Begründer der Neuen Phänomenologie.

Im Gegenzug lässt er seine Fotografien durch Zitate von Hermann Schmitz beleuchten. Ein Wechselspiel der verbalen (lesen und verstehen) und visuellen (betrachten und auf sich wirken lassen) Reflexion entsteht.

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Freitag, 12.05. um 19 Uhr: Eröffnung

Sonntag, 21.05. um 18 Uhr: Werkgespräch und Finissage

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Öffnungszeiten: Mi., Fr., Sa. und So. von 16-19 Uhr
und nach Vereinbarung: Tel. 0211 9293535

 

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Vinyl

Filmaufführung und Buchvorstellung

Mittwoch, 24.05.2017  20 Uhr

DVD, 2017, 52 Min. – Filmaufführung in Anwesenheit der Regisseurin

Von den Dadaisten über Fluxus und Pop-Art, Konkrete Poesie und Cover-Art: der Niederländer Jan van Toorn hat Margit Bauer sein einzigartiges Archiv an Künstlerschallplatten geöffnet und Einblick geboten in eine Sammlung, die im Rahmen eines Studiums der elektronischen Musik 1972 ihren Anfang nahm und auch nach inzwischen mehr als 5000 erworbenen Schallplatten und anderen Tonträgern noch lange nicht abgeschlossen ist. Der Film „Vinyl“ gewährt einen dichten, faszinierenden Einblick in das Archiv und die „Sammler“-Welt Jan van Toorns.

Anschließend Gesprächmit dem Sammler Jan van Toorn und Buchvorstellung:

„Visual Vinyl“ liefert erstmals einen umfassenden Überblick über „Künstler-Cover“. Als Fundus dient das umfangreiche Archiv des Niederländers Jan van Toorn – einer der umtriebigsten Sammler und größten Kenner auf diesem Gebiet. Die Bandbreite der vorgestellten Arbeiten reicht von surrealistischen Entwürfen von Salvador Dalí über Cover von Pop-Art-Größen wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg oder Jean-Michel Basquiat bis hin zu Arbeiten der Wiener Aktionisten, Jeff Koons, Damien Hirst, Banksy oder Ai Weiwei. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Entwürfe aus dem Umkreis der Fluxus-Künstler, die im Rahmen von Happenings, Performances und Aktionen oft selbst musikalisch tätig waren und ihre eigenen Stücke als LP publizierten.

onomato – ausstellung

Der wahre Schein

26.05. – 04.06.2017

Wie sich das Erscheinungsbild des Menschen im Spiegel der Zeit und ihrer Gesellschaft in seiner Sprache, Bewegung (Mobilität), Kleidung und Verhalten durch innere und äußere Einflüsse verändern kann.

Politische Verhältnisse erzeugen psychische Befindlichkeiten und entsprechendes Verhalten und soziales Handeln des Menschen. Es kann das Verhältnis zwischen Mann und Frau verändern und damit das Familienleben, wie auch die Schere zwischen arm- und reichsein vergrößern oder verkleinern, wodurch der Zeitgeist (sichtbar in Design, Kultur) geprägt wird.

Ausstellende Künstler:
Mirela Anura, Terry Buchholz, Adidal Abou Chamat, Andrea Dietrich, Oscar Frohlich, Sedef Hatapkapulu, Claudia van Koolwijk, Bernard Langerock, Jürgen Mester, Norika Nienstedt, Sylvie Norhausen, Stephen Reader, Annette Wirtz

26.05.  19 Uhr: Ausstellungseröffnung mit einer Klangperformance von Silvie Norhausen und Stephen Reader

Öffnungszeiten: Sa.+So. 16-18 Uhr

und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

Kuratiert von Andrea Dietrich – www.cabinett.culturebase.org

 

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Auf Körper herabsehen – Gewaltästhetik zwischen Macht, Ohnmacht und Selbstverfügung

Bild-Vortrag von Dr. Jobst Paul

Dienstag, 27.06.2017  20 Uhr

‚Gewaltästhetik‘, d.h. die ästhetische Repräsentation von Gewalt, nimmt in der westlichen Kultur einen breiten, wenn nicht zentralen Raum ein. Mit einem Begriff von Michel Foucault könnte man von einem ‚Dispositiv‘ sprechen, von einer Signatur, die sich in vielfältige kulturelle Segmente eingeschrieben oder in ihnen transformiert hat. In der Malerei, auf der Bühne, im Film, in der Photographie und nun in der Computer-Animation, ist dabei der Blick ‚auf Körper herab‘ zum ikonographischen Mittel geworden, um sich diskursiv als Macht oder gegenüber der ‚Macht‘ zu positionieren, nicht zuletzt auch durch körperliche Selbstverfügung von Künstler_innen in Performances. Mit der Fixierung auf den ‚Körper an sich‘ wird freilich zugleich eine kulturell-dualistische Setzung westlicher Kulturgeschichte bloßgestellt, die als Legitimationsmittel von Gewalt dient und gedient hat. Die Analyse von ‚Gewaltästhetik‘ gibt daher nicht zuletzt Auskunft über den Stand unserer kulturellen Identität.

Jobst Paul ist ein Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaftler. Er beschäftigt sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung u.a. mit Rassismus und Antisemitismus.

www.diss-duisburg.de/mitarbeiterinnen/dr-jobst-paul

 

Off-Spaces-Führung

Studierenenprojekt

23.06., 30.06., 07.07., 14.07.17, jeweils Freitag  19 Uhr

Studierende der HH-Uni Düsseldorf laden ein zu einer kleinen Führung durch Off-Spaces in Flingern. Eine Station wird im onomato künstlerverein sein.

Nähere Infos und Anmeldemöglichkeit hier auf der Seite der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf

Am Freitag, 14.07.17  ab 20 Uhr gibt es unter dem Titel „Quatschen – Tanzen – Kunst“ eine Abschlussveranstaltung in der Brause, Bilker Allee 233, 40215 Düsseldorf

 

Projekte-Treffen

Alle 14 Tage um 19 Uhr

Jour fixe zur Ideen-Entwicklung. Eingeladen sind alle, die interessiert sind an Diskussion und Entwicklung künstlerischer Aktivitäten und allgemein am gemeinsamen Tun. Man stellt sich gegenseitig Ideen und Arbeiten vor, schmiedet Pläne, findet MitstreiterInnen.

  • 07. und 21. August
  • 04. und 18. September
  • 02., 16. und 30. Oktober
  • 13. und 27. November
  • 11. Dezember

Plappern – Macht – Schule

Zwischenbemerkung zu Schule und Sprache
von Achim Raven

Buchvorstellung und Podiumsgespräch mit Georg Noé

Donnerstag, 14.09.2017  20 Uhr

In Lehrerzimmern ebenso beliebt wie wohlfeil: Der behagliche Grusel, dass am Gymnasium so viele Kinder und Jugendliche weder richtig zu schreiben noch sich angemessen auszudrücken fähig seien. Selten kommt jemand auf den Gedanken, dass Schüler*innen so schreiben und sprechen, wie sie es an einem Ort beigebracht kriegen, wo Bescheidwissen, Selbststeuerung und Leistungsvergleich höchste Priorität haben.

Der Autor resümiert nach vierzigjähriger Tätigkeit am Gymnasium: Erstens, pädagogischer Gestaltungsspielraum ist a priori bürokratisch reguliert und erschöpft sich in der kreativen Anwendung verbindlicher Umsetzungsmodalitäten. Alles andere wäre Romantik. Zweitens, der Eigensinn und die längst vergessene docta ignorantia könnten immerhin geringfügige Gegenkräfte freisetzen. Dass es zu einem solchen Resümee des Bestecks theoretischer Kritik bedarf, steht außer Frage.

Achim Raven: geboren 1952, 1976 in den Referendardienst eingetreten und 2016 aus dem aktiven Schuldienst ausgeschieden. Nach einer zweijährigen Abordnung als schulfachlicher Mitarbeiter beim Schulkollegium (jetzt: Abt. 4 der Bezirksregierung) hat er sich der literarischen Produktion zugewandt (Lyrik, Kurzprosa, Hörspiel) und von 1984 bis 2015 unter dem Pseudonym Ferdinand Scholz veröffentlicht. Seit 2016 veröffentlicht er unter seinem Echtnamen. Von 2000 bis 2010 hatte er einen Lehrauftrag für literarisches Schreiben am Institut für Germanistik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Veröffentlichungen: Menschen am Abgrund Ärztethriller (Gießen 1984), Es ist immer Heimat. Unausweichlich (WDR 1991), Wichtige Gedichte (Düsseldorf, 1997) Ocktavenmännchen Sissimo (Düsseldorf 2006)

Georg Noé: geboren 1951, Studium der Sozialwissenschaften (u.a. bei Kurt Lenk, Norbert Elias) und Germanistik, Schwerpunkt Mediävistik (u.a. bei Thomas Cramer, Horst Wenzel). Immer noch im aktiven Schuldienst. Steht mit dem Autor seit Jahrzehnten im freundschaftlichen Disput.

onomato – ausstellung

Naomi Akimoto
Claudia Robles-Angel

kunstpunkt 142
offenes Atelier und Ausstellung

22.09.-01.10.2017

Claudia Robles-Angel erzeugt audiovisuelle Installationen und interaktive multimediale Arbeiten, in denen Besucher eingeladen werden, in eine neue Umgebung einzutauchen, die durch optische und akustische Bilder des täglichen Lebens gestaltet werden, z.B. Großaufnahmen von verschiedenen Strukturen, unbeachteten Räumen und Geräuschen, die man in der täglichen Routine nicht wahrnimmt. Ihre interaktiven Werke schließen auch immersive Räumen ein, wobei die Besucher eingeladen werden, mit ihren ihren eigenen Bio-signalen, wie z.B. Herzschlag oder Gehirnaktivitäten, zu interagieren. Die Installationen machen nicht-wahrnehmbare innere Zuständen von Menschen, wie Stress oder Entspannung, ästhetisch erfahrbar. –
claudearobles.de

Naomi Akimoto: Ich beschäftige mich schon lange mit Skulpturen aus Ton (keramische Plastik). Ich baue Installationen, die sich an der Wand oder auf dem Boden befinden und die ich ab und zu mit anderen Materialen, wie z.B. Zeichnungen oder Seilen kombiniere.

Viele der Keramiken in den letzten 10 Jahren sind auf der Drehscheibe entstanden, aber ich experimentiere auch mit den verschiedensten anderen Techniken. Seit 2016 erzeuge ich auch tönerne Klang-Installation und Videoarbeiten. Im Videofilm kann ich durch Zeit und Bewegung die Lebendigkeit der Keramik und die Phasen des Arbeitsprozess darstellen. Zeichnungen dienen mir einerseits als wichtige Vorarbeit für Objekte und Installationen, sie sind andererseits aber auch ein eigenständiger künstlerischer Ausdruck.

Fr. 22.09.  19 Uhr, Freitagabend der Off-Räume: Ateliereröffnung und Werkgespräch mit Naomi Akimoto und Claudia Robles-Angel

Sa. 14-20 Uhr und So. 12-18 Uhr: offenes Gastatelier im Rahmen der kunstpunkte

25.09.-01.10.: Ausstellung
Öffnungszeiten nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

On Table

Rund ums Archiv

Freitag, 06.10.2017  16:30 Uhr

Am Freitag den 06. Oktober ab 16 Uhr findet im onomato eine neue Veranstaltung „On Table – Rund ums Archiv“ statt.

Auf unserem Vorstelltisch werden jeweils aktuelle Themen aus dem onomato frisch auf den Tisch gebracht. Am Abend wird dann das onomato Medienkunstarchiv vorgestellt.

Der Nachmittag wird mit Café und Kuchen beginnen und um ca. 17:00 Uhr findet ein Konzert statt.

On Table

Open House

Sonntag, 22.10.2017  15 Uhr

Am Sonntag Nachmittag ab 15 Uhr ist das onomato geöffnet. Wir laden ein zu einem gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen zum lachen und klönen. Zu Gast ist der Musiker Gilbert Giudice und Begleitung. Wer möchte kann eigenen Kuchen oder sein Musikinstrument mitbringen.

 

Nachgespräch

mit Angelika Fojtuch „GATE art zone“, (Kasematten, Rheinuferpromenade)
und Andrea Isa und Maria Lentzen „blocked – the poltics of open doors“ (plan.d)

Freitag, 03.11.2017  20 Uhr

Die Performance erlebt seit einigen Jahren eine Art Renaissance. Im Oktober enden zwei neue Projekte, die in Düsseldorf erstmalig realisiert wurden und sich auf besondere Weise mit dieser Kunstform auseinandergesetzt haben: „GATE art zone“ und „blocked – the politics of open doors“ im plan.d.

Mit den Initiatoren der Projekte Angelika Fojtuch, Andrea Isa und Maria Lentzen unterhalten wir uns über die Idee, Überlegungen und Erwartungen, die am Anfang der Projekte standen und diesen vorausgegangen sind.

Welche Überraschungen, Begegnungen, Erfahrungen, Erlebnisse, Bereicherungen haben sich eingestellt und lassen die Möglichkeit zu, über weitere Projekte nachzudenken?

Markus Mußinghoff, selbst Teilnehmer an beiden Projekten, moderiert dieses Gespräch. Ergänzend werden erste Dokumentationen vorgestellt.

onomato – ausstellung

mono

19.11. – 30.11.2017
Vernissage am 18.11.2017

Die Ausstellung zeigt im Rahmen der digitale düsseldorf sechs künstlerische Einzelpositionen: Installation, Malerei, Zeichnung, Animation, Musik. Die Arbeiten sind in ihrer Subjektivität weder durch funktionale Technik noch durch kollektives Miteinander gesichert. Sie sind fragil. Sie spiegeln die Entwicklungsstufen der Technologie und in Reichweite der Armlänge zeigen sie diese als Reflexion auf den Wänden und im Raum: LOW TECH.

Beteiligte Künstler: Stefan Ettlinger, Christoph Korn, Norbert Kraus, miu, Elisabeth Mühlen, Thomas Seidel

 

 

Stefan Ettlinger
1958 geboren in Nürnberg
1980-88 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf als Meisterschüler von Alfonso Hüppi. Lebt und arbeitet hauptsächlich in Düsseldorf mit Malerei, Musik, Video, Performance.

Low Tech: Ohne Beipackzettel, ohne Gebrauchsanweisung. (das ist gut für die Augen Bilder die zum Sehen taugen) Da fällt mir noch der Papp-Computer ein, den wir im Mathe-Unterricht in den 70erjahren bauen mussten, mit Schiebereglern und einer Kugel, die dann durch Bahnen zum richtigen Ausgang gerollt ist.
Rechnen mit digitalem Code. Mein Vater hatte die Idee, die Konstruktion aus einer Styroporscheibe zu sägen, das hat mir einiges an Falzerei erspart. Später habe ich dann gemalt, einfach mit Pinseln.

 

Christoph Korn
Audio –und Medienkünstler
Christoph Korns Arbeiten bewegen sich an der Schnittstelle von Audio und Medienkunst. Für deren Realisierung nutzt er unterschiedliche künstlerische Ausdrucksmittel: WEB basierte Arbeiten, Film, Installation, konzeptuelle Realisierungen, Hörspiel und Komposition. Wesentlich gemeinsam ist diesen Arbeiten das Interesse für die minonitären oder schwachen Merkmale. Die künstlerischen Werke basieren in den letzten Jahren zunehmend auf Versuchen des Maskierens, Löschens oder Entziehens. Mitunter realisieren die Arbeiten sich in Formen von großer Dauer.
Christoph Korn erstellt 2 field recordings am gleichen Ort, jedoch zu 2 unterschiedlichen Zeitpunkten. Die Aufnahmen werden jeweils realisiert mit einer Uher 4000 Report-L Tonbandmaschine.
Ausgestellt werden die beiden Tonbandspulen, die den Klang des Ortes zu den 2 unterschiedlichen Zeitpunkten bezeugen.
 

Norbert Kraus
Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler von Erwin Heerich.
Lebt und arbeitet, freischaffend in Düsseldorf

Ein Wassertropfen fällt in einen Grottensee: Eine Erinnerung – 5 Minuten Echtzeit – Bildzeit.

  

miu
geboren 1976 in Japan, arbeitet als Konzeptkünstler, Komponist und Performer. Studium der Sonologie und elektronischen Musik am Kunitachi College of Music (Tokyo) und am Koninklijk Conservatorium (Den Haag). Seit 2001 tätig als freischaffender Künstler. Nach Stationen in Den Haag, London, Bochum und Ulm lebt und arbeitet er seit drei Jahren in Düsseldorf.
Difference Machine or (Windkanalpatienten)
In der Klanginstallation des japanischen Konzeptkünstlers, der seit 1998 in Europa lebt, dessen installative Arbeiten durch verschiedene interkulturelle Erfahrungen geprägt sind, drehen sich zwei sich bewegende Wesen links und rechts parallelweise. Es scheint eine doppeldeutige Fragestellung zu sein. Oder es ist vielleicht nur schwarzer Humor japanischer Art, der sich zwischen Realität, Fiktion und Erscheinung bewegt.
 

Elisabeth Mühlen
Geboren 1959, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Erwin Heerich, Walter Biemel und Walter Jürgen Hofmann.
Lebt und arbeitet freiberuflich in Düsseldorf

.. was ich von neuerer Technologie kenne, biege ich in meine Malerei und Zeichnung hinein…
 

 

Thomas Seidel
Soundkünstler, lebt in Viersen, hat u.a. Musikwissenschaft/Akustik und Philosophie studiert und komponiert vor allem Stücke in der Tradition der Musique Concrète und elektroakustischen Musik, gelegentlich in Kombination mit Bildfolgen.
Zum Thema Lowtech ist ein Programm zusammengestellt aus zwei eher rhythmischen Musikstücken für Lautsprecherinstallation, eines aus dem Jahr 1997 mittels Synthesizer-Emulation, eines aus 2010 mittels Samplemontage und als drittes eine Skizze über Klirrobjekte im Stile einer alten Musique Concrète.

Die forcierte Entwicklung der Technik beschleunigt das Geschwindigkeitsgefühl für das eigene Leben sowie das kollektive Gedächtnis in immer kürzeren Zyklen. Das Aufheben von analogen Techniken in digitalen Apparaturen ermöglicht es auch hier noch „analog“ zu arbeiten und eine künstlerische Konstanz zu finden und zu hören.

 

18.11.  19 Uhr: Vernissage

Öffnungszeiten: Sa. und So. 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

Durch die Lappen – Konkrete und abstrakte Zeit

Bild-Vortrag von Dr. Lorenz Wilkens, Berlin

Freitag, 01.12.2017  20 Uhr

Was denke ich, wenn ich über das Wort ZEIT sinniere? Ich denke eine Ausdehnung, nicht aber eine lineare Bewegung. Die Ausdehnung hat mit dem Atem zu tun. Oder soll ich lieber sagen: Sie ist eine Konnotation des Atems. Denn die Brust hebt sich, wenn ich einatme. Die Ausdehnung, die ich denke, wenn ich die ZEIT denke, ist die einer unendlichen Brust. So zeigt sich, dass ich die Zeit ohne den Raum nicht denke.

Von Erfahrungen wie dieser geht das aus, was wir die gelebte, die konkrete Zeit nennen können. Ihr steht die abstrakte Zeit gegenüber, der unser wirtschaftliches und technisches Handeln unterworfen ist..

Wir werden uns mit den Konflikten zwischen der konkreten und abstrakten Zeit zu beschäftigen haben.

onomato – literatur

Der multimodale Peter Handke –
Sprachkritiker, Erzähler, Dramatiker, Drehbuchschreiber, Regisseur

Vortrag von Lothar Struck

Mittwoch, 06.12.2017  20 Uhr

Am 6. Dezember 2017 wird einer der bedeutendsten deutschsprachigen lebenden Schriftsteller, Peter Handke, 75 Jahre alt.

Früh verwendete Handke diverse Genres. Seine Multimodalität erstreckte sich seit den 1960er Jahren jenseits der Prosa und des Dramas über nahezu alle medialen Ausdrucksformen. So experimentierte er in Hörspielen und entdeckte früh den Film und das Kino als Drehbuchschreiber und Regisseur für sich. Hier ist die bis heute andauernde Freundschaft mit Wim Wenders besonders hervorzuheben.

Der Vortrag beschäftigt sich mit Handkes poetischen Verwandlungen, von der Sprachkritik am Anfang über das epische Erzählen Mitte der 70iger Jahre, dann seine persönlichen Reisejournalen aus dem zerfallenden Jugoslawien und seiner Rückkehr zu erzählerischen Formen wie einer Wiederaufnahme seiner essayistisch-poetischen »Versuche«.

Lothar Struck, 1959 geboren, ist Blogger (begleitschreiben.net) und Autor vor allem für das Online-Literaturmagazin Glanz und Elend. 2010 wurde er von der »Welt« als »der Mann, der alles über Handke weiß« tituliert. 2012 erschien die bisher einzige umfassende Monographie zu Handkes Jugoslawien-Engagement: »Der mit seinem Jugoslawien – Peter Handke im Spannungsfeld zwischen Literatur, Medien und Politik« beim Verlag Ille & Riemer, 2013 im Mirabilis Verlag »Der Geruch der Filme – Peter Handke und das Kino«. Ebenfalls bei Mirabilis erschien 2014 seine Erzählung »Grindelwald«. Mit »Erzähler, Leser, Träumer – Begleitschreiben über das Werk von Peter Handke« legt Struck nun aktuell seinen dritten Band über Peter Handke vor.

Kuratiert von Frauke Tomczak.

onomato – literatur

Heinrich Böll zum 100. Geburtstag

Eine Kooperation von Filmmuseum Düsseldorf und onomato künstlerverein
 

Ohne Hüter, ohne Väter

Samstag, 09.12.2017  18 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
onomato künstlerverein, Birkenstr. 97

BRD 1975, R: Rainer Wolffhardt, S: Johannes Wolffhardt (Martin), Werner Lier (Heinrich), karin Baal, Günter Lamprecht

Ein Vortrag von Frauke Tomczak zu Heinrich Bölls Roman „Haus ohne Hüter“ und seiner Verfilmung mit anschließender Filmvorführung „Haus ohne Hüter“

Frauke Tomczak wird diesen frühen Klassiker von Böll und seine Verfilmung, die 1975 im Rahmen des „Kleinen Fernsehspiels“ vom ZDF realisiert wurde, auf die unterschiedlichen Darstellungs- und Expressionsmöglichkeiten der Literatur und des Filmes hin befragen. Eine besonders spannende Analyse deshalb, weil hier vielfach die Kinderperspektiven zweier Jungen eingenommen werden, die zwar in verschiedenen sozialen Milieus, doch beide vaterlos in der deutschen Nachkriegsgesellschaft aufwachsen. Mit welchen subtilen Mitteln nähert sich die Sprache, mit welchen filmsprachlichen Mitteln der Film dem Geschehen, den Beobachtungen und den Gefühlen der Kinder?

Zwischen Vortrag und Film wird in einer etwa einstündigen Pause bei Kaffe, Kuchen und Wein (im Eintrittpreis inbegriffen) die Gelegenheit zum Gespräch eröffnet. Der Film beginnt gegen 20 Uhr.
 

Ehrenlesung

Samstag, 16.12.2017  20 Uhr  Eintritt 7 / 5 / 4 Euro
Black Box, Kino im Filmmuseum, Schulstr. 4

Günter Lamprecht und Claudia Amm lesen aus Der Engel Schwieg

Der Nobelpreisträger Heinrich Böll würde am 21.12.2017 hundert Jahre alt werden. In dieser Lesung zu seinen Ehren kommen gleich drei glückliche Koinzidenzen zusammen. Nicht irgendwer, sondern der Charakter­schauspieler Günter Lamprecht wird zusammen mit seiner Frau Claudia Amm aus diesem frühen Roman Bölls lesen, der erst 1992 aus dem Nachlass veröffentlicht wurde.

Lamprecht, der sich dem deutschen Publikum unvergesslich als Franz Biberkopf aus Fassbinders Verfilmung von „Berlin Alexanderplatz“ ins Gedächtnis gespielt hat, fühlt sich Heinrich Böll tief verbunden. Selbst Jahrgang 1930 erzählt er in seiner eigenen zweibändigen Autobiografie auf sehr lebendige Weise von der bedrück­enden Atmosphäre des Naziterrors in seiner Kindheit wie auch vom Elend und Hunger der Nachkriegszeit. Eben die Trümmer­landschaft der Nachkriegs­zeit und die Verlorenheit eines Deserteurs, aber auch seine neue aufkeimende Liebe sind Thema dieses frühen Böll-Romans.

Zu den Kontexten seiner Entstehung und der sogenannten „Trümmerliteratur“ wird zu Beginn der Literaturwissenschhaftler Dr. Hans Koch sprechen und zugleich die unübersehbare Brücke schlagen zu der ausgesetzten Heimat­losigkeit der heutigen Flüchtlinge.

Dieser Abend verspricht, ein in vielerlei Hinsicht hoch spannendes und expressives Erlebnis zu werden, das zu denken gibt.

 

Gefördert durch die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf
 

onomato – literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

kuratiert von Frauke Tomczak

Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker/innen erst in der Lesung ihrer Texte, dann im Gespräch. Die Reihe hat sich aber der nicht immer glücklichen Entgegensetzung „Bekannt trifft Unbekannt“ entledigt und ersetzt sie durch das Zentrum, das von Anfang an ihren besonderen „Kick“ ausgemacht hat: die spannungsreiche und oft fruchtbare gegenseitige poetische Begegnung. Dieser sachlichere Titel erlaubt überdies eine größere Offenheit und Freiheit in der Kombination: auch zwei Lyriker mittleren Bekanntheitsgrades können sich unter dem neuen Titel begegnen. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten/innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben.

 

Mara Genschel trifft Steffen Popp

Mittwoch, 13.12.2017  19:30 Uhr

Der Auftaktabend präsentiert gleich ein glänzendes Duo: Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, hat mit ihren experi­mentellen Textstrategien schon in ihrem ersten Lyrikbuch Tonbrand Schlaf, 2008, Aufsehen erregt. Ihre ungewöhnliche Lyrik wird zugleich stets von einer schwe­benden Musikalität begleitet.

Steffen Popp, Jahrgang 1978, ist kein Neuling in der poetischen Avantgarde. 2014 erhielt er den Peter Huchel Preis. Sein neuestes Gedichtbuch aus diesem Jahr 118 öffnet die erstaunlichsten Themen- und Bildbereiche unter der Ordnungs­zahl des Perioden­systems der chemischen Elemente.

Zu erwartet ist ein außergewöhnlicher Abend mit einer jungen, experimentier­freudigen und frischen Poesie.

Traum, aber mit dem All verwachsen.
Steffen Popp zur Sprache

Und Gott rief von hinten.
Und die Glocken schlugen ihren Segen und so.

Mara Genschel aus dem Gedicht „So“

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW und das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf

Werkgespräch mit Martin Rosswog

Freitag, 15.12.2017  20 Uhr

Martin Rosswog wurde 1950 in Bergisch Gladbach geboren. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf freie Kunst und machte seinen Meisterschüler bei Prof. Bernd Becher. Seitdem arbeitet er als freier Fotograf, Buchautor und Dokumentarfilmer. Er lebt zurückgezogen im Bergischen Land und bereist von dort aus die Grenzen Europas um einfache Menschen, ihre Innen- und Außenräume für die Nachwelt aufzuzeichnen. Am Kunstmarkt vorbei erschienen zahlreiche Publikationen und er stellte die Ergebnisse seiner beeindruckenden Recherchen im In- und Ausland aus. Inzwischen sind Konvolute seiner Werke in Sammlungen und Museen vertreten. Wir freuen uns sehr diesen Ausnahmekünstler zu Gast haben zu dürfen.

martin-rosswog.de

2014: Veranstaltungs-Archiv


Veranstaltungsreihe AMOR

Amor im Film

Lancelot- Ritter der Königin

Dienstag, 07.01.2014  20 Uhr

„Lancelot- Ritter der Königin“, F 1974, R: Robert Bresson, S: Luc Simon, Laura Duke Condominas
Kaum jemals wieder im 20. Jhd. sind die Koordinaten der hochmittelalterlichen Minne so präzise ins Bild gesetzt worden wie in diesen fokussierten und atemberaubenden Einstellungen von Robert Bresson.

Die Filme dieser Reihe werden kuratiert und vorgestellt von Frauke Tomczak

onomato – das fenster

Frank Rogge

10. – 19.01.2014

Frank Rogge präsentiert Arbeiten auf Holz und eine Serie von Zeichnungen.

 

Fr. 10.01.  19 Uhr: Eröffnung
Einführung: Markus Mußinghoff

Öffnungszeit: Samstags und Sonntags 13-17 Uhr
und nach Vereinbarung: kontakt@onomato-verein.de

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Jan Wagner trifft Jens Stittgen

Montag, 20.01.2014  20 Uhr

Jens Stittgen, geb. 1956, Meisterschüler von Gotthard Graubner, ist der hiesigen Kunstszene bisher vorrangig als Maler und origineller Vortragskünstler, besonders zur Gegenwartskunst bekannt. Als Maler entwirft er mit zarten wie kräftigen Pinseltupfern und -flächen durchlässige, oft auch fragile Figuren und Figurenkonstellationen. Dass er seit etwa 20 Jahren Lyrik schreibt, ist kaum bekannt. Der unbekannte Lyriker begegnet einem der renommiertesten jungen Poeten der Gegenwart.

Jan Wagner, geb. 1971, hat schon mit seiner Magisterarbeit über die jüngste Generation anglo-irischer Lyriker seine beiden Standbeine vorweggenommen: sein lyrisches Übersetzungspotential und seine essayistische Brodarbeit. Sein eigentliches drittes Bewegungsvehikel, das eigene lyrische Schreiben, erregte schon mit dem ersten Lyrikband „Probebohrung im Himmel“, 2001 lebhafte Aufmerksamkeit. Zusätzlich zu seinem vielfältigen Engagement als Herausgeber junger Lyrik, kann Jan Wagner auf eine üppige Liste von Förderungen und Preisen zurückblicken: vom Christine-Lavant-Publikumspreis, über den Mondseer- , den Ernst-Meister-, den Hölderlin-Preis bis zum Kranichsteiner Literaturpreis 2011.

Zwei reflexive Lyriker, Jens Stittgen aus der Gestaltungspraxis von Bild und Wort, Jan Wagner aus der Parallelität der Poesis von Übertragung, Essayistik und eigener Wortkunst, begegnen sich: eine vielversprechende, spannende Konstellation.

an dieser stelle erinnerst du dich
des schattens der dich beherbergt und zurücknimmt in frühere zeit
„BEST before?“ Jens Stittgen

all das tragen wir
in adams alte karte ein
„der westen“ Jan Wagner

Veranstaltungsreihe AMOR

Amor im Film

Die Macht der Gefühle

Dienstag, 21.01.2014  20 Uhr

BRD 1983, R: Alexander Kluge, S: Hannelore Hoger, Alexandra Kluge
Wem, wenn nicht Alexander Kluge, wäre es zuzutrauen, einen reflexiven Querschnitt über die Variationen der „Macht der Liebe“ im Spannungsbogen einer kühnen Montage einzufangen?

Der Wechsel zwischen expressiven Bildern, narrativen und reflexiven Sequenzen ergibt alles andere als ein dürres intellektuelles Skelett.

Die Filme dieser Reihe werden kuratiert und vorgestellt von Frauke Tomczak.

Veranstaltungsreihe AMOR

Amor im Film

Kirschblüten Hanami

Dienstag, 28.01.2014  20 Uhr

D 2008, R: Doris Dörrie, S: Elmar Wepper, Hannelore Elsner, Aya Irizuki
Welche Spielräume sind noch möglich, wenn die wahre Größe einer Liebe erst im nachhinein, also buchstäblich post mortem entdeckt wird? Doris Dörrie erzählt in bewegenden Bildern von einer überraschenden Verliebtheit im Alter, auf der Schwelle des Todes, die gerade auf der Basis dieser nicht mehr lebbaren ersten Liebe entsteht und ungeahnte vitale ebenso wie rebellische Energie freisetzt.

Auf der Berlinale 2008 erhielt Doris Dörrie nicht nur den Goldenen Bären, sondern nach der Premiere „standing ovations“.

Die Filme dieser Reihe werden kuratiert und vorgestellt von Frauke Tomczak

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Ulf Stolterfoht trifft Frauke Tomczak

Montag, 03.02.2014  20 Uhr

Frauke Tomczak ist der Düsseldorfer Öffentlichkeit vor allem durch ihre Filmreihen und Filmvorträge, auch im Filmmuseum und zu den KUNSTFILMTAGEN bekannt. 1989 hat sie in Göttingen promoviert, war an der hiesigen Kunstakademie, an der Internationalen Filmschule Köln und bis 2006 zehn Jahre an der Heinrich-Heine-Universität Dozentin. Neben Essays zur Literatur, Kunst und Ästhetik schreibt sie seit über dreißig Jahren Lyrik. Vereinzelte Lyrikveröffentlichungen in Fachzeitschriften, 2011 wurde sie aufgenommen ins digitale Portal des Poetenladen. Sie hat bisher keinen eigenen Gedichtband. Besonders die Rhythmik fällt an ihrer Lyrik unmittelbar ins Ohr.

Ulf Stolterfoht, geb. 1963 und sieben Jahre jünger als Frauke Tomczak, studierte Germanistik in Bochum und Tübingen. 1998 veröffentlichte er seinen ersten Lyrikband unter dem Titel „fachsprachen I-IX“ bei Urs Engeler. Es folgten drei weiter „fachsprachen“-Bände (bis XXXVI, 2009) und sechs einzelne Gedichtbücher, zuletzt „wider die wiesel“, 2013. Stolterfoht war mehrfach Gastprofessor am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig (2008-09, SS 2013). Er erhielt zahlreiche Preise, u.a. 2005 den Anna-Seghers- und 2008 den Peter-Huchel-Preis. 2009 teilte er sich zusammen mit der Duisburger Lyrikerin Barbara Köhler den Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung, den beide für ihre jeweiligen Gertrude-Stein Übersetzungen erhielten. Ulf Stolterfoht ist bekannt für seine sprachexperimentellen lyrischen Formen.

Die Lyrikreihe wird kuratiert von Frauke Tomczak.

fallen angespitzt, aufgespitzt
Wortfallen zugeklappt ab
   Frauke Tomczak aus „Tango geschuppt“

was von ‚gesanglos‘ übrig bleibt ? ein ernster vogel reißt es an
   Ulf Stolterfoht aus „fachsprachen IV (2)“

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf

Das ist doch Irre – Outsider-Art als Innensicht!

Mittwoch, 12.02.2014  20 Uhr

Die sog. Outsider-Kunst hat schon immer Kunstinteressierte und vor allem die Künstler selbst auf eine besondere Weise angesprochen und berührt.

„Hier finden wir die Kunst, wie sie am reinsten und wildesten daherstürmt!“ schrieb Jean Dubuffet, ein glühender Anhänger und Sammler dieser Künstler, oft mit psychiatrischem Hintergrund. Exponate, Bücher, Texte und Video-Ausschnitte zum Thema laden an diesem Abend zur Entdeckung, Annäherung und zum Austausch über diese „ganz besondere“ Kunst ein.

Katharina Mayer und Werner Schüßler freuen sich darauf, die Neugier und die Faszination für diese außergewöhnliche Kunstwelt zu wecken.

Bei Interesse besteht auch die Möglichkeit, im laufe des Jahres an einer Gruppenreise zu bekannten Museen dieser Kunst in Deutschland und der Schweiz teilzunehmen.

Joachim Rüsenberg: Hörlesung

Donnerstag, 20.02.2014  20 Uhr

Klangbeispiele und Texte zur Akustischen Projektion.

Akustische Räume / Staunen. Tonaufnahme. / Polyphonie. Schichten. Kompostieren. / / Teilnahme und Aufenthalte / Geräusch, Stille und Krach. / Dröhnungen …

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Yoko Tawada trifft Johanna Hansen

Montag, 24.02.2014  20 Uhr

Johanna Hansen, geb. 1955 hat nach ihrem Studium der Germanistik und Philosophie zunächst als Sprachlehrerin und Journalistin gearbeitet. Seit 1991 tritt sie als Malerin und Schriftstellerin in Erscheinung. Diese spezifische, expressive Kombination von Bild und Wort kennzeichnet auch ihre Ende 2013 erschienene erste Lyrikveröffentlichung „dasselbe Blau“ und ihre ungewöhnliche Form: eine gebündelte Loseblattsammlung, auch zum Aufhängen an der Wand. Seit Ende letzten Jahres ist sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift „Wortschau“.

Die fünf Jahre jüngere Yoko Tawada, geb. 1960 in Tokio, ist längst keine Unbekannte mehr in der deutschen Literaturszene. Sie schloss ihr Studium der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft in Hamburg mit einer Promotion bei der inzwischen nach Zürich berufenen Sigrid Weigel ab. Ihrer ersten Veröffentlichung Ende der 80iger Jahre im Konkursbuchverlag folgten im atemberaubenden Tempo Prosabücher (u.a. „Überseezungen“, 2001), Theaterstücke, Traumaufzeichnungen, Essays, Poetikvorlesungen und immer wieder Lyrikbände. Yoko Tawada ist die einzige zweisprachige Lyrikerin in dieser Reihe und hat ebenfalls zahlreiche Bücher in ihrer japanischen Muttersprache veröffentlicht. Aus der vermeintlichen Fremdheit der deutschen Sprache schlägt sie den meist humorvollen poetischen Funken ihrer Lyrik: sie setzt Worte und Dinge in Bewegung.

Wenn Yoko Tawadas mit Witz geführte poetische Bewegung auf die Bewegung zwischen Wort und Bild bei Johanna Hansen trifft, darf an diesem vorerst letzten Abend dieser Reihe durchaus ein sinnenfrohes, glitzerndes Feuerwerk der Sprache erwartet werden.

Die Lyrikreihe wird kuratiert von Frauke Tomczak.

er hemt
wenn ich bluse
weiche in den händen der wäscherin am hafen?
aus Konjugation von Yoko Tawada

ein Horizont auf dem Tellerrand
aus Blau ist ein Lockvogel von Johanna Hansen

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf

Abschlusspräsentation des onomato Stipendiums

Freitag, 28.02.2014  19 Uhr

In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein zehn Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der vier Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir vom 28. Februar bis 09. März in den Räumen des onomato künstlervereins. Mit Arbeiten von:

Julia Zinnbauer
Josef Schulz
Frauke Ratzke
Liane Moersch
Annebarbe Kau
Friedrich Ludmann
Ted Green
Heike Fink
Fenja Braster

Öffnungszeiten: Mo.-Fr.: 17-19 Uhr, Sa. + So. 15-18 Uhr und nach Vereinbarung.

onomato – das fenster

Internationaler Frauentag

Der Internationale Frauentag, der jährlich am 8. März begangen wird, erinnert uns immer wieder daran, dass es trotz gesetzlich verbriefter Gleichberechtigung von Frauen und Männern und zahlreicher Erfolge auf dem Weg zu einer gelebten Gleichstellung auch bei uns in Deutschland noch eine Menge zu tun gibt.

Inken Boje: Ich und Du

11. – 18.03.2014

In dieser Ausstellung zeigt Inken Boje Fotoarbeiten ihren drei Arbeitszyklen Mehrfachbelichtungen, Soma Physis und In guter Gesellschaft. Die Fotoserie „In guter Gesellschaft“ befasst sich künstlerisch mit Gender und seinen Zuordnungen. Inken Boje erlaubt sich, durch die Einverleibung von weiblichen und männlichen Positionen der Kunstgeschichte selbst repräsentationskritisch zu äußern, direkt und konfrontativ.

Ausstellungsdauer 11. – 18.03.2014
Persönliche Führung unter 0178 9046878

Zur Ausstellungseröffnung erzählt Dr. Florence Hervé vom bewegten Leben der peruanisch-französischen Schriftstellerin Flora Tristan:

 

Flora Tristan Feministin Sozialistin Internationalistin
Ein Leben gegen die Unterdrückung

Vortrag von Florence Hervé

Dienstag, 11.03.2014  19 Uhr

„Wahrscheinlich konnte sie nicht kochen. Ein sozialistischer und anarchistischer Blaustrumpf“, urteilte ihr Enkel, der Maler Paul Gauguin.

„Vielleicht hat kein Frauenschicksal am geistigen Firmament eine so lange und leuchtende Spur hinterlassen wie Flora Tristan.“ – André Breton

„Ein Lebensweg reich an Farbigkeit wie kaum ein anderer“ – Mario Vargas Llosa

Dr. Florence Hervé, Herausgeberin von „Flora Tristan oder: Der Traum vom feministischen Sozialismus“

Tafel anlässlich Zarah Leanders 107. Geburtstag

Samstag, 15.03.2014  19 Uhr Eintritt: 1 Flasche Wein o.ä.

Anmeldung erforderlich, maximal 15 Gäste. Reservierung per Email an: kontakt@onomato-verein.de

Vögeln ist schön – Die Sexrevolte von 1968 und was von ihr bleibt

Montag, 17.03.2014  20 Uhr

Buchvorstellung und Diskussion mit der Autorin Ulrike Heider.

1968 begehrte die junge Generation gegen das Establishment auf, propagierte Freie Liebe und wollte Ehe und Familie abschaffen. Was ist von diesen Forderungen und Vorstellungen geblieben? Hat die 68iger Revolution wirklich weitreichende Veränderungen und ein Umdenken in Sachen Sexualität bewirkt? Oder war sie Brutstätte für Kindesmissbrauch, Inzest und Pädophilie? Wie verhält es sich mit dem Sexualkonservatismus, der heutzutage wieder auf dem Vormarsch ist?

In ihrer am 10. März bei Rotbuch erscheinenden Studie „Vögeln ist schön“ arbeitet Ulrike Heider diese hochaktuellen Fragen historisch auf. Sie blickt auf die Sexualdebatten der letzten 50 Jahre zurück. Von der späten Adenauer Ära und der Studentenrevolte über die Frauen- und Schwulenbewegung bis zu den gegenwärtigen Debatten über Pornographie, Sadomasochismus oder der Pädophilie-Debatte bei den Grünen geht sie der Frage nach, wie sich Sexualität zur historischen und politischen Entwicklung verhält. Sie vergleicht die Ideale von damals mit heutigen Normen, Tabus und Moralvorstellungen, benennt Auswirkungen, Erfolge und Versagen der Sexrevolte.

Ulrike Heider, geboren 1947, Promotion 1978, Dozentin an den Universitäten in Frankfurt/Main und Kassel von 1976 – 1982, Autorin von sieben Büchern zum Verhältnis von Widerständigkeit, Sexualität und Gesellschaftlichkeit, zuletzt „Keine Ruhe nach dem Sturm“, einer autobiografischen Szenografie der Frankfurter 68iger Zeit, liest aus ihrem neuen Buch, moderiert von dem Adorno-Schüler und Sportsoziologen Dieter Bott, geb. 1943.

Kuratiert von Frauke Tomczak.

onomato – das fenster

Suzana Dan: Waiting for the perfect moment and a few other events

Ausstellung von 21. – 29.03.2014

Eine Ausstellung im Rahmen des deutsch-rumänischen Künstleraustausches. Suzana Dan ist Stipendiatin der Landeshauptstadt Düsseldorf. wine

Do. 20.03.  19 Uhr: Eröffnung
Einführung: Oliver Gather, Kurator

Öffnungszeiten:
Fr/Sa /So 15 – 18 Uhr
und nach Vereinbarung: 0176-2200 4726

 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veran­staltung in Zusam­men­ar­beit mit dem Kul­tur­amt Düs­sel­dorf und dem Centrul Cultural „Palatele Brancovenesti“

Werkgespräch: Ulrich Wellmann und Jens Stittgen

Montag, 31.03.2014  20 Uhr

Auf Einladung von Mechthild Hagemann sprechen die beiden Maler Ulrich Wellmann, geb. 1952, Köln, und Jens Stittgen, geb 1956, Düsseldorf, über ihre Arbeit.

Ulrich Wellmann beginnt das Malen mit einer zentralen Farbe, deren Ton und Dichte zarte Nuancen bilden bis sie größere Farbwechsel ermöglichen. Die Öl- oder Wasserfarbe wird mit dem Pinsel in dynamischen Rundungen ausgeführt, was die Malerei von der Form des geradlinigen Trägers (Leinwand, Plexiglas und Papier) ablöst. Farberscheinung und Bild entstehen im malenden Handeln. (www.ulrichwellmann.de)

Jens Stittgen malt auf Papieren meist großen Formats in Mischtechnik, d.h. mit Acrylfarben, Aquarell, Gouache, sowie Pastell, Kreiden und Buntstift. Er arbeitet von zeichnerischen Eintragungen bis hin zu großen expressiven Gesten, erzeugt so gewissermaßen farbige Schichtungen, Farb- und Linien-Verdichtungen, Figurengebilde, Anmutungen von Szenen ohne narrative Vereindeutlichung. (www.jens-stittgen.de)

Werkgespräch: Annebarbe Kau

Mittwoch, 02.04.2014  20 Uhr

Klänge sind wie Zeichnungen im Raum.

Ich möchte den Versuch wagen über das Abbildende und das Bildende in meiner Kunst zu sprechen.

In unterschiedlichster Gestalt, mal mit, mal ohne den Einsatz medialer Technik, umkreisen die Arbeiten Annebarbe Kaus das Thema der Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit einer direkten Vermittlung sinnlicher Erfahrung durch Kunst. Dazu zerlegt sie die ästhetischen Mittel auf ihre Grundelemente. Sie experimentiert mit Videobildern und Klängen ebenso wie mit Malerei auf Papier, Holz oder Leinwand und erkundet die Unterschiede zwischen Ölstift, Aquarell, Tusche, Buntstift oder Acryl ebenso wie zwischen einzelnen Tönen oder Kameraeinstellungen. Was passiert, wenn ein Ton, eine Einstellung, eine Farbe sich nur um ein Weniges verändert? In dieser Subtilität findet sie zu einem erstaunlichen Reichtum an Sinnlichkeit und Expressivität gerade oder trotz des Bekenntnisses zur Einfachheit. Darin steckt auch ein medienkritischer und nicht zuletzt politischer Ansatz. Wenn mit so wenig so viel gesagt werden kann, welchen Mehrwert kann ein Mehr an Material, Technik, Konzept, Aufwand tatsächlich bieten?
Sabine E. Müller in Kunstforum 2013

onomato – das fenster

quoch

04. – 13.04.2014

Fotografien von Thomas Rüsenberg.

Geboren 1956 in Essen
Volksschule, Gymnasium, Ausbildung zum Schaufenstergestalter
1979 bis 1982 Fotoassistent im Studio Heiner Schmitz, Düsseldorf
1982 bis 2004 Freiberuflicher Fotograf mit Studio in Düsseldorf
Teilnahme an diversen Gruppenausstellungen

Fr. 04.01.  19 Uhr: Eröffnung
Einführung: Katharina Mayer

Öffnungszeit: Samstags und Sonntags 13-17 Uhr
und nach Vereinbarung: kontakt@onomato-verein.de

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Werkgespräch: Hannelore Köhler

Dienstag, 15.04.2014  19 Uhr

Im Werk Hannelore Köhlers nimmt das Menschenbild den größten Raum ein, oder besser, der hauptsächliche Gegenstand auf den Gemälden der Künstlerin ist der Mensch. Er ist ihr Thema ganz einfach darum, weil ihre dauernde, lebhafte Aufmerksamkeit eben auf den Menschen gerichtet ist. Es handelt sich dabei immer um bestimmte Menschen, die ihr nahestehen, die ihr häufig begegnen, die sie beschäftigen, deren äußere und innere Eigenheiten sie darum so lange beobachtet, bis sie ihre Gestalten – vom Zufälligen befreit, auf das Kennzeichnende, Bleibende, Typische beschränkt – in ihren Bildern niederschreiben kann.

onomato – das fenster

Peter Schwickerath

Stahlskulpturen

25.04. – 04.05.2014

„Das Verhältnis von Masse und Raum, Volumen und Raum sowie die Wirkungen von Flächenrichtungen im Raum, sind das – Thema – meiner Arbeiten. Die Fläche als Begrenzung des Körpers, die Linie als Kante beim Zusammentreffen von Körperflächen sowie die Farbe und Struktur des Materials sind die – Mittel -.“

Fr. 35.04  19 Uhr: Eröffnung
Einführung: Kay Heymer
Videodokumentation: Entstehung einer Schmiedeskulptur von Enis Vardar

Öffnungszeit: Di., Mi., Do. 15-19 Uhr
und nach Vereinbarung: Tel: 0211-432960 und kontakt@onomato-verein.de

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

ANOTHER PLACE / ANOTHER SPACE / TOGETHER
Off- und Projekträume in Düsseldorf

24.05 – 11.06 2014

Eröffnung am Freitag, 23.05.2014  19 Uhr
Ort: Leeschenhof (ehemals Toom-Baumarkt), Oberbilker Allee 51

Zahlreiche Off-Räume und Künstler-Initiativen laden zu einer gemeinsamen Ausstellung im Rahmen der Quadrienale 2014 ein.

Der onomato künstlerverein präsentiert die Performance-Künstlerin Angelika Fojtuch und die Bildhauerin Gesine Grundmann.

Die Kölner Bildhauerin Gesine Grundmann installiert eigene Arbeiten zusammen mit Arbeiten von Mechthild Hagemann und Jens Stittgen.

Am Sonntag um 20 Uhr stellen wir die Performance-Künstlerin Angelika Fojtuch vor. Sie führt die Performance „o.T.“ auf und zeigt einen Auszug ihrer Arbeiten.
www.angelikafojtuch.net

Karl Heinz Rummeny und Alex Wissel kuratieren und organisieren das Ausstellungsprojekt, das auch vom Kulturamt der Stadt Düsseldorf gefördert wird.

DIE GROTTE

und andere neue Stücke

Akustische Projektionen von Joachim Rüsenberg.

Freitag, 06.06.2014  20 Uhr

Werkgespräch mit Heike Fink

Mittwoch, 11.06.2014  20 Uhr

Heike Fink berichtet über die Arbeit an ihrem neuen Film „Eisheimat“, der die Geschichte von 238 Frauen erzählt, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine Annonce des isländischen Bauernverbands auf die ihnen unbekannte Insel im Nordatlantik auswandern. Sechs von diesen Frauen (Aníta, Ursúla, Harriet, Anna, Uschi und Ilse) berichten im Rahmen dieser Dokumentation von ihren Schicksalsschlägen, ihren Erlebnissen und Entscheidungen und ziehen mit über 80 Jahren eine Lebens-Bilanz.

Heike Fink wurde 1968 in Marbach am Neckar geboren und ist auf der schwäbischen Scholle aufgewachsen zwischen Weinbergen und Kochtöpfen. Eltern: Köche und Wengerter. Absolvierte ein Redaktionsvolontariat bei einer Fachzeitschrift für Gastronomie. Studierte in Wuppertal Literaturwissenschaft und Soziologie. Arbeitet seit 2000 als Drehbuchautorin und Dozentin für Dramaturgie und seit 2012 als Dokumentarfilmerin.
www.eisheimat.de

onomato – das fenster

Dino Endres – Organische Skulpturen

13. – 22.06.2014

Die abstrakten Skulpturen aus jahrhundertealtem Holz entstehen in reiner Handarbeit. In einem langwierigen Prozess wird der wahre Kern des wild gewachsenen Materials, vorwiegend Harthölzer aus dem Mittelmeerraum, zutage gebracht. Es entstehen skurrile Formen, die der Phantasie keine Grenzen setzen und scheinbar einer anderen Welt entspringen. Die Faszination an der Vielfalt der Natur und die Liebe zum Material inspirieren den Bildhauer Dino Endres zu seinen organischen Objekten, die alle Sinne ansprechen sollen. Anfassen erwünscht!

Geboren 1972 in Offenburg/Schwarzwald

Fr. 13.06.  19 Uhr: Eröffnung
Einführung: Thomas Schramm

Öffnungszeit: Di., Mi., Do. 15-19 Uhr
und nach Vereinbarung: Tel: 0170 3221290

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Oskar Kokoschka

Dienstag, 02.07.2014  20 Uhr

Vortrag von Jens Stittgen

Oskar Kokoschka (1886-1980) ist ein österreichischer Maler, Graphiker und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne, dessen Frühwerk vor allem eine stark psychologische Grundierung aufweist. In diesem Zusammenhang ist die Liebesbeziehung zu Alma Mahler wichtig, die ihn zu einer Reihe bedeutender Werke veranlasst, insgesamt für den Künstler allerdings enttäuschend verläuft und ihn zuletzt dazu führt, eine lebensgroße Ersatzpuppe herstellen zu lassen.

Der Vortrag wird sich auf Kokoschkas Menschenbild und die Darstellung der Geschlechterbeziehung konzentrieren.

Ehre Körper Krieg

Eine vierteilige Filmreihe zum Ersten Weltkrieg kuratiert und in Einführungen kommentiert von Dr. Frauke Tomczak

Die Schrecken des Ersten Weltkrieges wurden in Topoi gefasst: „Welt in Flammen“, „Welt in Brand“, „Urkatastrophe“. Der Topos „Urkatastrophe“ gibt deshalb besonders zu denken, weil er sich gleich doppelt am falschen Ort bedient: von der Natur nimmt er die Katastrophe und grenzt sie ineins aus der Menschheitsgeschichte aus, indem er sie in unvordenkliche Zeiten verlegt.

Diese zweifache Naturalisierung muss Gründe haben. Ein Grund liegt wohl in dem Ausmaß, der Dimension an Menschen, Material und Zerstörung. Mit insgesamt 70 Millionen mobilisierten Soldaten und circa 10 bis 11 Millionen Kriegstoten offenbarte er eine bis dato in der menschlichen Geschichte beispiellose Instrumentalisierung und Vernichtung des Menschen durch den Menschen. Der Erste Weltkrieg war zwar noch ein „Körperkrieg“, er trug aber zugleich bereits Züge der industrielle Produktion und damit einer anonymisierten Tötungsmaschinerie.

Die Filmreihe „Ehre – Körper – Krieg“ legt den Fokus auf die Frage: Wie war es möglich, dass Nationalismus und Patriotismus, zugespitzt gesagt: abstrakte „Ideale“ wie Ehre und Vaterland mit einer derartigen Macht ausgestattet waren, dass sie massenhaft und fraglos über den einzigen sicheren Besitz des Menschen, seine eigene Existenz gestellt wurden.

An vier aufeinanderfolgenden Themenabenden werden jeweils am Montag die folgenden Filme gezeigt:
 

Im Westen nichts Neues

USA, R: Lewis Milestone, S: Lew Ayre, Louis Wolheim

Montag 28.07.2014  20 Uhr

Diese erste Verfilmung des Bestsellers von Erich Maria Remarque erzählt in expressiven Bildern von der Physiognomie des Ersten Weltkrieges durch die Perspektive des einfachen Soldaten Paul Bäumer: vom anonymisierten Töten an der Front, dem Sterben der ersten Kameraden, dem grenzwertigen von Hunger, Panik, Ungeziefer und Ratten geprägten Leben im Schützengraben, vom Besuch der fremd gewordenen sogenannten „Heimatfront“ und von der Rückkehr ins Kriegsgeschehen, das außer der Identitätsstiftung in der Kameradschaft nichts anderes bereit hält als den Tod.
 

Wege des Ruhms

USA 1957, R: Stanley Kubrick, S: Kirk Douglas, Ralph Meeker

Montag 04.08.2014  20 Uhr

In welch perfider Weise die Kriegsjustiz die Befehlsverweigerung gegen das sinnlose Sterben einer ganzen Kompanie ahndet, zeigt dieser frühe Film von Stanley Kubrick: die vielfache Lebensrettung der Soldaten beantwortet sie mit dem Tod ausgesuchter Einzelner. Kubrick rekurriert hier auf die tatsächliche Praxis der französischen Heeresleitung, exemplarische Strafexekutionen durchzuführen als drohende Antwort auf die „Kampfstreiks“ ganzer französischer Regimenter im verlustreichen Jahr 1916.
 

Woyzeck

BRD 1979, R: Werner Herzog, S: Klaus Kinski, Eva Mattes

Montag, 11.08.2014  20 Uhr

Aus editorischen Gründen wurde das Fragment gebliebene letzte Drama von Georg Büchner erst 1879 veröffentlicht und fand seine Uraufführung ebenfalls sehr spät erst 1913 in München. Zwischen den Kriegen erlebte es eine erstaunliche Aufführungswelle. Offenbar hatte die geschlagene Existenz des Stallburschen Woyzeck, die Instrumentalisierung seines Körpers durch die Experimente des Militärarztes, die öffentliche Demütigung seitens des Hauptmanns und des Arztes und schlussendlich seine persönliche erschütternde Kränkung durch das Liebesabenteuer seiner Freundin Marie mit dem Tambourmajor einen starken Wiedererkennungseffekt für die Nachkriegsgesellschaft. Besonders bezogen auf die Frage nach der Genealogie der mehrschichtigen Relation „Körper Ehre“, hier in Verschränkung mit Prozessen der Deklassierung und Instrumentalisierung, ist diese Verfilmung des Dramas durch Werner Herzog, die als einzige kein direkter Beitrag zum Ersten Weltkrieg ist, von eigenem Interesse.
 

Die Große Illusion

F 1937, R: Jean Renoir, S: Jean Gabin, Pierre Fresnay, Erich von Strohheim

Montag, 18.08.2014  20 Uhr

Unter dem Titel „La Grande Illusion“ antwortet Jean Renoir in unverblümter Realistik auf den in Frankreich so genannten „Grande Guerre“ mit einer Filmerzählung dreier Franzosen, die in deutsche Kriegsgefangenschaft geraten. Im Zentrum steht neben der Thematisierung ethnischer Unterschiede und einer fragilen Liebe gegen Schluss der so hilflose wie illusionäre Versuch des deutschen Offiziers, den Ehrenkodex wiederzubeleben.

kunstpunkte 2014

onomato Kunstsalon

In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf schreibt der onomato künstlerverein seit 2009 jährlich zehn dreimonatige Arbeitsstipendien für die Bereiche Video-/Klangkunst und Animation aus.

Wir präsentieren einen Querschnitt der Video- und Audio-Arbeiten, Animationen und Installationen, die im Rahmen der Stipendien in den letzten fünf Jahren entstandenen sind.

Freitagabend der Off-Räume, 22.08.2014 ab 19 Uhr: Präsentation der Stipendien-Filmrolle, audiovisuelle Installationen, Getränke, Snacks, Gespräche.

Sa. 14 – 20 Uhr und So. 12 – 18 Uhr: offener OFFraum, Ausstellung der Arbeiten und Gelegenheit zum Gespräch mit Stipendiaten und Dozenten.

Mit Arbeiten von: André Yuen und Eberhard Kranemann, Anne Wissmann Annebarbe Kau, Axel Grube, Enis Vardar, Fenja Braster, Frauke Berg, Friedrich Ludmann, Gul Ramani, Herbert Wilms, Hyojin Jeong und Matthias Hickstein, Igor Kirin, Jan Rohwedder, Jens Stittgen, Julia Zinnbauer, Kao Okada, Katharina Mayer, Linda Kühhirt, Marie Liane Moersch, Mechthild Hagemann, Nadine Arbeiter, Natascha Borowsky, Norbert Kraus, Noreen Maria Akhtar, Stefanie Pürschler, Susanne Troesser, Ted Green, Wilfred Neuse

PS: Für das diesjährige Stipendium mit Start im November kann man sich noch bis Freitag, 12.09.2014 bewerben.

onomato – das fenster

Dana Tal Segev & Ehud Segev

Sing Hallelujah – new approach

04. – 07.09.2014

Dana Tal Segev und Ehud Segev leben und arbeiten im Rahmen des deutsch-israelischen Künstleraustausches im Gastatelier des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf an der Sittarder Strasse.

Die beiden jungen Film- und Multimediakünstler zeigen experimentelle und dokumentarische Kurzfilme, sowie neue Arbeiten auf Papier und Materialcollagen, die im Düsseldorfer Studio entstanden sind. Ihre Filme sind kritische Statements zu heutigen Situationen und traditionellen Anlässen in Israel.

Dana Tal Segev ist Dozent und Doktorand für Kunst interdisziplinäre Studien an der Universität Tel- Aviv. Ihre experimentellen Werke wurden weltweit vor- und ausgestellt. Zahlreiche Preise und Stipendien z.B. der America-Israel Culture Foundation haben zur Verbreitung ihrer Kunst beigetragen. Ehud Segev, Video- und Multimedia-Künstler aus Ein Hod, zeigt hier eine sehr persönliche Dokumentation über den höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur mit dem Titel „Kapparot- Sababa- Cèst tout“. Dieser Film wurde über einen Zeitraum von mehreren Jahren aufgenommen und anschließend zusammengeschnitten.

Do. 04.09.  19 Uhr: Eröffnung
Einführung: Wilfred H.G. Neuse, Kurator
Film: „Kapparot-Sababa-C ´est tout“ um 20.00 Uhr

Weitere Öffnungszeiten: 05.09. bis 07.09. von 15-18 Uhr
und nach Vereinbarung unter: 0211 5862971 oder danatalsegev@gmail.com
 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Kiki Smith

Dienstag, 09.09.2014  20 Uhr

Vortrag von Jens Stittgen

Die 1954 in Nürnberg geborene, in New York lebende amerikanische Künstlerin Kiki Smith erlernte zunächst den Beruf der Rettungssanitäterin, um mehr Einsicht in die Zusammenhänge des menschlichen Körpers zu gewinnen. In ihrer Kunst thematisiert sie die Anatomie des Körpers, Fragen von Leben und Tod und später zunehmend das Thema Natur ausgeweitet bis zu mythologisch anmutenden Motiven. Zu Beginn mit Zeichnungen und Siebdrucken auf textilem Material arbeitend, formt sie Skulpturen in Wachs, in Bronze oder inszeniert collagenhafte Installationen wie zuletzt in Haus Esters in Krefeld. In ihrem Werk entfaltet sie zum Teil mit krasser Deutlichkeit, zum Teil poetisch märchenhaft einen eigenen figürlich-erzählerischen Kosmos, in dem sich moderne Ausnüchterung und kindliche Fantasie treffen.

Agricola de Cologne

Donnerstag, 25.09.2014  20 Uhr

Werkgespräch

Am 1.1.2000 ins Leben gerufen, ist Agricola de Cologne die Künstlermarke des gleichnamigen Medienkünstlers aus Köln, der im Herbst 2014 nach 15 Jahren auf eine ungewöhnliche Karriere als virtueller Künstler und Kurator zurückblicken kann. Er ist Zeuge und Wegbegleiter von neuen Formen und Technologien in de zeitgenössischen Kunst, und in vielfältiger Weise Pionier in deren Entwicklung und Anwendung.

Als virtueller Künstler blieb er jedoch, von den wenigen physischern Manifestationen während eines laufenden Jahres einmal abgesehen, sichbtar nur durch seine Präsenz im Internet und durch eine globale Kommunikation. Als virtueller Kurator tätig für das virtuelle „artvideoKOELN international“ ist er für eine Vielzahl Plattformen für Kunst mit bewegten Bildern verantwortlich. Sein gesamtes Werk manifestiert sich im Internet in englischer Sprache und durch den Austausch von virtuellem und physischen Raum.

www.agricola-de-cologne.de
zero.agricola-de-cologne.de

ODRADEK revisited

Montag, 13.10.2014  20:00 Uhr

In Kafkas Geschichte „Die Sorge des Hausvaters“, geschrieben im Winter 1916/17 in der Prager Alchimistengasse, beherrscht eine seltsame Gestalt namens „Odradek“ die Szene: „Man wäre versucht zu glauben, dieses Gebilde hätte früher irgendeine zweckmäßige Form gehabt und jetzt sei es nur zerbrochen. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein; wenigstens findet sich kein Anzeichen dafür; nirgends sind Ansätze oder Bruchstellen zu sehen, die auf etwas Derartiges hinweisen würden; das Ganze erscheint zwar sinnlos, aber in seiner Art abgeschlossen.“ (Franz Kafka)

Dieses eigenwillige „Halb-Ding“ hat seit seinem Erscheinen im Jahr 1920 immer wieder Anlass zu Spekulationen und Denkspielen gegeben. Erneut soll nun versucht werden, es zur Sprache und zum Klingen zu  bringen. „Seine Erscheinung behauptet Resistenz gegen die vom Verstand ausgeübte Zensur. Denn sie ist mit einer vorbewussten Region des Seelenlebens verbunden, die dagegen protestiert, dass die unwillkürlichen Hervorbringungen der Phantasie von ihr – der Zensur – für nichtig erklärt werden. Sie sind es nicht. Wir werden der Frage, worin ihr Anspruch auf Beachtung, worin ihre Wahrheit besteht, nicht aus dem Wege gehen.“ (L. Wilkens)

• Vortrag: Dr. Lorenz Wilkens, Berlin
• Akustische Projektion „Odradek geht aus“ von Joachim Rüsenberg
• Ein-Bildungen: Elisabeth Luchesi

ab dem 6.10. finden Sie weitere Informationen unter: https://onomato-verein.de/themen und
www.elisabeth-luchesi-atelier.de/odradek.html

Unerhörtes zu Halloween

Freitag, 31.10.2014  20:00 Uhr    Eintritt 3 Euro, Mitglieder frei

Werkgespräch mit André O. Möller

Der Komponist und Klangkünstler André O. Möller, 1962 in Duisburg geboren und seit 29 Jahren Düsseldorfer erforscht autodidaktisch die Materialität und Wirkung von Klang anhand von Konzertstücken und Klanginstallationen und Präsentationsformen in deren Zwischenbereich.

Die Musik ist stets mikrotonal, meist in Reiner Stimmung. Die oftmals sehr persönliche Arbeit mit den Musikern fördert Arbeitsprozesse und Resultate von hoher Authentizität.

Ebenso wichtig ist ihm die Auseinandersetzung mit der Physik der Instrumente und des Klangraumes, sowie die Öffnung des Raumes für den Zuhörer in einer angemessenen Form. Sie hinterfragt oftmals das normierte durch-hierarchisierte klassische Konzerterlebnis und stellt den Rezipienten einen Erfahrungsraum zur Verfügung.

Im onomato wird Möller selbst das Kehlkopf-Gesangsstück just seconds von 2002 aufführen. (Dauer: 33min)

Anschließend wird er gerne Fragen zu seiner Arbeit beantworten.

onomato – das fenster

Jun Kim

Ruhezustand

08. – 17.11.2014

Jun Kim wurde 1988 in Japan geboren, lebt und arbeitet in Köln und Berlin als Konzeptkünstler und Fotograf. Aufwendige Szenarien, Situationen wie in einem Film, verrückt komponierte Bilder, bei denen man sich fragt wie so etwas möglich ist, haben ihn schon immer fasziniert. In seinen eigenen Bildern werden deshalb die Gesetze der Schwerkraft genauso aufgelöst wie festgelegte Proportionen und Anordnungen. Er gestaltet seine Fotografien nach seinen inneren Bildern und Gedanken. Damit lässt er den Betrachter Teil haben an seiner Gedankenwelt. Jun Kim wird seit 2012 durch Weithorn Galerie, Duisburg vertreten.

Fr. 07.11.  19 Uhr: Eröffnung
Begrüßung: Katharina Mayer, Vorstand onomato künstlerverein
Einleitung: Henrietta Weithorn, Galeristin

Weitere Öffnungszeiten: Di-Fr 14-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr
und nach Vereinbarung unter: 0172 2978969 oder info@weithorn-galerie.de
 

Logo: Galerie WeithornEine Veranstaltung in Kooperation mit der Galerie Weithorn

Veranstaltungsreihe LÖSCHEN

Matthias Koch – Werkgespräch

Dienstag, 07.01.2014  20 Uhr

Seit gut 15 Jahren bin ich mit einem ausrangierten Feuerwehrwagen unterwegs, um meine Bildern von „Orten-der-Geschichte“ zu machen. – Nun hat eine Brandstiftung diesen Wagen schwer beschädigt (er konnte zwar noch „gelöscht“ werden), aber ich stehe einerseits vor der wirtschaftlichen Entscheidung, ob sich eine Reparatur überhaupt noch lohnt; – andererseits versuche ich auch, dieses Ereignis als Chance zu begreifen. Nicht „Warum musste das passieren?“ ist meine Frage, sondern „Wozu wird das am Ende doch gut gewesen sein?“ Wieweit bin ich bereit, etwas loszulassen und was habe ich mir eigentlich immer schon als Schritt-nach-vorne gewünscht?

Artists talk

Mittwoch, 19.11.2014  19 Uhr

Nurith Eppstein: Moderne Kunst und Zeitgeist in Israel

Michael Ratner: Das Haifabeistpiel – Entwurf und Lokalpolitik

Die Künstlerin Nurith Eppstein aus En Hod und der Architekt Michael Ratner leben und arbeiten im Rahmen des deutsch-israelischen Künstler–austausches im Gastatelier des Kulturamtes der Landes­hauptstadt Düsseldorf.

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Kipferl und Wündertüte, Schoppen und Shopping

Donnerstag, 27.11.2014  19-24 Uhr

Während Flingern den roten Teppich zum Abend-Shoppen ausrollt, bleibt auch der onomato künstlerverein bis in die Nacht geöffnet und freut sich auf Ihren Besuch. Bei Glühwein, Punsch und Vanillekipferln pflegen wir Nachbarschaft und bieten Kunst zum kaufen an. Mit von der Partie ist unser Partner, die Galerie Weithorn, die ihre bewährten Wundertüten mit Werken ihrer internationalen Künstler offeriert.
 

Logo: Galerie WeithornEine Veranstaltung in Kooperation mit der Galerie Weithorn

onomato – das fenster

ein- 2- samkeit

05. – 12.12.2014

marcpierre wurde 1966 in düsseldorf geboren, wo er heute noch lebt und als freiberuflicher photograph und künstler tätig ist. die ausstellung „ein- 2- samkeit“ ist ein absurder abriss in 12 bildern und 12 texten, dargestellt wird der ablauf einer beziehung.

aufgenommen wurden die s/w photographien in einer morbiden und bizarren szenerie eines verlassenen und verfallenen dorfes. www.marcpierre.de

Fr. 05.12.  19 Uhr: eröffnung
begrüssung: norbert kraus
weitere öffnungszeiten: dienstag bis freitag 15-18 uhr
und nach vereinbarung unter 0178-9710112
oder per email
 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Manan Torosyan: Endless Dissolution

Dienstag, 16.12.2014  19-24 Uhr

Während ihres fast zweimonatigen Aufenthaltes im Rahmen des Internationalen Austausches 2014 des Frauenkulturbüros NRW hat Manan Torosyan intensiv die Stadt Düsseldorf sowie viele andere Städte NRWs bereist und kennengelernt. Nun lädt die aus Armenien stammende Künstlerin dazu ein, sie und ihre Arbeiten im onomato Kunstverein kennenzulernen.

In ihrem Gastatelier in der Golzheimer Siedlung sind seit dem 3. November zwei sehr unterschiedliche Arbeiten entstanden.

Hinter dem Titel „Endless Dissolutions“ versteckt sich ein vielschichtiges Zusammenspiel verschiedener Elemente und Medien. Neben einer Annäherung an kosmische Prozesse, die sich unendlich multiplizieren, erscheint die Welt der Mode in einem elektrisierten Netz aus scheinbarer Schönheit. Außerdem: Bewegt von der „The Big Bang Theory“ – so der Titel ihrer ersten Einzelausstellung – wird einiges in Gang gesetzt.

Die Künstlerbetreuung und Kuration der Ausstellung übernahmen Gesine Kikol (Künstlerin) und Natalie Doerner (Kulturmanagerin/Freie Mitarbeiterin im Frauenkulturbüro NRW e.V.)
 

Eine Veranstaltung von Manan Torosyan in Zusammenarbeit mit dem Frauenkulturbüro NRW e.V. und dem onomato künstlerverein

Die Haut der Figur I

Der onomato künstlerverein widmet sich in einer neuen Veranstaltungsreihe der Figur und der Figuration als Prozess.

Anhand von Vorträgen, Künstler-Werkgesprächen und Screenings möchten wir dem Begriff der Figur in der Kunst nachgehen.

Die Haut der Figur, dieser scheinbar paradoxe Titel bezieht sich auf Georges Didi-Hubermans Konzept von Unähnlichkeit und Figuration. Dort wird der Figurbegriff dialektisch dynamisch verstanden und bildprogrammatisch erweitert:

Einerseits bedeutet Figur gemeinhin eine abgeschlossene Bildgestalt, figurativ ein Ähnlichkeitsverhältnis zur Wirklichkeit. Andererseits kann gezeigt werden, dass Figur auch das Gegenteil bedeuten kann, etwa Unabgeschlossenheit und Unähnlichkeit. Figuration wird so zu einem wechselseitigen Prozess der Verschiebung von Abbildbarem zu Nichtabbildbarem bis hin zur Darstellung und Identität; so i s t die Figur Zeit, der Ort, der Garten. Vor einer Bildfigur zu stehen, bedeutet so, den Betrachter einzuweihen in die Virtualität der Welt durch die Figur.

Dieser erweiterte Figurbegriff kann ein Erklärungs- und Verständnisschlüssel für Bildphänomene der vergangenen wie gegenwärtigen Kunst sein, vor allem auch für die audio-visuelle Medienkunst.

Die Veranstaltungsreihe wird kuratiert von Norbert Kraus.

Die Haut der Figur I

Bilder, Räume, Phantasien – Gedanken zur Kunst des Gartens

Mittwoch, 17.12.2014  20 Uhr

Vortrag von Dr. Frank Maier-Solgk

Die Gartenkunst wurde in ihrer Geschichte einerseits als übergeordnete Kunstgattung aufgefasst, die Skulptur, Architektur und Malerei in sich vereint; andererseits handelt es sich um eine flüchtige, dem Wandel der Zeit unterworfene Kunstform. Viele ästhetische Fragestellungen ranken sich um die Kunst des Gartens, der als phantastischer Ort schlechthin zu begreifen ist.

Dr. Frank Maier-Solgk ist freier Journalist und Autor zahlreicher Buchpublikationen und Fachbeiträge zu den Themen Architektur/Städtebau, Gartenkunst, Kunst- und Kulturgeschichte.

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Lyrikreihe im onomato

Die Lyrikreihe BEKANNT TRIFFT UNBEKANNT wird von Dezember 2014 bis März 2015 fortgesetzt. Ihre beiden Charakteristika – die Kombination einer im deutschsprachigen Raum bekannten Lyrikerin, eines bekannten Lyrikers mit einer weniger bekannten, Lyrik schreibenden Persönlichkeit in Düsseldorf und das sich anschließende Gespräch – haben sich als spannende Form erwiesen. Wir freuen uns, Ihnen an dem ersten Abend dieser Reihe die frisch erschienene EDITION des ersten Teils von BEKANNT TRIFFT UNBEKANNT präsentieren zu können.

Die Veranstaltungsreihe wird kuratiert von Frauke Tomczak.

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düsseldorf

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Kurt Drawert trifft Ferdinand Scholz

Donnerstag, 18.12.2014  20 Uhr

Zum Auftakt des zweiten Teils der Reihe trifft Kurt Drawert, der 1956 in der ehemaligen DDR geboren wurde und seit 1996 als freier Schriftsteller in Darmstadt lebt, auf den Düsseldorfer Lyriker und Prosaautor Ferdinand Scholz, Jahrgang 1952.

Ferdinand Scholz ist durch seine beiden Lyrikbände Wichtige Gedichte, 1997 und Oktavenmännchen Sissimo, onomato Verlag, 2006 hervorgetreten, hat aber auch das Hörspiel Es ist immer Heimat. Unausweichlich geschrieben, für das er 1991 den WDR-Hörspielpreis erhielt. Momentan arbeitet er an Transskriptionen von Klopstocks Friedensfeier. Im Brotberuf ist er als Lehrer tätig, von 2000 bis 2010 unterrichtete er „Literarisches Schreiben“ an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Kurt Drawert hat sich besonders durch seine frühen Lyrikbände Privateigentum, 1989, Wo es war, 1996 und Frühjahrskollektion, 2002, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden, einen Namen gemacht. Sie sind eingegangen in das Gedichtbuch Idylle, rückwärts. Gedichte aus drei Jahrzehnten, München 2011. Von seinen über 20 Publikationen fand sein Roman Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte, 2008, besondere Beachtung.
Drawert wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. Leonce und Lena Preis (1989), Ingeborg-Bachmann-Preis (1993), in diesem Jahr mit dem Robert-Gernhardt-Preis und erhielt Stipendien in Rom, Krakau, New York und ebenfalls in diesem Jahr in Istanbul. 1997 gründete er die Darmstädter Textwerkstatt.

Indessen die Verfischleinung des Menschengeschlechtes
Wie wenn nichts wär immer noch gewaltig
Im Fortschreiten begriffen ist
Ferdinand Scholz aus „Große Flussbeschimpfung“

Die Vögel, im Dickicht der Bäume,
durchgedreht.
Kurt Drawert aus „Vögel“

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düsseldorf

2015: Veranstaltungs-Archiv


Die Haut der Figur I

Grenzen der Figur

Mittwoch, 14.01.2015  20 Uhr

Werkgespräch mit Nadine Arbeiter und Natascha Borowsky

Nadine Arbeiter beschäftigt sich in ihrer Malerei und Grafik, ihren Objekten und Videos mit Fragen nach Identität und Identitätskonstruktionen, mit Stereotypen und Rollenbildern.

Natascha Borowsky entwickelt in ihrer Fotografie mit großer Klarheit und spielerischem Ernst serielle Werkgruppen. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer Arbeit ist das Sammeln und Anlegen von Sammlungen. Die aus vielfältigen Materialien inszenierten Fundstücke entfalten in ihren Bildern eine malerisch-plastische Präsenz, die weit über ein bloßes Abbild hinausweist.

Die Haut der Figur I

Von der Figur zur gedachten Form – Überlegungen zum Werk Erwin Heerichs

Mittwoch, 21.01.2015  20 Uhr

Vortrag von Martin Heerich

Dipl.-Ing. Martin Heerich ist Architekt, studierter Musiker und Literaturwissenschaftler und leitet das Erwin-Heerich-Archiv der Stiftung Insel Hombroich.

 

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Norbert Hummelt trifft Ille Chamier

Montag, 02.02.2015  20 Uhr

Es gibt eine Art der Lyrik, die auf den Füßen der Alltagssprache daherkommt. Erst das, was sie wie kombiniert, lässt aufhorchen, stocken und stolpern. Diese Art der Sprachbewegung verbindet die Gedichte von Norbert Hummelt und Ille Chamier: ein ähnlicher und doch ungleicher Tanz.

Ille Chamier, geboren 1937 am linken Niederrhein, hat tatsächlich zuerst „Tanz“ an der Folkwangschule in Es sen zusammen mit Pina Bausch studiert. Nach ihrem Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie in München, kehrte sie nach Düsseldorf zurück, studierte einige Semester an der Kunstakademie, gebar 5 Kinder, nahm den Kontakt zu Pina Bausch wieder auf und war einige Jahre ihre Dramaturgin. Zwischen den beiden Lyrikbänden „Tagtexte“, 1980 und „Gezinktes Licht“, 2006, liegt zusätzlich das gesammelte staunenswerte Material an „gestauchter“ Bewegung, das sie in Grafiken, Zeichnungen und Malerei umsetzte.

Norbert Hummelt, geboren 1962 in Neuss, hat in Köln Germanistik und Anglistik studiert. Nach seinem ersten Gedichtband „knackige codes“, 1993, hat er sich natürlich nicht mit dem NRW Förderpreis 1995 und ein Jahr später mit dem Rolf Dieter Brinkmann Preis zufrieden geben können. Denn ein Dichter kann nicht anders als weiterzugehen und weiterzudichten. Mit „singtrieb“, 1997 bei Urs Engeler und ab 2001 mit „zeichen im schnee“ bei Luchterhand und u.a. „totentanz“, 2007 sind mit „pans stunde“, 2011 – neben allseits beachteten Übersetzungen der dänischen Avantgardedichterin Inger Christensen (1999) und von T.S. Elliot (zuerst 2006) – seine sieben Gedichtbandstationen veröffentlicht worden. Das „Fellowship der Raketenstation Hombroich“ 2005, Ort des Schaffens seines Freundes Thomas Kling und der „Niederrheinische Literaturpreis“ 2007, kamen aus seiner alten Heimat.

sie hat die Hände
in der Luft und lässt Möwen fliegen
das hat sie so an sich

Ille Chamier „Pina“

(…) und eine stunde lang war eine
stunde da wo weder du noch ich vorher gewesen war.

Norbert Hummelt „pans stunde“

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düsseldorf

Reihe Löschen

eine Veranstaltungsreihe des onomato Künstlervereins

Die Veranstaltungsreihe Löschen zeigt literarische, philosophische und künstlerische Entwürfe, die sich mit Begriffen der Lücke, der Leerstelle oder des Verschwindens annähernd beschreiben ließen.

Die Reihe möchte in der politischen Kultur bislang kaum probierte Formen präsentieren: Versuche, die Bewegungsformen von Akkumulation, Systematisierung, Verwertung, Macht– und Wissensbildung durch Daten in den Hintergrund treten lassen, zugunsten einer Strategie des Löschens, Wegnehmens, Entziehens, Verbergens.

kuratiert von Axel Grube, Hanna Koch, Christoph Korn und Katharina Mayer.

 

Reihe Löschen

Christoph Korn/Lasse-Marc Riek: series invisible
im Gespräch mit Georg Imdahl

Samstag, 14.02.2015  20 Uhr


Seit knapp 10 Jahren arbeiten die beiden Audiokünstler Lasse-Marc Riek und Christoph Korn an ihrem Projekt “series invisible”.

Für “series invisible” werden spezifische Orte und ihr Klang mit einem Audio Rekorder aufgezeichnet. Zu einem späteren Zeitpunkt werden diese O-Ton Aufnahmen wieder gelöscht. Dieser Vorgang wird notiert und in Form von »Schrift« festgehalten. Das Ergebnis sind sogn. Löschnotate, die die beiden Künstler sammeln und in Form kleinformatiger Bücher veröffentlichen.

Im Begleittext der aktuell erschienenen „series invisible“-Ausgabe schreibt der Kunstkritiker Georg Imdahl:“ Die Protokolle des Aufzeichnens und Löschens der „Series Invisible“ bezeugen in wenigen Daten – Location, Record, Delete, Duration –, dass etwas gewesen ist…..Konkret erinnern die Notate an Orte, Personen, Ereignisse, nicht minder an die Selbstausleerung der Welt, an ausgelöschtes Leben, die Vergessenheit, die, partiell und paradigmatisch, ihrer selbst entrissen wird, an den Vorgang des Aufzeichnens und Löschens, an die Erinnerung selbst.”

“series invisible” Sammlung II ist soeben bei dem Label “Gruenrekorder” und dem Onomato Verlag “Radix Kunstbuch” erschienen.

In Form eines musikalisch-performativen Vortrags werden Lasse-Marc Riek und Christoph Korn die Veröffentlichung vorstellen. Im Anschluss daran findet zusammen mit Georg Imdahl ein Werkgespräch statt.

Lasse-Marc Riek, Audiokünstler
Christoph Korn, Audiokünstler
Georg Imdahl, Kunstkritiker, Professor für Kunst und Öffentlichkeit an der Kunstakademie Münster

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Barbara Köhler trifft Niklas Stiller

Montag, 02.03.2015  20 Uhr    Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Barbara Köhler und Niklas Stiller haben etwas gemeinsam: sie erweitern den lyrischen Text durch innovative sinnliche Formen seiner Präsentation im Raum. Aus dem Buch in den Stadtraum bringt Niklas Stiller Gedichte, auch eigene in expressiver typografischer Gestaltung. Seine legendäre Aktion „Litfassliteratur“, begonnen 1976, existiert bis heute. Barbara Köhler stellt in Textinstallationen ihre verdichteten Texte so in den Raum – auf Fensterscheiben, in Kunsträume, in die Natur – dass der Text die Situation, die er schafft und die Sprache zugleich erkundet.
Beide lesen an diesem Abend aus ihren Lyrikbänden.

Niklas Stiller, Jahrgang 1947, ist am bayrischen Ammersee geboren, lebt seit 1968 in Düsseldorf, ist promovierter Mediziner und hat sich über die literarische Arbeit hinaus in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen publizistisch engagiert: Essays, Literatur, eine Titelgeschichte (1987) im „Spiegel“, Fernsehportraits über Ilya Prigogine (1978) und Klaus Traube (1979), Initiator und Leiter des Omikron Verlages, Autor mehrerer medizinischer Fachbücher. Er hatte mit „Litfassliteratur“ zahlreiche Ausstellungen, u.a. in Zusammenarbeit mit dem Arp Museum Rolandseck (2003) und zuletzt im Heinrich Heine Institut (2009). Am Beginn seiner publizistischen Arbeit steht allerdings die Lyrik. Seine ersten Bücher „Pampelmusen“, 1975, „um siebzehn Uhr dreißig“,1976 sind vor allem Lyrikbände, sein Gedichtbuch „Kommt ein Wolf“, 1997 hat Aufsehen erregt. Sie sind zusammen mit neuen Gedichten in Teilen eingegangen in seine jüngste Publikation „Salzkörner“, 2012. Ende der 70iger Jahre mehrfach gefördert und ausgezeichnet, erhielt Stiller 1998 den Preis des Lyrikwettbewerbs Düsseldorf.

Barbara Köhler ist 1959 in Burgstädt/Sachsen geboren, studierte von 1985-88 am Institut für Literatur in Leipzig und lebt seit 1994 freischaffend in Duisburg, ab 1996 auch als Multimediakünstlerin. Ihren beiden Gedichtbänden „Deutsches Roulette“, 1991 und „Blue Box“, 1995 folgten Übersetzungen von Gertrude Stein und Samuel Beckett, 2004/5. 2007 erschien vielbeachtet „Niemands Frau“, Gesänge nach Motiven der Odyssee und 2013 ihre jüngste Lyrikveröffentlichung „36 Ansichten des Berges Gorwetsch“. Sie erhielt Poetikdozenturen an der Universität Duisburg/Essen, 2012 die Thomas-Kling-Poetikdozentur und war 2013 Artist in Residence an der Cornell University, Ithaca NY. Ihr Werk wurde ausgezeichnet u.a. mit dem Joachim Ringelnatz Preis, dem Poesiepreis der Jürgen Ponto Stiftung und zusammen mit Ulf Stolterfoht mit dem Erlanger Literaturpreis für Poesie als Übersetzung (2009).

(…)MNEMESIS
schritt für schritt zurück auf anfang zero null
der schwerkraft der müdigkeit nach die einfache
kopfbewegung JA (…)

Barbara Köhler aus „MIT ANDEREN WORTEN: WAS ODYSSEUS ERZÄHLT“


Leg ein Messer
in einen hohlen Baum!

Niklas Stiller aus „Kommt ein Wolf“

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düsseldorf

Abschlusspräsentation des onomato Stipendiums

Freitag, 27.02.2015  19 Uhr

In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstlerverein zehn Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der vier Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir vom 27. Februar bis 08. März in den Räumen des onomato künstlervereins. Mit Arbeiten von:

Andrea Dietrich
Bernadett Wiethoff
Claudia Robles-Angel
Igor Shin Moromisato
Jörg Steinmann
Kai Müller
Klara Kayser
Petra Warrass
Rimma Arslanov

Öffnungszeiten: Mo.-Fr.: 17-19 Uhr, Sa. + So. 15-18 Uhr und nach Vereinbarung.

Reihe Löschen

Oradour-sur-Glane – Von der Erde gelöscht, aus dem Gedächtnis gelöscht?

Mittwoch, 11.03.2015  20 Uhr

Durch das Feuer gelöscht!
1944. Ein Dorf im Zentralmassiv Frankreichs und alle seine Bewohner/innen – bis auf eine Handvoll Überlebende – werden durch die SS-Division Das Reich von der Erde gelöscht.

Aus dem Gedächtnis gelöscht?
Das grauenhafte Massaker wird in Deutschland jahrzehntelang negiert, Stimmen werden zum Schweigen gebracht, die Mörder geschützt, den Opfern brachte die deutsche Justiz keine Gerechtigkeit. Oradour sollte ein zweites Mal gelöscht werden.

Es bleiben Ruinen, verrostete, verkohlte Gegenstände, ZweitzeitzeugeInnen, Musik, Bilder und Gedichte, und die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden.

Florence Hervé, Herausgeberin des Buchs „Oradour – Geschichte eines Massakers/Histoire d’un massacre (zweisprachig, Fotografien: Martin Graf, Köln 2014) erzählt von dem Geschehen und dem Gedenken, und dem Versuch beides zu löschen. Mit Bildern und Musik.

Jüdische Kulturtage 2015:
angekommen – jüdisches (er)leben

Wir beteiligen uns mit einer Ausstellung und Rahmenprogramm an den Jüdischen Kulturtagen 2015. Unser Kooperationspartner ist die Galerie Lausberg, in der auch die Ausstellung stattfindet.

Die Jüdischen Kulturtage im Rheinland 2015 sind ein gemeinsames Projekt der 15 Kommunen, des 1 Kreises, des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein in Kooperation mit der Synagogen-Gemeinde Köln, des Landschaftsverbandes Rheinland und des NRW KULTURsekretariats Wuppertal.

Mehr als 360 Veranstaltungen wie Konzerte, Lesungen, Vorträge, Filme, oder Ausstellungen laden ein zum vielfältigen Kennenlernen jüdischer Kunst und Kultur.

Nähere Informationen und das gesamte Programm der Jüdischen Kulturtage 2015 finden Sie auf der Webeite:juedische-kulturtage-nrw.de

Künstlerische Positionen aus Israel

08. – 29.03.2015
Ort: Galerie Bernd A. Lausberg, Hohenzollernstr. 30, 40211 Düsseldorf, Tel. 0211 8368491

Bild: Avraham EilatAus den Kunstsparten Fotografie, Film und Bildhauerei werden sechs Kulturschaffende aus Israel und den USA im Rahmen einer Ausstellung in der Galerie Lausberg eingeladen.

In ihren Arbeiten geben sie persönliche Statements zur Identität ab, die auch als ein Spiegelbild der gegenwärtigen politischen und kulturellen Situation in Israel interpretiert werden können.

Die Ausstellung belegt die langjährigen und produktiven Künstlerkontakte zwischen Düsseldorf, Haifa und Ein Hod.

So. 08.03.  17 Uhr: Eröffnung

Begrüßung: Bernd A. Lausberg
Es sprechen: Katharina Mayer und Regina Plaßwilm (Kuratorinnen)

David Johnson (Geige) und Thomas Palm (Klavier) werden den
Eröffnungsabend in der Galerie musikalisch begleiten.

Ein Werkstatt-Gespräch mit Filmen der anwesenden Kulturschaffenden und eine Lesung von Ingrid Bachér mit Texten von Else Lasker-Schüler ergänzen das Ausstellungsprojekt.

Die Künstlerinnen und Künstler werden zur Vernissage am 8. März 2015 anwesend sein:

  • Eran Barak, Ein Hod (Film)
  • Avraham Eilat, Ein Hod/Tel Aviv (Video art)
  • Micha Kirshner, Haifa (Fotografie)
  • Lea Golda Holterman, Haifa/Berlin (Fotografie)
  • Zammy Migdal, Israel/USA (Bildhauer- Kooperationspartner Galerie Lausberg) – Präsentation Installationen
  • Dafna Shalom, Tel Aviv (Fotografie, Video)

Öffnungszeiten: Di.–Fr. 13–18 Uhr und nach Vereinbarung.

Di, 24.03.  19 Uhr: Finissage

Mit Highlight: Avraham Eilat zeigt höchstpersönlich seine Multimedia-Show Psychophysical time

 

 

Werkgespräch mit Filmen im onomato künstlerverein

Montag, 09.03.2015  20 Uhr    Eintritt: 4 € / 2 €    Mitglieder frei

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung „Künstlerische Positionen aus Israel“ bietet einen Filmabend im onomato künstlerverein. Vorgestellt werden Kunstfilme von Eran Barak, der in Ein Hod/Israel, Nähe Haifa lebt und arbeitet sowie von Dafna Shalom, Tel Aviv.

Moderation: Katharina Mayer und Regina Plaßwilm (Kuratorinnen)

„Wahr ist doch immer, was ich denke“
Ingrid Bachér erinnert an Else Lasker-Schüler

Dienstag, 10.03.2015  19 Uhr
Ort: Galerie Bernd A. Lausberg, Hohenzollernstr. 30, 40211 Düsseldorf, Tel. 0211 8368491

Ingrid BachérDas Ausstellungsprojekt „Künstlerische Positionen aus Israel“ wird ergänzt durch eine Lesung von Ingrid Bachér, die Texte von Else Lasker-Schüler vorträgt. Die deutsch-jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler wurde in Wuppertal-Elberfeld 1869 geboren, emigrierte 1933 zunächst in die Schweiz und später nach Palästina, wo sie 1945 starb. Ingrid Bachér ist Schriftstellerin und hat sich intensiv mit dem Werk von Else Lasker-Schüler beschäftigt. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Italien.

Logo: Galerie LausbergEine Veranstaltungs-Reihe in Zu­sammen­arbeit mit der Galerie Bernd A. Lausberg

onomato – das fenster

Jung A Kim:
feathers of absence

13. – 22.03.2015

“I am living in the silence of room”

 

In this familiar room, I stare into a world of images.

These strange pictures might be condensed moments that i missed before.

The truth in time is unreal.

In photography I would love “to be” the world through the eyes and heart,

and by this I am starting to become a human being.“

The essential line in my work deals with nature and myself as being reflected.

By nature and also myself as being art of nature.

Through the embedding in nature and by relying and depending on time and memories,

I think life itself in a poetic way has been changing.

These pictures of mine are showing a story (my story) and they are showing what is essential and living

between the nature and the human kind (people). They are short pieces of life.

Additionally it is of course talking about the deep inner life of a person in a kind of a daily record.

www.jungakim.com

Fr. 13.03.  19 Uhr: Eröffnung
Einführung: Norbert Kraus

Öffnungszeit: Di., Mi., Do. 15 – 19 Uhr
und nach Vereinbarung: kontakt@onomato-verein.de

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Nora Gomringer trifft Pamela Granderath

Montag, 16.03.2015  20 Uhr    Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Zwei Lyrikerinnen, die ihre Lyrik als Sprechtexte regelrecht in Szene setzen, zwei Lyrikerinnen, die ihre Herkunft aus der Poetry Slam Bewegung nicht verleugnen, sondern geradezu ausstellen: Gedichte als Performance! Dieser vierte Abend in der Reihe BEKANNT TRIFFT UNBEKANNT verspricht besonders spannend und unterhaltsam zu werden!

Pamela Granderath wird vielen Düsseldorfern eben aufgrund ihrer jahrelangen Poetry-Slam-Moderationen im Zakk ein Begriff sein. Dort betreut sie außerdem zahlreiche Einzellesungen und ist zusätzlich viel an Schulen und in Workshops für Kinder und Jugendliche unterwegs. Sie ist 1968 in Duisburg geboren, lebt seit 1971 in Düsseldorf und veröffentlicht seit 1995 ihre Lyrik in Zeitschriften, Sammelbänden und Anthologien. Sie war acht Jahre lang Mentorin in der Sparte Literatur bei dem Jugend-Kunstprojekt „Düsseldorf-ist-artig“ und gründete den „Literaturautomaten“ – umfunktionierte Zigarettenautomaten mit Lyrikbändchen gefüllt.

Nora Gomringer, geboren 1980, ist Schweizerin und Deutsche, hat vielfache Lesungen, auch im Ausland, schreibt neben Lyrik essayistische Texte fürs Radio und für Feuilletons. Sie nennt ihre Gedichte Sprechtexte und kombiniert ihre Bücher nicht nur mit CDs, sondern seit Neuestem auch mit filmischen Szenen. Seit 2000 hat sie insgesamt sechs Lyrikbände und Essay-Sammlungen vorgelegt. „Mein Gedicht fragt nicht lange“, 2011 bündelt die vier vorausgegangenen und ist wie ihr jüngster Band „Monster Poems“, 2013 und ihre Essay-Sammlungen bei Voland&Quist erschienen. Sie erhielt 2011 den Jacob Grimm Preis, 2012 den Joachim Ringelnatz Preis. Seit 2010 leitet sie das Internationale Künstlerhaus „VILLA CONCORDIA“ in Bamberg.


Ich bin Kassandra
die ständig spricht
doch keiner hört.

Nora Gomringer aus „Ursprungsalphabet“

Lyrikerinnen benutzen nur Buchstaben um
zu gefallen

Pamela Granderath aus „Das bin ich“

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düsseldorf

Der autistisch arbeitende Künstler

Gesamtkunstwerke – Junggesellenmaschinen – Werkeln abseits des Markts

Mittwoch, 22.04.2015  20 Uhr

Vortrag von Wolfgang Cziesla

An mehreren Beispielen aus Kunst, Literatur, Fotografie und Musik – und auch am eigenen – werden Überlegungen zu einem autistisch oder eskapistisch arbeitenden Künstlertyp entwickelt.

Dieser erlebt seine Kreativität als kontinuierlichen, oftmals auch als einen sich verselbständigenden Prozess, der erst mit seinem Tod enden wird. Daraus ergibt sich sein Wunsch, niemals fertig zu werden, was wiederum einen nicht am Produkt orientierten Charakter seines Schaffens bedingt. Das Fehlen fertiger Einzelwerke bringt Nicht-Vermarktbarkeit, der Mangel an Veröffentlichungen Defizite in der öffentlichen Anerkennung mit sich. Sein Tun ist daher weniger durch Mitmenschen motiviert, vielmehr unterliegt es einem inneren Zwang. Wirtschaftliche und soziale Entbehrungen nimmt er in Kauf und fühlt sich dennoch nicht frei und unabhängig.

Sein sterbliches Fleisch möchte er in dauerhaftere Existenzformen überführen – in Stein, Holz, Bilder, Partituren oder Schrift. Archivaren, Kuratoren, Museumsdirektoren, Verlegern gibt er die Macht, über eine Verlängerung seines irdischen Daseins (in verwandelter Form) zu entscheiden.

Bezugsfiguren für den hier beschriebenen Künstlertyp wären etwa Ferdinand Cheval, Armand Schulthess, Franz Gsellmann, Kurt Schwitters, Adolf Wölfli, Peter Fritz, Vivian Maier, Harry Partch u. v. a. m.

Dr. phil. Wolfgang Cziesla: Universitätsdozent in Essen, Bochum, Köln, Pisa.
Zehn Jahre für den DAAD und das Goethe-Institut in Santiago de Chile und Fortaleza / Brasilien.
Romane: Visitatio (1986), Die Austauschstudentin (2004), Kaffeetrinken in Cabutima (2005).
Seit 1977 arbeitet Cziesla kontinuierlich am Projekt „Firwitz“, das unterschiedliche Ansätze autobiographischen Schreibens umfasst.
Der Autor leitete jahrelang eine Literaturwerkstatt und schreibt regelmäßig Buch- und Musikkritiken für den Blog revierpassagen.de.
wolfgang-cziesla.de und firwitz.de

onomato – das fenster

Adrenalin und Seele
Fotografien von Britta Strohschen

24.04. – 03.05.2015
Eröffnung am 29.04.2015

Von Haus aus Biologin beschäftigt sich Britta Strohschen inzwischen ausschließlich mit der Fotografie, in der es ihr um Mensch und Tier geht. Sie setzt auf die authentische Wirkung des Mediums Fotografie, auch wenn ihre Bilder keine journalistische Geschichte erzählen oder Abläufe dokumentieren. Diese distanzierte Form der Betrachtung wird aufgegeben. Ihre Projektarbeiten sind der Versuch einer Annäherung, der Versuch zu verstehen, ein Prozess des sich Einlassens, des sich Begegnens, des gegenseitigen Vertrauens, ein sehr komplexes, ein spannendes Geschehen. Die Fotografin ist nicht neutral. Sie versucht, die erfahrene Wahrnehmung, die tiefere Realität… fotografisch zum Ausdruck zu bringen. Es ist eine Einladung an den Betrachter, sich auf das Thema / den fotografischen Impuls einzulassen und seine eigene Positionierung hierzu zu finden.

In Zusammenarbeit mit Katharina Mayer wird die in Rösrath (Bergisches Land) lebende Fotografin vom 24.- 29. April eine Werkstatt im onomato künstlerverein einrichten. Sie wird ihre Arbeiten dort ausdrucken und die Fotografien an den Wänden als Themenstämme konzipieren. Besucher sind herzlich willkommen, Anregungen werden gerne diskutiert.

www.britta-strohschen.de

Mi. 29.04.  19 Uhr: Eröffnung der Ausstellung mit Werkgespräch
Einführung: Katharina Mayer

Öffnungstage der Werkstatt: 24.-30.04.  15-19 Uhr, Sa. und So. 14-17 Uhr
und nach Vereinbarung: fotografie@britta-strohschen.de

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

Vom Plan zur Praxis
Was bedeutet das neue Kulturfördergesetz NRW für die bildende Kunst?

Mittwoch, 03.06.  18:00 Uhr

Podiumsdiskussion

Illustration

Nordrhein-Westfalen ist das erste Bundesland, das eine allgemeine gesetzliche Regelung für die Kulturförderung trifft. Die Landesverfassung verpflichtet das Land zur Förderung von Kunst und Kultur. Das Kulturfördergesetz (KFG) bedeutet eine kulturpolitische Standortbestimmung, in der die wesentlichen Ziele, Schwerpunkte und Grundsätze der Kulturförderung in Nordrhein-Westfalen definiert werden. Vom 28. Mai – 24. Juni 2015 finden Münster, Dortmund, Detmold, Düsseldorf und Köln regionale Beteiligungs­konferenzen zu dem Thema „Das neue Kulturfördergesetz – Perspektiven und Chancen
seiner Umsetzung“ statt.

 

In moderierten Podiumsgesprächen möchte der Veranstalter zusammen mit Künstlerinnen
und Künstlern auf einige wichtige Themen wie z.B. Kunst und Bau oder die individuelle Künstlerförderung aufmerk­sam machen, die Auswirkungen der nordrhein-westfälischen Politik auf die Rahmenbedingungen unserer künstlerischen Arbeit darstellen und darüber diskutieren, wie die Inter­es­sen der Bildenden Kunst in die Kon­ferenzen getragen werden können.

 

Es diskutieren:
• Andrea Knobloch
• Alex Wissel
• Ubbo Kügler

Moderation: Friederike van Duiven, Künstlerin, Kuratorin und Vorsitzende des BBK Landesverbandes NRW

Veranstalter: Kulturwerk des Bundesverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler Landesverband NRW e.V.

Logo: MfKJKSDie Podiums­diskus­sions­reihe wird geför­dert vom Minis­terium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Lan­des Nord­rhein-West­falen

onomato – das fenster

Der Andere in mir
Adolf Bierbrauers Hypnosebilder

11. – 22.06.2015

Vortrag von Martin Leyer-Pritzkow am: 19.6.2015, 19 Uhr

Ausstellung mit Werken des Düsseldorfer Künstlers Adolf Bierbrauer anlässlich seines 100. Geburtstags (Düsseldorf 1915 – 2012, Ratingen).

Adolf Bierbrauer war Bildender Künstler, Musiker und Arzt. Er war Zeitgenosse und Nachbar von Joseph Beuys in Düsseldorf-Oberkassel. Er hatte sich lange Zeit seines Lebens der Öffentlichkeit entzogen. Erst als es gelang, seine Monografie und seine Arbeiten im NRW-Forum im Jahr 2000 zu präsentieren, war er bereit, sich über seine Kunst mitzuteilen.

Es werden ausschließlich eine Auswahl seiner frühen Hypnosebilder aus den Jahren 1949 – 1953 gezeigt.

Adolf Bierbrauer fertigte diese Arbeiten nach den Erzählungen seiner Patienten, die sie ihm unter Hypnose mitteilten. Bierbrauer als Künstler und Psychotherapeut trainiert, entwickelte auf diese Weise ganz neue Bildwelten, die den Patienten und damit auch Rezipienten zum Teil des Kunstwerks machten.

Seine öffentliche Stellungnahme gegen Elektroschockbehandlungen und Insulinschocks führten 1953 / 1954 zu seiner Entlassung durch die Universität.

Do. 11.06.  18 Uhr: Eröffnung

Einführung: Norbert Kraus

Öffnungszeit: Di.-Fr.: 16-20 Uhr, Sa.-So.: 12-18 Uhr

und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

Vortrag von Martin Leyer-Pritzkow: 19.6.2015, 19 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung der Alux-Luxar GmbH & Co. KG

Logo: Kulturamt DüsseldorfGefördert durch das Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

„Vielstimmig ist das neue Lied“
Vorstellung der Lyrikedition in Kombination mit einer Lyriklesung

Freitag, 12.06.2015  20 Uhr

Das vielstimmige lyrische Konzert der Edition „Bekannt trifft Unbekannt“ – nach wie vor eine Novität in der gegenwärtigen Literaturlandschaft – wird kombiniert mit einer Lyriklesung, zu der LyrikerInnen dieser Edition live auch neue Gedichte vorstellen. Es lesen Andreas Altmann (Berlin), Johanna Hansen, Sina Klein, Jens Stittgen, Frauke Tomczak (alle vier Düsseldorf), Moderation: Frauke Tomczak.

Die erfolgreiche Lyrikreihe „Bekannt trifft Unbekannt“, die zum ersten Mal von Dezember 2013 bis März 2014 im Onomato stattfand, kann nun in aller Ruhe nachgehört und gelesen werden. Anfang diesen Jahres erschien die Lyrikedition gleichen Titels im onomato verlag axel grube: 4 CDs mit originalen Tonmitschnitten und einem Lyrikbuch: ein neues Lied in acht Stimmen!

Freuen Sie sich auf ein sinnlich reflexives Vergnügen bei dieser Lyriklesung der besonderen Art: eigensinnig und doch vielstimmig!  

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düsseldorf

Werkgespräch mit Karin Hochstatter

Mittwoch, 24.06.2015  20 Uhr

Karin Hochstatter im Gespräch mit Jens Stittgen

Karin Hochstatters Arbeiten sind vorübergehende Ereignisse im Raum, die nie in genau der gleichen Weise wiederholt werden können. Skizzenhaft oszillieren sie zwischen Form und ihrer Auflösung, Ordnung und Chaos, zwischen einer erkennbaren Absicht und scheinbarem Zufall. Skulptur, Installation, Video und Fotografie formieren sich in temporären Konstellationen.

“Eine ambivalente Beziehung zur Zeit wird spürbar: einerseits immer neue Formen der Vergeblichkeit, etwas wirklich Dauerndes zu schaffen, andererseits der unentwegte Blick auf das Allerflüchtigste, fast Abstrakte, was noch am ehesten sich selber zu bleiben verspricht.” (Jens Stittgen zu den Arbeiten Karin Hochstatters)

Werkgespräch mit Katja Gärtner

Freitag, 26.06.2015  20 Uhr

Lasierende Farben im Hintergrund und pastose Aufträge im Vordergrund erzeugen eine Raumwirkung – Techniken die sich an einer klassischen Malerei orientieren.

Nicht um ihrer selbst Willen werden unterschiedliche Wirkungsweisen des Materials untersucht, sondern um Grenzen der Malerei auszuloten und aufzuweisen.

Rahmen und Ornamente inszenieren die Farbe in ihrer Eigenwirkung und fokussieren einzelne Bildausschnitte. Wie eine zweite Folie legen sie sich über das Bild.

Die Gesprächsleitung übernimmt Beate Maisch, Kunsthistorikerin und Pressereferentin für die art Karlsruhe.

www.katjagaertner.de

onomato – das fenster

Stereoskopie

Gabriele Horndasch

17.07. – 26.07.2015
Eröffnung am 17.07.2015

Ein mit Stoff umwickeltes Objekt hinter den spiegelnden Scheiben der Birkenstraße entpuppt sich für diejenigen, die bereit sind, genauer hinzusehen, als 2-Kanal-Videoinstallation, gebaut für das Onomato.

Ein Video für jedes Auge. Die Erfahrung zeigt, dass die Synchronität des 3D nur bei ausgewählten Personen erreicht wird.

www.gabriele-horndasch.de

 

Fr. 17.07.  19 Uhr: Eröffnung

Einführung: Enis Vardar

Öffnungszeiten: Sa. und So. 14-17 Uhr

und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

stipendium nachlese

Heike Fink: Eisheimat

Donnerstag, 30.07.2015  20 Uhr

Im vergangenen Jahr berichtete Heike Fink im onomato über die Arbeit an ihrem Film „Eisheimat“, der Film war jedoch noch nicht zur Aufführung freigegeben. Auf vielfachen Wunsch zeigen wir nun den Film zum Vortrag in ganzer Länge und in Farbe.

„Eisheimat“ erzählt die Geschichte von 238 Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg auf eine Annonce des isländischen Bauernverbands auf die ihnen unbekannte Insel im Nordatlantik auswandern. Sechs von diesen Frauen (Aníta, Ursúla, Harriet, Anna, Uschi und Ilse) berichten im Rahmen dieser Dokumentation von ihren Schicksalsschlägen, ihren Erlebnissen und Entscheidungen und ziehen mit über 80 Jahren eine Lebens-Bilanz.

Heike Fink wurde 1968 in Marbach am Neckar geboren und ist auf der schwäbischen Scholle aufgewachsen zwischen Weinbergen und Kochtöpfen. Eltern: Köche und Wengerter. Absolvierte ein Redaktionsvolontariat bei einer Fachzeitschrift für Gastronomie. Studierte in Wuppertal Literaturwissenschaft und Soziologie. Arbeitet seit 2000 als Drehbuchautorin und Dozentin für Dramaturgie und seit 2012 als Dokumentarfilmerin. Heike Fink war onomato-Stipendiatin im Jahr 2013.

mindjazz-pictures.de/project/eisheimat

stipendium nachlese

Nomádes…

Audio-visuelle Kompositionen aus der Welt

Freitag, 31.07.2015  20 Uhr

Absicht der internationalen Konzertreihe Nomádes ist, audiovisuelle Arbeiten, in denen Video und Musik den gleichen Grad von Bedeutung haben, auf der ganzen Welt zu verbreiten. Die Konzerte sind nicht an einen Ort oder ein Land gebunden, gemäß dem Terminus nomádes, das Völker beschreibt, die sich von einem zum anderen Ort bewegen, ohne sich fest an einen zu binden.

Die Nomades-Reise hat bisher geführt durch: New York City Electroacoustic Music Festival, Festival de la Imagen Manizales, Centro Cultural Universidad de los Andes Bogotá, ON – Neue Musik (Alte Feuerwache Köln), Gheorghe Dima Music Academy in Cluj-Napoca, Matik-Matik Kolumbien, Goethe-Institut Alexandria.

Gesamtleitung, Organisation und Klangregie: Claudia Robles-Angel (onomato-Stipendiatin 2014)

nomadesconcerts.blog.com

Werkgespräch mit Markus Mußinghoff

Freitag, 07.08.2015  20 Uhr

„In Markus Mußinghoffs Kunst verschmelzen die Pole Werk und Arbeit auf erstaunliche wie einzigartige Weise miteinander. Arbeit bedeutet für ihn die permanente Aneignung der Welt mittels Kopf und Hand – Werk wiederum bedeutet die einerseits punktuelle, andererseits auch raumgreifende Entäußerung des Angeeigneten eben auf diesem Wege: sei es als ideeles Konzept, als technisches Produkt oder als manuales Werk. Das Wurzeltiefe spiegelt sich dabei gerade auch in seinem Interesse an Gelebtem – im eigenen Video – wie an Gewachsenem – in seinem Holzskulpturen – wieder.
… Die Verknüpfung dieser durchaus gegensätzlichen künstlerischen Handlungspunkte zeigt, dass sein Gesamtwerk der Performance näher steht und sie auf ganz neue und eigene Art und Weise interpretiert.“
Adolf H. Kerkhoff

Zwei Akustische Projektionen von Joachim Rüsenberg

Mittwoch, 12.08.2015  20 Uhr

I. „ … im Kino gewesen.“
Franz Kafka machte immer ein sehr verwundertes Gesicht, wenn ich sagte, dass ich im Kino gewesen sei. Einmal reagierte ich auf den Wandel seines Gesichtsausdruckes mit der Frage: „Sie lieben das Kino nicht?“ Kafka antwortete nach kurzer Überlegung: „Eigentlich habe ich nie darüber nachgedacht. Es ist zwar ein großartiges Spielzeug. Ich vertrage es aber nicht, weil ich vielleicht zu ‚optisch‘ veranlagt bin. Ich bin ein Augenmensch. Das Kino stört aber das Schauen. Die Raschheit der Bewegungen und der schnelle Wechsel der Bilder zwingen den Menschen zu einem ständigen Überschauen. Der Blick bemächtigt sich nicht der Bilder, sondern diese bemächtigen sich des Blickes. Sie überschwemmen das Bewusstsein. Das Kino bedeutet eine Uniformierung des Auges, das bis jetzt unbekleidet war.“
(aus Gustav Janouch: Gespräche mit Kafka)

II. DIE STADT ( am fernen Horizonte…)
Neue Strophen aus dem Container. Eine Übermalung in Anlehnung an: DIE STADT von Heinrich Heine und Franz Schubert.

 

Camille Corot

Vortrag von Jens Stittgen

Dienstag, 18.08.2015  20 Uhr

Festhalten des Augenblicks als neuer Gegenstand der Malerei, später: Rückzug des Malers aus seiner Gegenwart.

Camille Corot (1796 -1875), französischer Maler, wurde durch seine frühen Landschaftsbilder zum Vorläufer des Impressionismus und damit einer Malerei, die ausschließlich das jetzt und hier Gesehene als Motiv zulässt. Im reifen Werk zeigt er dagegen eine dieser Unmittelbarkeit entrückte Welt stilisierter Natur.

stipendium nachlese

Rimma Arslanov

kunstpunkt 156
Atelierpräsenz, Werkgespräch und Ausstellung

21.-25.08.2015

Die in Tadschikistan geborene und seit 2000 Israel lebende Künstlerin zeigt Animationen, Zeichnungen und skulpturale Arbeiten und gibt Einblick in ihr deren Entstehungsprozess.

In Usbekistan studierte sie Angewandte Kunst am P.P. Benkov Art College in Tashken. Ab 2000 studierte sie Kunst in Israel (Avni Institute of Art and Design in Tel Aviv und Facult. of Arts – Hamidrasha am Beit Berl College in Kfar Sava). Seither ist sie in vielen Gruppen- und auch Einzelausstellungen in Israel, Deutschland, Großbritannien und Polen vertreten.

„Rimma Arslanov bedient sich frei aus dem kanonischen Vokabular einer zwischen Orient und Okzident changierenden Architektur. Aus dem islamischen Raum bekannte Ornamente wie das Mashrabiyya-Muster verbinden sich mit klassischen europäischen Architekturelementen und stehen gleichberechtigt neben diesen.

Dennoch erschöpft und erklärt sich diese Zusammenstellung von Architekturformen nicht ausschließlich aus der Biografie und Lebenswelt der Künstlerin. Ein geschlossener zeichnerischer Raum findet sich nur selten in den Arbeiten Arslanovs. Die konstruierte Realität bleibt immer lückenhaft, wirkt fragil, zerbrechlich, verlangt vielleicht sogar nach Ergänzung durch den Rezipienten. Die abgebildeten Architekturen sind oftmals dem Verfall hingegeben, wirken ruinenhaft, scheinen sich im Raum schwebend nach einer gewissen Logik aufzulösen. Gerade durch die Einbindung von Elementen botanischer Natur – auch hier bestätigt sich ein dialektisches Spiel mit Gegensätzlichkeiten in der Bildwelt Arslanovs – erhalten ihre Zeichnungen eine Qualität die Ästhetik- und Kunsttheoretiker des 18. und 19. Jahrhunderts wohl „malerisch“ genannt hätten. Die Natur durchdringt die vom Menschen gemachte Architektur, sucht sich ihren Platz in derselben, wendet sich teilweise aber auch ab.“ (Quelle: kunstraum und residenz *blumen*)
www.rimmaarslanov.com

Fr. 21.08.  19 Uhr, Freitagabend der Off-Räume: Ausstellungseröffnung mit Werkgespräch

Sa. 14-20 Uhr und So. 12-18 Uhr: offenes Gastatelier
im Rahmen der kunstpunkte

24.-25.08.: Ausstellung
Öffnungszeiten nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

„Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen“
Eine archäologische Spekulationen über die Ursprünge des Zweiten Gebotes

Vortrag von Dr. David Ilan

Mittwoch, 26.08.2015  20 Uhr

Warum wurden Götzenbilder von Gott in Exodus 20:4 verboten? Warum sind Bilder von Gottheiten praktisch aus dem archäologischen Befund der frühen Eisenzeit verschwunden? der israelische Altertumswissenschafter Dr. David Ilan wird einige Bronzezeit-Figuren und deren ikonografische Attribute untersuchen und darauf aufbauend eine materialistische Erklärung vorschlagen, warum diese Figuren nicht mehr hergestellt wurden. Seine Erklärung entspricht nicht derjenigen der traditionellen Bibelwissenschaft.

Der Vortrag wird in englischer Sprache gehalten und mit deutschen Zwiswchentiteln und Bildlegenden ergänzt.

Dr. David Ilan ist Direktor der Nelson Glueck School of Biblical Archaeology in Jerusalem huc.edu/directory/david-ilan

onomato – das fenster

51.226823 ; 6.806317
Caroline Le Méhauté, Sylvio Marchand, Pierre Rebufy

28.08. – 06.09.2015
Eröffnung am 28.08.2015

Internationale Künstler der Archiraar Gallery, Brussells im onomato:

 

 

Fr. 28.08.  19 Uhr: Eröffnung, Einführung: Enis Vardar (Kurator)

So. 06.09.  17 Uhr: Finissage

Öffnungszeiten:
Montag-Donnerstag 15-19 Uhr
Wochenende: 15-20 Uhr
Freitag 04.09. 15-22 Uhr
Samstag 05.09. 15-20 Uhr
und nach Vereinbarung:
enis.vardar@onomato-verein.de Tel : 0049 157 824 34 91

Reihe Bewegliche Ziele

Reihe zur Zeitlichkeit und der damit verbundenen Darstellung der Bewegung in der Kunst. Ausstellungsräme wandeln sich immer mehr in hybride Orte, wo gleichberechtigt statische und zeitbasierte Kunst nebeneinander steht, eine Mischung von Kino und klassischem Präsentationsraum. Warum kommt es dazu?

Eine Dokumentation über die Höhlenmalerei von Lascaux und ihren filmischen Charakter machte mit klar, dass von Anfang an die Problematik der Bewegungsdarstellung bewusst war und Strategien Des-in-die-Zeit-Setzens entwickelt wurden.
Der Ewigkeits-Charakter des stehendes Bildes und der Zwang des Festhaltens in der Zeit stehen im unlösbaren Widerspruch zur beweglichen Welt. Geste als eingefrorene Bewegung und Gestik der Handspur sind Antworten darauf.

Die Betonung der neuen zeit-basierten Medienkunst gründet auch auf einer neuen, naturalistischen Zeitvorstellung. Dabei schwingt im Diskurs darüber der neuzeitliche, naturwissenschaftliche Begriff mit, insofern dort die Entstehung der Raumzeit die Urbewegung bildet.

Reihe Bewegliche Ziele

Werkgespräch mit Dieter Kiesling

Mittwoch, 09.09.2015  20 Uhr

Dieter Kiessling, geb. 1957 in Münster, seit 2005 Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule Mainz, pflegt ein besonderes Verhältnis zur Zeit.

„Arrested movement“ (Titel eines Einzelkatalogs 2010) kann wie ein Überbegriff für die Eigenheit vieler seiner Arbeiten im Bereich der Skulptur, Video- oder Fotoarbeiten stehen.

Sein künstlerisches Tun zeichnet sich durch große Ruhe und Akribie der Vorbereitung sowie durch wohldurchdachte, unbeeilte und unspektakuläre Darbietung aus.

Exemplarisch zeigen Arbeiten wie der Mauerfilm/1982; Mädchen/2002; 60 Minuten; 360Grad/2008; Wurf/2010 Charakteristika seines Vorgehens.

Im Gespräch soll versucht werden, die Einholung der zeitlichen Dimension in Kiesslings Arbeiten vorzustellen und zu durchleuchten.

dieter-kiessling.de

 

Werkgespräch mit Markus Mußinghoff (Fortsetzung)

Freitag, 11.09.2015  20 Uhr

Aufgrund der so interessanten wie umfangreichen Arbeit Markus Mussinghoffs haben wir bei dem Werkgespräch im August eine Fortsetzung verabredet.

Zunächst wird Mussinghoff in der Fortsetzung seines Vortrags noch seine Projektarbeiten und Performances vorstellen, daraufhin gehen wir zum Publikumsgespräch über.

Reihe Bewegliche Ziele

Werkgespräch mit Heike Pallanca

Montag, 21.09.2015  20 Uhr

Heike Pallancas Auseinandersetzung mit Naturgeschichte und existentiellen Phänomen wie Vulkanausbrüchen oder Erdbeben findet in ihrer plastischen Arbeit eine Umsetzung mit unterschiedlichsten Materialien und Medien. Sie benutzt Steinzeugmosaik und Betonplatten, Fundstücke aus der Natur wie Gesteine, Mineralien und Fossilien, aber sie integriert auch Fotografien und Leuchtkästen oder Texte in ihre meist raumgreifenden Installationen. Immer ist der Faktor Zeit ein wesentliches Element ihrer Arbeit, der Bruchteil eines Augenblicks erscheint eingefroren in ein plastisches Bild. Ihr Interesse gilt dabei den übergeordneten Themen, die fern unserer momentanen, flüchtigen Realität ihre Gültigkeit bewahren.

Heike Pallanca studierte an der Kunstakademie Düsseldorf Bildhauerei und Integration Bildende Kunst/Architektur und ist Meisterschülerin von Prof. Irmin Kamp. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Preise und hatte Lehraufträge und Gastprofessuren für Bildhauerei, u.a. an der Kunstakademie Münster und der Universität Siegen.

Was gute Kunst ausmacht
Qualiätskriterien der zeitgenössischen Kunst

Vortrag von Martin Leyer-Pritzkow

Freitag, 25.09.2015  19 Uhr

Martin Leyer-Pritzkow ist freier Kurator und Koautor des Kunstkaufbuchs – das erste Buch über die Qualitätskriterien der zeitgenössischen Kunst. In seinem Vortrag analysiert er, was gute Kunst ausmacht. Die Qualität und der Preis eines Kunstwerks werden in den Zeiten des Kunstbooms schnell durcheinandergebracht. Und damit werden die Schwächen und Stärken des Kunstmarkts erkennbar. Eine Aufforderung an alle, über Entwicklungen , Tendenzen und Konsequenzen zu reflektieren und zu diskutieren.

www.mlpart.com

Krach und Sturm

Werkgespräch mit Ursula Ströbele

Dienstag, 29.09.2015  20 Uhr

Ursula Ströbele (geb. 1961) liest und spricht mit Jens Stittgen.

Der See bei Sturm ist unendlich viel größer und überall gibt´s Möglichkeiten, da reinzukommen – in eine andere Welt, in eine andere Daseinsform. Bei stillem Wasser kann man nur in die Tiefe denken. Bei Sturm kann man in jede Richtung denken. Das ist wie in einem Gemälde, wo´s wild zugeht. Da ist auf einmal alles offen. Da braucht man nicht hochzugucken, da braucht man nicht runterzugucken, da kannst du egal wo hingucken, es ist alles offen.

Aber wenn der Sturm dann wieder vorbei ist, dann muß man auch zusammen mit dem Wasser zurückgehen. Die Menschen müssen mit dem Wasser zurückgehen. Denn das, was man während des Sturms gemacht hat, ist nicht verständlich, wenn der Sturm vorbei ist.
1965 – 1975. Texte zum Bodensee

 

onomato – das fenster

Löschen
Symposium über das Weniger Werden

In Form von Vorträgen, Konzerten, Ausstellung

01.-11.10.2015

Unsre Geschichte perpetuiert und rechtfertigt sich über Akkumulation. Der Begriff des “Fortschritts” gibt Zeugnis davon. “Zeit” wird hier verstanden als ein Kontinuum, in das unendlich viel Wollen eingefügt werden kann. Das Kunstwerk “Kontinuität” von Max Bill, eine aus Marmor gehauene unendliche Schleife, die sich die Deutsche Bank in Frankfurt/M. vor ihr Tore platziert hat, gibt Zeugnis solchen Zeit -und Geschichtsverständnisses.

Jenseits dessen jedoch gab und gibt es Versuche, das Diskontinuierliche herauszufordern, durch Stillstellung der Bewegung etwa (Walter Benjamin), im Zögern, verkleinern, maskieren oder auch durch Prozesse des Löschens.

Das Symposium widmet sich eben diesem Begriff. Löschen als Form soll unter literarischen, philosophischen, religiösen und künstlerischen Gesichtspunkten befragt und zur Diskussion gestellt werden.

Dabei wählt das Symposium 3 verschiedene Darstellungsformen: Vortrag, Konzert und Ausstellung.

Das Symposium wird kuratiert von Christoph Korn und Katharina Mayer

Das vollständige Programm mit weiteren Informationen finden sie hier: symposium-loeschen.de

 

Eröffnung und Einführung

Donnerstag, 01.10.  19:00 Uhr

19:00 Uhr Vortrag, Dr. Marco Sorace: „Michel de Certeau – oder: die theologischen Implikationen der Praxis digitalen Löschens“

Im Informationszeitalter machen wir die Erfahrung, dass digitale Daten unseres Handelns, die wir gerne löschen würden, oft eine unkontrollierbare Permanenz haben. Wenn man dieses zunächst nur technische und profane Phänomen in den Kontext der jüdisch-christlichen Kultur überträgt, rührt es an fundamentale theologische Fragen: Ist jede unserer Handlungen im „Buch des Lebens“ verzeichnet oder kann daraus unter gewissen Umständen etwas „gelöscht“ werden? Mit kaum zu übertreffenden Scharfsinn hat sich bereits der französische Soziologe, Psychoanalytiker und Theologe Michel de Certeau (1925-1986) auch solcher Zusammenhänge angenommen. Von seinen Analysen soll im Vortrag die Rede sein.

20:30 Uhr Hör-Konzert, Christoph Korn: SIMEON (2013)

Ein Sinuston wird über einen mitten im Raum platzierten und am Boden liegenden einzelnen Chassis Speaker widergegeben.
Der Sinuston in seiner raumgreifenden Materialität erfüllt den Raum mit Klang. Über einen Zeitraum von 20 Minuten jedoch löscht sich der Sinuston sukzessive. Auf diese Weise leert sich der Raum Stück für Stück und gerät in ein ganzes Schweigen.
Dauer: 20 Minuten

“nichts als der ort wird am ort geschehen sein“

Ein Abend mit Antoine Beuger

Freitag, 02.10.  19:00 Uhr

Vortrag von Antoine Beuger, anschließend Konzert:
Antoine Beuger: keine fernen mehr (2010), Antoine Beuger: leises Pfeifen

das blaue glühen
der rittersporn – nur asche
im ersten dämmern

Vortrag und Konzert

Samstag, 03.10.  19:00 Uhr

Ubbo Kügler: Palimpsest

Am Anfang steht die Löschung der Information auf einem Blatt durch Abschaben oder Übermalen. Die Oberfläche wird wieder verwendet. Unter der neuen Information taucht der gelöschte Inhalt als Schatten oder Erinnerung wieder auf. Das Palimpsestieren kann auch als Metapher für geistige und kreative Prozesse verwendet werden.

 

anschließend Konzert:

Miki Yui: mamagoto (2010)

Miki Yui: audio recorder, audio player, speaker, diverse materials variable dimensions
Miki Yui often takes interest

Miki Yui often takes interest in small sounds bordering the limits of our perception, and produce simple almost minimalistic set-up’s, which heighten the spectator’s attention to environmental and produced sound. Investigating sound as a mediation between the experienced physical space and spaces of memory and imagination, her work deals with appearance, disappearance and existence. Miki Yui lives and works in Dusseldorf, Germany.

Her work „mamagoto“ refers to a game that children play from time immemorial across the world (in this case, obviously, it refers to Japanese children) that consists in imitating adults‘ culinary practices: as a matter of fact, the word ‚mama‘ (which belongs to baby talk and is borrowed from the ancient spoken language) means ‚food‘, especially rice, while ‚goto‘ (or ‚koto‘) means ‚thing‘, or ‚object‘

Dauer: ca. 20 Minuten

Löschen/Streichen? – Über das Entfernen in der Literatur

Vortrag von Claas Morgenroth

Mittwoch, 07.10.2015  19 Uhr

Zu den seltsamen Freuden der Editionsphilologie gehört, all die Spuren und Zeugnisse, die im Zuge des Schreibprozesses zurückbleiben, wieder sichtbar zu machen um auf diese Weise dem Ereignis des Schreibens zum Leben zu verhelfen. Sie stößt dabei auf den erstaunlichen Umstand, dass dem Schreiben immer auch das Nicht-Schreiben, Tilgen, Löschen und Entfernen innewohnt. Und so hat der französische Literaturwissenschaftler Jean Bellemin-Noël darauf hingewiesen, dass nach frz. litté-rature (rature, ‚Streichung‘) der Begriff der Literatur nicht ohne das Streichen gedacht werden kann. Er kann sich hier auf eine lange Vorgeschichte berufen, die bis zum Stilbegriff der Rhetorik zurückreicht. Dort übernimmt das Streichen eine bedeutende Funktion im Ornatus, der der detractio (Wegnahme/Unterdrückung) und der immutatio (Auswechslung/Vertauschung) einen bedeutenden Anteil an der stilistischen Arbeit zurechnet. Wie aber lässt sich die produktive Negativität des Löschens wieder zum Vorschein bringen? Und wie stellt sich die Rekonstruktion des Entfernten und des Entfernens im Rückspiegel der Geschichte und ihrer Textzeugnisse dar? Schließlich zählt es zu den Eigenarten des Löschens, nicht mehr gesehen und gehört werden zu wollen. Wie das gelingt und misslingt, zeigt die Literatur – an diesem Abend an ausgewählten Manuskripten von Heinrich Heine, Georg Trakl und Rainer Maria Rilke.

Ausstellung zum Thema Löschen

04.-11.10.2015

mit Werken von Wulf Aschenborn, Ingrid Bacher, Thomas Brandt, Gabriele Fecher, Armin Hartenstein, Susanne Hartmann, Thomas Keller, Hanna Koch, Christoph Korn, Julia Kroepelin, Norbert Kraus, Ubbo Kügler, Katharina Mayer, Emanuel Mir, Stephan Pabst, Mads Dahl Pedersen, Gerhard Richter, Frank Schablewski, Helmut Schweizer, Anne Wissmann, Miki Yui.

So. 04.10.  17 Uhr: Ausstellungs-Eröffnung

Einführung: Christoph Korn

So. 11.10.  17 Uhr: Finissage

Vortrag von Axel Grube

Öffnungszeiten: Sa. und So. 14-17 Uhr

und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

Eine Stimme zarten Schweigens. Theologie ohne Theos

Finissage und Vortrag von Axel Grube

Sonntag, 11.10.2015  17 Uhr

Die Methodik des »Löschens« mag nicht zum Nichts führen, sondern eher zum Frei-halten; zur Empfängligkeit.

Vielleicht umso mehr wenn es – wie etwa in der Arbeit von Christoph Korn – in einer Form, als Vorgang, erlebt oder bewusst gemacht wird, mag sich eine besondere Hörbarkeit, ein Horchen, ein »Genuss«, die Heimat eines Horchens, andeuten: die Möglichkeit des Vernehmens einer überdeckten Stimme. „Sei mal ruhig, ich hör da was.“

Aber was sagt diese Stimme?

Offenes Monatstreffen

Dienstag, 06.10.  19:00 Uhr

Einmal im Monat treffen wir uns, um die vergangenen und vor allem zukünftigen Aktivitäten zu besprechen. Neue Mitstreiter sind stets willkommen 🙂

Paul Cézanne

Vortrag von Jens Stittgen

Dienstag, 13.10.2015  20 Uhr

Überwindung des Konzepts des bloßen Momentanismus zugunsten Erarbeitung überzeitlicher Wahrheit mithilfe des Bildes.

Paul Cézanne (1839 – 1906), französischer Maler, sucht in seinen Bildern von der Verwiesenheit in den bloßen Augenblick wie beim Impressionismus zu einer bildnerischen Formulierung zu gelangen, die überzeitliche Gesetzmäßigkeit allein aus den Mitteln der Malerei erzeugt, bzw. erkennbar werden lässt. „Kunst ist eine Harmonie parallel zur Natur“.

 

onomato – das fenster

Σήμα
Σώμα
Elisabeth Mühlen

17.10. – 25.10.2015

Eröffnung am 16.10.2015

Zeichen – Körper: Eine Zwillingszone von Malerei und Zeichnung entwerfen die Arbeiten von Elisabeth Mühlen: eine erspürte Trennung, ein wandernder Blick auf die Umgebung und die Bilder, Zweiheit in den Augen und das in einer strichweise gemessenen Zeit.

www.elisabeth-muehlen.de

 

Fr. 16.10.  19 Uhr: Eröffnung

Einführung: Norbert Kraus

Di. 20.10.  20 Uhr: Werkgespräch

Gesprächpartner: Jens Stittgen

Die Öffnungszeiten werden noch bekanntgegeben,

Anfragen bitte an: fenster@onomato-verein.de

Jackson Pollock

Vortrag von Jens Stittgen

Dienstag, 27.10.2015  20 Uhr

Malerei als Spur des in der konkreten Zeit stattgehabten malerischen Aktes.

Jackson Pollock (1912 – 1956), amerikanischer Maler, macht als ein Hauptvertreter des amerikanischen abstrakten Expressionismus das Bild zum Zeugnis der in Raum und Zeit durchgeführten Malhandlung, deren Spuren auf der Leinwand im späteren Werk nichts anderes zeigen wollen als sich selbst („dripping“) – subjektive Selbstentäußerung des Künstlers als Durchbruch zu übergreifender Wahrheit.

 

stipendium nachlese

Oktoberfilme – Videokunst in Flingern

29.-31.10.2015

 

Wir beteiligen uns mit zwei nächtlichen Schaufester-Vorführungen an den „Oktoberfilmen“ im BBK Düsseldorf. Von Einbruch der Dunkelheit bis Mitternacht werden die onomato-Schaufenster zur Kino-Leinwand. Am Freitag, Samstag und Sonntag können sie auf der Birkenstraße 97 sehen:

Igor Shin Moromisato: „Catador / der Straßensammler“
Der “Catador” (Straßensammler) ist eine typische Figur in allen großen Städten in der
Welt. Sie sind meistens einfache Menschen und sie laufen durch die Stadt um ihren
Lebensunterhalt zu verdienen. Der Hauptcharakter dieses Projekts hat eine ähnliche
Beschäftigung, er flaniert durch die Straßen auf der Suche nach verschiedenen
Objekten für sein Überleben.

Petra Warrass: „Guides“
„Guides” zitiert die stereotyp-idealisierten Portraits Prominenter, abgebildet auf wöchentlichen Fernsehzeitschriften. Die collagierte Aneinanderreihung zur Endlosschleife demaskiert die Vorstellung eines vermeintlichen Schönheitsideals.

In diesen Off-Räumen in Flingern können sie „Oktoberfilme“ sehen: Onomato, plan.d., Büro47 und das WBZ (Artrium)

Alle weiteren Informationen zur Hauptveranstaltung am Fr., 29.10. finden sie hier:
www.bbk-kunstforum.de/index.php/bbk-kunsttermine/events/oktoberfilme.html

Philip Guston

Vortrag von Jens Stittgen

Dienstag, 17.11.2015  20 Uhr

Philip Guston verabschiedet den Anspruch seine Generationsgenossen auf Wahrheiten, die von den Niederungen und Trivialitäten der jeweiligen Gegenwart unabhängig seien.

Philip Guston (1913 – 1980), amerikanischer Maler, schert aus dem abstrakten Expressionismus seines Frühwerks aus und findet zu einer neuen Gegenständlichkeit, die existentiell und trivial den Anspruch des abstrakten Expressionismus auf eine heroisch die äußere Wirklichkeit und ihre Geschichtlichkeit transzendierende Subjektivität verabschiedet.

 

Melancholia – Ein Exposé mit 3 Beiträgen

Mittwoch, 18.11.2015  20 Uhr

Ob es ein Gefühl des ‚Zu-spät-seins‘, des ‚Nicht-mehr‘, der Sinnlosigkeit und Verlorenheit ist, oder – im Gegenteil – das der gesteigerten Präsenz: diese Befindlichkeiten sind durch spezielle Zeit-Bezüge gekennzeichnet.

„Die Zeit, sei es als unbewusst gelebte oder als bewusst erlebte, ist immer zugleich ein Verhältnis zu den anderen.“ (Thomas Fuchs)

 
  • Vorschau: „Melancholopoly. Ein Spiel mit der Zeit“
    Elisabeth Luchesi
  • Text/Performance: „Ich bin der Welt abhanden gekommen“ (Rückert/Mahler)
    Dr. Lorenz Wilkens, Berlin
  • Akustische Projektion: „..Aus der Spur“
    Joachim Rüsenberg

Werkgespräch mit Stefan Ettlinger

Dienstag, 24.11.2015  20 Uhr

„Unsere Fähigkeit, komplexe Zeichensätze blitzartig zu decodieren und sie mit einem Kanon aus Vorwissen, Erfahrung und Erwartung in Zusammenhänge einzuordnen, wird außer Kraft gesetzt. Zwar erkennen wir auf Ettlingers Bildern auch Bekanntes – doch was auf den ersten Blick als Gesamtheit erscheint, erweist sich beim abermaligen Hinsehen als trügerisch.“
Beate Arnold, Katalog Worpswede 2012

„Das ist gut für die Augen – Bilder die zum Sehen taugen – Bilder die zu sehen sind – ein Bild zuviel macht noch lang nicht blind“
Songtext Ettlinger

www.ettlinger.de

Pier Paolo Pasolini

In Zusammenarbeit mit der Filmwerkstatt Düsseldorf. Initiiert von der französischen Künstlerin Chantal Vey und angeregt von ihrer aktuellen Arbeit zu Pasolini, „Contro-Corrente“, veranstaltet das onomato gemeinsam mit der Filmwerkstatt Düsseldorf eine Veranstaltungsreihe um den italienischen Autor und Ausnahmekünstler.

Allein sein Blick auf die Gesellschaft Italiens der sechziger und siebziger Jahre, die Wahrnehmung einer subtilen, internalisierten Form des Faschismus in der konformistischen Anpassung an die Formen eines neuen Kapitalismus mit dem entsprechenden kleinbürgerlichen Menschentypus, die latente Gewalt gegen jedes Anderssein und Außergewöhnliche im Zuge des Verfalls jeglicher ethischen Musikalität und Schönheit im Wertgefühl, ist von erschütternder Aktualität.

onomato – das fenster

The Long Road of the Sand

Ausstellung von Chantal Vey

27.11. – 06.12.2015

Inspiriert durch „Die lange Straße aus
Sand“, einer Arbeit Pasolinis zu seiner Reise entlang der italienischen Küste im Jahr 1959, folgte ich seiner Reiseroute in umgekehrter Richtung, beginnend in Triest.
Angeregt durch Pasolinis Texte entwickelte sich meine Reise im Zuge der Begegnungen mit den Menschen entlang der Route.
Der Straße und den zufälligen Begegnungen folgend, wollte ich die Motive in Pasolinis Berichten nacherleben und neu interpretieren; im Umgang mit den Menschen, so wie Pasolini es liebte.

Nach „Contro-corrente # 1“ im Jahr 2014
setze ich die Reise mit in weiteren Abschnitten fort:
• „Contro-corrente # 2“ im Jahr 2015: entlang der ligurischen und der tyrrhenischen Küste Menton nach Rom-Ostia (dem Endpunkt jenen Anschnitts, der Ort, an dem PPP 1975 ermordet wurde).
• „Contro-corrente # 3“ im Jahr 2016:
ich folge den südlichen Küsten des Landes,
von Pescara nach Rom-Ostia.

Fr. 27.11.  19 Uhr: Eröffnung

Einführung: Enis Vardar

So. 06.12.  17 Uhr: Werkgespräch

Öffnungszeiten: Montag – Samstag 15-19 Uhr

und nach Vereinbarung: 0157 82443491

PS: Das Buch „Contro-Corrente 1“ von Chantal Vey ist gerade frisch erschienen im onomato Verlag.

Uccellacci e uccellini – Große Vögel, kleine Vögel

Dienstag, 01.12.2015  20 Uhr

Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47

I 1965 / 88 Min. / OmU / R: Pier Paolo Pasolini mit Totò, Ninetto Davoli, Femi Benussi

Ein Mann und sein Sohn begegnen während ihrer Wanderschaft durch die italienische Provinz einem sprechenden Raben, der sie in politisch-philosophische Debatten über Gott und die Welt, Marx und Christus, Geschichte und Revolution verwickelt. Pasolinis verschrobene Filmfabel ist eine ebenso witzige wie tiefsinnige Meditation über Geschichte und Bestimmung des Menschen; der spielerische Umgang mit Ideologien und deren Rückführung auf die Praxis des Alltags bereitet ästhetischen Genuß und intellektuelles Vergnügen

Eintritt 6,-/4,- erm.

Teorema – Geometrie der Liebe

Donnerstag, 03.12.2015  20 Uhr

Veranstaltungsort: filmwerkstatt, Birkenstr. 47

I 1968 / 97 Min. / OmU / R: Pier Paolo Pasolini mit Terence Stamp, Silvana Mangano, Massimo Girotti, Anne Wiazemsky

In die Familie eines reichen italienischen Fabrikanten kommt ein Gast, dessen eigenartigem Wesen alle verfallen. Von dem geheimnisvollen Erwecker zu bewußtem Leben gerufen, finden die Menschen – verändert, aber nicht befreit – keine Möglichkeit, ihr Leben positiv zu gestalten. Nur einem Dienstmädchen gelingt der Ausbruch aus den eingefahrenen Bahnen seiner Existenz. Vieldeutiger, für verschiedene Interpretationen offener Film, in dem Pasolini seine aus Christentum und Marxismus gezogenen Erkenntnisse für die Notwendigkeit einer geistigen und sozialen Umwandlung des Menschen formuliert.

Der künstlerisch beachtliche Film verknüpft thesenhaft knapp Sozialismus, Kapitalismus, Religiosität und Sexualität und verdichtet sich zu einer nur schwer zu entschlüsselnden Parabel, beruhend auf allegorischen Figuren- und Bildarrangements.

Eintritt 6,-/4,- erm.

Questo è il momento de la verità
Der Moment der Wahrheit.

Erwin Michelberger zu Pier Paolo Pasolinis Leben/Werk/Realität

Freitag, 04.12.2015  20 Uhr

Veranstaltungsort: filmwerkstatt

„Die Geschichte des Neorealismus. Er ist doch aus der Geschichte des Faschismus, des deutschen und italienischen Faschismus hervorgegangen. Ich möchte Sie fragen wie Sie den Neorealismus sehen, wie Sie seine Ausdrucksform im Unterschied zur Ausdrucksform…“

„Es gibt keine Geschichte. Es gibt nur den Moment. Sie und ich, wir sprechen jetzt. Sie und ich, wir können etwas voneinander erfahren. Wir können einen Espresso trinken. Geschichte. Welche Geschichte? Geschichte existiert nicht.“
(Pier Paolo Pasolini 1975 im Gespräch mit einer deutschen Filmstudentin in Cinecittà.)

Eintritt 6,-/4,- erm.

Pasolini

Eine Einführung von Angela Felice

Samstag, 05.12.2015  20 Uhr

Veranstaltungsort: filmwerkstatt oder onomato (wird noch bekannt gegeben)

Angela Felice, Direktorin der Pasolini Stiftung in Casarsa, spricht über das Werk des Autors und Filmemachers und seine Relevanz für die heutige Zeit.

Pasolinis Filme, die immer wieder von der Anpassung des Einzelnen an ein kapitalistisches System und den Verlust der kulturellen Identität handeln, sind noch immer aktuell, weil sie eine Entwicklung beschreiben, die im postfaschistischen Nachkriegsitalien beginnt und bis heute wirksam ist. Die Veranstaltung ist Teil der Pasolini-Reihe, die in Kooperation mit dem Onomato Künstlerverein stattfindet.

Eintritt frei.

www.centrostudipierpaolopasolinicasarsa.it

 

Franz Kafka und Thomas Mann
Zwei Arten des Schöpferischen

Ein Vortrag von Jürgen Born

Freitag, 11.12.2015  20 Uhr

Jürgen Born, der Begründer der Forschungsstelle für Prager deutsche Literatur und Mitbegründer der Kritischen Ausgabe der Schriften, Tagebücher und Briefe Kafkas, wirft in seinem Vortrag ein Licht auf zwei doch grundlegend verschiedene Naturen. Bei allem Wohlwollen und der tatkräftigen Unterstützung Thomas Manns für Kafkas Schriften ist bei dem „hanseatischen Humanisten“ stets auch eine Distanz und Fremdheit gegenüber dem Prager Dichter zu erkennen.

Born stellt eine wohltuende Ausnahme im Chor der Stimmen zu Kafka dar. Seine positive Deutung der Türhüterlegende etwa, Teil eines gerade in überarbeiteter un erweiterten Form erschienenen Essay-Bandes, scheint nur einem fühlenden Denken möglich, dem die Erfahrung einer „moralische[n] Zartheit“ (Robert Musil) in der Prosa Kafkas nicht fremd sein kann.

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Lyrikreihe im onomato

Die Lyrikreihe BEKANNT TRIFFT UNBEKANNT wird von Dezember 2015 bis März 2016 fortgesetzt. Ihre beiden Charakteristika – die Kombination einer im deutschsprachigen Raum bekannten Lyrikerin, eines bekannten Lyrikers mit einer weniger bekannten, Lyrik schreibenden Persönlichkeit in Düsseldorf und das sich anschließende Gespräch – haben sich als spannende Form erwiesen.

Alle Termine: mittwochs, Beginn: 19:30 Uhr

  • 16.12.2015: Gerhard Rühm trifft Vera Henkel
  • 20.01.2016: Esther Kinsky trifft Sven Andre Dreyer
  • 03.02.2016: Elke Erb trifft Regina Ray
  • 09.03.2016: Jose F.A. Oliver trifft Bess Dreyer

Die Veranstaltungsreihe wird kuratiert von Frauke Tomczak.

Gefördert von der Kunst­stif­tung NRW und dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düsseldorf

onomato – literatur

Bekannt trifft Unbekannt

Gerhard Rühm trifft Vera Henkel

Mittwoch, 16.12.2015  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Ist es möglich, dass der Altmeister der konkreten und auditiven Poesie, Gerhard Rühm, Jahrgang 1930, etwas gemeinsam hat mit der Satirikerin und Grafikerin Vera Henkel, geboren 1961 in Düsseldorf?

Durchaus, denn beide Poeten arbeiten nicht nur mit Humor und Witz, sondern mit einem Witz, der mittels der Sprache erzeugt wird: Gerhard Rühm, indem er oft über sprachlich generierte Reihungen den Funken des Witzes im plötzlichen Tanz aus der Reihe schlägt, Vera Henkel, indem sie knapp umrissene Szenarien durch einen überraschend komischen Hopser ad absurdum führt.

Gerhard Rühm, vielfach ausgezeichnet mit Ehrungen und Preisen, unter anderem 1984 mit dem Hörspielpreis der Kriegsblinden und 1991 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis für Literatur, begann seine Ausbildung mit einem musikalischen Studium für Klavier und Komposition, war Mitbegründer der experimentell-literarischen „Wiener Gruppe“ und von Anfang der 70iger Jahre bis 1996 Professor an der HfBK Hamburg.

Vera Henkel hat ein Jahr nach ihrer Erstveröffentlichung, 1996 „Männer in Unterhosen“ den „Openmike“ 1997 gewonnen, lebte über zehn Jahre in Portugal und schreibt seit ihrer Rückkehr 2012 ins Rheinland weiterhin poetisch-satirische Kurzprosa.

Gerhard Rühm

die konkrete poesie behandelt keine individuellen schicksale. ihr thema ist das, was allen gemeinsam ist. das verleiht ihren kreationen modellcharakter.

Aus „konkrete poesie“

Vera Henkel

Habe gelesen, dass Rituale Anfänge überwinden helfen. Trage jetzt zur Arbeit einen schwarzen Kittel.

Aus: „Schreibhemmung“

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