2021: Veranstaltungs-Archiv

Montagsgespräch

Alle 14 Tage um 19 Uhr im onomato – theoretisch

Aufgrund der Corona-Situation trifft sich die Montagsgruppe bis auf weiteres online. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen, Zugangsdaten bitte erfragen.

ausstellung

IMPRO 97

For those who wish to draw

22.01. – 22.03.2021 – Eröffnung am 22.01. ab 14 Uhr


literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

ausgerichtet von Frauke Tomczak

Die Lyrikreihe im onomato in und trotz der Coronakrise durchzuführen und zu gestalten, war eine bewußte Entscheidung. „Denn schließlich wollen wir doch nicht geistig, sinnlich und seelisch veröden!“ schrieb ich an Kerstin Hensel, eine gestandene Poetin, die in Kombination mit Friedrich Ani ebenfalls teilnehmen wird.

Um die schon bestehenden in Krisenzeiten immer zunehmenden Dichotomien nicht zusätzlich zu vermehren, greife ich zur Begründung auf die Verödung zurück: In der Tat wirken in Abwesenheit die erhebenden, will sagen über den Alltag hinaus gehenden Sinneseindrücke, die uns die Künste für gewöhnlich ermöglichen, wie sehnsuchtsvoll vermisste Verschollene. Das ist umso sprechender als wir wie so oft erst im Entbehren uns dessen bewußt werden, wie unentbehrlich das Abwesende, in diesem Fall die Künste, sind. Ja sie sind so existentiell wie das geistige tägliche Brot. Diesen Mangel buchstäblich sinnlich zu erfahren und zu spüren, hat immerhin den Wert, sich bewußt zu machen und zu erkennen, dass sie nicht nur unabdingbar zu unserem Leben gehören, sondern wir spüren instinktiv, dass eben dieses Quantum Kunst zugleich überlebenswichtig ist. Diese gespürte Erkenntnis präsent zu halten, wird nach der Krise eine zukunftsgerichtete Erinnerungsarbeit sein, die wir annehmen sollten.

Frauke Tomczak, Düsseldorf 04.12.2020

In diesem Sinne gestaltet sich die Lyrikreihe 8. Sie kann leider nicht leibhaftig sondern nur im Stream wahrgenommen werden – die jeweiligen Links zum Streaming, die auch den Einladungsmails beigefügt werden, sind ebenfalls auf der Webseite des onomato künstlervereins einsehbar. Wir freuen uns, Ihnen auch in dieser Runde ein hochkarätiges Programm präsentieren zu können:

Die Termine dieser Reihe, jeweils 19:30 Uhr:

Do. 10.12.2020: Stephen Reader trifft Dominik Dombrowski

Do. 25.03.2021: Kerstin Hensel trifft Friedrich Ani

Do. 15.04.2021: Lina Atfah trifft Hellmuth Opitz

Do. 29.04.2021: Nadja Küchenmeister trifft Levin Westermann

literatur

Poetische Begegnungen

Kerstin Hensel trifft Friedrich Ani

Donnerstag, 25.03.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/d9mUoTNjXiA

Gleichsam wie mit einer zusätzlichen Sprachbrille ausgestattet, erkundet Kerstin Hensel diverse Bereiche der Wirklichkeit: des Alltags, des Märchen im Alltag, der Mythen, des Spiels und Glücksspiels und immer wieder innere Welten. Ihre poetischen Mittel dabei sind oft idiomatische Wendungen, die überraschen, indem sie beim Wort genommen in fremden Kontexten auftauchen, Sprachspiele, die Wirklichkeiten durcheinanderwürfeln und einen surrealen Sog entwickeln.

1961 in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte Kerstin Hensel von 1983 – 85 am Literaturinstitut „Johannes R. Becher“ in Leipzig und arbeitete anschließend am Theater. 1987 erhielt sie in der 2. Runde seiner Verleihung – der Preis wurde 1986 erstmals vergeben – den renommierten Anna Seghers Preis. 1988 hatte sie einen Lehrauftrag an der „Hochschule für Schauspiel Ernst Busch“ in Berlin. Seit 2001 ist sie dort Professorin für Deutsche Verssprache.

Friedrich Ani, geb 1959 in Bayern, ist vielen Krimilesern durch seine zahlreichen „Tabor-Süden-Romane“ und weitere jeweils nach ihren Ermittlern benannte Krimireihen bekannt. Sein äußerst vielseitiges Werk umfasst neben weiteren Drehbüchern ebenso Romane und Erzählungen, Jugendromane, Bühnenstücke, Hörspiele sowie insgesamt 7 Lyrikbücher.

Lesen wird er aus den neuesten beiden Büchern: „Im Zimmer meines Vaters“ aus dem Jahr 2017 – entstanden während der Zeit, in der Friedrich Ani seinen betagten Vater bis zu seinem Tod pflegte – und „Die Raben von Ninive“, erschienen im letzten Jahr, 2020. Die Balladen genannten Gedichte in diesem Band beleben das alte, narrative und zugleich expressive Genre der Lyrik weniger hinsichtlich der Form als in den unzähligen, mal dramatischen, mal melancholischen Erzählungen von menschlichen Schicksalen und bewegenden Ereignissen, die intensiv, anschaulich und nah werden durch eine poetische Sprache, die frappierende Bilder generiert. In ihnen gerinnt das Erzählte zur umrissenen Figur und bleibt doch zugleich in Bewegung: Geschenke unterm Christbaum: der „bunte/ Weihnachtsberg ein Haufen/ Abfall unbenutzter Liebe.“

Bis ich selbst mich finde dann
Hat die Nacht vier Ecken

Kerstin Hensel aus „Schleuderfigur“

… zwischen
uns ein Tisch, ich sitze
hier und schabe Tränen aus
dem alten harten Holz.

Friedrich Ani aus „Im Zimmer meines Vaters“

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf und die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land

ausstellung

Horst Weierstall

„Das Buch der Gezeiten“
Fensterinstallation Düsseldorf/Nikosia

27.03. – 11.04.2021

Das Projekt „Buch der Gezeiten“ entstand 2019 in Düsseldorf für den neuen „Kunstraum Goethe“ des Goetheinstituts Nikosia, Zypern.

Die Installation besteht aus Malereien, Aphorismen und einem Künstlerbuch. Die Arbeiten sind offen strukturiert und ermöglichen eine partizipierende Lesart. Das Projekt ist vom Fenster- und Eingangsbereich des Onomato einsehbar.

Seit 1981 realisiert Horst Weierstall raumbezogene Projekte, Installationen und Aktionen, die Grenzsituationen thematisieren. Ein Filmporträt des Künstlers, gefördert durch das Goethe Institut Zypern, können sie hier sehen: vimeo.com/385544900.

Kuratiert von Terry Buchholz

Öffnungszeiten: Die Ausstellung ist durchgehend im Schaufenster zu sehen. Der Innenbereich kann nach telefonischer Absprache unter Einhaltung der geltenden Coronaregeln betreten werden:
0152 25770460

literatur

Poetische Begegnungen

Hellmuth Opitz trifft Lina Atfah

Donnerstag, 15.04.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/6kPzega9ePo

Lina Atfah, 1989 in der syrischen Stadt Salamiyah geboren, schrieb schon in ihrer Heimat Gedichte und eckte prompt bei einer Lesung mit einem Gedicht politischen und sozialen Inhalts an, wurde der Gotteslästerung und Staatsbeleidigung beschuldigt. Nach anhaltenden Schikanen – Vorladungen, Befragungen, Untersuchungen in Damaskus – gelang ihr 2014 die Ausreise. Deutschland wurde ihre zweite Heimat.

Ihre Gedichte erzählen in einer bilderreichen, anspruchsvoll poetischen Sprache vielfach von den Schrecken ihres Heimatlandes: „das Morden ist das neue Antlitz dieses Landes“ (aus: „Lina und Leila und der Wolf“), doch ebenso von lichten wie paradiesischen Kindheitserinnerungen. Symptomatisch ist aber auch, dass ihr titelgebendes Gedicht „Das Buch von der fehlenden Ankunft“, von dem es heißt „wir werden ertrinken oder überleben, damit wir das Buch der Ankunft schreiben“, mit den Worten endet: „am Anfang war die Flucht … und am Ende.“ Über das Massaker an den Menschen eines ganzen Dorfes in der Nähe ihrer Geburtsstadt schreibt Atfah:

Die Nacht ist keine untergehende Sonne
die Nacht ist die Nacht der Herzen
und der Straßen, die Dolche zwischen ihren Steinen verstecken.

Lina Atfah „Die letzte Nacht des Dorfes“.

Wie wunderbar leicht und luftig ihre Poesie jenseits der Nächte des Schreckens sein kann, offenbart ihr Gedicht „Federn“:

Die Luft plant eine Verzückung der Rosen
einen Schauer, eine Brechung
ein Gedächtnis, das die Rosen verstreut.

Hellmuth Opitz, 1959 geboren, lebt in Bielefeld und ist nicht erst gestern mit seiner vielfältigen Lyrik in Erscheinung getreten. Schon 1996 veröffentlichte er sein Gedichtbuch „Engel im Herbst mit Orangen“, danach „Die Sekunden vor Augenaufschlag“, 2006 und „Die Dunkelheit knistert wie Kandis“, 2011 und schließlich das Buch, aus dem er auch lesen wird „In diesen leuchtenden Bernsteinmomenten“, 2017. Er wurde 2012 mit dem Post Poetry Preis des Landes NRW und 2016 mit dem Menantes Preis für erotische Dichtung ausgezeichnet.

Hellmuth Opitz versteht es, in einer einfachen, klaren Sprache mit wenigen, durchdacht eingesetzten poetischen Mitteln die unterschiedlichsten Lebenswege, Charaktere und immer wieder Alltagssituationen so zu präsentieren, dass sie ins Bild gesetzt sind. Auf diese Weise erzählen seine Gedichte, ohne erzählerisch zu sein, in Bildern. Sie erzählen vom Kirschenpflücken mit der Liebsten, von einer nicht mehr ganz jungen Frau nach ihrer Scheidung im Freundeskreis, von einer Irrfahrt im Gewerbegebiet, von den „Clans der Bettler“ und dem „Skulpturenpark der Demut.“

In Japan, sagt einer, klebt man die Scherben zerbrochener Vasen mit Gold zusammen,
so wird der Schaden mit Schönheit verfugt.

Hellmuth Opitz aus: „Beschädigte Ware“.

Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf und die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land


literatur

Poetische Begegnungen

Levin Westermann trifft Nadja Küchenmeister

Donnerstag, 29.04.2021 19:30 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/aY2nH3xfa8k


Nadja Küchenmeister und Levin Westermann gehören beide der sogenannten jungen Lyrikgeneration an. Ihre poetischen Debüts wurden Anfang der Zehner Jahre veröffentlicht.: Nadja Küchenmeisters „Alle Lichter“ 2010 im renommierten Verlag Schöffling & Co, Levin Westermanns „unbekannt verzogen“ 2012 bei luxbooks.

Nadja Küchenmeister, geboren 1981 in Berlin, wo sie aufwuchs und noch heute lebt, studierte Germanistik und Soziologie an der Technischen Universität Berlin und literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Neben der Poesie hat sie, mehrfach in Zusammenarbeit mit dem Lyriker Norbert Hummelt, auch Rundfunkessays geschrieben. Für ihre Gedichtbücher „Alle Lichter“, 2010 und „Unter dem Wacholder“, 2014 erhielt sie u.a. den Mondseer Lyrikpreis und den Ulla-Hahn-Autorenpreis.

Ihr jüngster Lyrikband „Im Glashaus“ von 2020 ist als Konzeptbuch angelegt: „helle mitte“ ist eine Sammlung von Gedichten zu Beginn, „dunkle mitte“ zum Abschluss überschrieben. Ihr poetisches Verfahren, teils aus sprachlich motivierten, teils aus inhaltlichen Elementen ihre lyrischen Kompositionen aufzubauen, gibt Rätsel auf, die ihre Gedichte in einem Schwebezustand halten.

aber das ist unser abschied, da ist etwas
amseliges, das aus bäumen ruft, vorbei.

aus Nadja Küchenmeister „das ist unser abschied“

Levin Westermann, geboren 1980 in Meerbusch, studierte an der Hochschule der Künste Bern und lebt im schweizerischen Biel. Für seine Lyrikbücher „3511 Zwetajewa“, 2017 und „bezüglich der schatten“, 2020, beide bei Matthes & Seitz erschienen, erhielt er den angesehenen Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg und den Schweizer Dichterpreis 2021.

Eine wiederkehrende Elementarsituation in seiner Dichtung ist das gefahrvolle Unterwegssein des Menschen. Ob als Flucht oder als Expedition kann es übergreifen auf die innere Bewegung der Emotionen und Imaginationen. Levin Westermann ist ein Virtuose der sprachlichen Erkundung der Sinne auf dem schmalen Grat der Innen-Außen-Grenzen in einem menschlichen Körper, der sich seiner Verletzlichkeit und Zerbrechlichkeit nur zu bewusst ist.

….fortwährend
läuft dasselbe band, ein hörbild
namens leben. …

aus Levin Westermann „zerrüttung. II.“


Gefördert durch die Kunst­stif­tung NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf und die die Spar­kas­sen-Kultur­stif­tung Rhein­land


literatur

Europe in the city
Beitrag zur Düsseldorfer Europawoche – 1.-9. Mai 2021

Portugiesisches Tagebuch

Autorenlesung mit Vera Henkel, musikalisch begleitet durch die Band Hervidero

Montag, 03.05.2021 19 Uhr
Livestream Link: https://youtu.be/jZEitPcNB90

Die Autorin Vera Henkel, die 15 Jahre in Portugal gelebt hat, liest aus ihren Aufzeichnungen über Land und Leute. Von weiteren innereuropäischen Reisen gibt es ebenfalls Kostproben.

Einen Auszug aus dem „Portugiesischen Tagebuch“ finden Sie hier:
verahenkel.com/pt-tb-auszug

Hervidero wurde 2017 in Düsseldorf gegründet. Ein Brodeln aus Latin-, Reggae und Funk-Rock. Eine imaginäre Spielfläche, die auf Reisen geht und im Balkan und Orient vorbeikommt. Archaisch, roh, improvisiert und hispanophil: soundcloud.com/hervidero.

Gefördert duch die Landes­haupt­stadt Düssel­dorf / Büro für Internationale und Europäische Angelegenheiten

ausstellung

Paradiesmomente

05. – 13. Juni 2021
Eröffnung am Samstag, 05.06.  18 Uhr

Paradiesmomente
des Ursprungs
festgeschrieben in den Buchen der Wälder :
Dunkel, hell, verwandelt, wiederholt, gedreht
Hülle um Hülle hüllt ein, irisierend
den Odem des goldstaubenen Blütendufts,
im Licht der ewigen Quelle von Rot, Orange, Gelb
flatternd entsprungen,…

Es werden unterschiedliche künstlerische Arbeiten in der Ausstellung gezeigt. -Scheinbare Naturidyllen, die einen ironischen Blick auf den Ist-Zustand der Natur, des Planeten Erde werfen und oder auf mögliche Utopien verweisen, und oder an die Schönheit bzw. an die Kostbarkeit der Natur erinnern.

Kuratiert von andrea Dietrich

Öffnungszeiten:
So/Mi 15-18 Uhr und nach Vereinbarung: 0176 5340683


Corona-Hygienemaßnahmen

  • Bitte den Ausstellungsraum einzeln betreten.
  • Im Ausstellungsraum ist ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen und ein Abstand von mindestens 2 m zu den anderen Ausstellungsbesuchern zu halten.
  • Es dürfen sich bis zu 7 Personen gleichzeitig im Ausstellungsraum aufhalten.
  • Achten Sie bitte, falls es zu Wartezeiten kommt, auch auf dem Gehweg auf ausreichend Abstand zu anderen Personen.

ausstellung

Die onomato Stipendiaten stellen aus

25. Juni – 04. Juli 2021
Abschlussausstellung des onomato Stipendiums
Eröffnung am Freitag, 25.06.  18 Uhr


In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstler*innenverein 6 Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Künstlerinnen und Künstler vergeben. Die innerhalb der sechs Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir in dieser Ausstellung. Mit Arbeiten von:

Ute Bartel
Johanna K. Becker
Florian Bittner
Christa Gather
Inna Lipovets
Lotte Maiwald

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 17-19 Uhr, Sa+So 15-18 Uhr und nach Vereinbarung
Wir haben ein Corona-Hygienekonzept.
 

Logo: Kulturamt DüsseldorfEine Veranstaltung in Zu­sammenar­beit mit dem Kultur­amt der Landes­haupt­stadt Düssel­dorf

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