2019: Veranstaltungs-Archiv

 

literatur

Poetische Begegnungen

Lyrikreihe im onomato

kuratiert von Frauke Tomczak

Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe im onomato auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker/innen erst in der Lesung, dann im Gespräch. Die Reihe hat sich aber der nicht immer glücklichen Entgegensetzung „Bekannt trifft Unbekannt“ entledigt und ersetzt sie durch das Zentrum, das von Anfang an ihren besonderen „Kick“ ausgemacht hat: die spannungsreiche und oft fruchtbare gegenseitige poetische Begegnung. Dieser sachlichere Titel erlaubt überdies eine größere Offenheit und Freiheit in der Kombination: auch zwei Lyriker/innen mittleren Bekanntheitsgrades können sich unter dem neuen Titel begegnen. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten/innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben..

Die Termine dieser Reihe:

Mi. 12.12.2018: Marie T. Martin trifft Stan Lafleur

Mi. 30.01.: Olga Martynova trifft Gerhard Falkner

Mi. 27.02.: Ulrike Almut Sandig trifft Tristan Marquardt

Mi. 13.03.: Mirko Bonné trifft Durs Grünbein

Eintritt: 3,- / 2,- Euro ermäßigt

literatur

Vera Henkel: Lesung und Buchvorstellung

Mi., 16.01.  19:30 Uhr

Der Name Vera Henkel war in der literarischen Szene des Rheinlandes schon zu Zeiten von Peter Maiwald und John Linthicum ein Begriff. Damals gehörte sie zu den ambitionierten jungen PoetInnen um Alexander Nitzberg und gewann 1996 den Open Mike.

Heute kann sie auf eine vielfältige Sammlung literarischer Texte zurückblicken, von der die neueste Veröffentlichung „Ein fliehendes Kinn. Texte aus Jahrzehnten“, Ende 2018 erschienen, einen Überblick bietet: satirisch bis grotesk zugespitze, oft absonderliche und komische Alltagsskizzen, die vor allem eines bewirken: sie bringen uns zum Lachen. So beginnen wir das Neue Jahr mit einem poetischen Lachen.

literatur

Poetische Begegnungen

Olga Martynova trifft Gerhard Falkner

Mi., 30.01.2019  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Mit Olga Martynova und Gerhard Falkner sind in der Lyrikreihe zwei hochgeschätzte Schriftsteller zu Gast, die sich trotz ihrer Anerkennung von ihrer Lust, Neues auszuprobieren und zu experimentieren nichts haben nehmen lassen.

Olga Martynova, 1962 in Sibirien geboren, in Leningrad aufgewachsen, hatte dort zusammen mit ihrem im letzten Jahr verstorbenen Mann, dem Dichter Oleg Jurjew, die Künstlergruppe und noch heute existierende Plattform „Kamera chranenija“, auf deutsch etwa „Aufbewahrungsort“, gegründet. Seit 1990 lebt sie in Deutschland. In der Tradition der avantgardistischen Gruppe „Oberiu“ aus den 20iger und 30iger Jahren um Daniil Charms hält sich ihre Lyrik weder an konsistente Raum/Zeitgrenzen, noch irgend an geltende Naturgesetze. Und doch transportieren die Gedichte durch ihre bildstarke, sinnliche Präsenz und ihr deutliches Insistieren auf einem thematischen Verdichtungspunkt Figurationen, die vom „Wiesenjenseits“ einer gestorbenen Biene bis zum Bild der Sprache als Falter mit dem „Hinkeflügel“, der sich halb über, halb unter Wasser bewegt, sowohl unsere Imagination wie auch unser Denken ihrerseits in Bewegung setzen.

Gerhard Falkner, 1951 im mittelfränkischen Schwabach geboren, erregte schon 1981 mit seinem ersten Gedichtbuch „so beginnen am körper die tage“ Aufsehen: gegen die „Befindlichkeitslyrik“ der späten 70iger Jahre setze er einen deutlichen Akzent – wenn auch im freien Vers – auf eine formal durchgestaltete poetische Sprache. Es folgten weiter Gedichtbände in steter Folge bis er in seinem Essayband „Über den Unwert des Gedichts“, 1993 – ganz in avantgardistischer Manier – seinen Rückzug aus dem Literaturbetrieb ankündigte und sich doch – das stete Paradox der Avantgarden – nach vierzehn Jahren, im Jahr 2000 mit dem wiederum vielbeachteten Gedichtbuch „Endogene Gedichte“ rückmeldete. Dem sollten seine wichtigsten lyrischen Werke „Hölderlin Reparatur“, 2008, und „Pergamon Poems“, 2012 folgen. 2009 erhielt er den Peter Huchel Preis. Die Gleichzeitigkeit von Prägnanz, Anschaulichkeit, frappierenden Zeitsprüngen und Leichtigkeit, mit der er etwa in dem Gedicht „Artemis“ von der semi-plastischen Bildlichkeit der Artemis im Pergamon Fries über mehr als zweitausend Jahre in die „Kill Bill“- Filmwelt von Quentin Tarantino springt, ist so atemberaubend und treffend zugleich, dass sie für beide Welten vor- und rücklings vieles zu denken gibt.

Ein klares Profil fügt er in Kopfmitte ein:
als den Schatten eines Teufels im Schnee,
am dritten Ufer von zwein.

Olga Martynova: Tschwirka, beschwipst vom Winter (1)

Kill Bill, gespielt von Himmlischen (Götterkino)
die Torsi torkeln von der Wucht des Schönen

Gerhard Falkner: Artemis

 

Gefördert durch das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf und die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

OPEN CALL

zur Ausstellung: „Regarding Yoko Ono“

Yoko Ono ist eine Konzept Künstlerin. Sie hat neben großen Ausstellungen und Performances auch Performance-Anleitungen Konzipiert. Ono ist in ihren Arbeiten sehr weitgefasst und hält eine große Vielfalt an Darstellungen und Möglichkeiten sich auf sie zu beziehen bereit.

Ich möchte eure Beteiligung an dieser Ausstellung! Der Grundgedanke bei Yoko Ono, ist die Individualität in der Gemeinschaft und deshalb können von euch Zeichnungen, Bilder, Fotos im Format bis DinA3 dabei sein. Zusätzlich können Performances eingereicht werden.

Ich freue mich auf eure Beiträge und bei Fragen bin ich zu erreichen unter 0178 90 46 878.

Abgabetermin: am 7.3. zwischen 10 – 12 Uhr
oder in Absprache mit Inken Boje: info@inkenboje.de.

Dauer der Ausstellung: 08.03. – 10.03.2019

Öffnungszeiten:
Fr. 08.03. 19–21 Uhr
Sa. 09.03. 14–18 Uhr
So. 10.03. 12–18 Uhr

Abholung: 12.03. um 10–12 Uhr

Herzliche Grüße Inken Boje

literatur

Poetische Begegnungen

Ulrike Almut Sandig trifft Tristan Marquardt

Mi., 27.02.  19:30 Uhr  Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Es nimmt nicht wunder dass Ulrike Almut Sandig bei ihren Musikauftritten viele ihrer Poeme auch singt, vor allem aus ihrem jüngsten Lyrikbuch mit dem ellenlangen Titel „ich bin ein Feld voller Raps, verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt“, 2016. Stellen die darin versammelten Gedichte doch zugleich expressiv einprägsame wie bewegende Szenarien mit gekonnt charakteristischen wenigen Strichen vor Augen, die auch gelesen ihre musikalische Rhythmik entfalten.

Obwohl er intensiv über die lyrischen Anfänge im hochmittelalterlichen Minnesang gearbeitet hat – das Ergebnis ist die imponierende zweisprachige Sammlung „Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen“, die er 2017 zusammen mit Jan Wagner herausgegeben hat, erinnert seine eigene Lyrik doch weniger an Gesang als an ein eigentümlich verwobenes und verschachteltes Stenogramm von Außen- und Innenwahrnehmungen, Momentaufnahmen und wie aus der „Tiefsee“ aufsteigenden Fetzen aus der digitalen Welt – „Scrollen in Tiefsee. Gedichte“, 2018.
Diese poetische Begegnung zweier jüngerer Dichter verspricht, ein ungewöhnlicher und eigenwilliger Lyrikabend voller Überraschungen zu werden.

in der heimat brechen sich namen an der scholle,
im wort: was dort angebaut wird, ist mir fremd“

Ulrike Almut Sandig: meine heimat

(…) haufen aus blendflecken als
geschichte des blicks, im dunkeln, beim schälen des tischs.

Tristan Marquardt: blickinsassen

 

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf und die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

 

ausstellung

Regarding Yoko Ono /
Jerónimo Arteaga-Silva

Düsseldorf Photo Weekend 2019

08. – 10.03.2018

Wir beteiligen uns am „Düsseldorf Photo Weekend 2019“ mit einer Doppel-Ausstellung:

Open Call: Regarding Yoko Ono
Wir zeigen Bilder, Objekte und eine Performance, die zu unserem Open-Call: „Regarding Yoko Ono“ eingereicht wurden. Die durch Yoko Ono inspirierten Arbeiten thematisieren die Grundproblematik von Individualität in der Gemeinschaft.

 

Jerónimo Arteaga-Silva: Corners
Mit seinen neuen Serie von Architek­tur­foto­grafien dokumentiert der mexikanischen Fotograf Jerónimo Arteaga-Silva Grenzflächen und Übergänge von Raum­situationen mit vielfältigen Mustern, Linien und Materialien. Ein Stillleben der Räume, deren suggestive Oberflächen makellos scheinen und eine quasi utopische Auffassung der Realität vermitteln. Es ist ein Konzept von Konstruktion und Dekon­struktion.
jeronimoarteaga.com

 

Öffnungszeiten
08. März, 19:00 – 21:00 Uhr
09. März, 14:00 – 20:00 Uhr
10. März, 12:00 – 18:00 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de

literatur

Poetische Begegnungen

Mirko Bonné trifft Durs Grünbein

Mi., 13.03. 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei

Dieser fraglos glänzende Abschluss der aktuellen Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN wird von zwei außergewöhnlichen Poeten gestaltet: dem vielfach ausgezeichneten Mirko Bonné und dem Büchnerpreisträger Durs Grünbein.

Mirko Bonné, 1965 in Tegernsee geboren, zog 1975 mit seinen Eltern nach Hamburg. Seit 2013 lebt er dort als freier Schriftsteller: er schreibt Lyrik und Romane und übersetzt vor allem Werke englischsprachiger Dichter wie Anderson, Emily Dickinson, Keats, Cummings, Creely und Yeats. Von 1994 bis heute hat er sechs Lyrikbücher veröffentlicht, u.a. „Gelenkiges Geschöpf. Gedichte“, 1996, „Hibiscus Code“, 2003, „Die Republik der Silberfische“, 2008, „Traklpark“, 2012 und „Wimpern und Asche“, 2017. Von seinen zahlreichen Romanen seien ebenfalls nur einige Titel genannt: „Ein langsamer Sturz“, 2002, „Der eiskalte Himmel“, 2006, „Nie mehr Nacht“, 2013, „Lichter als der Tag“, 2017 und das nach Saint Exupéry erzählte Märchen „Die Widerspenstigkeit“ in dem Düsseldorfer Karl Rauch Verlag, 2017 erschienen.

Mirko Bonné hat diverse Stipendien – Stipendium der Villa Concordia, Bamberg, New York Stipendium des Deutschen Literaturfonds – und mehrfach Auszeichnungen erhalten: den Ernst-Willner-Preis 2002, den Ernst-Meister-Förderpreis 2008 und den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis 2010.

Durs Grünbein, geboren 1962 in Dresden, damals noch in der ehemaligen DDR, gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartslyriker. Er lebt mit seiner Frau Eva Sichelschmidt und ihren gemeinsamen drei Kindern in Rom. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, Hamburg, Leipzig und der Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Er hat mehrere Poetikvorlesungen gelesen: 2007/08 hatte er die Heine Gastprofessur der Heinrich Heine Universität inne, 2008 in Zürich „Drei cartesianische Meditationen“, 2009/10 die Frankfurter Poetikvorlesung. Seit 2005 ist er Professor für Poetik an der Kunstakademie Düsseldorf.

Aus der langen Reihe seiner Auszeichnungen seien nur die folgenden erwähnt: 1992 Bremer Literaturpreis, 1993 Niclas Born Preis für Lyrik, 1995 Peter Huchel Preis, 1995 Georg Büchner Preis, 2005 Hölderlin Preis, 2012 Tomas-Tranströmer Preis. Von seinen insgesamt 20 Lyrikbüchern von 1988 bis heute können hier ebenfalls nur einige Titel genannt werden: „Schädelbasislektion“, 1991, „Falten und Fallen“, 1994, „Erklärte Nacht“, 2002, „Porzellan. Poem vom Untergang meiner Stadt“, 2005, „Strophen für übermorgen“, 2007, „Koloss im Nebel“, 2012, „Cyrano oder die Rückkehr vom Mond“, 2014, „Zündkerzen“, 2017. Aus den beiden letztgenannten Büchern wird Durs Grünbein lesen.

Die ZuhörerInnen erwartet ein hochspannender und bewegender Abend.

Und am Ufer sitzen Frauen,
essen aus hellen Tüten
das Licht, Licht
im November.

Mirko Bonné: Mauerseglerhitze

Es kamen die Eiszapfendiebe,
Sie brachen den Wörtern die Spitze ab.

Durs Grünbein: Rohe Eier

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissen­schaft NRW, das das Kul­tur­amt der Lan­des­haupt­stadt Düsseldorf und die Kunst- und Kultur­stiftung der Stadt­spar­kasse Düssel­dorf

 

100 Jahre Bauhaus

Das Bauhaus hatte viele Väter –
wie eine Legende entstand

Bildvortrag von Thomas Brandt

Dienstag, 19.03.2019 19 Uhr

Warum wurde gerade Walter Gropius Gründer des „Bauhauses“ und wie kam die legendäre Schule zu ihrem Namen?

Was ist eigentlich der „Deutsche Werkbund“, von dessen Ideen sich Walter Gropius bei der Gründung des „Bau­hauses“ inspirieren ließ und was war das Besondere an der „Bauhaus“-Ausbildung, dass sie Studierende aus der ganzen Welt anzog? War es eine Art Kunst­gewerbe­schule?

Weshalb wurde sie gerade in Weimar gegründet, einer verträumten, kleinen Stadt fern der modernen Metropolen? Und warum stammt das erste Schulgebäude des „Bauhauses“ von Henry van de Velde, dem belgischen Jugendstil-Architekten?

Sollten Sie alle diese Fragen beantworten können, brauchen Sie diesen Vortrag nicht zu hören. Wenn nicht, sollten Sie kommen und dabei sein.

100 Jahre Bauhaus

Weimar / Dessau / Berlin –
drei Stationen neuer Gestaltung

Bildvortrag von Thomas Brandt

Dienstag, 26.03.2019 19 Uhr

14 Jahre nur hat das „Bauhaus“ existiert. Es war eine einzigartige Ansammlung der
fortschrittlichsten Künstler und Gestalter ihrer Zeit, von Walter Gropius über Paul Klee, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer bis zu Wassily Kandinsky – und wurde dabei immer wieder so heftig angegriffen wie gepriesen.

Zwei Mal musste es wegen der Nationalsozialisten seine Zelte abbrechen, drei Direktoren haben es in sehr unterschiedlicher Weise geprägt. Gewonnen haben die Nazis ihren Kampf nicht, denn durch Emigration hat sich der „Bauhaus“-Gedanke international verbreitet. Die Vielfalt dessen, was in Weimar, Dessau und Berlin geschah, ist heute einem recht einseitigen Bild dieser besonderen Schule gewichen.

Folgen Sie einer spannenden Schilderung der Wege dieses legendären Schulmodells.

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