Montagsgespräch
Alle 14 Tage um 19 Uhr
Alle Termine in diesem Jahr:
- 07. und 21. Januar
- 04. und 18. Februar
- 11. und 25. März
- 08. und 29. April
- 13. und 27. Mai
- 17. Juni
- 01., 15. und 29. Juli
- 12. und 26. August
- 09. und 23. September
- 07. und 21. Oktober
- 04. und 18. November
- 02. und 16. Dezember
literatur
Poetische Begegnungen
Lyrikreihe im onomato
kuratiert von Frauke Tomczak
Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe im onomato auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker/innen erst in der Lesung, dann im Gespräch. Die Reihe hat sich aber der nicht immer glücklichen Entgegensetzung „Bekannt trifft Unbekannt“ entledigt und ersetzt sie durch das Zentrum, das von Anfang an ihren besonderen „Kick“ ausgemacht hat: die spannungsreiche und oft fruchtbare gegenseitige poetische Begegnung. Dieser sachlichere Titel erlaubt überdies eine größere Offenheit und Freiheit in der Kombination: auch zwei Lyriker/innen mittleren Bekanntheitsgrades können sich unter dem neuen Titel begegnen. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten/innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben..
Die Termine dieser Reihe:
Mi. 12.12.2018: Marie T. Martin trifft Stan Lafleur
Mi. 30.01.: Olga Martynova trifft Gerhard Falkner
Mi. 27.02.: Ulrike Almut Sandig trifft Tristan Marquardt
Mi. 13.03.: Mirko Bonné trifft Durs Grünbein
Eintritt: 3,- / 2,- Euro ermäßigt
literatur
Vera Henkel: Lesung und Buchvorstellung
Mi., 16.01. 19:30 Uhr
Der Name Vera Henkel war in der literarischen Szene des Rheinlandes schon zu Zeiten von Peter Maiwald und John Linthicum ein Begriff. Damals gehörte sie zu den ambitionierten jungen PoetInnen um Alexander Nitzberg und gewann 1996 den Open Mike.
Heute kann sie auf eine vielfältige Sammlung literarischer Texte zurückblicken, von der die neueste Veröffentlichung „Ein fliehendes Kinn. Texte aus Jahrzehnten“, Ende 2018 erschienen, einen Überblick bietet: satirisch bis grotesk zugespitze, oft absonderliche und komische Alltagsskizzen, die vor allem eines bewirken: sie bringen uns zum Lachen. So beginnen wir das Neue Jahr mit einem poetischen Lachen.
literatur
Poetische Begegnungen
Olga Martynova trifft Gerhard Falkner
Mi., 30.01.2019 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
Mit Olga Martynova und Gerhard Falkner sind in der Lyrikreihe zwei hochgeschätzte Schriftsteller zu Gast, die sich trotz ihrer Anerkennung von ihrer Lust, Neues auszuprobieren und zu experimentieren nichts haben nehmen lassen.
Olga Martynova, 1962 in Sibirien geboren, in Leningrad aufgewachsen, hatte dort zusammen mit ihrem im letzten Jahr verstorbenen Mann, dem Dichter Oleg Jurjew, die Künstlergruppe und noch heute existierende Plattform „Kamera chranenija“, auf deutsch etwa „Aufbewahrungsort“, gegründet. Seit 1990 lebt sie in Deutschland. In der Tradition der avantgardistischen Gruppe „Oberiu“ aus den 20iger und 30iger Jahren um Daniil Charms hält sich ihre Lyrik weder an konsistente Raum/Zeitgrenzen, noch irgend an geltende Naturgesetze. Und doch transportieren die Gedichte durch ihre bildstarke, sinnliche Präsenz und ihr deutliches Insistieren auf einem thematischen Verdichtungspunkt Figurationen, die vom „Wiesenjenseits“ einer gestorbenen Biene bis zum Bild der Sprache als Falter mit dem „Hinkeflügel“, der sich halb über, halb unter Wasser bewegt, sowohl unsere Imagination wie auch unser Denken ihrerseits in Bewegung setzen.
Gerhard Falkner, 1951 im mittelfränkischen Schwabach geboren, erregte schon 1981 mit seinem ersten Gedichtbuch „so beginnen am körper die tage“ Aufsehen: gegen die „Befindlichkeitslyrik“ der späten 70iger Jahre setze er einen deutlichen Akzent – wenn auch im freien Vers – auf eine formal durchgestaltete poetische Sprache. Es folgten weiter Gedichtbände in steter Folge bis er in seinem Essayband „Über den Unwert des Gedichts“, 1993 – ganz in avantgardistischer Manier – seinen Rückzug aus dem Literaturbetrieb ankündigte und sich doch – das stete Paradox der Avantgarden – nach vierzehn Jahren, im Jahr 2000 mit dem wiederum vielbeachteten Gedichtbuch „Endogene Gedichte“ rückmeldete. Dem sollten seine wichtigsten lyrischen Werke „Hölderlin Reparatur“, 2008, und „Pergamon Poems“, 2012 folgen. 2009 erhielt er den Peter Huchel Preis. Die Gleichzeitigkeit von Prägnanz, Anschaulichkeit, frappierenden Zeitsprüngen und Leichtigkeit, mit der er etwa in dem Gedicht „Artemis“ von der semi-plastischen Bildlichkeit der Artemis im Pergamon Fries über mehr als zweitausend Jahre in die „Kill Bill“- Filmwelt von Quentin Tarantino springt, ist so atemberaubend und treffend zugleich, dass sie für beide Welten vor- und rücklings vieles zu denken gibt.
Ein klares Profil fügt er in Kopfmitte ein:
als den Schatten eines Teufels im Schnee,
am dritten Ufer von zwein.
Olga Martynova: Tschwirka, beschwipst vom Winter (1)
Kill Bill, gespielt von Himmlischen (Götterkino)
die Torsi torkeln von der Wucht des Schönen
Gerhard Falkner: Artemis
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, das das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf



OPEN CALL
zur Ausstellung: „Regarding Yoko Ono“
Yoko Ono ist eine Konzept Künstlerin. Sie hat neben großen Ausstellungen und Performances auch Performance-Anleitungen Konzipiert. Ono ist in ihren Arbeiten sehr weitgefasst und hält eine große Vielfalt an Darstellungen und Möglichkeiten sich auf sie zu beziehen bereit.
Ich möchte eure Beteiligung an dieser Ausstellung! Der Grundgedanke bei Yoko Ono, ist die Individualität in der Gemeinschaft und deshalb können von euch Zeichnungen, Bilder, Fotos im Format bis DinA3 dabei sein. Zusätzlich können Performances eingereicht werden.
Ich freue mich auf eure Beiträge und bei Fragen bin ich zu erreichen unter 0178 90 46 878.
Abgabetermin: am 7.3. zwischen 10 – 12 Uhr
oder in Absprache mit Inken Boje: info@inkenboje.de.
Dauer der Ausstellung: 08.03. – 10.03.2019
Öffnungszeiten:
Fr. 08.03. 19–21 Uhr
Sa. 09.03. 14–18 Uhr
So. 10.03. 12–18 Uhr
Abholung: 12.03. um 10–12 Uhr
Herzliche Grüße Inken Boje
literatur
Poetische Begegnungen
Ulrike Almut Sandig trifft Tristan Marquardt
Mi., 27.02. 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
Es nimmt nicht wunder dass Ulrike Almut Sandig bei ihren Musikauftritten viele ihrer Poeme auch singt, vor allem aus ihrem jüngsten Lyrikbuch mit dem ellenlangen Titel „ich bin ein Feld voller Raps, verstecke die Rehe und leuchte wie dreizehn Ölgemälde übereinandergelegt“, 2016. Stellen die darin versammelten Gedichte doch zugleich expressiv einprägsame wie bewegende Szenarien mit gekonnt charakteristischen wenigen Strichen vor Augen, die auch gelesen ihre musikalische Rhythmik entfalten.
Obwohl er intensiv über die lyrischen Anfänge im hochmittelalterlichen Minnesang gearbeitet hat – das Ergebnis ist die imponierende zweisprachige Sammlung „Unmögliche Liebe. Die Kunst des Minnesangs in neuen Übertragungen“, die er 2017 zusammen mit Jan Wagner herausgegeben hat, erinnert seine eigene Lyrik doch weniger an Gesang als an ein eigentümlich verwobenes und verschachteltes Stenogramm von Außen- und Innenwahrnehmungen, Momentaufnahmen und wie aus der „Tiefsee“ aufsteigenden Fetzen aus der digitalen Welt – „Scrollen in Tiefsee. Gedichte“, 2018.
Diese poetische Begegnung zweier jüngerer Dichter verspricht, ein ungewöhnlicher und eigenwilliger Lyrikabend voller Überraschungen zu werden.
in der heimat brechen sich namen an der scholle,
im wort: was dort angebaut wird, ist mir fremd“
Ulrike Almut Sandig: meine heimat
(…) haufen aus blendflecken als
geschichte des blicks, im dunkeln, beim schälen des tischs.
Tristan Marquardt: blickinsassen
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, das das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf



ausstellung
Regarding Yoko Ono /
Jerónimo Arteaga-Silva
Düsseldorf Photo Weekend 2019
08. – 10.03.2018
Wir beteiligen uns am „Düsseldorf Photo Weekend 2019“ mit einer Doppel-Ausstellung:
Open Call: Regarding Yoko Ono
Wir zeigen Bilder, Objekte und eine Performance, die zu unserem Open-Call: „Regarding Yoko Ono“ eingereicht wurden. Die durch Yoko Ono inspirierten Arbeiten thematisieren die Grundproblematik von Individualität in der Gemeinschaft.
Jerónimo Arteaga-Silva: Corners
Mit seinen neuen Serie von Architekturfotografien dokumentiert der mexikanischen Fotograf Jerónimo Arteaga-Silva Grenzflächen und Übergänge von Raumsituationen mit vielfältigen Mustern, Linien und Materialien. Ein Stillleben der Räume, deren suggestive Oberflächen makellos scheinen und eine quasi utopische Auffassung der Realität vermitteln. Es ist ein Konzept von Konstruktion und Dekonstruktion.
jeronimoarteaga.com
Öffnungszeiten
08. März, 19:00 – 21:00 Uhr
09. März, 14:00 – 20:00 Uhr
10. März, 12:00 – 18:00 Uhr
und nach Vereinbarung: fenster@onomato-verein.de
literatur
Poetische Begegnungen
Mirko Bonné trifft Durs Grünbein
Mi., 13.03. 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
Dieser fraglos glänzende Abschluss der aktuellen Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN wird von zwei außergewöhnlichen Poeten gestaltet: dem vielfach ausgezeichneten Mirko Bonné und dem Büchnerpreisträger Durs Grünbein.
Mirko Bonné, 1965 in Tegernsee geboren, zog 1975 mit seinen Eltern nach Hamburg. Seit 2013 lebt er dort als freier Schriftsteller: er schreibt Lyrik und Romane und übersetzt vor allem Werke englischsprachiger Dichter wie Anderson, Emily Dickinson, Keats, Cummings, Creely und Yeats. Von 1994 bis heute hat er sechs Lyrikbücher veröffentlicht, u.a. „Gelenkiges Geschöpf. Gedichte“, 1996, „Hibiscus Code“, 2003, „Die Republik der Silberfische“, 2008, „Traklpark“, 2012 und „Wimpern und Asche“, 2017. Von seinen zahlreichen Romanen seien ebenfalls nur einige Titel genannt: „Ein langsamer Sturz“, 2002, „Der eiskalte Himmel“, 2006, „Nie mehr Nacht“, 2013, „Lichter als der Tag“, 2017 und das nach Saint Exupéry erzählte Märchen „Die Widerspenstigkeit“ in dem Düsseldorfer Karl Rauch Verlag, 2017 erschienen.
Mirko Bonné hat diverse Stipendien – Stipendium der Villa Concordia, Bamberg, New York Stipendium des Deutschen Literaturfonds – und mehrfach Auszeichnungen erhalten: den Ernst-Willner-Preis 2002, den Ernst-Meister-Förderpreis 2008 und den Marie-Luise-Kaschnitz-Preis 2010.
Durs Grünbein, geboren 1962 in Dresden, damals noch in der ehemaligen DDR, gilt als einer der bedeutendsten Gegenwartslyriker. Er lebt mit seiner Frau Eva Sichelschmidt und ihren gemeinsamen drei Kindern in Rom. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, Hamburg, Leipzig und der Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt. Er hat mehrere Poetikvorlesungen gelesen: 2007/08 hatte er die Heine Gastprofessur der Heinrich Heine Universität inne, 2008 in Zürich „Drei cartesianische Meditationen“, 2009/10 die Frankfurter Poetikvorlesung. Seit 2005 ist er Professor für Poetik an der Kunstakademie Düsseldorf.
Aus der langen Reihe seiner Auszeichnungen seien nur die folgenden erwähnt: 1992 Bremer Literaturpreis, 1993 Niclas Born Preis für Lyrik, 1995 Peter Huchel Preis, 1995 Georg Büchner Preis, 2005 Hölderlin Preis, 2012 Tomas-Tranströmer Preis. Von seinen insgesamt 20 Lyrikbüchern von 1988 bis heute können hier ebenfalls nur einige Titel genannt werden: „Schädelbasislektion“, 1991, „Falten und Fallen“, 1994, „Erklärte Nacht“, 2002, „Porzellan. Poem vom Untergang meiner Stadt“, 2005, „Strophen für übermorgen“, 2007, „Koloss im Nebel“, 2012, „Cyrano oder die Rückkehr vom Mond“, 2014, „Zündkerzen“, 2017. Aus den beiden letztgenannten Büchern wird Durs Grünbein lesen.
Die ZuhörerInnen erwartet ein hochspannender und bewegender Abend.
Und am Ufer sitzen Frauen,
essen aus hellen Tüten
das Licht, Licht
im November.
Mirko Bonné: Mauerseglerhitze
Es kamen die Eiszapfendiebe,
Sie brachen den Wörtern die Spitze ab.
Durs Grünbein: Rohe Eier
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, das das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf



100 Jahre Bauhaus
Das Bauhaus hatte viele Väter –
wie eine Legende entstand
Bildvortrag von Thomas Brandt
Dienstag, 19.03.2019 19 Uhr
Warum wurde gerade Walter Gropius Gründer des „Bauhauses“ und wie kam die legendäre Schule zu ihrem Namen?
Was ist eigentlich der „Deutsche Werkbund“, von dessen Ideen sich Walter Gropius bei der Gründung des „Bauhauses“ inspirieren ließ und was war das Besondere an der „Bauhaus“-Ausbildung, dass sie Studierende aus der ganzen Welt anzog? War es eine Art Kunstgewerbeschule?
Weshalb wurde sie gerade in Weimar gegründet, einer verträumten, kleinen Stadt fern der modernen Metropolen? Und warum stammt das erste Schulgebäude des „Bauhauses“ von Henry van de Velde, dem belgischen Jugendstil-Architekten?
Sollten Sie alle diese Fragen beantworten können, brauchen Sie diesen Vortrag nicht zu hören. Wenn nicht, sollten Sie kommen und dabei sein.
100 Jahre Bauhaus
Weimar / Dessau / Berlin –
drei Stationen neuer Gestaltung
Bildvortrag von Thomas Brandt
Dienstag, 26.03.2019 19 Uhr
14 Jahre nur hat das „Bauhaus“ existiert. Es war eine einzigartige Ansammlung der
fortschrittlichsten Künstler und Gestalter ihrer Zeit, von Walter Gropius über Paul Klee, Lyonel Feininger, Oskar Schlemmer bis zu Wassily Kandinsky – und wurde dabei immer wieder so heftig angegriffen wie gepriesen.
Zwei Mal musste es wegen der Nationalsozialisten seine Zelte abbrechen, drei Direktoren haben es in sehr unterschiedlicher Weise geprägt. Gewonnen haben die Nazis ihren Kampf nicht, denn durch Emigration hat sich der „Bauhaus“-Gedanke international verbreitet. Die Vielfalt dessen, was in Weimar, Dessau und Berlin geschah, ist heute einem recht einseitigen Bild dieser besonderen Schule gewichen.
Folgen Sie einer spannenden Schilderung der Wege dieses legendären Schulmodells.
Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr 2019
„Zuhause. Jüdisch. Heute. Hier.“
Wir beteiligen uns mit einem Residenz-Projekt mit anschließender Ausstellung an den diesjährigen Jüdischen Kulturtagen Rhein Ruhr. Unser Kooperationspartner ist die Galerie Bernd A. Lausberg, in der auch die Ausstellung stattfindet.
Zum 5. Mal dreht sich bei den Jüdische Kulturtage Rhein Ruhr alles um die jüdischen Impulse in der zeitgenössischen Kultur unserer Rhein-Ruhr Region. Begegnungen, Ausstellungen, Lesungen und Konzerte zeigen: Hier und heute findet jüdisches Leben statt! So lebendig und vielfältig verbindet es Vertrautes mit Neuem.
Über 200 Veranstaltungen in 15 Städten bieten allen Interessierten ein Forum, um der Frage nachzugehen: Was bedeutet für uns Zuhause?
Nähere Informationen und das gesamte Programm der Jüdische Kulturtage Rhein Ruhr finden Sie auf der Webeite: juedische-kulturtage.de
„Wahr ist doch immer, was ich denke“
Residenz im onomato künstlerverein
24. – 31.03.2019
Vier Künstlerinnen aus zwei Kulturkreisen denken gemeinsam nach über das, wie ihre Identität und Verortung entstanden ist. Der Begegnung und dem Erfahrungsaustausch über multiple Identitäten soll während der einwöchigen gemeinsamen Residenz eine wichtige Bedeutung eingeräumt werden. Ziel des gemeinsamen Residenz-Aufenthaltes ist es, Begegnungen zu stiften und den Dialog zu ermöglichen. Exponate entstehen vor Ort und werden aus Israel und dem Rheinland mitgebracht. Diesen Begegnungsraum stellt der onomato künstlerverein e.V. zur Verfügung. Die Präsentation findet in der Galerie Bernd A. Lausberg statt.
Diskutiert und untersucht werden beispielsweise Fragestellungen, die sich mit folgenden Themen beschäftigen: Wann wird eine Lebensgeschichte geboren? Und wie? Geschichten durchwandern Raum und Zeit. Wer weiß, bis wohin die Wurzeln der eigenen Geschichte reichen? Unser Leben wird geschichtet, geknetet und auch modelliert, verrieben und verwischt – und plötzlich nimmt eine Lebensgeschichte Gestalt an: Ein Mensch erhebt seine Stimme, ein Wind beginnt zu wehen, Vogelstimmen zwitschern. Bilder entstehen vor unserem geistigen Auge, erkunden die Ursprünge unserer Geschichten.
Die Künstlerinnen freuen sich über Besuch und Gespräch im onomato.
• Carol Pilars de Pilar, Deutschland
• Shuli Nachshon, Nofit, Israel
• Shir Silberstein, Israel
• Anne Wissmann, Deutschland
Kuratiert und koordiniert von Professorin Katharina Mayer und Dr. Regina Plaßwilm
IchIch – Verortung / vor Ort sein
05. – 28.04.2019
Ort: Galerie Bernd A. Lausberg
Hohenzollernstr. 30, 40211 Düsseldorf
Ausstellungseröffnung am 05.04.2019 um 19.00 Uhr
Fotografien (Shir Zilberstein „Home and Identity“) und Videoarbeiten (Shuli Nachshon „Tvila, the film“ und „Videoperformance Allesale 4“), eine Lied-Impression (Carol Pilar de Pilars) und Körperabformungen, die zu paradoxen IchIch-Objekten verschmelzen (Anne Wissmann) sind das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit und zeugen von dieser Begegnung.
im Rahmenprogramm: Künstlerinnengespräch in der Galerie Bernd A. Lausberg am 14.04.2019 um 17.00 Uhr

Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
ausstellung
Technische Probleme
14. – 21.04.2019
Abschlussausstellung des onomato Stipendiums
Eröffnung am Samstag, 13.04. 19 Uhr
In Kooperation mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat der onomato künstler*innenverein 10 Stipendien für Video- und Akustische Kunst an Künstler*innen vergeben. Die innerhalb der vier Monate entstandenen Arbeiten zeigen wir in der Ausstellung „Technische Probleme“. Mit Arbeiten von:
Leon Eckard
Mechthild Hagemann
Hase und Zinser
Almuth Hickl
Bertolt Mohr
Johannes Raimann
Joanna Vortmann
Anne Weyler
David Zubek
Öffnungszeiten:
14. – 21.04. 16-20 Uhr und nach Vereinbarung
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
100 Jahre Bauhaus
Typisch Bauhaus?
Bauhaus-Architektur und das „Neue Bauen“
Bildvortrag von Thomas Brandt
Dienstag, 07.05.2019 19 Uhr
Weit von sich gewiesen hat Walter Gropius, der Gründer des „Bauhauses“, dass er einen Stil bilden wolle. Und doch wird heute oft salopp vom„Bauhaus-Stil“ geredet. Man meint dabei das berühmte Gebäude des „Bauhauses“ in Dessau, die dortigen Meisterhäuser oder die Villen Haus Esters und Lange in Krefeld.
Doch auch anderen Architekten der Zwischenkriegszeit sagt man nach, sie hätten im „Bauhaus-Stil“ geplant, ohne dass sie jemals am „Bauhaus“ gelehrt oder gelernt hätten: die Brüder Taut und Luckhardt, Le Corbusier, Ernst May, Erich Mendelsohn oder Hans Scharoun. Sie selbst sprachen vom „Neuen Bauen“, das von den Nationalsozialisten als „bolschewistisch“ bekämpft wurde.
Lassen Sie sich in die Welt dieser Architektur-Avantgarde entführen. Lernen Sie kennen, wo es verbindende Ideen zwischen „Bauhaus“-Architektur und jener des „Neuen Bauens“ gab, folgen Sie den Architekten des „Neuen Bauens“ bis in die „Weiße Stadt“ von Tel Aviv oder zu den Gebäuden, die pfiffige Makler heute als „Bauhaus-Villen“ anpreisen.
Wolfgang Mattheuer
Lichtbildvortrag von Jens Stittgen
Freitag, 24.05.2019 20 Uhr
Wolfgang Mattheuer, * 7. April 1927 in Reichenbach/Vogtland; † 7. April 2004 in Leipzig, war ein deutscher Maler, Graphiker und Bildhauer. Als Künstler in der DDR ist er im Westen scheinbar Wenigen nur geläufig. Neben Werner Tübke und Bernhard Heisig gehört Wolfgang Mattheuer zu den Hauptvertretern der sogenannten Leipziger Schule.
In zunehmend kritischem Abstand zu den Forderungen des sozialistischen Realismus entwickelt er eine zum Teil versteckt/verklausuliert erzählende Malerei mit „politischen“ Inhalten, zu einem ebenso wichtigen Teil ist er ein neuzeitlicher Landschaftsmaler, bzw. schildert er die im sog. real existierenden Sozialismus von dessen Bürgern (auf-) gesuchten Orte des Rückzugs und der Sehnsucht nach Freiheit. Dann ist er ist ein Maler der Naturstimmungen, eigentümlich leerer Panoramen der (auch Stadt-) Landschaften der einstigen DDR, und einer kleinbürgerlichen Idyllik (?).
In jedem Fall gewährt sein Werk einen wichtigen Blick auf einen künstlerischen Selbstentwurf, der sich von denen, die gleichzeitig im Westen geschaffen wurden, signifikant unterscheidet. Genau dieser Unterschied gibt auch in der alten Bundesrepublik Aufgewachsenen Gelegenheit, ihre Selbstverständlichkeiten auf deren Gültigkeit hin zu befragen.
Jacopo Tintoretto
Lichtbildvortrag von Jens Stittgen
Mittwoch, 03.07.2019 20 Uhr
Jacopo Robusti, gen. Jacopo Tintoretto * 29. September 1518 in Venedig; † 31. Mai 1594 ebenda. Tintoretto = „Färberchen“, ist ein Venezianischer Maler und herausragender Vertreter des dortigen Manierismus. Von Michelangelo und Tizian ausgehend, findet er zu einer ganz eigenen und neuen Bildsprache. Auffällige Vielzähligkeit, was das Bildpersonal angeht. Der von der Architektur strukturierte Raum wird oft extrem fluchtend zu einem wichtigen Ausdrucksträger. Gesteigerte Dramatik, überstürzte Perspektiven. Fremde, zuweilen geisterhafte Farbigkeit, die Bilder werden teilweise bis zur Irrealität gesteigert.
50-jähriges Jubiläum der Mondlandung
Bildvortrag und Cocktails
Samstag, 20. Juli 2019 ab 19:00 Uhr

Die Gesellschaft für Kultur und Raumfahrt e.V. begeht mit uns zusammen im onomato das 50-jährige Jubiläum der Mondlandung.
Dr. Marie-Luise Heuser, Philosophin am Institut für Raumfahrtsysteme der Technischen Universität Braunschweig, wird die neuen Mondpläne vorstellen, an denen auch die Raumfahrtingenieure ihres Instituts arbeiten. Denn alle wollen sie wieder hin. Nachdem 1972 der letzte Mensch auf dem Mond war, wird nun fieberhaft an einem Moon Village gearbeitet. Spätestens 2025 soll es los gehen. Mittels 3-D-Druck werden aus dem Mondstaub Behausungen für kleine Gruppen von Forschern entstehen. Auch an Weltraumtouristen wird gedacht.
Nach dem Bildvortrag feiern wir mit space cocktails und Originalaufnahmen von 1969 das Jubiläum.
In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Kultur und Raumfahrt e.V.
Minerva Cuevas – Werkgespräch
Samstag, 17.08.2019 um 18 Uhr
Minerva Cuevas, eine eigenwillige, engagierte und originelle mexikanische Künstlerin, wird im onomato per Projektion ihre eigenen Werke vorstellen. Sie schlägt Machtstrukturen mit ihren eigenen Mitteln, indem sie beispielsweise Logos von bekannten Warenprodukten geringfügig verändert: „Die Werbung nutzt uns Konsumenten für ihre Botschaften. Also tun wir es ihnen gleich und nehmen uns das Recht, mit diesen Botschaften zu spielen.“
Auch Kunstaktionen z.B. mit den zu „Egalité“ veränderten Wasserflaschen von „Evian“ oder einer eigens entworfenen Münze, die sie in der von ihr eröffneten Eisdiele „Monochrom“ als Zahlungsmittel einsetzt, kennzeichnen ihre künstlerische Arbeit ebenso wie an die mexikanische Tradition von Orozco und Rivera anschließende Wandmalereien.
Minerva Cuevas ist zur Zeit Ateliergast in Mönchengladbach. Sie trägt ihren Vortrag auf Englisch vor, Frauke Tomczak und Stephen Reader übersetzen.
Blurred Music
Montag, 09.09.2019, 18-21 Uhr
Biliana Voutchkova, Violine/Stimme und Michael Thieke, Klarinette, sind Blurred Music. Sie führen im onomato eine mehrstündige Musik-Performance-Installation auf, mit einer Spieldauer von 3 Stunden plus – das Publikum kommt und geht wie es mag – wobei die gesamte Dauer das Besondere ist.
Improvisierte Teile wechseln sich mit Feldern vorstrukturierten Materials ab, in denen Zuspielbänder mit Aufnahmen des Duos live gedoppelt werden. Identisches Material, das sowohl live als auch vom Band erklingt, so dass bei der Ausführung unweigerlich Unschärfen entstehen, in der zeitlichen Dimension, in rhythmischen, klangfarblichen und motivischen Variationen, in der mikrotonalen Interpretation der Tonhöhen. Der live gespielte Anteil des gedoppelten Materials ist nach wie vor improvisiert, aber in einem durch das vom Band eingespielte Material eingeschränkten Rahmen.
Im Jahr 2018 erhielten Voutchkoava und Thieke eine Förderung vom Musikfonds e.V., um ihr Konzept Blurred Music weiterzuentwickeln.
Organisiert von Georg Dietzler/gerngesehen.de

Gefördert durch den Musikfonds e.V. mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
100 Jahre Bauhaus
Kampf um Form
Walter Kaesbach und Paul Schultze-Naumburg im kulturellen Spannungsfeld der Weimarer Republik
Bildvortrag von Thomas Brandt
Dienstag, 17.09.2019 19 Uhr
1930 ließ sich der damalige Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie in Lohausen ein kubisches Haus bauen. Seit 1924 führte er das Institut in die Moderne, berief namhafte Lehrer wie den Bildhauer Ewald Mataré und die Maler Paul Klee und Heinrich Campendonk. Er führte Studienfächer wie Städtebau, Garten- und Bühnenkunst sowie Werbung ein und erfand den sich noch heute großer Beliebtheit erfreuenden „Rundgang“.
1933 wurde er von den Nationalsozialisten zwangspensioniert, verkaufte sein Haus und zog an den Bodensee. Im Stil des „Neuen Bauens“ ließ sich Walter Kaesbach sein Haus errichten. Der Vortrag „Kampf um Form“ fragt im Jubiläumsjahr des „bauhauses“ nach den Haltungen, die hinter den Formen
standen – bei denen, die als „entartet“ beschimpft wurden, wie auch bei denen, die davon überzeugt waren, sich „artgerecht“ zu verhalten.
Dazu stellt er Walter Kaesbach das Leben und Werk des Publizisten, Gestalters und Architekten Paul Schultze-Naumburg gegenüber, der sich als Traditionalist im Verlauf der 1920er Jahre zu einem erbitterten Gegner der Moderne entwickelte und sich schließlich, im festen Glauben, sein Volk vor dem Untergang retten zu müssen, den Nationalsozialisten anschloß.
ausstellung
Archonauten – Speichern und Spur
21.09. – 06.10.2019
Eröffnung am 20.09. – Freitagabend der Off-Räume
Am „Off-Raum-Freitag“ der kunstpunkte eröffnen wir eine Ausstellung, die im Rahmen unserer „Montagsgespräche“ entwickelt wurde. Thema ist die Bedeutung von Künstlerarchiven als Hybridisierungung von ästhetischer Präsentation und wissenschaftlicher Dokumentation.
Archive ermöglichen den systematischen Zugriff auf Kunstwerke (z.B. das Deutsche Literaturarchiv in Marbach), Künstlerarchive können selbst Gegenstand musealer Präsentation sein (z.B. Berlinische Galerie) und nicht zuletzt kann das Künstlerarchiv eine eigene Kunstform sein. Die Ausstellung zeigt die produktive Auseinandersetzung der beteiligten Künstlerinnen und Künstler mit den Konzepten des Archivs.
Die Objekte, Installationen, Skulpturen, Gemälde, Fotos, Videos und Klangkunstwerke stammen von:
Terry Buchholz, Andrea Dietrich , Harald Feyen, Angelika Fojtuch, Rolf Hucke, Bernard Langerock, Elisabeth Luchesi, Christian Lüttgen, Markus Mußinghoff, Achim Raven, Joachim Rüsenberg, Frauke Tomczak, Christiane Tyrell, Bernadett Wiethoff, Kurush Zinsel.
Buchvorstellung: Im letzten Jahr wurde zum ersten Mal aus den Montagsgesprächen eine Ausstellung konzipiert. Anlass war die Ästhetik Franz Kafkas: „Das Naturtheater von Oklahoma Eine Ausstellung zum Schlusskapitel von Franz Kafkas Amerika-Roman“ Die Dokumentation dieser Ausstellung erscheint zu den diesjährigen kunstpunkten in Buchform. (125 Seiten, 20,-€) Ermöglicht wurde das Projekt u.a. durch die Unterstützung durch die Stadt Düsseldorf.
20.09. 18:30 Uhr: Ausstellungseröffnung
Öffnungszeiten: Sa. und So. 15:00 bis 19:30 Uhr
27.09. + 4.10.: 18:00 bis 21:00 Uhr
literatur
Niklas Stiller – Werkstattgespräch
Niklas Stiller spricht mit Achim Raven über seinen neuen Roman
Mittwoch, 09.10.2019 20 Uhr
Der Düsseldorfer Schriftsteller Niklas Stiller veröffentlichte in großen Verlagen (Rowohlt-Verlag, Cäcilie-Dressler-Verlag, Otto-Maier-Ravensburg) und in kleinen Verlagen (Literarischer Verlag Helmut Braun, Grupello-Verlag, Edition Biograph, edition virgines) und schrieb für‘s Fernsehen und auch für den ‚Spiegel‘. Mit dem Roman „Landstraße“ legt er nun wieder eine größere Prosaarbeit vor. In den Jahren der Entstehung dieses Romans standen Niklas Stiller und Achim Raven in regem Austauch über das Manuskript. Dieses Werkstattgespräch setzt diesen Austausch fort.
Der Protagonist Janni, ein Düsseldorfer Gymnasiast, ist im Jahr 1995 verwickelt in wahrhaftig wirkende innere Kämpfe und Suchvorgänge zu historisch belegten Tatsachen über die NS-Zeit in seiner Heimatstadt, die auch seine Familie betreffen. Sie führen ihn in eine andere Weltsicht und dienen damit seiner Selbstfindung. Der Roman ist angereichert mit viel anschaulichem und die Glaubwürdigkeit von Jannis Bemühen unterstreichendem Lokalkolorit sowie seinem Jugendalter entsprechenden pittoresken Szenen aus Schule, Freundschaft und Liebesversuchen. Seine Zweifel, dargestellt in inneren Monologen und teils extremen Selbstversuchen, werden besonders eindrücklich geschildert.
Landstraße Vorabausgabe NSt 2019, 199 nummerierte und signierte Exemplare im Vertrieb von edition virgines,
ISBN 978-3-948229-05-4, 28,00 €
Z W E I
Eine onomato Reihe 2019/2020
Kuratiert von Christoph Korn und Katharina Mayer.
Joachim Rüsenberg, 1951- 2016, war Filmemacher und nannte sich später Tonfänger. Er war Mitbegründer des onomato künstlervereins, den er mit seinen „Akustischen Projektionen“ prägte.
Mit der Reihe ZWEI möchten wir das überschaubare, mobile Joachim Rüsenberg Archiv einweihen und in einen öffentlichen Gebrauch überführen.
Jeder Abend konfrontiert und collagiert eine je ausgewählte künstlerische Position aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang etc. Mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv.
Im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe und zum 20 jährigen Bestehen des onomato künstlervereins entsteht das RADIX Künstlerbuch „Und schmilzt so schön, mein wachsendes Archiv“, Im Verlag Radix Künstlerbuch+Edition.

5.11. Elisabeth Luchesi
3.12. Irene Kurka
7.1. Erwin Michelberger
4.2. Michael Rüsenberg
3.3. Claas Morgenroth
7.4. Wolfgang Schliemann
5.5. Miu
2.6. Frauke Tomczak
Reihe Z W E I
Bilder-Zeiten
Elisabeth Luchesi | Joachim Rüsenberg
Dienstag, 05.11.2019 19 Uhr
Im Austausch mit Joachim Rüsenberg wurde immer wieder deutlich, dass aus akustischen Impulsen Bilder entstehen können und – umgekehrt – aus Bildern akustische Verläufe. Am deutlichsten sind die rhythmischen, körperlich spürbaren Impulse. Dann ist da aber auch das Atmosphärische, das Erspüren der räumlichen Umgebung. Das Taktile verbindet sich buchstäblich mit dem Takt, der Taktung. Last not least fällt der „Tonfall“ ins Gewicht – er erinnert zuweilen an einen „Akzent“ (das „Beitönen“) und stellt damit auch eine Verbindung zum Sprachlichen her.
Das Akustische wird in einem zeitlichen Verlauf wahrnehmbar. Ein Bild kann „auf einen Blick“ gesehen werden. Damit spielt die 2-minütige Skizzenprojektion TICKTACK von Elisabeth Luchesi, der eine akustische Aufnahme aus dem Soundarchiv von Joachim Rüsenberg unterlegt ist.
Bei der Audioperformance NACHRICHTEN FÜR SEELEUTE von Joachim Rüsenberg wird man nach und nach Zeuge einer Ortung.
Elisabeth Luchesi: Texte und Skizzen
Joachim Rüsenberg: „Nachrichten für Seeleute“
onomato – ausstellung

x dimension
09. – 17.11.2019 – Eröffnung am 08.11. 19 Uhr
als einer der wenigen off-räume düsseldorfs widmet sich der künstlerverein onomato kontinuierlich der darstellung aktueller medienkunst. so auch anlässlich der digitale mit der ausstellung „x dimension“.
sie zeigt folgende werkgruppen, die sich gegenseitig überlagern und damit das thema der digitale formal aufgreifen:
> „clash“, eine wandinstallation als gemeinschaftsarbeit von elisabeth mühlen, thomas seidel und norbert kraus (grafik,computeranimation und soundkomposition).
> „fehlklang“, eine installation des konzeptkünstlers miu.
> „lucky, the snake-head-woman und caerdydd“, eine grafik von dieter krüll.
zur eröffnung präsentiert thomas seidel sein neues elektro-akustisches werk.
thomas seidel: soundkünstler und komponist, lebt und abeitet in viersen
elisabeth mühlen: * 1959, 1977-1986 studium an der kunstakademie düsseldorf, lebt und arbeitet in düsseldorf.
miu (ryutaro mimura): * 1976 in shimane, japan, er studierte sonologie und elektronische Musik am kunitachi college of music (tokio) und am koninklijk conservatorium (den haag). Seit 2001 ist er als freischaffender künstler tätig und gab zahlreiche performances, konzerte und ausstellungen im in- und ausland. miu lebt und arbeitet in düsseldorf.
norbert kraus: * 1957 in aachen, studium an der kunstakademie düsseldorf, meisterschüler bei erwin heerich, lebt und arbeitet in düsseldorf.
dieter krüll: * 1949 in wiesbaden, studium an der folkwangschule essen-werden, studium der orientalistik an der universität bochum, seit 1975 selbstständig als zeichner und autor, lebt in düsseldorf.
öffnungszeiten: sa-so 15:00 -18:00, di-fr 16:00 -18:00, sa 16.11. 16:00 – 22:00
diese ausstellung steht im Rahmen der digitale düsseldorf
Die Haussmannisierung von Paris
Ein radikaler Stadtumbau in 17 Jahren
Bildvortrag von Thomas Brandt
Dienstag, 19.11.2019 19 Uhr
Georges Georges-Eugène Haussmann machte in nur 17 Jahren aus einem Paris voller „Kloaken“ und „nomadisierender Horden“, wie er gerne zu sagen pflegte, eine Stadt der besseren Bürger, einen Inbegriff des Fortschritts und von staatlicher Macht.
Er tat dies in autokratischer Weise, hauptsächlich vom Schreibtisch aus, ließ die seit dem Mittelalter gewachsenen alten Viertel schleifen und errichtete schnurgerade Boulevards, die von ein und demselben Häusertyp gesäumt wurden. Er legte Parks an, sorgte für ausreichend frisches Trinkwasser und eine erstklassige Kanalisation. Alles, um dem Traum Kaiser Napoleons III. von einer Metropole zu erfüllen, die die ganze Welt bewundern sollte, mit Eisenbahnlinien, die aus allen Richtungen in dieser Schaltstelle der Macht zusammenliefen.
Für Haussmann persönlich jedoch bedeutete der Stadtumbau die Durchsetzung abstrakter von ihm angebeteter Qualitäten wie Ordnung, Klarheit, Luft, Licht, Sauberkeit und Hygiene.
Der Vortrag schildert die Persönlichkeit Haussmanns, die Rahmenbedingungen seiner großen Macht, die Schritte, die er zum Umbau von Paris unternahm, aber auch sein Scheitern.
Reihe Z W E I
Konzert für Stimme Solo
Irene Kurka | Joachim Rüsenberg
Dienstag, 03.12.2019 19 Uhr
Jeder Abend der Reihe ZWEI konfrontiert und collagiert eine je ausgewählte künstlerische Ausdrucksweise aus den Bereichen Bildende Kunst, Literatur, Klang etc. Mit einem Werk aus dem Joachim Rüsenberg Archiv. Diesmal zu Gast ist Irene Kurka.
In der zeitgenössischen Musik ist Irene Kurka eine international gefragte Sängerin im Konzert und auf der Bühne. Mittlerweile hat sie über 220 Uraufführungen gesungen, nicht zuletzt für CD- und Rundfunkaufnahmen. Seit 2009 beschäftigt sich Irene Kurka intensiv mit dem Repertoire für Stimme Solo. Im Onomato wird Irene Kurka folgende Kompositionen für Stimme Solo realisieren:
Thomas Stiegler: Treibgut IV (2011)
Antoine Beuger: un lieu pour faire sonner l’éternité (2014)
Martin Wistinghausen: Lamentationes (2018)
Mia Schmidt: Notte (2018)
Stefan Lienenkämper: softer than the dew für Sopran und Objekte (2016)
onomato – literatur
Poetische Begegnungen
Lyrikreihe im onomato 7
kuratiert von Frauke Tomczak
Wir freuen uns sehr, dass die Lyrikreihe „Poetische Begegnungen“ auch in diesem Jahr fortgesetzt werden kann. Nicht verändert hat sich die Konzeption: es begegnen sich zwei Lyriker*innen erst in der Lesung, dann im Gespräch. Gleichzeitig ist eine wichtige Ambition der Reihe, auch unbelichtete Poeten*innen ins Licht der Aufmerksamkeit zu stellen, erhalten geblieben. Wir sind besonders stolz darauf, dass die Reihe inzwischen auf eine Kontinuität von sechs Jahren zurückblicken kann, also ins 7. Jahr geht und insgesamt schon 48 Lyriker und Lyrikerinnen zu Gast hatte.
Die geplanten Termine:
12.12.2019 Uljana Wolf trifft Franz Josef Czernin
30.01.2020 Arne Rautenberg trifft Monika Rinck
13.02.2020 Martina Hefter trifft Brigitte Oleschinski
05.03.2020 Adrian Kasnitz trifft Ron Winkler
Veranstaltungstag ist der Donnerstag, Beginn 19:30 Uhr
Ort: onomato künstlerverein, Birkenstraße 97
Eintritt: 3,- / 2,- Euro ermäßigt
literatur
Poetische Begegnungen
Uljana Wolf trifft Franz Josef Czernin
Donnerstag, 12.12.2019 19:30 Uhr Eintritt 3 / 2 Euro, Mitglieder frei
Uljana Wolf, geboren 1979 in Berlin, ist leidenschaftlich Lyrikerin. 2006 hat sie mit 27 Jahren bereits den Peter Huchel Preis und den Dresdner Literaturpreis erhalten und zehn Jahre später 2016 ihr inzwischen 5. Buch „Wandernde Errands“ in der Reihe „Zwiesprachen“ der Stiftung Lyrik Kabinett München veröffentlicht. Als „deutsch-polnische Grenzgängerin“ charakterisiert, schreibt sie in deutscher Sprache. Doch tut sie das wirklich? Ihr Buch „Meine schönste Lengevitch, Prosagedichte“ arbeitet geschickt auf Sprachgrenzen und mit ihnen (deutsch/englisch) wie schon im Titel das Kunstwort „lengevitch“ verrät. So wie ihre avantgardistische Lyrik Sprachgrenzen in Frage stellt, so arbeitet sie auch äußerst präzise mit Formen der Überschreitung zwischen Sprache, Körper und Raum, die verblüffen, weil sie auf kürzesten sprachlichen Wegen ganze Welten psychischer Dimensionen in Raumbildern kurzschließt.
Franz Josef Czernin, Jahrgang 1952, den langjährigen Lyriker der österreichischen, speziell der Wiener Avantgarde, könnte man einen bewusst gewählten Hintergrundmann der österreichischen Poesie nennen. Vielfach ausgezeichnet (Wiener Literaturpreis, Trakl Preis, Jandl Preis uvm) arbeitet er prinzipiell fernab jeglicher Literaturbetriebsamkeit angesichts des ihn umgebenden Alpenpanoramas mittels einer poetischen Sprache, die gerade durch die extreme Konzentration auf sich selbst ganze Gesellschaftsbilder ebenso wie subtile Gefühls- und Empfindungswelten aufblendet. Sein jüngstes Lyrikbuch aus diesem Jahr „reisen, auch winterlich“ verwendet die Szenarien des Zyklus „Winterreise“, Texte von Wilhelm Müller, Vertonung von Franz Schubert, als Material für eigenwillige atmosphärische Verdichtungen.
mein freund: das ist/ unsere schlaglochliebe
unser kleiner grenzverkehr/ holprig unter zungen.
Uljana Wolf aus „übersetzen“
es schlägt uns wimpern oder flügel leise
doch eher eisern andere seiten auf.
Franz Josef Czernin aus „Sacht, sacht die Thüre zu!“

Gefördert durch das das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf
Cristiana Cott-Negoescu
Werkgespräch
Freitag, 13.12.2019 19 Uhr
Cristiana Cott Negoescu is a multimedia artist, or better said, a conceptographer. Her main point of focus is performance art, followed by video, installation and photography.
She concentrates her attention on social-political-spiritual matters, giving them a context in live or recorded actions. Through these artistic actions, she is giving examples of pondering concerns that she has experienced directly, or through other people.
The talk will be held in English.
Cristiana Cott Negoescu will show the remains and objects of her latest performative installations as well as the documentation and research for them.
The artefacts will be on view in the onomato until the 22nd of December 2019.


Maryam Iranpanah wurde 1979 in Teheran geboren. Sie studierte Fotografie und Design von 2000-2004 an der Azad Universität in Teheran. Von 2008 – 2011 studierte sie Malerei und Installation an der HBK Saar in Saarbrücken. Diplom bei Prof. Gabriele Langendorf und Prof. Daniel Hausig.
Anna Real, Jahrgang 1949, viele Jahre lang Leiterin der Literaturwerkstatt in Essen, hat das eigene lyrische Schreiben vergleichsweise spät entdeckt. Umso erstaunlicher ist die Sicherheit ihres lyrischen Tons, der feste Stand ihrer Bilder, der gleichwohl mitten in einem angedeuteten erzählenden Rahmen überraschende Spielräume öffnen kann quer durch die Zeiten ebenso wie vom Außenbild zur inneren Bewegung, um wiederum ein neues Bild zu entwerfen. Gemälde wie die von Caspar David Friedrich, Kindheitserinnerungen, fremde Städte und Orte, ungewöhnliche Begegnungen können Auslöser dieser Bilder sein.
Gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Sylvia Geist, 1963 in Berlin geboren, wählte schon für ihr Studium der Chemie, Germanistik und Kunstgeschichte die ungewöhnliche Kombination von Natur- und Geisteswissenschaften. In ihrer Lyrik erweist sie sich als wandlungsreiche Zauberin eigenwillig fremder Welten, die auch wenn sie wieder erkennbar und vertraut beginnen, in bizarre, teils auch beunruhigende, immer aber magisch verwandelte Gegenden aufbrechen in einer Sprache, die oft nur durch geringe Verrückungen größtmögliche Irritationen bewirkt. In ihrer Poesie gibt es die „Schlangensilbe“, „das Zwielicht in den Wörtern“ und „Göttergehminuten“.
I OPEN CALL !
Born in 1984, Hong Kong, Monique Yim is an interdisciplinary artist, art educator and independent curator, mainly engages in performance, installation, site-specific, community and public art. She is also a film art director and theatre art designer. Her “Queer Series” have drawn attention after being showcased in various exhibitions in Hong Kong, Shenzhen (China), Kunming (China), Berlin (Germany), Prague (Czech), Brno (Czech), Budapest (Hungary), Nove Zamky (Slovakia), Novi Sad (Serbia), etc. Some of her „Queer“-Performances emerged in collaboration with her same-sex partner and creative writer Wiency Wong.
Wasser ist Quelle des Lebens, Grundlage menschlicher Entwicklung. Es ist Ort der Arbeit oder Kunst, der Erholung und der Freizeit, der Auseinandersetzungen und der Utopien. Frauen werden in unterschiedlichen Wasserlandschaften vorgestellt, deren Arbeit mit dem Wasser verbunden ist, die sich vom Wasser inspirieren lassen, und die Wasser als Abenteuer oder Herausforderung erleben.. Florence Hervé hat über 20 Frauen aus zehn europäischen Ländern aufgespürt und ihre Geschichten in ihrem Buch aufgeschrieben. Lesung der Autorin mit Fotografien von Thomas A. Schmidt und Musikeinspielungen.
Marcel Beyer, Jahrgang 1965, ist in Kiel und Neuss aufgewachsen. Eine seiner ersten literarischen Auszeichnungen war der Förderpreis des Landes NRW, seine jüngste die größtmögliche für deutsche Literatur: der Georg Büchner Preis im Jahr 2016. Dazwischen liegt eine Biographie mit nimmermüden vielfältigen literarischen Aktivitäten von der Lyrik, über zahlreiche Romane, Hörspiele, ja Librettos, diverse Essaybände, aber auch Übersetzungen (Gertrude Stein) und herausgeberische Tätigkeiten: Friederike Mayröcker, William S. Burroughs, ja auch Georg Grosz. Die Lyrik Marcel Beyers, der Gattung, mit der seine literarische Karriere begann und die darin einen Schwerpunkt darstellt, ist von geschichtlichen und gesellschaftlichen Feldern und Stimmen ebenso durchwirkt wie von Natur und den großenteils immer noch „weißen Flächen“ des Gefühls, der Empfindung, der Erinnerung. Rasant sind die Übergänge, in denen sie von großen Zusammenhängen zu äußerst präzise eingefangenen Erinnerungsdetails gleitet wie von der Schneekatze, die künstlichen Schnee in der Eishalle zu Neuss produziert, zu Eisensteins Films „Alexander Newski“ – mit gigantischen Schnee- und Eisschlachten beim Dreh mitten im Sommer, zur Sprache, die sich anders als die Schneekatze auf der Stelle dreht im Anfangsgedicht seines jüngsten Gedichtbandes „Graphit“ aus dem Jahr 2014.
Horst Landau, mittlerweile 80, von Hause aus Zahnarzt, ist seit den 70er Jahren Teil der Düsseldorfer Literaturszene und Mitglied im „Verband deutscher Schriftsteller“. An diesem Abend soll sein Kurzhörspiel „Das Orakel“ in zwei Fassungen (von 1972 und 2017) aufgeführt werden.
Wie muss man sich eine Schule vorstellen, die sich am Lernbedürfnis der Schüler*innen orientiert und sich als Alternative zur öffentlichen Schule begreift? Welche Möglichkeiten und Grenzen hat eine solche Alternative? Es diskutieren mit Cecilia Gläsker und Tom Knevels zwei Vertreter*innen des Trägervereins Demokratische Schule Düsseldorf e.V. und mit Achim Raven und Michael Stieleke zwei kritische Schulpraktiker mit 40jähriger Berufserfahrung.
Eine Ausstellung der Malgruppe aus dem AWO Seniorenzentrum Ernst-Gnoß-Haus in Düsseldorf mit Elisabeth Luchesi.
Im Verlauf seiner philosophischen Erörterungen ist der philosophische Gesprächskreis des onomato künstlervereins auf das Schlusskapitel von Franz Kafkas Amerika-Roman gestoßen. Neben den mythologischen und philosophischen Fragen, die der Text aufwirft, erwies sich seine ästhetische Wirkung. – Am 1. Juni ist daher eine öffentlichen Präsentation künstlerischer Arbeiten geplant, die sich mit Motiven aus dem Schlusskapitel Das Naturtheater von Oklahoma auseinandersetzen.
Passend zu „50 Jahre 68er Bewegung“ erschien im Frühjahr die überarbeitete Autobiographie „Keine Ruhe nach dem Sturm“ von Ulrike Heider neu. Sie erzählt darin ihre persönliche Geschichte als Zeitgeschichte besonders der antiautoritären Protestbewegung der späten 60iger und frühen 70iger Jahre in Frankfurt, zeichnet Milieubilder von Anarchisten, Spontis und K-Grupplern. Ob es um SDS-Versammlungen, Experimente mit der freien Liebe, die Frankfurter Universitätsbesetzung, um Straßenschlachten und Hausbesetzungen geht, immer sind die Erinnerungen der Autorin intim und kritisch zugleich. Das gilt auch für ihre ersten Erfahrungen in ihrer neuen Heimat New York Ende der 80iger, in denen sie in Begegnungen mit Überlebenden des Holocaust und linken Intellektuellen, darunter Noam Chomsky, den Blick auf ein anderes Amerika öffnet.
Die erste umfassendere Monographie zu Peter Ewigs Arbeit dokumentiert das Ineinanderwirken von Video, Performance, Plastik und Zeichnung von 2012–2017, mit Referenzpunkten und Querverweisen zu davor liegenden Werken und Ewigs fotographischer Arbeit.
Das Kölner Gesangsduo Monsters For Breakfast präsentiert gemeinsam mit dem in Oslo lebenden kanadischen Komponisten Mike McCormick ein neues, einzigartiges Programm. Monsters For Breakfast sind bekannt für ihre mutige und fragile Besetzung aus zwei Stimmen, die ohne Begleitinstrumente pur und akustisch ihre Stimmbänder verwenden. Mit McCormick gehen die zwei Sängerinnen über „nackt und wild“ hinaus: Sie arbeiten mit 4 Mikrofonen und lassen ihre Stimmen in der Echtzeit durch McCormick bearbeiten, transformieren, auseinanderreißen, in Lärm verwandeln, pitchen.
»OKZIDENT« ist der erste Spielfilm des deutschen Regisseurs und Drehbuchautors Carsten Göttel aus dem Jahr 2018. Der Independent-Film handelt von dem geistigen Verfall eines Intellektuellen und seiner Enkelin, die ihren Erfolg auf der Bühne sucht, und wirft anhand dieser Geschichte einen Blick auf Europa.
Sina Klein stellt ihren neuen Gedichtband Skaphander vor. (Klever Verlag, Wien 2018)
Gil Becher, Gastkünstler der Stadt Düsseldorf aus Ein Hod, lädt ein zu einem einmalige Workshop in den Räumen des onomato künstlervereins, die „Unterrichtssprache“ ist englisch:
Stefan Lausch liest zwei Kapitel aus seinem Buch, das er im Gespräch mit Katharina Mayer und Inken Boje vorstellt, und in dem der Begriff der Kreativität zunächst für die künstlerisch-gestalterische Praxis beschrieben wird, um anschließend als ein gesellschaftliches Problem individuellen Strebens nach Bedeutung umrissen zu werden.
Dr. Rainer Hagencord, Theologe und Biologe, ist Mitbegründer und Leiter des Instituts für Theologische Zoologie in Münster. In seinen Büchern und Vorträgen geht es um die Frage des Verhältnisses des Tieres zu seinem Schöpfer und um die Art und Weise, wie die moderne Gesellschaft das Tier als Objekt betrachtet und behandelt.
Ein Storch im Zimmer, „Eine Kreuzung“ (halb Lamm, halb Katze), „Josefine die Sängerin“, der Affe Rotpeter, „Forschungen eines Hundes“, ein Marder in der Synagoge, das Höhlentier in „Der Bau“ … Die Vorliebe für Tierfiguren in Kafkas Kurzprosa ist offensichtlich. In kurzen Lesungen und Kommentaren stellt Axel Grube Bezüge dar – bis hin auch zur Bedeutung des Tieres in chassidischen Volkserzählungen und der jüdischen Kabbalah.
Über einen Open Call werden Personen, die mit Tieren leben oder wirtschaften, zusammen mit ihren Tieren in den onomato künstlerverein eingeladen.
„Ich war wach und ich war gleichzeitig wie in einen Traum gebannt, mit den Wesen auf gleich und gleich, sprachen sie zu mir und ich hörte ihnen zu – ich war in ihrer Welt, in ihrer Logik oder, was das gleiche war, in ihrem Leiden, in ihrem Recht: sie sprachen eindringlich zu mir; sie schienen auch Macht zu haben, aber sie hatten keine, es war nur ihre Art, da zu sein.“ – Karl Hans Müller, April 1993
Michail Bulgakows erster Roman „Die weiße Garde“ ist ein Meisterwerk der Moderne, ein Buch, das mit überraschenden, radikalen literarischen Mitteln arbeitet – freilich konnte dies in Deutschland bisher noch gar nicht gesehen werden.
In Kooperation mit der Kunststiftung NRW
Die Literaturzeitschrift WORTSCHAU ist eine literarische Achterbahn, kopfüber herzunter, doch mit Bodenhaftung. Ein Magazin für Gegenwartsliteratur, in dem poetische Luftsprünge ebenso Platz haben wie tiefschürfende Essays. Seit 2007 schaut sie dem Wort aufs Maul, im Einzelfall mundartlich, ständig auf der Suche nach Neuland. Große Namen schrecken dabei eben so wenig ab wie traditionell Erzähltes.
Jacopo da Pontormo, 1494-1557, italienischer Maler und einer der Hauptvertreter des Florentiner Manierismus. In wieweit er als solcher sich von den Idealen der (Hoch-) Rennaissance unterscheidet und inwieweit Manierismus auch ein Thema für unsere Zeit jetzt ist, könnte u.a. gefragt werden.
POING ist eine vom vauvau-verlag für interaktive lyrik ins Leben gerufene Anthologie-Reihe. Sie veröffentlicht Gemeinschaftsarbeiten von Autorentandems, die sich medienübergreifend in Wort und Bild dialogisch begegnen.
Ausgehend von einer ähnlichen Figur und Methodik bei Simone Weil, Ludwig Wittgenstein und Franz Kafka, geht Axel Grube auf der Suche nach gemeinsamen Quellen bis auf die Vorsokratik und jüdische Prophetie zurück und zeigt „Familienähnlichkeiten“ oder „Geschmackrichtungen des Geistes“ auf, die sich, losgelöst von gewohnten Begrifflichkeiten und quer zu den Zuschreibungen wie etwa „Philosophie“ und „Religiosität“ bewegen.
Mit Marie T. Martin und Stan Lafleur präsentiert der Auftaktabend ein außergewöhnliches Poetenduo aus Köln.
Willem de Kooning, 1904 – 1997, niederländisch/us-amerikanischer Maler und Bildhauer, wichtiger Vertreter der gestischen Abstraktion im abstrakten Expressionismus der 40er Jahre, der mit seiner Woman-Serie in dieser Zeit zunächst berüchtigt, dann berühmt wurde. Als Maler bleibt er zeitlebens zwischen Abstraktion und Figürlichkeit.
Um „Gegenwart selbst“ zu bezeichnen, zitiert der japanischer Künstler miu in seiner Arbeit fortwährend das Phänomen des Wetters im Alltag. Darin beschäftigt er sich mit dem zeitlosen Thema des Wahrnehmungsmechanismus von „gestern/heute/morgen“ in menschlichen Aktivitäten. In seiner Solo-Ausstellung „Das Wetter von heute“ aktualisiert miu, als Konzeptkünstler und zeitgenössischer Komponist, seinen interdisziplinären Ansatz zu Fragen und zu Perspektiven von „heute“.
Mit Ilse Kilic und Rainer Komers begegnen sich zwei Lyriker, die in ihrer hoch kreativen Biografie auch mit anderen Medien gearbeitet haben: Ilse Kilic mehrfach mit einer Kombination von Bild – als Foto oder als Zeichnung – und Text. Rainer Komers hat sich mit seinen eigenwilligen, mehrfach preisgekrönten, oft poetischen Dokumentarfilmen einen Namen gemacht, bevor er mit ersten auch lettristisch gestalteten lyrischen Texten, Typogramme genannt, hervortrat.
Gefördert durch die Kunststiftung NRW und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Die Ausstellung inside@instagram im onomato künstlerverein möchte dazu einladen, das soziale Netzwerk mit seiner Flüchtigkeit und dem Nebeneinander von Reiz und Überreizung, Belanglosigkeit und Wertvollem, Oberflächlichkeit und Berührendem besser kennenzulernen.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit
Zwei sprachgewaltige und bildmächtige Poeten werden einander an diesem dritten Lyrikabend in der Reihe begegnen.
Die Gruppenausstellung „insights“ zeigt Fotografien, Skulpturen und Videoarbeiten, die ein Wechselspiel zwischen Innen und Außen thematisieren. Dmitry Lookianov und Ji Su Kang wagen den Blick ins Private und legen das Verborgene einer sozial auferlegten Assimilation offen. Der russische Fotograf Lookianov rekonstruiert in seiner Serie Realitätsmomente in Moskauer Hochhauswohnungen, die zu bizarren, futuristischen Bildwelten in kalten Innenräumen werden. Die Künstlerin Kang wagt es, durch fotografische Selbstinszenierungen ein Tabuthema ihrer Geburtsstadt Seoul aufzudecken: Junge Paare, die vor der Ehe zum Schein keusch bleiben sollen, treffen sich in sogenannten Love-Motels. Dem Besucher werden im doppelten Sinne „insights“ gewährt: Einsichten in versteckte Welten, um Erkenntnisse über ein urbanes Heute zu sammeln.
„Proberaum“ unter Leitung von Enis Vardar und Dr. Emmanuel Mir ist eine Kooperation des onomato künstlervereins mit dem Institut für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Einerseits bietet sie Künstlern/innen die Chance in einem bekannten Düsseldorfer Ausstellungsraum der Öffentlichkeit ihre Arbeit zu präsentieren. Anderseits setzen sich junge Kunsthistoriker/innen bzw. Kunstvermittler/innen praktisch mit den verschiedenen Aufgaben der Ausstellungskonzeption und -organisation auseinander.
Den Abschluss der aktuellen Lyrikreihe POETISCHE BEGEGNUNGEN werden zwei Sprachartisten gestalten, die jeweils auf eigene Art ihre atemberaubenden Saltos in und mit der Sprache springen. Saltos, bei denen uns nicht etwa hören und sehen vergeht, sondern hören und sehen mitsamt allen Sinnen aufs intensivste angesprochen sind und aufgehen.
Haben Frauen einen anderen Blick auf sich selbst als Männer? Wir stellen verschiedene fotografische Positionen zur Diskussion. Im Fokus stehen Künstlerinnen, die eine exemplarische Sichtweise auf das weibliche Selbstportrait zeigen. Zusätzlich zur Ausstellung wird es ein Begleitprogramm geben.

Trägerstoffe sind Medien, die Informationen fixieren, manipulieren und visualisieren. In einem Spannungsfeld zwischen Materialkonnotationen und Neukombinationen von Bedeutungsinhalten werden bestehende Kategorisierungen und Themen von gesellschaftlicher Aktualität zur Diskussion gestellt.
Ein audiovisueller Essay über die Wahrnehmung von Welt nach Innen und Außen – über Umbrüche und das Scheitern in Zusammenhang mit dem in Planung befindlichem Projekt „Anfänge“ in der Friedenskirche Selm.
2011 entstand die Idee zu dem Ausstellungsprojekt „Anfänge“. Die Realisierung erwies sich als kompliziert und musste mehrfach verschoben werden. Auf dem Weg zu den Anfängen der eigenen Kunst spielten drei Performances eine ebenso zentrale Rolle, wie die kurze Begegnung mit regionaler und überregionaler Kulturförderung (Verhinderung) und die unvermeidliche Auseinandersetzung mit den derzeitigen Protagonisten „des globalen Drumherums“: Trump, Erdogan, Merkel…
Francis Picabia (geb. 1879 Paris – gest. 1953 ebenda), der gerne auch für die Dada-Bewegung reklamiert wird, zeichnet sich als Maler durch überraschende und scheinbar unzusammenhängende Stilwechsel aus, die seine Rezeption für nicht wenige lange Zeit erschwert haben, da sie als Mangel an Seriosität gedeutet wurden. Aber gerade in jüngerer Zeit ist es diese seine Eigenschaft, die zu einer neuen Wertschätzung des Malers führt. Auch ist sein Verhalten eine Einladung, das Verständnis von Seriosität in der Kunst noch einmal zu überdenken.
Die Ehrenlesung gibt einen Einblick in das umfangreiche und vielseitige literarische Werk der Schriftstellerin Margot Schroeder, die lange Jahre in Düsseldorf gelebt und gewirkt hat. Von der anfänglichen Prosa „Ich stehe meine Frau“ (1975), mit der sie schon Mitte der 70iger Furore machte, werden Auszüge aus ihren ungewöhnlichen Romanen „Wenn die Holzpferde lachen“ (1985) und „Oktobertee“ (1998) vorgestellt. Besonderes Gewicht erhalten ihre jüngsten drei poetischen Veröffentlichungen „Ohne Türgriff die Momente“ (2005), Gedichte mit kaleidoskopartigen Städtebildern, das Langpoem „Testament der Augenblicke“ (2011) und die Nonsensgedichte aus „Coladosen klagen über Blecharthrosen“ (2016). Neben ihrem literarischen Schaffen ist Margot Schroeder seit 1988 auch als Fotokünstlerin mit außergewöhnlich expressiven Fotografien hervorgetreten. Leider kann Margot Schroeder nicht persönlich anwesend sein.
Trotz ihres frappierend vielfältigen kreativen Schaffens als Schriftstellerin, Malerin und Zeichnerin existieren von Ille Chamier nur zwei Publikationen: der poetische Text in dem frühen Fotoband über Pina Bausch „Setz dich hin und lächle“, 1979, für deren Tanztheater Wuppertal sie mehrere Jahre dramaturgisch tätig war und die Textsammlung „Tagtexte“, 1980. Unermüdlich hat Ille Chamier seitdem im Selbstverlag beeindruckende, kostbare und aufwändige, oft mit eigenen Illustrationen versehene Textsammlungen herausgebracht. Allein die Titel dieser Editionen wie „Gezinktes Licht“, 2003, „Hu Hu – I can fly and you?“, 2007 oder „Turandot“, 2007 evozieren schillernde Imaginationswolken. Kombiniert mit einer temporären Ausstellung aus ihrem malerischen und zeichnerischem Werk wird sie selbst an diesem Abend aus ihren poetischen Werken lesen.
Mit seinem Projekt „Das visuelle Philosophieren“ sucht und findet der Fotograf Bernard Langerock einen Zugang zu den Werken des Philosophen Hermann Schmitz, dem Begründer der Neuen Phänomenologie.
Von den Dadaisten über Fluxus und Pop-Art, Konkrete Poesie und Cover-Art: der Niederländer Jan van Toorn hat Margit Bauer sein einzigartiges Archiv an Künstlerschallplatten geöffnet und Einblick geboten in eine Sammlung, die im Rahmen eines Studiums der elektronischen Musik 1972 ihren Anfang nahm und auch nach inzwischen mehr als 5000 erworbenen Schallplatten und anderen Tonträgern noch lange nicht abgeschlossen ist. Der Film „Vinyl“ gewährt einen dichten, faszinierenden Einblick in das Archiv und die „Sammler“-Welt Jan van Toorns.
„Visual Vinyl“ liefert erstmals einen umfassenden Überblick über „Künstler-Cover“. Als Fundus dient das umfangreiche Archiv des Niederländers Jan van Toorn – einer der umtriebigsten Sammler und größten Kenner auf diesem Gebiet. Die Bandbreite der vorgestellten Arbeiten reicht von surrealistischen Entwürfen von Salvador Dalí über Cover von Pop-Art-Größen wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg oder Jean-Michel Basquiat bis hin zu Arbeiten der Wiener Aktionisten, Jeff Koons, Damien Hirst, Banksy oder Ai Weiwei. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Entwürfe aus dem Umkreis der Fluxus-Künstler, die im Rahmen von Happenings, Performances und Aktionen oft selbst musikalisch tätig waren und ihre eigenen Stücke als LP publizierten.
Wie sich das Erscheinungsbild des Menschen im Spiegel der Zeit und ihrer Gesellschaft in seiner Sprache, Bewegung (Mobilität), Kleidung und Verhalten durch innere und äußere Einflüsse verändern kann.
‚Gewaltästhetik‘, d.h. die ästhetische Repräsentation von Gewalt, nimmt in der westlichen Kultur einen breiten, wenn nicht zentralen Raum ein. Mit einem Begriff von Michel Foucault könnte man von einem ‚Dispositiv‘ sprechen, von einer Signatur, die sich in vielfältige kulturelle Segmente eingeschrieben oder in ihnen transformiert hat. In der Malerei, auf der Bühne, im Film, in der Photographie und nun in der Computer-Animation, ist dabei der Blick ‚auf Körper herab‘ zum ikonographischen Mittel geworden, um sich diskursiv als Macht oder gegenüber der ‚Macht‘ zu positionieren, nicht zuletzt auch durch körperliche Selbstverfügung von Künstler_innen in Performances. Mit der Fixierung auf den ‚Körper an sich‘ wird freilich zugleich eine kulturell-dualistische Setzung westlicher Kulturgeschichte bloßgestellt, die als Legitimationsmittel von Gewalt dient und gedient hat. Die Analyse von ‚Gewaltästhetik‘ gibt daher nicht zuletzt Auskunft über den Stand unserer kulturellen Identität.
Studierende der HH-Uni Düsseldorf laden ein zu einer kleinen Führung durch Off-Spaces in Flingern. Eine Station wird im onomato künstlerverein sein.
In Lehrerzimmern ebenso beliebt wie wohlfeil: Der behagliche Grusel, dass am Gymnasium so viele Kinder und Jugendliche weder richtig zu schreiben noch sich angemessen auszudrücken fähig seien. Selten kommt jemand auf den Gedanken, dass Schüler*innen so schreiben und sprechen, wie sie es an einem Ort beigebracht kriegen, wo Bescheidwissen, Selbststeuerung und Leistungsvergleich höchste Priorität haben.
Claudia Robles-Angel erzeugt audiovisuelle Installationen und interaktive multimediale Arbeiten, in denen Besucher eingeladen werden, in eine neue Umgebung einzutauchen, die durch optische und akustische Bilder des täglichen Lebens gestaltet werden, z.B. Großaufnahmen von verschiedenen Strukturen, unbeachteten Räumen und Geräuschen, die man in der täglichen Routine nicht wahrnimmt. Ihre interaktiven Werke schließen auch immersive Räumen ein, wobei die Besucher eingeladen werden, mit ihren ihren eigenen Bio-signalen, wie z.B. Herzschlag oder Gehirnaktivitäten, zu interagieren. Die Installationen machen nicht-wahrnehmbare innere Zuständen von Menschen, wie Stress oder Entspannung, ästhetisch erfahrbar. –
Naomi Akimoto: Ich beschäftige mich schon lange mit Skulpturen aus Ton (keramische Plastik). Ich baue Installationen, die sich an der Wand oder auf dem Boden befinden und die ich ab und zu mit anderen Materialen, wie z.B. Zeichnungen oder Seilen kombiniere.
Am Freitag den 06. Oktober ab 16 Uhr findet im onomato eine neue Veranstaltung „On Table – Rund ums Archiv“ statt.
Am Sonntag Nachmittag ab 15 Uhr ist das onomato geöffnet. Wir laden ein zu einem gemütlichen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen zum lachen und klönen. Zu Gast ist der Musiker Gilbert Giudice und Begleitung. Wer möchte kann eigenen Kuchen oder sein Musikinstrument mitbringen.
Die Performance erlebt seit einigen Jahren eine Art Renaissance. Im Oktober enden zwei neue Projekte, die in Düsseldorf erstmalig realisiert wurden und sich auf besondere Weise mit dieser Kunstform auseinandergesetzt haben: „GATE art zone“ und „blocked – the politics of open doors“ im plan.d.
Die Ausstellung zeigt im Rahmen der digitale düsseldorf sechs künstlerische Einzelpositionen: Installation, Malerei, Zeichnung, Animation, Musik. Die Arbeiten sind in ihrer Subjektivität weder durch funktionale Technik noch durch kollektives Miteinander gesichert. Sie sind fragil. Sie spiegeln die Entwicklungsstufen der Technologie und in Reichweite der Armlänge zeigen sie diese als Reflexion auf den Wänden und im Raum: LOW TECH.
Stefan Ettlinger
Christoph Korn
Norbert Kraus
miu
Elisabeth Mühlen
Was denke ich, wenn ich über das Wort ZEIT sinniere? Ich denke eine Ausdehnung, nicht aber eine lineare Bewegung. Die Ausdehnung hat mit dem Atem zu tun. Oder soll ich lieber sagen: Sie ist eine Konnotation des Atems. Denn die Brust hebt sich, wenn ich einatme. Die Ausdehnung, die ich denke, wenn ich die ZEIT denke, ist die einer unendlichen Brust. So zeigt sich, dass ich die Zeit ohne den Raum nicht denke.
Am 6. Dezember 2017 wird einer der bedeutendsten deutschsprachigen lebenden Schriftsteller, Peter Handke, 75 Jahre alt.
Günter Lamprecht und Claudia Amm lesen aus Der Engel Schwieg
Gefördert durch die Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf
Der Auftaktabend präsentiert gleich ein glänzendes Duo: Mara Genschel, geboren 1982 in Bonn, hat mit ihren experimentellen Textstrategien schon in ihrem ersten Lyrikbuch Tonbrand Schlaf, 2008, Aufsehen erregt. Ihre ungewöhnliche Lyrik wird zugleich stets von einer schwebenden Musikalität begleitet.
Martin Rosswog wurde 1950 in Bergisch Gladbach geboren. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf freie Kunst und machte seinen Meisterschüler bei Prof. Bernd Becher. Seitdem arbeitet er als freier Fotograf, Buchautor und Dokumentarfilmer. Er lebt zurückgezogen im Bergischen Land und bereist von dort aus die Grenzen Europas um einfache Menschen, ihre Innen- und Außenräume für die Nachwelt aufzuzeichnen. Am Kunstmarkt vorbei erschienen zahlreiche Publikationen und er stellte die Ergebnisse seiner beeindruckenden Recherchen im In- und Ausland aus. Inzwischen sind Konvolute seiner Werke in Sammlungen und Museen vertreten. Wir freuen uns sehr diesen Ausnahmekünstler zu Gast haben zu dürfen.
Frank Rogge präsentiert Arbeiten auf Holz und eine Serie von Zeichnungen.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
D 2008, R: Doris Dörrie, S: Elmar Wepper, Hannelore Elsner, Aya Irizuki
Gefördert von der Kunststiftung NRW und dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf
Die sog. Outsider-Kunst hat schon immer Kunstinteressierte und vor allem die Künstler selbst auf eine besondere Weise angesprochen und berührt.
Johanna Hansen, geb. 1955 hat nach ihrem Studium der Germanistik und Philosophie zunächst als Sprachlehrerin und Journalistin gearbeitet. Seit 1991 tritt sie als Malerin und Schriftstellerin in Erscheinung. Diese spezifische, expressive Kombination von Bild und Wort kennzeichnet auch ihre Ende 2013 erschienene erste Lyrikveröffentlichung „dasselbe Blau“ und ihre ungewöhnliche Form: eine gebündelte Loseblattsammlung, auch zum Aufhängen an der Wand. Seit Ende letzten Jahres ist sie Mitherausgeberin der Literaturzeitschrift „Wortschau“. 
In dieser Ausstellung zeigt Inken Boje Fotoarbeiten ihren drei Arbeitszyklen Mehrfachbelichtungen, Soma Physis und In guter Gesellschaft. Die Fotoserie „In guter Gesellschaft“ befasst sich künstlerisch mit Gender und seinen Zuordnungen. Inken Boje erlaubt sich, durch die Einverleibung von weiblichen und männlichen Positionen der Kunstgeschichte selbst repräsentationskritisch zu äußern, direkt und konfrontativ.
„Wahrscheinlich konnte sie nicht kochen. Ein sozialistischer und anarchistischer Blaustrumpf“, urteilte ihr Enkel, der Maler Paul Gauguin.








Der onomato künstlerverein präsentiert die Performance-Künstlerin Angelika Fojtuch und die Bildhauerin Gesine Grundmann.


Oskar Kokoschka (1886-1980) ist ein österreichischer Maler, Graphiker und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne, dessen Frühwerk vor allem eine stark psychologische Grundierung aufweist. In diesem Zusammenhang ist die Liebesbeziehung zu Alma Mahler wichtig, die ihn zu einer Reihe bedeutender Werke veranlasst, insgesamt für den Künstler allerdings enttäuschend verläuft und ihn zuletzt dazu führt, eine lebensgroße Ersatzpuppe herstellen zu lassen.
Die Schrecken des Ersten Weltkrieges wurden in Topoi gefasst: „Welt in Flammen“, „Welt in Brand“, „Urkatastrophe“. Der Topos „Urkatastrophe“ gibt deshalb besonders zu denken, weil er sich gleich doppelt am falschen Ort bedient: von der Natur nimmt er die Katastrophe und grenzt sie ineins aus der Menschheitsgeschichte aus, indem er sie in unvordenkliche Zeiten verlegt.
In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf schreibt der onomato künstlerverein seit 2009 jährlich zehn dreimonatige Arbeitsstipendien für die Bereiche Video-/Klangkunst und Animation aus.
Dana Tal Segev und Ehud Segev leben und arbeiten im Rahmen des deutsch-israelischen Künstleraustausches im Gastatelier des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf an der Sittarder Strasse.
Dana Tal Segev ist Dozent und Doktorand für Kunst interdisziplinäre Studien an der Universität Tel- Aviv. Ihre experimentellen Werke wurden weltweit vor- und ausgestellt. Zahlreiche Preise und Stipendien z.B. der America-Israel Culture Foundation haben zur Verbreitung ihrer Kunst beigetragen. Ehud Segev, Video- und Multimedia-Künstler aus Ein Hod, zeigt hier eine sehr persönliche Dokumentation über den höchsten jüdischen Feiertag Yom Kippur mit dem Titel „Kapparot- Sababa- Cèst tout“. Dieser Film wurde über einen Zeitraum von mehreren Jahren aufgenommen und anschließend zusammengeschnitten.
Die 1954 in Nürnberg geborene, in New York lebende amerikanische Künstlerin Kiki Smith erlernte zunächst den Beruf der Rettungssanitäterin, um mehr Einsicht in die Zusammenhänge des menschlichen Körpers zu gewinnen. In ihrer Kunst thematisiert sie die Anatomie des Körpers, Fragen von Leben und Tod und später zunehmend das Thema Natur ausgeweitet bis zu mythologisch anmutenden Motiven. Zu Beginn mit Zeichnungen und Siebdrucken auf textilem Material arbeitend, formt sie Skulpturen in Wachs, in Bronze oder inszeniert collagenhafte Installationen wie zuletzt in Haus Esters in Krefeld. In ihrem Werk entfaltet sie zum Teil mit krasser Deutlichkeit, zum Teil poetisch märchenhaft einen eigenen figürlich-erzählerischen Kosmos, in dem sich moderne Ausnüchterung und kindliche Fantasie treffen.
Am 1.1.2000 ins Leben gerufen, ist Agricola de Cologne die Künstlermarke des gleichnamigen Medienkünstlers aus Köln, der im Herbst 2014 nach 15 Jahren auf eine ungewöhnliche Karriere als virtueller Künstler und Kurator zurückblicken kann. Er ist Zeuge und Wegbegleiter von neuen Formen und Technologien in de zeitgenössischen Kunst, und in vielfältiger Weise Pionier in deren Entwicklung und Anwendung.
In Kafkas Geschichte „Die Sorge des Hausvaters“, geschrieben im Winter 1916/17 in der Prager Alchimistengasse, beherrscht eine seltsame Gestalt namens „Odradek“ die Szene: „Man wäre versucht zu glauben, dieses Gebilde hätte früher irgendeine zweckmäßige Form gehabt und jetzt sei es nur zerbrochen. Dies scheint aber nicht der Fall zu sein; wenigstens findet sich kein Anzeichen dafür; nirgends sind Ansätze oder Bruchstellen zu sehen, die auf etwas Derartiges hinweisen würden; das Ganze erscheint zwar sinnlos, aber in seiner Art abgeschlossen.“ (Franz Kafka)
Der Komponist und Klangkünstler André O. Möller, 1962 in Duisburg geboren und seit 29 Jahren Düsseldorfer erforscht autodidaktisch die Materialität und Wirkung von Klang anhand von Konzertstücken und Klanginstallationen und Präsentationsformen in deren Zwischenbereich.
Jun Kim wurde 1988 in Japan geboren, lebt und arbeitet in Köln und Berlin als Konzeptkünstler und Fotograf. Aufwendige Szenarien, Situationen wie in einem Film, verrückt komponierte Bilder, bei denen man sich fragt wie so etwas möglich ist, haben ihn schon immer fasziniert. In seinen eigenen Bildern werden deshalb die Gesetze der Schwerkraft genauso aufgelöst wie festgelegte Proportionen und Anordnungen. Er gestaltet seine Fotografien nach seinen inneren Bildern und Gedanken. Damit lässt er den Betrachter Teil haben an seiner Gedankenwelt. Jun Kim wird seit 2012 durch Weithorn Galerie, Duisburg vertreten.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Galerie Weithorn
Während Flingern den roten Teppich zum Abend-Shoppen ausrollt, bleibt auch der onomato künstlerverein bis in die Nacht geöffnet und freut sich auf Ihren Besuch. Bei Glühwein, Punsch und Vanillekipferln pflegen wir Nachbarschaft und bieten Kunst zum kaufen an. Mit von der Partie ist unser Partner, die Galerie Weithorn, die ihre bewährten Wundertüten mit Werken ihrer internationalen Künstler offeriert.
marcpierre wurde 1966 in düsseldorf geboren, wo er heute noch lebt und als freiberuflicher photograph und künstler tätig ist. die ausstellung „ein- 2- samkeit“ ist ein absurder abriss in 12 bildern und 12 texten, dargestellt wird der ablauf einer beziehung.
Zum Auftakt des zweiten Teils der Reihe trifft Kurt Drawert, der 1956 in der ehemaligen DDR geboren wurde und seit 1996 als freier Schriftsteller in Darmstadt lebt, auf den Düsseldorfer Lyriker und Prosaautor Ferdinand Scholz, Jahrgang 1952.
Werkgespräch mit Nadine Arbeiter und Natascha Borowsky

Barbara Köhler und Niklas Stiller haben etwas gemeinsam: sie erweitern den lyrischen Text durch innovative sinnliche Formen seiner Präsentation im Raum. Aus dem Buch in den Stadtraum bringt Niklas Stiller Gedichte, auch eigene in expressiver typografischer Gestaltung. Seine legendäre Aktion „Litfassliteratur“, begonnen 1976, existiert bis heute. Barbara Köhler stellt in Textinstallationen ihre verdichteten Texte so in den Raum – auf Fensterscheiben, in Kunsträume, in die Natur – dass der Text die Situation, die er schafft und die Sprache zugleich erkundet.

Aus den Kunstsparten Fotografie, Film und Bildhauerei werden sechs Kulturschaffende aus Israel und den USA im Rahmen einer Ausstellung in der Galerie Lausberg eingeladen.
Das Rahmenprogramm zur Ausstellung „Künstlerische Positionen aus Israel“ bietet einen Filmabend im onomato künstlerverein. Vorgestellt werden Kunstfilme von Eran Barak, der in Ein Hod/Israel, Nähe Haifa lebt und arbeitet sowie von Dafna Shalom, Tel Aviv.
Das Ausstellungsprojekt „Künstlerische Positionen aus Israel“ wird ergänzt durch eine Lesung von Ingrid Bachér, die Texte von Else Lasker-Schüler vorträgt. Die deutsch-jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler wurde in Wuppertal-Elberfeld 1869 geboren, emigrierte 1933 zunächst in die Schweiz und später nach Palästina, wo sie 1945 starb. Ingrid Bachér ist Schriftstellerin und hat sich intensiv mit dem Werk von Else Lasker-Schüler beschäftigt. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf und Italien.

“I am living in the silence of room”
Zwei Lyrikerinnen, die ihre Lyrik als Sprechtexte regelrecht in Szene setzen, zwei Lyrikerinnen, die ihre Herkunft aus der Poetry Slam Bewegung nicht verleugnen, sondern geradezu ausstellen: Gedichte als Performance! Dieser vierte Abend in der Reihe BEKANNT TRIFFT UNBEKANNT verspricht besonders spannend und unterhaltsam zu werden!
Von Haus aus Biologin beschäftigt sich Britta Strohschen inzwischen ausschließlich mit der Fotografie, in der es ihr um Mensch und Tier geht. Sie setzt auf die authentische Wirkung des Mediums Fotografie, auch wenn ihre Bilder keine journalistische Geschichte erzählen oder Abläufe dokumentieren. Diese distanzierte Form der Betrachtung wird aufgegeben. Ihre Projektarbeiten sind der Versuch einer Annäherung, der Versuch zu verstehen, ein Prozess des sich Einlassens, des sich Begegnens, des gegenseitigen Vertrauens, ein sehr komplexes, ein spannendes Geschehen. Die Fotografin ist nicht neutral. Sie versucht, die erfahrene Wahrnehmung, die tiefere Realität… fotografisch zum Ausdruck zu bringen. Es ist eine Einladung an den Betrachter, sich auf das Thema / den fotografischen Impuls einzulassen und seine eigene Positionierung hierzu zu finden.

Das vielstimmige lyrische Konzert der Edition „Bekannt trifft Unbekannt“ – nach wie vor eine Novität in der gegenwärtigen Literaturlandschaft – wird kombiniert mit einer Lyriklesung, zu der LyrikerInnen dieser Edition live auch neue Gedichte vorstellen. Es lesen Andreas Altmann (Berlin), Johanna Hansen, Sina Klein, Jens Stittgen, Frauke Tomczak (alle vier Düsseldorf), Moderation: Frauke Tomczak.
Ein mit Stoff umwickeltes Objekt hinter den spiegelnden Scheiben der Birkenstraße entpuppt sich für diejenigen, die bereit sind, genauer hinzusehen, als 2-Kanal-Videoinstallation, gebaut für das Onomato.
stipendium nachlese
Absicht der internationalen Konzertreihe Nomádes ist, audiovisuelle Arbeiten, in denen Video und Musik den gleichen Grad von Bedeutung haben, auf der ganzen Welt zu verbreiten. Die Konzerte sind nicht an einen Ort oder ein Land gebunden, gemäß dem Terminus nomádes, das Völker beschreibt, die sich von einem zum anderen Ort bewegen, ohne sich fest an einen zu binden.
„In Markus Mußinghoffs Kunst verschmelzen die Pole Werk und Arbeit auf erstaunliche wie einzigartige Weise miteinander. Arbeit bedeutet für ihn die permanente Aneignung der Welt mittels Kopf und Hand – Werk wiederum bedeutet die einerseits punktuelle, andererseits auch raumgreifende Entäußerung des Angeeigneten eben auf diesem Wege: sei es als ideeles Konzept, als technisches Produkt oder als manuales Werk. Das Wurzeltiefe spiegelt sich dabei gerade auch in seinem Interesse an Gelebtem – im eigenen Video – wie an Gewachsenem – in seinem Holzskulpturen – wieder.
Festhalten des Augenblicks als neuer Gegenstand der Malerei, später: Rückzug des Malers aus seiner Gegenwart.
Die in Tadschikistan geborene und seit 2000 Israel lebende Künstlerin zeigt Animationen, Zeichnungen und skulpturale Arbeiten und gibt Einblick in ihr deren Entstehungsprozess.
Warum wurden Götzenbilder von Gott in Exodus 20:4 verboten? Warum sind Bilder von Gottheiten praktisch aus dem archäologischen Befund der frühen Eisenzeit verschwunden? der israelische Altertumswissenschafter Dr. David Ilan wird einige Bronzezeit-Figuren und deren ikonografische Attribute untersuchen und darauf aufbauend eine materialistische Erklärung vorschlagen, warum diese Figuren nicht mehr hergestellt wurden. Seine Erklärung entspricht nicht derjenigen der traditionellen Bibelwissenschaft.
Internationale Künstler der
Dieter Kiessling, geb. 1957 in Münster, seit 2005 Professor für Medienkunst an der Kunsthochschule Mainz, pflegt ein besonderes Verhältnis zur Zeit.
Heike Pallancas Auseinandersetzung mit Naturgeschichte und existentiellen Phänomen wie Vulkanausbrüchen oder Erdbeben findet in ihrer plastischen Arbeit eine Umsetzung mit unterschiedlichsten Materialien und Medien. Sie benutzt Steinzeugmosaik und Betonplatten, Fundstücke aus der Natur wie Gesteine, Mineralien und Fossilien, aber sie integriert auch Fotografien und Leuchtkästen oder Texte in ihre meist raumgreifenden Installationen. Immer ist der Faktor Zeit ein wesentliches Element ihrer Arbeit, der Bruchteil eines Augenblicks erscheint eingefroren in ein plastisches Bild. Ihr Interesse gilt dabei den übergeordneten Themen, die fern unserer momentanen, flüchtigen Realität ihre Gültigkeit bewahren.
Martin Leyer-Pritzkow ist freier Kurator und Koautor des Kunstkaufbuchs – das erste Buch über die Qualitätskriterien der zeitgenössischen Kunst. In seinem Vortrag analysiert er, was gute Kunst ausmacht. Die Qualität und der Preis eines Kunstwerks werden in den Zeiten des Kunstbooms schnell durcheinandergebracht. Und damit werden die Schwächen und Stärken des Kunstmarkts erkennbar. Eine Aufforderung an alle, über Entwicklungen , Tendenzen und Konsequenzen zu reflektieren und zu diskutieren.
Ursula Ströbele (geb. 1961) liest und spricht mit Jens Stittgen.
Am Anfang steht die Löschung der Information auf einem Blatt durch Abschaben oder Übermalen. Die Oberfläche wird wieder verwendet. Unter der neuen Information taucht der gelöschte Inhalt als Schatten oder Erinnerung wieder auf. Das Palimpsestieren kann auch als Metapher für geistige und kreative Prozesse verwendet werden.
Überwindung des Konzepts des bloßen Momentanismus zugunsten Erarbeitung überzeitlicher Wahrheit mithilfe des Bildes.
Malerei als Spur des in der konkreten Zeit stattgehabten malerischen Aktes.

Philip Guston verabschiedet den Anspruch seine Generationsgenossen auf Wahrheiten, die von den Niederungen und Trivialitäten der jeweiligen Gegenwart unabhängig seien.
„Unsere Fähigkeit, komplexe Zeichensätze blitzartig zu decodieren und sie mit einem Kanon aus Vorwissen, Erfahrung und Erwartung in Zusammenhänge einzuordnen, wird außer Kraft gesetzt. Zwar erkennen wir auf Ettlingers Bildern auch Bekanntes – doch was auf den ersten Blick als Gesamtheit erscheint, erweist sich beim abermaligen Hinsehen als trügerisch.“
Inspiriert durch „Die lange Straße aus
Ein Mann und sein Sohn begegnen während ihrer Wanderschaft durch die italienische Provinz einem sprechenden Raben, der sie in politisch-philosophische Debatten über Gott und die Welt, Marx und Christus, Geschichte und Revolution verwickelt. Pasolinis verschrobene Filmfabel ist eine ebenso witzige wie tiefsinnige Meditation über Geschichte und Bestimmung des Menschen; der spielerische Umgang mit Ideologien und deren Rückführung auf die Praxis des Alltags bereitet ästhetischen Genuß und intellektuelles Vergnügen
In die Familie eines reichen italienischen Fabrikanten kommt ein Gast, dessen eigenartigem Wesen alle verfallen. Von dem geheimnisvollen Erwecker zu bewußtem Leben gerufen, finden die Menschen – verändert, aber nicht befreit – keine Möglichkeit, ihr Leben positiv zu gestalten. Nur einem Dienstmädchen gelingt der Ausbruch aus den eingefahrenen Bahnen seiner Existenz. Vieldeutiger, für verschiedene Interpretationen offener Film, in dem Pasolini seine aus Christentum und Marxismus gezogenen Erkenntnisse für die Notwendigkeit einer geistigen und sozialen Umwandlung des Menschen formuliert.
„Die Geschichte des Neorealismus. Er ist doch aus der Geschichte des Faschismus, des deutschen und italienischen Faschismus hervorgegangen. Ich möchte Sie fragen wie Sie den Neorealismus sehen, wie Sie seine Ausdrucksform im Unterschied zur Ausdrucksform…“
Angela Felice, Direktorin der Pasolini Stiftung in Casarsa, spricht über das Werk des Autors und Filmemachers und seine Relevanz für die heutige Zeit.
Jürgen Born, der Begründer der Forschungsstelle für Prager deutsche Literatur und Mitbegründer der Kritischen Ausgabe der Schriften, Tagebücher und Briefe Kafkas, wirft in seinem Vortrag ein Licht auf zwei doch grundlegend verschiedene Naturen. Bei allem Wohlwollen und der tatkräftigen Unterstützung Thomas Manns für Kafkas Schriften ist bei dem „hanseatischen Humanisten“ stets auch eine Distanz und Fremdheit gegenüber dem Prager Dichter zu erkennen.
Ist es möglich, dass der Altmeister der konkreten und auditiven Poesie, Gerhard Rühm, Jahrgang 1930, etwas gemeinsam hat mit der Satirikerin und Grafikerin Vera Henkel, geboren 1961 in Düsseldorf?
Eröffnung am Samstag, 19.12. um 17 Uhr
Angelika Fojtuch, Performancekünstlerin geb. 1978 in Polen, lebt in Gdynia und Düsseldorf. Sie war Ateliersstipendiatin der Stadt Mönchengladbach im Jahr 2013.
Esther Kinsky, geboren 1956, hat lange als Übersetzerin aus dem Polnischen, Englischen und Russischen gearbeitet, bevor ab 2010 ihre ersten Romane, dann ihr Lyrikbuch „Reise nach Patagonien“, gefolgt von dem liebevoll mit einer Fotostrecke ausgestatteten Lyrikband „Naturschutzgebiet“ (2013) erschienen. Mit ihrer Roman genannten poetischen Prosa „Am Fluß“ war sie 2014 in aller Munde und wurde dafür 2015 mit dem „Kranichsteiner Literaturpreis“ geehrt. Eine epische Erzählung, die sich entlang des kleinen Flusses Lea in Ostlondon und vieler anderer Flüsse und Ströme in Europa bis zum Ganges bewegt, ohne Handlungskonstruktion, doch mit zahlreichen präzise und eindrucksstark gezeichneten Beobachtungen und Begegnungen – ein langsam fließender, zugleich atemberaubender und wortwendiger Erzählstrom in poetisch-atmosphärischer Verdichtung.
Ludwig: Du bist doch heulend aus dem Kino gelaufen, als Student. Ich weiß nicht mehr wer mir das erzählt hat, dass du heulend aus dem Kino raus bist aus dem Straub Film, wo die Laien ganz emotionslos auf ihre eigene Art den Empedokles rezitieren. Der unbekannte Laie, von dem man nur die Beine sieht, man hört seine unprofessionelle schöne Stimme und dann hättest du im Hintergrund der Szene gesehen, wie der Wind die Gräser bewegt und da hättest du hemmungslos geheult.


Im Rahmen des Düsseldorf Photoweekends 2016 stellt die deutsche Fotografin Charlotte Michele Ernst Arbeiten aus ihrem Buch zum Thema illegale Einwanderung aus: A Pie al Cielo – Zum Himmel zu Fuß dokumentiert den Migrationsweg einer jungen Flüchtlingsfamilie über Mexiko nach Texas.
Thomas Bernardet (born 1975 in Fréjus, France) lives and works in Brussels.
Das dialogische Prinzip, die Innovation durch die Lyrikerin Elke Erb, die zugleich das Anliegen der Reihe auf den Punkt bringt, hat beim letzten Lyrikabend auch das Publikum so überzeugt und begeistert, dass sich José Oliver, als er davon hörte, ebenfalls bereitwillig darauf einließ: auch er wird auf ausgewählte Gedichte von Bess Dreyer mit seiner Lyrik antworten.
von 11. bis 20. märz ist ernstfriedrich jünger zu einem arbeitsaufenthalt im ONOMATO zu gast.
Nur elf Monate dauerte die vielleicht bedeutsamste Liebesgeschichte der jüngeren Zeit. Sie währte aber ein ganzes Leben und geht in ihrer Bedeutung weit darüber hinaus. Die bewegte und bewegende Lebensgeschichte von Dora Diamant, der lange Zeit Unbekannten an Kafkas Seite, vermag, zugleich mit einem immer noch weitgehend unbekannten Kafka, beinahe vergessene wie gleichermassen hoffnungsvolle Perspektiven und Möglichkeiten aufzuzeigen:
Die südkoreanische Künstlerin Ga Ram Kim macht mit ihrem Friseursalon-Projekt Station im onomato. Ga Ram Kim tritt selbst als Friseurin auf und lädt die Besucher gleichzeitig zum Gespräch über aktuelle und ortsspezifische Themen (agendas) ein. Man wählt ein Thema aus und entscheidet, wie lange das Gespräch und der Haarschnitt dauern soll. Das Gespräch wird in Englisch oder mit Übersetzung in Deutsch geführt und gefilmt.
Eröffnung: Fr. 01.04. 19 Uhr mit Performance von Clémentine Rettig in Zusammenarbeit mit Carsten Heisterkamp um 20 Uhr
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Geschichte der Idee des Eurotunnels zwischen Calais in Frankreich und Dover in Großbritannien. In der Installation werden gefundene und selbst produzierte Bilder verknüpft, in denen es um Erzählweisen von Mobilität und um deren Kontrolle geht.
Wir möchten erinnern an unseren Mitgründer, guten Freund und geistreichen Inspirator Joachim Rüsenberg. Es werden visuelle und akustische Arbeiten von und für Joachim Rüsenberg aufgeführt.
Gezeigt werden fotografische Arbeiten der Gruppe Photo5plus, die aus den sechs Fotokünstlern Susanne Hartmann, Stefan Kögel, Stefanie Minzenmay, Tilman Neubert, Frank Szafinski und Juliane Wende besteht. Als frühere Teilnehmer an Jahresklassen der Schule für künstlerische Fotografie in Düsseldorf setzen die Fotokünstler seit 2014 einen fotografisch und künstlerisch interessierten Austausch fort.
Tamar Chaduneli ist in Rustavi, Georgien geboren und studierte Medienkunst an der State Academy of Arts in Tbilisi wie auch später im Center of Contemporary Art – Tbilisi (CCA -T) Videokunst-Direktion (2012-2013). Ihr künstlerisches Spektrum umfasst Videokunst, Installation, Sound Art, Malerei, Zeichnung und Skulptur. Chaduneli kuratierte auch Gruppenausstellungen.
Gefördert durch das Frauenkulturbüro NRW e.V.
Eine Groteske nach Briefen und Texten des französischen Extrembergsteigers und Dichters Gilbert Tassaux von Thomas Kaiser und Markus Mußinghoff.
Die Düsseldorfer Schriftstellerin Regina Ray wird aus ihrem vor kurzem erschienenen Roman „Das Mottenprinzip“ lesen. Die Handlung spielt überwiegend in Indien, ein Road-Movie der besonderen Art und für die Hauptfigur eine Zeit der Entscheidungsfindung zwischen zwei Männern, einem Schweizer Künstler und einem indischen Intellektuellen mit vielen Gesichtern. Außerdem zeigt der Roman ein abgelegenes und durch Rebellen und Regierung verunsichertes Stammesgebiet, deren Bewohner ein besonderes gesellschaftliches Modell leben; Jugendliche üben Selbstständigkeit, Verantwortung und freie Liebe in ihren traditionellen Jugendhäusern.
In Zusammenarbeit mit Galerie Rautenstrauch
Im Oktober letzten Jahres war Ulrike Heider schon einmal zu Gast im onomato. Ihre später von Micha Brumlik und Helmut Dahmer hoch gerühmte Studie zur wechselnden Geschichte der Sexualität seit 45, überschrieben mit dem Graffiti „Vögeln ist schön“, findet nun eine ebenso interessante und spannende Fortsetzung: aus einem weit größeren Materialvolumen hat Haider 13 Interviews ausgewählt, in denen meist ältere Menschen sich an ihre „Erste Liebe“ in der Kindheit, will sagen vor dem 13. Lebensjahr erinnern.
Mit den skulpturalen Arbeiten der vier teilnehmenden Künstler Nina Nowak, Ruben Smulczynski, Katja Tönnissen und Lisa-Julie Rüping möchte die Ausstellung open matter von einer Textur des Auftauchens erzählen: wie materialisiert sich unser Ich? Welche Rolle spielen die Anderen dabei?
Ausgehend von Alltagsgegenständen erforscht Nina Nowak, Kunstgenerator Stipendiatin 2015, in ihren Objekten und Installationen, welche Beziehung wir zu den Dingen aufnehmen und wie wir uns gegenseitig beeinflussen. In Ruben Smulczynskis Videoinstallation hingegen wird der Körper selbst zur gestaltbaren Oberfläche. Der Meisterschüler von Katharina Grosse stellt in seiner Arbeit eine Reflexion über Mündigkeit und Bestimmtheit her. Keramik und Malerei geraten bei Katja Tönnissen in eine Symbiose. Die Arbeiten der Künstlerin, die im letzten Jahr das Bronner Residency Stipendium gewann, wirken wie Subjekte, die wiederum uns Subjekten auf die Schliche kommen wollen.
Offene Materie. Oder doch uneindeutige Angelegenheit? Der Titel der Ausstellung – open matter – verweist auf einen offenen Prozess, der keiner Abgeschlossenheit unterliegt. Indem matter sowohl für Materie und Substanz als auch beispielsweise für Anliegen steht, entzieht es sich in Verbindung mit open einer eindeutigen Les- und Interpretationsvariante.
Misch Da Leiden (MDL) stellt seine Arbeitsweise vor und zur Diskussion: Montage als Annäherung an die Realitäten. Was ist das Besondere an Misch Da Leidens Art der Montage?
Geb. 1952, italienischer Maler, der Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre zu den Protagonisten der „Transavantguardia“ gehörte, indem er eine nach Jahrzehnten der Abstraktion ganz neue Gegenständlichkeit formulierte, die oft rätselvoll und symbolträchtig betont inhaltlich aufritt, in visuell prägnanter und farbig ungewohnter Form.
(*1953) südafrikanische Malerin, die inzwischen in Amsterdam lebt, die, auf photographische Vorlagen gestützt, in ihren Bildern vorzugsweise Menschen zeigt und damit ein von moderner Skepsis geprägtes Menschenbild entwirft. Apartheid wird allerdings nicht zu ihrem Hauptthema, trotzdem kommen der Konflikt zwischen Schwarz und Weiß zur Darstellung und darüber hinaus auch politische Themen generell.
tilo riedel (geb. 1960 in frankfurt/main), textsachen, lesung.
Alles mit Masse übt eine Schwerkraft auf alles andere mit Masse aus. Das gilt nicht nur für Himmelskörper. Künstlerinnen und Künstler zeigen in ihren Arbeiten unter anderem die materialeigene Ästhetik und setzen sich thematisch mit den sozialen, Gegebenheiten – aktuell oder historisch – die weltweit in der Textil- und Papierindustrie herrsch(t)en, auseinander.
Michael Rüsenberg (Ton) und Peter Hölscher (Bild) zeigen drei ihrer „Videos“. Der Begriff steht in Anführungszeichen, weil es sich bei ihren Arbeiten zwar um bewegte Bilder, nicht aber um solche mit 24 oder mehr frames pro Sekunde handelt.
Polaroid/Schreibmaschine,
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Galerie Weithorn
Vortrag in Wort mit einzelnen Bildern
(*1954) amerikanische Künstlerin, die die Photographie benutzt, um die Ergebnisse ihrer mit Schminke und Kostümierung durchgeführten Verwandlung in zahllose verschieden Typen von Weiblichkeit unserer Zeit (zum Teil tritt sie auch in männlicher Rolle auf) ins Bild zu setzen. So entstehen Photoserien, die Identität, Rollenbilder, Körperlichkeit und Sexualität befragen.
The issues I would like to present at the onomato künstlerverein are from the dissertation I wrote, which is engaged in arts in prisons. The title of the research is: “Art as a symbolic space in a detention center: A case study of art classes under the guidance of students in a detention center“ At the lecture I will demonstrate various creative processes, as were instructed during the encounters and the final products of these processes. Paralleled on the art teaching and academic research for my doctorate, I will present a series of my own art work which also deals with imaginary landscapes.
Mit der immensen Zunahme des positiven Wissens in der präzisen Welt – sowie der immer dichteren Umstellung mit Dingen in einer immer kürzer getakteten Zeit ist die Wahrnehmung eines nichtwissen in den Hintergrund geraten. Eine Orientierung zum Unfassbaren ist gleichsam kaum mehr »in Gebrauch«.
Der westliche Bildungsbegriff geht davon aus, dass Neugierde und Wissensakkumulation sowie -vernetzung ein hohes Gut sind. Das Bildungsideal des sich imanzipierenden Bürgertums hat sich in unseren Köpfen derart festgestzt, dass wir – z.B. in der Rolle der Lehrenden – einerseits unter dem Mangel der Studenten leiden, mit der ‚richtigen‘ Haltung in Ihre Projekte zu gehen, und uns andererseits einem System hilflos ausgesetzt fühlen, das in Zeiten von Bologna-Prozessen nicht in der Lage zu sein scheint, Inhalte essentiell zu reduzieren oder neu zu organisieren.
Vortrag von Lorenz Wilkens, Berlin
Filmaufführung mit Publikumsdiskussion
Almuth Hickl liebt die „Neuen Medien“ auch und besonders, wenn sie anfangen zu altern. Sie experimentiert methodisch mit ihren materiellen, inhaltlichen und formalen Möglichkeiten, enthebt sie partiell ihrer ursprünglichen Funktion und lädt sie mit neuen Assoziationen auf.
For a number of years, a debate has been taking place among philosophers and theorists of the cinema about whether films are able to actually philosophize. In this talk, I defend the thesis that certain films have actually made a contribution to philosophy. In the course of my defense, I respond to a number of objections that have been raised to the possibility of cinematic philosophy. Among the films referenced are The Third Man (1948), The Conformist (1970), All of Me (1989), Crimes and Misdemeanors (1989), and Waking Life (2001).
digitale
“Plutôt la Vie” – ein Gedicht von André Bréton. Eher das Leben – Bilder von Jochen Eckert, in den Stunden und Tagen nach einer todbringenden Freitagnacht in Paris aufgesammelt.
In Japan gibt es unzählige Geschichten über Geister auf Rachefeldzug, über nächtliche Spukprozessionen und über Tiere, die Menschen hinters Licht führen. Der Vortrag gibt eine Einführung in die Welt der yûrei und yôkai, wie diese Wesen genannt werden, und zeigt auf, wie sich das Verhältnis der Menschen zum Unheimlichen in Japan über die Zeit gewandelt hat. So werden der Flusskobold Kappa und die „Langhalsfrau“ nicht mehr nur gefürchtet, sie sind zu beliebten Figuren der Popkultur geworden und treten heute in unzähligen Erscheinungsformen auf.
Ursula Ströbele ist dem Düsseldorfer Publikum bisher als Filmerin und bildende Künstlerin bekannt. Sie hat aber auch seit Jahren ihre Kindheitserinnerungen aus den 70er Jahren in Friedrichshafen erst aufgesprochen, dann in kleinen Erzähleinheiten verschriftlicht und immer wieder bearbeitet. Daraus wurden teils witzige und überraschende Geschichten, teils Geschichten mit einer poetischen Verdichtung, die nahezu parabolische Qualitäten erreicht. Diese ständig wachsende Sammlung ist bisher unveröffentlicht.
Insofern das, was sich Kunstschaffen nennt, das vorgewusste Ergebnis und absolute Planbarkeit meidet, hat es mit dem Nichtwissen produktiv zu tun, erschafft aus dem Ungenügen am bloß Gewussten.