2021: Veranstaltungs-Archiv

Montagsgespräch

Alle 14 Tage um 19 Uhr im onomato – theoretisch

Aufgrund der Corona-Situation trifft sich die Montagsgruppe bis auf weiteres online. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen, Zugangsdaten bitte erfragen.

ausstellung

IMPRO 97

For those who wish to draw

22.01. – 22.03.2021 – Eröffnung am 22.01. ab 14 Uhr


literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

ausgerichtet von Frauke Tomczak

Die Lyrikreihe im onomato in und trotz der Coronakrise durchzuführen und zu gestalten, war eine bewußte Entscheidung. „Denn schließlich wollen wir doch nicht geistig, sinnlich und seelisch veröden!“ schrieb ich an Kerstin Hensel, eine gestandene Poetin, die in Kombination mit Friedrich Ani ebenfalls teilnehmen wird.

Um die schon bestehenden in Krisenzeiten immer zunehmenden Dichotomien nicht zusätzlich zu vermehren, greife ich zur Begründung auf die Verödung zurück: In der Tat wirken in Abwesenheit die erhebenden, will sagen über den Alltag hinaus gehenden Sinneseindrücke, die uns die Künste für gewöhnlich ermöglichen, wie sehnsuchtsvoll vermisste Verschollene. Das ist umso sprechender als wir wie so oft erst im Entbehren uns dessen bewußt werden, wie unentbehrlich das Abwesende, in diesem Fall die Künste, sind. Ja sie sind so existentiell wie das geistige tägliche Brot. Diesen Mangel buchstäblich sinnlich zu erfahren und zu spüren, hat immerhin den Wert, sich bewußt zu machen und zu erkennen, dass sie nicht nur unabdingbar zu unserem Leben gehören, sondern wir spüren instinktiv, dass eben dieses Quantum Kunst zugleich überlebenswichtig ist. Diese gespürte Erkenntnis präsent zu halten, wird nach der Krise eine zukunftsgerichtete Erinnerungsarbeit sein, die wir annehmen sollten.

Frauke Tomczak, Düsseldorf 04.12.2020

In diesem Sinne gestaltet sich die Lyrikreihe 8. Sie kann leider nicht leibhaftig sondern nur im Stream wahrgenommen werden – die jeweiligen Links zum Streaming, die auch den Einladungsmails beigefügt werden, sind ebenfalls auf der Webseite des onomato künstlervereins einsehbar. Wir freuen uns, Ihnen auch in dieser Runde ein hochkarätiges Programm präsentieren zu können:

Die Termine dieser Reihe, jeweils 19:30 Uhr:

Do. 10.12.2020: Stephen Reader trifft Dominik Dombrowski

Do. 25.03.2021: Kerstin Hensel trifft Friedrich Ani

Do. 15.04.2021: Lina Atfah trifft Hellmuth Opitz

Do. 29.04.2021: Nadja Küchenmeister trifft Levin Westermann

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf


literatur

Poetische Begegnungen

Kerstin Hensel trifft Friedrich Ani

Donnerstag, 25.03.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/d9mUoTNjXiA

Gleichsam wie mit einer zusätzlichen Sprachbrille ausgestattet, erkundet Kerstin Hensel diverse Bereiche der Wirklichkeit: des Alltags, des Märchen im Alltag, der Mythen, des Spiels und Glücksspiels und immer wieder innere Welten. Ihre poetischen Mittel dabei sind oft idiomatische Wendungen, die überraschen, indem sie beim Wort genommen in fremden Kontexten auftauchen, Sprachspiele, die Wirklichkeiten durcheinanderwürfeln und einen surrealen Sog entwickeln.

1961 in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte Kerstin Hensel von 1983 – 85 am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig und arbeitete anschließend am Theater. 1987 erhielt sie in der 2. Runde seiner Verleihung – der Preis wurde 1986 erstmals vergeben – den renommierten Anna Seghers Preis. 1988 hatte sie einen Lehrauftrag an der „Hochschule für Schauspiel Ernst Busch“ in Berlin. Seit 2001 ist sie dort Professorin für Deutsche Verssprache.

Friedrich Ani, geb 1959 in Bayern, ist vielen Krimilesern durch seine zahlreichen „Tabor-Süden-Romane“ und weitere jeweils nach ihren Ermittlern benannte Krimireihen bekannt. Sein äußerst vielseitiges Werk umfasst neben weiteren Drehbüchern ebenso Romane und Erzählungen, Jugendromane, Bühnenstücke, Hörspiele sowie insgesamt 7 Lyrikbücher.

Lesen wird er aus den neuesten beiden Büchern: „Im Zimmer meines Vaters“ aus dem Jahr 2017 – entstanden während der Zeit, in der Friedrich Ani seinen betagten Vater bis zu seinem Tod pflegte – und „Die Raben von Ninive“, erschienen im letzten Jahr, 2020. Die Balladen genannten Gedichte in diesem Band beleben das alte, narrative und zugleich expressive Genre der Lyrik weniger hinsichtlich der Form als in den unzähligen, mal dramatischen, mal melancholischen Erzählungen von menschlichen Schicksalen und bewegenden Ereignissen, die intensiv, anschaulich und nah werden durch eine poetische Sprache, die frappierende Bilder generiert. In ihnen gerinnt das Erzählte zur umrissenen Figur und bleibt doch zugleich in Bewegung: Geschenke unterm Christbaum: der „bunte/ Weihnachtsberg ein Haufen/ Abfall unbenutzter Liebe.“

Bis ich selbst mich finde dann
Hat die Nacht vier Ecken

Kerstin Hensel aus „Schleuderfigur“

… zwischen
uns ein Tisch, ich sitze
hier und schabe Tränen aus
dem alten harten Holz.

Friedrich Ani aus „Im Zimmer meines Vaters“

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf



ausstellung

Horst Weierstall

„Das Buch der Gezeiten“
Fensterinstallation Düsseldorf/Nikosia

27.03. – 11.04.2021

Das Projekt „Buch der Gezeiten“ entstand 2019 in Düsseldorf für den neuen „Kunstraum Goethe“ des Goetheinstituts Nikosia, Zypern.

Die Installation besteht aus Malereien, Aphorismen und einem Künstlerbuch. Die Arbeiten sind offen strukturiert und ermöglichen eine partizipierende Lesart. Das Projekt ist vom Fenster- und Eingangsbereich des Onomato einsehbar.

Seit 1981 realisiert Horst Weierstall raumbezogene Projekte, Installationen und Aktionen, die Grenzsituationen thematisieren. Ein Filmporträt des Künstlers, gefördert durch das Goethe Institut Zypern, können sie hier sehen: vimeo.com/385544900.

Kuratiert von Terry Buchholz

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist durchgehend im Schaufenster zu sehen. Der Innenbereich kann nach telefonischer Absprache unter Einhaltung der geltenden Coronaregeln betreten werden:
0152 25770460

literatur

Poetische Begegnungen

Hellmuth Opitz trifft Lina Atfah

Donnerstag, 15.04.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/6kPzega9ePo

Lina Atfah, 1989 in der syrischen Stadt Salamiyah geboren, schrieb schon in ihrer Heimat Gedichte und eckte prompt bei einer Lesung mit einem Gedicht politischen und sozialen Inhalts an, wurde der Gotteslästerung und Staatsbeleidigung beschuldigt. Nach anhaltenden Schikanen – Vorladungen, Befragungen, Untersuchungen in Damaskus – gelang ihr 2014 die Ausreise. Deutschland wurde ihre zweite Heimat.

Ihre Gedichte erzählen in einer bilderreichen, anspruchsvoll poetischen Sprache vielfach von den Schrecken ihres Heimatlandes: „das Morden ist das neue Antlitz dieses Landes“ (aus: „Lina und Leila und der Wolf“), doch ebenso von lichten wie paradiesischen Kindheitserinnerungen. Symptomatisch ist aber auch, dass ihr titelgebendes Gedicht „Das Buch von der fehlenden Ankunft“, von dem es heißt „wir werden ertrinken oder überleben, damit wir das Buch der Ankunft schreiben“, mit den Worten endet: „am Anfang war die Flucht … und am Ende.“ Über das Massaker an den Menschen eines ganzen Dorfes in der Nähe ihrer Geburtsstadt schreibt Atfah:

Die Nacht ist keine untergehende Sonne
die Nacht ist die Nacht der Herzen
und der Straßen, die Dolche zwischen ihren Steinen verstecken.

Lina Atfah „Die letzte Nacht des Dorfes“.

Wie wunderbar leicht und luftig ihre Poesie jenseits der Nächte des Schreckens sein kann, offenbart ihr Gedicht „Federn“:

Die Luft plant eine Verzückung der Rosen
einen Schauer, eine Brechung
ein Gedächtnis, das die Rosen verstreut.

Hellmuth Opitz, 1959 geboren, lebt in Bielefeld und ist nicht erst gestern mit seiner vielfältigen Lyrik in Erscheinung getreten. Schon 1996 veröffentlichte er sein Gedichtbuch „Engel im Herbst mit Orangen“, danach „Die Sekunden vor Augenaufschlag“, 2006 und „Die Dunkelheit knistert wie Kandis“, 2011 und schließlich das Buch, aus dem er auch lesen wird „In diesen leuchtenden Bernsteinmomenten“, 2017. Er wurde 2012 mit dem Post Poetry Preis des Landes NRW und 2016 mit dem Menantes Preis für erotische Dichtung ausgezeichnet.

Hellmuth Opitz versteht es, in einer einfachen, klaren Sprache mit wenigen, durchdacht eingesetzten poetischen Mitteln die unterschiedlichsten Lebenswege, Charaktere und immer wieder Alltagssituationen so zu präsentieren, dass sie ins Bild gesetzt sind. Auf diese Weise erzählen seine Gedichte, ohne erzählerisch zu sein, in Bildern. Sie erzählen vom Kirschenpflücken mit der Liebsten, von einer nicht mehr ganz jungen Frau nach ihrer Scheidung im Freundeskreis, von einer Irrfahrt im Gewerbegebiet, von den „Clans der Bettler“ und dem „Skulpturenpark der Demut.“

In Japan, sagt einer, klebt man die Scherben zerbrochener Vasen mit Gold zusammen,
so wird der Schaden mit Schönheit verfugt.

Hellmuth Opitz aus: „Beschädigte Ware“.

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf


literatur

Poetische Begegnungen

Levin Westermann trifft Nadja Küchenmeister

Donnerstag, 29.04.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/aY2nH3xfa8k


Nadja Küchenmeister und Levin Westermann gehören beide der sogenannten jungen Lyrikgeneration an. Ihre poetischen Debüts wurden Anfang der Zehner Jahre veröffentlicht.: Nadja Küchenmeisters „Alle Lichter“ 2010 im renommierten Verlag Schöffling & Co, Levin Westermanns „unbekannt verzogen“ 2012 bei luxbooks.

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, wo sie aufwuchs und noch heute lebt, studierte Germanistik und Soziologie an der Technischen Universität Berlin und literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Neben der Poesie hat sie, mehrfach in Zusammenarbeit mit dem Lyriker Norbert Hummelt, auch Rundfunkessays geschrieben. Für ihre Gedichtbücher „Alle Lichter“, 2010 und „Unter dem Wacholder“, 2014 erhielt sie u.a. den Mondseer Lyrikpreis und den Ulla-Hahn-Autorenpreis.

Ihr jüngster Lyrikband „Im Glashaus“ von 2020 ist als Konzeptbuch angelegt: „helle mitte“ ist eine Sammlung von Gedichten zu Beginn, „dunkle mitte“ zum Abschluss überschrieben. Ihr poetisches Verfahren, teils aus sprachlich motivierten, teils aus inhaltlichen Elementen ihre lyrischen Kompositionen aufzubauen, gibt Rätsel auf, die ihre Gedichte in einem Schwebezustand halten.

aber das ist unser abschied, da ist etwas
amseliges, das aus bäumen ruft, vorbei.

aus Nadja Küchenmeister „das ist unser abschied“

Levin Westermann, geboren 1980 in Meerbusch, studierte an der Hochschule der Künste Bern und lebt im schweizerischen Biel. Für seine Lyrikbücher „3511 Zwetajewa“, 2017 und „bezüglich der schatten“, 2020, beide bei Matthes & Seitz erschienen, erhielt er den angesehenen Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg und den Schweizer Dichterpreis 2021.

Eine wiederkehrende Elementarsituation in seiner Dichtung ist das gefahrvolle Unterwegssein des Menschen. Ob als Flucht oder als Expedition kann es übergreifen auf die innere Bewegung der Emotionen und Imaginationen. Levin Westermann ist ein Virtuose der sprachlichen Erkundung der Sinne auf dem schmalen Grat der Innen-Außen-Grenzen in einem menschlichen Körper, der sich seiner Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit nur zu bewusst ist.

….fortwährend
läuft dasselbe band, ein hörbild
namens leben. …

aus Levin Westermann „zerrüttung. II.“


Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf, die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land und die Kunst- und Kul­tur­stif­tung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf


literatur

Europe in the city
Beitrag zur Düsseldorfer Europawoche – 1.-9. Mai 2021

Portugiesisches Tagebuch

Autorenlesung mit Vera Henkel, musikalisch begleitet durch die Band Hervidero

Montag, 03.05.2021 19 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/jZEitPcNB90

Die Autorin Vera Henkel, die 15 Jahre in Portugal gelebt hat, liest aus ihren Aufzeichnungen über Land und Leute. Von weiteren innereuropäischen Reisen gibt es ebenfalls Kostproben.

Einen Auszug aus dem „Portugiesischen Tagebuch“ finden Sie hier:
verahenkel.com/pt-tb-auszug

Hervidero wurde 2017 in Düsseldorf gegründet. Ein Brodeln aus Latin-, Reggae und Funk-Rock. Eine imaginäre Spielfläche, die auf Reisen geht und im Balkan und Orient vorbeikommt. Archaisch, roh, improvisiert und hispanophil: soundcloud.com/hervidero.

Gefördert duch die Landes­haupt­stadt Düssel­dorf / Büro für Internationale und Europäische Angelegenheiten

ausstellung

Paradiesmomente

05. – 13. Juni 2021
Eröffnung am Samstag, 05.06.  18 Uhr

Paradiesmomente
des Ursprungs
festgeschrieben in den Buchen der Wälder :
Dunkel, hell, verwandelt, wiederholt, gedreht
Hülle um Hülle hüllt ein, irisierend
den Odem des goldstaubenen Blütendufts,
im Licht der ewigen Quelle von Rot, Orange, Gelb
flatternd entsprungen,…

Es werden unterschiedliche künstlerische Arbeiten in der Ausstellung gezeigt. -Scheinbare Naturidyllen, die einen ironischen Blick auf den Ist-Zustand der Natur, des Planeten Erde werfen und oder auf mögliche Utopien verweisen, und oder an die Schönheit bzw. an die Kostbarkeit der Natur erinnern.

Kuratiert von andrea Dietrich

Öffnungszeiten:
So/Mi 15-18 Uhr und nach Vereinbarung: 0176 5340683


Corona-Hygienemaßnahmen

  • Bitte den Ausstellungsraum einzeln betreten.
  • Im Ausstellungsraum ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und ein Abstand von mindestens 2 m zu den anderen Ausstellungsbesuchern zu halten.
  • Es dürfen sich bis zu 7 Personen gleichzeitig im Ausstellungsraum aufhalten.
  • Achten Sie bitte, falls es zu Wartezeiten kommt, auch auf dem Gehweg auf ausreichend Abstand zu anderen Personen.

ausstellung

Die onomato Stipendiaten stellen aus

25. Juni – 04. Juli 2021
Abschlussausstellung des onomato Stipendiums
Eröffnung am Freitag, 25.06.  18 Uhr


In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstler*innenverein 6 Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der sechs Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir in dieser Ausstellung. Mit Arbeiten von:

Ute Bartel
Johanna K. Becker
Florian Bittner
Christa Gather
Inna Lipovets
Lotte Maiwald

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 17-19 Uhr, Sa+So 15-18 Uhr und nach Vereinbarung
Wir haben ein Corona-Hygienekonzept.
 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

ausstellung

321–2021: 1700 Jahre
jüdisches Leben in Deutschland

Der Engel der Geschichte
zurück ins zukünftige

Deutsch-Israelische Künstlerbegegnung
Hagar und Yaacov Hefetz, Terry Buchholz, Markus Mußinghoff

16. – 25. Juli 2021
Eröffnung am Freitag, 16. Juli 21 um 18:00 Uhr
Werkgespräch/Performance am Dienstag, 20.Juli um 19:00 Uhr

Der onomato-künstlerverein lädt anlässlich des Festjahres „1700 Jahre jüdisch- deutsches Leben“ das Künstlerpaar Hagar und Yaacov Hevetz aus Haifa, Israel zu einem Workshop, Gesprächen und dem Aufbau einer gemeinsamen Ausstellung, mit dem Künstlerpaar Markus Mußinghoff und Terry Buchholz nach Düsseldorf ein.

Während einer Recherche-Reise an die Mosel – und zur gleichen Zeit in Israel zum Kibbutz Eilon – gingen Hagar Hefetz und Terry Buchholz ihren familiären Wurzeln und ihren Erinnerungen nach. In Beilstein an der Mosel gab es seit 1309 eine jüdische Gemeinde. Buchholz und Mußinghoff besuchten das jüdische Viertel und die Synagoge. Sie trafen den Historiker und Soziologen Rainer Vitz zum Gespräch und Austausch von Geschichten jüdischen Lebens an der Mosel und im Ort. Währenddessen verfolgten Hagar und Yaacov Hefetz gemeinsam mit Hagars Geschwistern in Israel filmisch die Spuren und Erinnerungen ihrer Familie, der Familie Treidel, ihrer Mutter Gerda, die von ihrem Heimatort Alf/Mosel in den Naziwirren fliehen musste und viele Familienmitglieder im Holocaust verlor.

Der künstlerische Werdegang von Terry Buchholz und Markus Mußinghoff hat sich in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals an verschiedenen Orten mit dem von Yaakov Hefetz gekreuzt. So kam es zu gemeinsamen Teilnahmen an internationalen Ausstellungen und Projekten. Themen und Motive führten unabhängig voneinander zu verwandten Aus- drucksformen und Motiven, die jetzt in ein gemeinsames Projekt münden.

Wie kaum ein anderer israelischer Künstler hat Yaakov Hefetz, 1946 geboren, in seiner künstlerischen Arbeit die gesellschaftlichen Entwicklungen, Umbrüche und Strömungen in seinem Land künstlerisch reflektiert und bearbeitet: Dazu gehören große Rauminstal- lationen, Performances und Filme, Zeichnungen und Texte. Immer wieder kommt es zu Kooperationen mit seiner Frau Hagar Hefetz, die Motivik und Bilder im Umfeld von Yaakov´s Arbeiten in zeitgenössische Mosaike umsetzt.

Der Arbeitstitel „Engel der Geschichte“ bezieht sich auf Walter Benjamins geschichts- philosophischen Aufsatz „Über den Begriff der Geschichte“. In Paul Klees Bild „Angelus Novus“ (Israel-Museum, Jerusalem) identifiziert er den Engel der Geschichte, der im Rückblick auf die Vergangenheit die Verwüstungen der Gegenwart heilen will, aber von einem Sturm vom Paradies her in die Zukunft geweht wird. In diesem Bild verbindet Benjamin die materialistische Geschichtstheorie mit dem jüdischen Messianismus.

Der Kuratorin Terry Buchholz ist daran gelegen, diesen Zusammenhang herzustellen und das Augenmerk darauf zu richten, dass bei allen Diskursen und Verwerfungen innerhalb der Gesellschaften, die Gestaltungskraft, die Sehnsucht der Menschen nach Versöhnung mit ihrem Leben und ihrer Verortung, die unkonventionelle Sprache der Kunst selbst, der verbindende „Engel“ zwischen den Menschen ist oder sein kann.

Es ist den beteiligten KünstlerInnen gelungen die schwierige Zeit der Corona- Epidemie durch engagierte und beharrliche Zusammenarbeit zu füllen. Das Onomato freut sich, zum Anlass des Projektes „Engel der Geschichte“ den Gastkünstler Yaacov Hefetz zu Gesprächen und neuen Arbeiten vor Ort begrüßen zu dürfen. Unsere Gedanken sind bei Hagar Hefetz, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bei uns in Düsseldorf sein kann. Ihre Arbeit wird in der Ausstellung durch Fotos, dem Film „Familie Treidel – Die zweite Generation in Israel“ und ihre Mosaike vertreten sein.

Öffnungszeiten: Sa./So von 14:00 – 19:00 Uhr,
unter der Woche nach Vereinbarung: 0211-73 70 345

Gefördert durch:
321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.

TACTO: Traces of the future

Kunstprojekt von Paula Pedraza

06. – 15. August 2021

TACTO engages in future ways to imagine the technology of care, also leads to questions of human relations within other entities, how it shapes the way we perceive ourselves and how this perception frames the way we approach practices of care. This is highly important given to the socio-political conditions of the present world, it is about the connection we make with other humans, humanoids, and our surroundings from the fundamental inquiry of care, it is being prepared for the contingency and the challenges that future times will bring.

Art practices and spaces bring universal forms to engage and communicate from local places. It confronts and brings this understanding of care in the fast speed, blurred selves, and the daily basis practices of inhabitants of our current societies.

A detailed project description can be found here: Paula_Pedraza-TACTOsummary.pdf

Born in Bogotá, Colombia Pedraza makes use of performances that allow spectators to guide their time perception into struggles, practices, and unique occasions of exhaustion, emergency, and cycles. Her projects usually involve a research-based outcome, where there is usually a publication or essay which becomes material for speculation and experimentation, to configure a solid self-standing apparition.

Songs From Unfoundland

Performance von Sylvie Reinke-Norhausen und Stephen Reader

20. August 2021 um 18 Uhr

Zentral darin die wortlosen, jedesmal neu entstehenden Zwiegesänge, welche Sylvie (Musikerin) und Stephen (bildender Künstler) in den letzten zwei Jahren unter diesem Titel entwickelt haben.

Dazu kommen Bewegung im Raum, Gestisches, Gesprochenes, auch schon mal Installationen.
Diese Vokalimprovisationen, ursprünglich von georgischer Polyphonie inspiriert, haben sich inzwischen „verselbstständigt“, auch ins Experimentelle hinein — Menschen, die sie gehört haben, vermuteten schon die verschiedensten Traditionen und Orte dahinter, einige fanden es heilsam.

Während es in vorigen Performances einmal um Migration/Zugvögel ging („onomato scud“ 2017), ein anderes Mal  („WirrWorrr“ 2018) um Erinnerung und Konflikte zwischen Natur und Zivilisation im ausgehenden Anthropozän, geht es nun um Heimat, um ein Zuhause jenseits aller Schubladen, Ethnien, Territorien – das „ungefundene Land“ eben…

Eintritt frei, um „Hutspende“ wird gebeten.

ausstellung

Ein Gespinst aus Raum und Zeit

kunstpunkt 125

27. August – 05. September 2021, Eröffnung am Freitag 27.08. um 19 Uhr

Im Prozess der
künstlerischen Gestaltung entsteht ein eigener Zeit-Raum in einer spezifischen tragenden Atmosphäre und
eröffnet durch Konzentration und Reduktion Möglichkeiten für neue Perspektiven. Durch das
Sich-Überlassenkönnen in einen Augenblick entsteht ein besonderes Empfinden für Nähe und Ferne – ein
‘Gespinst aus Raum und Zeit‘ (Walter Benjamin). Das künstlerisch Gestaltete verlangt nach einer
unvoreingenommenen, nicht aneignenden Wahrnehmung.

Terry Buchholz
Harald Feyen
Bernard Langerock
Elisabeth Luchesi
Achim Raven
Frauke Tomczak
Horst Weierstall
Bernadett Wiethoff
Gäste:
Andrea Dietrich
Mechtild Hagemann
Markus Mußinghoff
Jens Stittgen

Öffnungszeiten: Do. Fr. Sa. So. jeweils 15 bis 18 Uhr

ausstellung

Schnee von Gestern

Künstlerbuch von Terry Buchholz

17.–26. September 2021, Eröffnung am Freitag, 17.09. um 19 Uhr

Das Künstlerbuch „Schnee von Gestern“ von Terry Buchholz besteht aus zwei Teilen: einer sogenannten Schweizer Broschür mit dem Bildteil und einem Textheft. Beide Hefte sind in Fadenbindung handgebunden. Das Papier ist hochwertiges Römerturm Conqueror Diamond.

In dem Textheft ist ein kurzes Essay von Dr. Stephan Kemperdick, Gemäldegalerie, Berlin, und ein Text von Ulrich Meyer-Husmann, Kurator, Mainz und Wiesbaden. Außerdem gibt es ein Gedicht von Terry Buchholz, ihre Kurzbiografie und ein Werkverzeichnis der gezeigten Arbeiten. Alle Beiträge sind von Ben del Rio ins Englische übersetzt worden.

In dem Bildteil unter dem Titel SCHNEE VON GESTERN, Paradise_Lost, sind Stoffarbeiten von 2006 bis 2011 und sporadisch entstehende Textarbeiten zwei Fotoserien von einer Griechenlandreise 2018, und einem Besuch des Louvre, 2019, gegenübergestellt. Im Mittelteil befinden sich einige Objekte von Terry Buchholz.

Das Buch ist mit einem Stipendium des Landes NRW 2021 produziert worden. Idee und Layout stammen von Terry Buchholz. Die Auflage beträgt 64 Stück. Anlässlich der Veranstaltung SCHNEE VON GESTERN im onomao-künstlerverein soll das Künstlerbuch und einige der Arbeiten aus dem Katalog vorgestellt werden.

Öffnungszeiten: Sa/So von 14:30 bis 19:00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung: 0211 73 70 345

ausstellung

321–2021: 1700 Jahre
jüdisches Leben in Deutschland

Dance With The Desert

Projektpräsentation mit Studierenden der University of Europe Berlin, der Hochschule Düsseldorf und der Bezalel University Jerusalem

04. – 10. Oktober 2021, – Eröffnung am 04.10. um 19 Uhr
Lecture mit Hadas Satt am 05.10.2021 um 19:30 Uhr (in englischer Sprache)

Zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ erforschen Studierende der University of Europe für Applied Sciences Berlin, der Hochschule Düsseldorf und der Bezalel University Jerusalem mit künstlerischen und dialogischen Formaten die Diversität jüdischen Lebens in Deutschland. Das Feld der Arbeiten ist so divers, wie die am Projekt beteiligten Student*innen, ihre jüdischen Partner*innen und Gäste. Gemeinsam erforschen sie ihren Alltag, Werte, Routinen, Interessen, Familienleben, Feste und vieles mehr – dies subjektiv, freundschaftlich, teils jenseits der Sprache mit künstlerischen Mitteln wie der Fotografie, dem Film, der Installation, AR Environments und Performances. Ziel des Projektes ist, Stereotypen und eingefahrene Narrative zu meiden. Wir wünschen uns, die Erzählungen über das jüdische Leben in Deutschland offener und reichhaltiger gestalten zu können, um damit weitere Anknüpfungspunkte für zukünftiges gemeinsames Leben und Arbeiten zu finden.

Das Projekt „Dance with the Desert“ besteht aus einem Ausstellungsteil und einem Interviewprojekt. Den Ausstellungsteil repräsentiert die Website ((dance-with-the-desert.de). Ab dem 10.6. wird diese online sein und sich sukzessive mit studentischen Projekten füllen. Dabei handelt es sich um künstlerische Positionen wie auch um beteiligungsoffene Arbeiten, die in Deutschland oder aber auf der Reise der Studierenden nach Israel weitere Mitwirkende finden können.

Das Interviewprojekt wird mit dem Ü-Wagen „Paradise-Park-“ (paradise-park.de) der Hochschule Düsseldorf durchgeführt. Der Ü-Wagen wird von Ort zu Ort wandern, sich an Stellen positionieren, an denen sich jüdische Kultur und Geschichte zeigt, sich Menschen treffen, die sich für das jüdische Leben interessieren. Wir werden Gäste einladen, die ihre subjektiven Geschichten erzählen und über ihre individuellen und spezifischen Erfahrungen jüdischen Lebens in Deutschland sprechen. Entstehen soll ein Archiv aus Videoporträts, das wachsen und wandern soll- sich verändern wird, über die Orte und die Zeit. Dieses Archiv werden wir mit auf die Reise nach Israel nehmen, danach wird dies weitere Ausstellungshäuser besuchen.

Der Ü-Wagen startet Anfang Juli in Berlin, nahe des jüdischen Museums. Positioniert wird er vor der Galerie feldfünf (feldfuenf.berlin), in der parallel die ersten Exponate der Studierenden ausgestellt sein werden.

Responsible: Prof. Katharina Mayer, UE Berlin, Hadas Satt, Bezalel University of Arts and Design Jerusalem Jerusalem, Prof. Anja Vormann, University of Applied Sciences Düsseldorf


Gefördert durch:
321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.

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